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Fußball: Krawalle in Köln erweisen den Teilnehmern am Fankongress in Berlin einen Bärendienst

Screenshot Twitter

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Da findet an diesem Wochenende in Berlin ein groß angelegter Fankongress mit über 700 Teilnehmern statt, wo sich die Vertreter der diversen Teams darum bemühen u.a. ihr Verhältnis zur Polizei zu verbessern, und ausgerechnet am gestrigen Samstagnachmittag kommt es am Rande des sportlich völlig bedeutungslosen Freundschaftsspiels zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 zu schweren Ausschreitungen, bei denen u.a. auch ein Schwerverletzter zu beklagen ist.

Schlechter hätte es für die engagierten Teilnehmer am Fankongress kaum kommen können, wie u.a. auch bereits bei Twitter intensiv diskutiert wurde.

Unabhängig von den ‚Vereinszugehörigkeiten‘ der an der Randale beteiligten ‚Fans‘ zeigt diese Aktion doch sehr eindeutig, dass die Krawallmacher von diesen durchaus gut gemeinten Kongressen, Diskussionen und Treffen eben im Zweifelsfall gar nicht wirklich erreicht werden.

Es zeigt vielmehr allzu deutlich, dass all die Diskussionen in der Theorie zwar durchaus sinnvoll und löblich sind, die Mehrzahl der Randalierer aber an einer Neuordnung der Fanlandschaft und einem verbesserten Verhältnis zur Polizei wohl gar nicht ernsthaft interessiert ist.

Diese Erkenntnis dürfte die Stimmung beim heute anstehenden zweiten Tag auf dem Fankongress in Berlin wohl nachhaltig negativ beeinflussen. Wenn diese Tatsache wohl auch nicht wirklich völlig neu, und wohl auch wenig überraschend ist, haben die Krawalle in Köln dies allen wohl noch einmal ganz klar und frisch vor Augen geführt.

Vereinsübergreifende Fankongresse sind sicherlich gut und sinnvoll, helfen Spannungen zwischen den Anhängern unterschiedlicher Teams abzubauen, sich kennenzulernen. An der offenkundig vorhandenen Zweiteilung der organisierten Fans, dem Riss zwischen wirklichen Fußballfreunden und bloßen Krawallköpfen können sie aber offenkundig eben, wenn überhaupt, nur bedingt etwas ändern.

Diesen Nachweis, falls es dafür noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, haben die Gewalttäter am Samstag einmal mehr eindrucksvoll erbracht.

Wohl sehr zum Leidwesen der Berlinfahrer…

Passend zum Thema:

http://www.ruhrbarone.de/fussball-fankongress-in-berlin-die-bvb-fanabteilung-berichtet-per-liveticker/

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10 Kommentare zu “Fußball: Krawalle in Köln erweisen den Teilnehmern am Fankongress in Berlin einen Bärendienst

  • #1
    Bochumer

    Es gab doch vor einigen Wochen Berichte, dass sich auch V-Leute in die Ultra-Gruppen eingeschlichen haben.

    Dann sollte man mal überlegen, wer jetzt für diesen Bärendienst möglicherweise verantwortlich ist…

  • #2
    Klaus Lohmann

    @#1 | Bochumer: Es scheint nichts unversucht zu bleiben, um die Verantwortung fürs eigene Handlung weiter und stupide auf die Polizei zu schieben. Selbst *wenn* es V-Leute in Ultra-Gruppen gäbe, ist das niemals ein Anlass oder eine Rechtfertigung für die anderen Ultras dieser Gruppe, sich zu versuchtem Totschlag zu verabreden.

    Weiter wäre es gerade für den BvB als „Mutterverein“ für diese nazi-unterwanderte Ultragruppe (und als Geber von Fan-Privilegien) eine schallende Ohrfeige, wenn es längere Staatsschutzbeobachtungen gegeben hätte, während die KGaA-Geschäftsführung inkl. Vereins-Fanabteilung uns seit vielen Jahren von der generellen Harmlosigkeit solcher Ultras überzeugen wollte.

