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Humanistische Presse unfähig zur Genderkritik?

U.Kutschera
U.Kutschera

Brachte den hpd an die Grenze – uns aber nicht: Prof. Dr. Kutschera

Der Humanistische Pressedienst (hpd) veröffentlichte  einen Kommentar zum Kreationismus – geschrieben vom Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera. Dann nahm der hpd ihn wieder off. Wieso? Dazu schreibt Kutschera selbst auf evolutionsbiologen.de :

(…) haben sich Humanisten, die der Genderismus-Ideologie nahestehen beschwert, und diesen Beitrag als nicht der hpd-Linie entsprechend kritisiert. Die Redaktion hat sich daraufhin entschlossen, die Publikation des kontroversen Artikels rückgängig zu machen (…).

Wir Ruhrbarone fürchten die freie Debatte nicht, und veröffentlichen Kutscheras Text in der Originalversion.

STANFORD, CA, USA (hpd). Vor zwei Monaten (Freitag, 13. Februar 2015) fand auf dem AAAS Annual Meeting in San Jose, Kalifornien (USA) ein Symposium zum Thema „Creationism in Europe“ statt. Hierbei wurde neben der deutschen Anti-Darwin-Bewegung auch der damit geistesverwandte Genderismus thematisiert.

Die 1848 gegründete „American Association for the Advancement of Science (AAAS)“ veranstaltet ein jährliches, internationales Wissenschaftlertreffen (Annual Meeting), das jeweils in einer größeren Stadt durchgeführt wird und bis zu 2000 Redner umfasst. Bereits 2007 wurde auf dem AAAS Annual Meeting in San Francisco, CA, das Thema „Is Anti-Evolutionism spreading in Europe?“ diskutiert, wobei mir damals die Aufgabe übertragen worden war, über die deutsche Anti-Evo-Bewegung zu referieren. In einer anschließenden Pressekonferenz wurden die „Invited Speakers“ gebeten, Vorschläge zur Eindämmung der wissenschaftsfeindlichen Kreationisten-Propaganda zu unterbreiten. Meine Anregung, den Begriff „Darwinismus“ durch „Evolutionsbiologie“ zu ersetzen, wurde positiv aufgenommen und in einem 2008-Science-Artikel vertiefend begründet.

Im „Weismann-Jahr 2014“ wurde von den Organisatoren des AAAS Annual Meeting 2015 ein Symposium zum Thema „Creationism in Europe“ durchgeführt, bei dem auch das mit dem deutschen Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie kooperierende US National Center for Science Education (Oakland, CA) beteiligt war. Die von zahlreichen Journalisten besuchte Vortragsveranstaltung führte zu einer lebhaften Diskussion, wobei die Information, dass die evangelikale Studiengemeinschaft Wort und Wissen (Sg. W+W), über ihr Mitglied Prof. Siegfried Scherer, die universitäre Webpage der TU München benutzt, um die pseudowissenschaftliche „Grundtypen-Biologie“ zu bewerben, mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. In einem am 7. April von der US-Journalistin Nala Rogers (Science Communication Program, UC Santa Cruz, CA) publizierten Interview mit dem Titel „Ulrich Kutschera, evolutionary biologist“ sind u. a. Details zur kreationistischen Unterwanderung des deutschen Biologieunterrichts dargelegt.

In der nur informell geführten Diskussion zum „Genderismus in Europa“ wurde klar, dass diese fundamentalistische Anti-Darwin-Ideologie dieselben Wurzeln hat wie der wörtlich verstandene biblische Schöpfungsglaube (Kreationismus). Genderisten glauben, dass das „soziale Geschlecht“ des Menschen, d. h. die Maskulinität und Femininität (Mann- bzw. Frau-Sein) unabhängig vom biologischen Geschlecht (XY- bzw. XX-Chromosomensatz, Testosteron- bzw. Östrogen-Pegel usw.) zum Ausdruck kommt, und als „gesellschaftliches Konstrukt“ interpretiert werden kann. Eine faktenbasierte, naturwissenschaftliche Analyse dieses destruktiven, quasi-religiösen Glaubens steht derzeit noch aus, aber eine Schlussfolgerung kann definitiv gezogen werden: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn, außer im Lichte der Biologie“.

Die Diskussion in San Jose, CA, führte zum folgenden Konsens: Evolutionsbiologen sollten den Genderismus, eine universitäre Pseudowissenschaft, die den deutschen Steuerzahler jährlich viele Millionen Euro kostet, mit demselben Ernst analysieren und sachlich widerlegen, wie den damit geistesverwandten Kreationismus.

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Über den Autor

Prof. Dr. Ulrich Kutschera lehrt und forscht an der Universität Kassel und in Stanford (CA, USA).

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99 Kommentare zu “Humanistische Presse unfähig zur Genderkritik?

