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ETEP beim Eurosonic Noorderslag: So würden wir entscheiden


First Breath After Coma
…ist alleine des Namens wegen schon auffallend, jedoch müssen sich die Portugiesen auch musikalisch nicht verstecken. Ein bisschen wie Bon Iver – gute Gitarren, viel Schlagzeug, teils hymnisch und mit einer ordentlichen Portion Melancholie. Der Name stammt angeblich vom gleichnamigen Explosions in the Sky Titel. Das würde auch passen: Ein Hauch des Flairs der Texaner durchweht die Songs. Ihr zweites, in 2015 erschienenes Album mit dem Titel „Drifter“ haben die Jungs aus Leira übrigens via Crowdfounding finanziert.

Das heute beginnende Konferenz- und Showcase-Festival Eurosonic Noorderslag in Groningen rückt jedes Jahr eine andere Region in den Fokus, um „die Vielfalt des musikalischen Talents in Europa zur Geltung zu bringen“. In 2017 ist es Portugal.

First Breath After Coma nimmt außerdem auch am European Talent Exchange Programm (ETEP) teil. Aus dem ETEP-Pool würden wir in diesem Jahr neben ihnen gerne auch diese vier europäischen Acts auf einer Bühne in unserer Nähe sehen:

Viagra Boys
Jemand bläst die Scheiße aus einem Saxophon, während die meisten im Publikum damit beschäftigt sind, sich nicht gegenseitig tot zu trampeln. Eine repetitive, düstere Tanzparty in den Ruinen von Joy Division und den Butthole Surfers. Die Viagra Boys aus Stockholm brauchen dazu bloß einen dreckigen Bass, aggressive Drums und Synthies oder Bläser. Dazu ein Geschrei, in dem es ausschließlich um Drogen und Sex geht. In den stärksten Momenten sowas wie Neu! auf Punk. You gotta move!


Gurr
…tanzen auf dem heißen Blechdach oder reiten auf kalifornischen Wellen. Eigentlich im Sommer zu verorten, im Winter eher in Kellerclubs anzutreffen. Das Duo verhilft uns zu einem hedonistischen Joyride zwischen Garage-Rock und Slacker-Pop. Rezipiert werden sie von der Musikpresse vor allem als Girlband die Mann scheinbar nur mit anderen Vulvaträgerinnen vergleichen kann. Wie viele Männerbands werden eigentlich ausschließlich als „Männerband“ wahrgenommen und verkauft?!


Ala.ni
20er Jahre Jazz kombiniert mit einer wundervollen Stimme, eigentlich reicht das als Beschreibung für die junge Britin mit dem Künsternamen Ala.ni und es würde ihr dennoch nicht gerecht. Man fühlt sich in das Paris von vor 100 Jahren versetzt und sucht das Tischchen mit der Absinth-Flasche. Kategorisieren lässt sich die Londonerin ohnehin nicht, sie selbst aber bezeichnet ihren Stil als „Dark Disney“. Und das trifft es: Düster mit viel Phantasie und Geborgenheit.


DaGamba
…arrangieren Superhits der Klassik für zwei Cello, Flügel und Schlagzeug. Dabei ergänze die Letten auch gern mit Versatzstücken aus Rock und Pop. Seit der iranische Perkussionist Hamidreza Rahbaralam mit Rahmentrommel und Schlagidiophon zu der Gruppe gestoßen ist, entwickelt diese Mischung einen mitreißenden Drive, dessen Bann man sich nur schwer entziehen kann.

Wer von der Musikpresse beim Eurosonic Noorderslag am häuftigsten empfohlen wird, läßt sich hier nachlesen.

von: fm, si und ew (Wir glauben, dass keiner mit den Kürzeln etwas anfangen kann. Wir wissen, sb wird trotzdem begeistert sein.)

 

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