    Es hilft nichts mehr seit gestern – Fan-Aktivisten, die dem Rest der Welt gern und häufig persönlich beleidigend erklären wollen, dass die Schläger doch Hools und die Ultras die „Braven“ seien und man doch überhaupt keine Peilung hätte, sollten jetzt einfach die Klappe halten und sich *selbst* drum kümmern, dass solchen Ultras jegliche Beziehungen zu einem Sportverein – finanziell, organisatorisch, sozial – gekappt werden, um denen den Boden für deren narzistische Selbstdarstellung zu entziehen.

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  • #4
    Bochumer

    @#2 | Klaus Lohmann:

    Gerade in der Kölner Ultra-Szene sind nachweislich V-Männer im Einsatz:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/polizei-setzt-v-maenner-in-der-fussball-fanszene-ein-a-849864.html

    Würd mich nicht wundern, wenn aus der Ecke dann tatsächlich eine Eskalation provoziert worden ist, um den Fankongress zu torpedieren.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @#4 | Bochumer: Natürlich. Und wenn es dann gegen alle Verschwörungstheorien doch keine V-Leute waren, dann haben bestimmt ein paar Aliens aus der Area53… Haben denn Ihre „V-Leute“ auch das Testspiel angesetzt und den Fankongress zum selben Termin einberufen?

    Sie sollten eigentlich aufgrund der geografischen Nähe wissen, dass es zwischen Kölner und Dortmunder Ultras/Hools eine Art „Bündnis“ gegen insb. Schalker Hardcore-„Fans“ gibt und dass es in dieser Konstellation in letzter Zeit häufiger Auseinandersetzungen bei jedweder Gelegenheit gab. Und Ihr verlinkter Beitrag steckt ebenso voller Spekulationen wie jeder andere Beitrag, den Fanvertreter gern mal wegen der „Stimmung“ lancieren.

  • #6
    faumannjoe

    V-Männer hin oder her, Köln hat eine enge Fanfreundschaft zu Dortmund genauer gesagt die „Boys“ und „Des99“ bei beiden Gruppen sind eine großzahl der Mitglieder ähnlich strukturiert. Da ja auch bekannt ist das bei dem „match“ Dortmunder anwesend waren unter anderem eine Person aus Dortmund ist eingefahren welche auch Erfahrung in käffigkämpfen hat, da fallen mir sofort zwei menschen ein 1. Timo K. (muss sich grade in einem Prozeß beweisen wo im vorgeworfen wird in einem spiel gegen stuttgart ein rechtes Banner gezeigt zu haben) oder 2. Marc G. (mischte bereits bei der Auseinandersetzung am Flughafen DO ordentlich mit als gegen Schalke ging), muss davon ausgegangen werden das ordentlich hass mit im spiel war. dafür brauch es keine cops seinen Erzrivalen so zu verletzten das dieser vllt. niemals wieder aufsteht.

    Ist aber alles nur reine Spekulation, dem Kongress in berlin hat es aber mit Sicherheit geschadet, darauf scheissen diese Gruppen aber, denn sie sind „Ultra/Hools“ und sie bestimmen das spiel.

  • #7
    achnaja

    Zumindest auf Demonstrationen ist es nicht unüblich, dass tatsächlich V-Leute bzw. Zivilpolizisten andere Teilnehmer zu illegalem Verhalten aktiv ermutigen. Der Gedanke ist also nicht komplett aus der Luft gegriffen. Inwieweit das in Köln passiert ist, ist allerdings pure Spekulation. Es käme Herrn Jäger und seinen Gesinnungsgenossen sicherlich gelegen, gleichzeitig hat Faumannjoe ja bereits darauf hingewiesen, dass diese Leute auch ohne externe Impulse von sich aus straffällig werden.

    Und man muss noch nicht einmal ein Meister der Subtilität sein um zu erkennen, was der Fankongress für eine Meinung zu den Vorfällen in Köln hat. Mit anderen Worten: Ultras und Ultras können durchaus unterschiedliche Ansichten vertreten. Man frage einmal in Bremen oder Aachen nach, wo die antifaschistischen Ultragruppen von rechtsradikalen Gruppen angegriffen und, in Aachen, mit blanker Gewalt aus dem Stadion vertrieben haben. Wo genau jetzt ein Ultra anfängt und wo er aufhört und was alles als Ultras zu betrachten ist, ist auch äußerst schwierig. Man sollte hier ganz eventuell einmal daran denken, dass das Scheren über einen Kamm selten präzise Erkenntnisse liefert.

    Ich kann auch nicht erkennen, inwiefern die Vereinsführung des BVB versucht hat, irgendwen von der Harmlosigkeit irgendeiner ihrer Fangruppen zu überzeugen. Auch wenn mich ihre Ahnungslosigkeit bezüglich der rechten Umtriebe im Stadion überrascht hat, haben sie durchaus eine Ahnung von den Hintergründen mancher ihrer Fans und dass diese keine Kinder von Traurigkeit sind.

    Gleichzeitig darf man bei sowas gerne auch mal die Kirche im Dorf lassen. Die Leute, die sich in Köln geprügelt haben, werden höchstwahrscheinlich dafür auch zur Verantwortung gezogen. Wäre das ganze nicht mit einem Fußballhintergrund abgelaufen, wäre das kaum eine Meldung wert. (Es wären aber wahrscheinlich auch deutlich weniger Menschen zusammengekommen)
    Das Problem dabei ist nur, dass, ganz im Gegensatz zu einer Schlägerei unter Betrunkenen o.ä., andere Fußballfans mit diesen grenzdebilen Einzellern in einen Topf geschmissen werden und sie auf Grund mehrer einzelner medienwirksamer Vorkommnisse unter den Taten der genannten Einzellern zu leiden haben.
    Es ist ja nicht so, dass die Gesetze in Deutschland keine Strafen kennen. Diese werden, auch wenn das gesunde Volksempfinden es manchmal anders wahrzunehmen meint, durchaus auch verhängt. Aber manche machen sich die Mischung aus Interesse für den Fußball und Distanz zum Fußball gerne zu Nutze um mit dem Fußball trittbrettfahrend eigene Interessen zu vertreten.

  • #8
    Klaus Lohmann

    @#7 | achnaja: „durchaus Ahnung“, soso.

    DES, Jubos, Northside – alles Ultra-Gruppen, die *bekanntermaßen*, laut reichlich Medienartikeln und internen Fanberichten, seit vielen Jahren mehr oder weniger stark rechtsextrem „frequentiert“ sind und auch von der Polizei *regelmäßig* unter verstärkte Beobachtung genommen werden (daher wohl die Mär von den V-Leuten). Bis mindestens vor 2 Monaten „genossen“ diese Gruppen weiterhin den offiziellen Status von geförderten Fangruppen, bekamen also z.B. Away-Dauerkarten, was ja nun deutlich mehr an Zuwendung von Seiten des Vereins ist als einfaches Schulterklopfen wg. bunter Choreos.

    Was ist seit den Vorfällen beim letzten Derby seitens des Vereins passiert?? Entzug der Away-Dauerkarten (auch für TU) -> Erfolg siehe Köln. Ankündung der „brutalstmöglichen Aufklärung“ von Watzke direkt nach dem Derby in die Kameras -> Erfolg nahezu gleich Null, wenn man die tatsächlich eingeleiteten Ermittlungsverfahren (so eins oder zwei) gegen die angebliche „Kenne“ der Vereinsführung über ihre „Fans“ abgleicht. Einsicht und Reaktion auf Fanseite: siehe Schwatzgelbforum und die aktuell wieder erstarkte „Stimmung“, es wäre ja auf Schalke garnix passiert, man könne doch Niemandem was beweisen und jeder, der die Ultras (pauschal) nicht unterstützt, ist doch ein Verräter -> Erfolg = Null.

    Wie lange wird es noch dauern, bis die Rettungskräfte Jemanden wie den Schalker in Köln *nicht* mehr reanimieren können und was wurde bis dahin seitens der Vereine und Fans alles versäumt?

  • #9
    Andi

    @Achnaja (#7):
    „Zumindest auf Demonstrationen ist es nicht unüblich, dass tatsächlich V-Leute bzw. Zivilpolizisten andere Teilnehmer zu illegalem Verhalten aktiv ermutigen.“

    Wenn das nicht unüblich ist, lässt sich das doch sicher leicht anhand konkreter Beispiele belegen…?

  • #10
    Bochumer

    @#9 | Andi:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Provocateur#Agents_Provocateurs_bei_Demonstrationen

    „In einem Interview äußerte ein anonym bleiben wollender Polizist: „Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann.“

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