  • #51
    LF

    Ich muss meinen Kommentar noch ergänzen: Die Tatsache, dass sich so viele Fachbereiche außerhalb der Sozialwissenschaften (vermeintlich) dem Projekt der cultural und/oder der gender studies widmen, hat aus meiner Sicht oftmals mit deren ureigenen Legitimationsproblemen zu tun. So haben z. B. Kunsthostoriker*innen (darunter v. a. Historische Musikwissenschaftler*innen) gemerkt, dass sich die Art der Forschung, die sie über die letzten zwei Jahrhunderte betrieben haben, heute nicht mehr legitimieren lässt (schließlich steckte dahinter ein rein ästhetischer Anspruch, für den die öffentlichen Gelder dann doch zu knapp sind). Darum widmen sich diese Bereiche jetzt angeblich auch kulturwissenschaftlichen Analysen im Sinne der cultural studies, machen im Endeffekt aber nur Humbug, da sie von sozialwissenschaftlichen Theorien und Analyseinstrumenten eigentlich keine Ahnung haben… Ähnlich wie bei Kutscheras "Gender-Kritik" glauben diese ‚Wissenschaftler*inne‘, es würde reichen, einfach nur ein paar der bei cultural-studies-Vertreter*innen beliebten Begriffe (‚race‘, ‚class‘ und ‚gender‘) einzustreuen, um von letzteren ernst genommen zu werden. Um zu merken, dass dies nicht der Fall ist, müssten sie sich dann wieder mit der Fachliteratur aus diesem Bereich beschäftigen, was sie jedoch kaum je zu tun scheinen (höchstens wird da offenbar mal das Stichwortregister aufgeschlagen ;-)). Wie Sie sehen, habe ich auch Spaß daran, andere Fachbereiche zu dissen :-).

  • #52
    mir

    Die Zensur und die Haltung des hpd gegenuber ihrem (eigentlichen) Mitstreiter finde ich unglaublich dumm. Kritik gerade an Studien, wissenschaftl. Arbeiten/Thesen, usw. sollte immer berechtigt sein.

    Daher Danke an die Ruhrbarone dafür, dass sie das Streitthema und Kritik an Genderstudien im allgemeinen hier veröffentlichen. Eine Interessante Diskussion.

  • #53
    Andreas

    @ mir

    "In der nur INFORMELL (sic!) geführten Diskussion zum „Genderismus in Europa“ wurde klar …"

    und dann folgen einige Zeilen reine Meinungsäusserung des Autors Prof. Kutschera.

    Als ich den "Artikel" – in der Original-Veröffentlichung – bei hpd gelesen habe, habe ich mich nur gefragt, wieso das überhaupt veröffentlicht wurde.

  • #54
    Arnold Voss

    Eine sehr interessante Diskussion bislang. Hätte ich am Anfang nicht erwartet. Ich halte allerdings nicht nur die Gender- sondern auch die Bio-Position zur menschlichen Geschlechtlichkeit für ideologisch, wenn sie sich als einzig mögliches Erklärungsmuster geriert. Hinzu kommt, das die neuere Forschung nicht mehr ausschließt, dass sich lang dauernde kulturelle Verhaltensmuster in biologische Programmierungen verwandeln, sprich genetisch werden können. Die auch bei Kutschera vorgenommene grunsätzliche Trennung von Geist und Körper, bzw. die absolute Dominanz des Körpers, ist auf jeden Fall wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt kein Gattungswesen auf der Welt, dass als Einzelwesen so vielfältig und unterschiedlich, ja gegensätzlich ausgeprägt ist, wie der Mensch.

    Dass der Geist ohne den Körper nicht existieren kann, ändert nichts an der Tatsache, dass das Gehirn des Menschen von einer solch gewaltigen lebenslangen Erfahrungs- und Lernfähigkeit ist, dass selbst innerhalb des selben biologischen Geschlechtes größere Verhaltensunterschiede möglich sind als zwischen denen „typischen“ Verhaltenweisen, die in standartisierten Untersuchungen zwischen den Geschlechtern existieren.

    Aus diesem Grund ist die Menschheit auch dann nicht untergegangen, wenn durch Kriege ein großer Teil des männlichen Geschlechtes einer Nation/Region vernichtet wurde. Denn es gab trotz der biologischen Unterschiede genug Frauen, die nicht nur die Rolle sondern vor allem sämtliche Arbeit der Männer übernehmen konnten. Deswegen gehen auch Kinder nicht zu Grunde, wenn sie in sozialer und/oder biologischer Ermangelung an Frauen nur von männlichen Personen erzogen werden.

    Auch was körperliche und geistige Höchstleistungen betriff, sind die Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Ernstfall von gesellschaftlich irrelevanter Bedeutung, bzw. verlieren Gesellschaften weder wesentlich an ökonomischer noch an technischer Dynamik wenn sie von Frauen anstatt von Männern angeführt werden.(Es könnte sogar das Gegenteil der Fall sein) Selbst das negative Aggressionspotential von Frauen kann in Notwehr, oder als Leiterinnen von KZs, dem, was biologisch eher Männern zugeschrieben wird, ohne weiteres überschreiten.

    In einer freien Gesellschaft haben also weder soziale Zuschreibungen noch biologische Determinismen beim menschlichen Geschlecht so viel Macht, dass sie aus sich selbst heraus eine unausweichliche Unterdrückungs- und Benachteiligungsdimension erzeugen. Die mögliche geschlechtliche Benachteiligung von Fauen, Männern und denen die dazwischen liegen ist deswegen weder als Gender- noch als Bio-debatte, noch als eine zwischen beiden zu führen, sonder einzig und allein als gesellschaftspolitischer Herrschaftsdiskurs.

    Die zentrale Frage lautet dabei nicht, ob die soziale oder die biologischen Bestimmung des Geschlechtes stärker ist, sondern wer einen sozialen, ökonomischen oder kulturellen Vorteil durch die geschlechtliche Unterdrückung und Benachteiligung hat und wie die Gesellschaft mit der notwendigen Fürsorge für den Nachwuchs umgeht, und zwar von der Zeugung an.

  • #55
    Helmut Junge

    @KM, es bleibt es meine persönliche Angelegenheit, ob ich diese Diskussion über "queer" führen möchte. Für mich persönlich gibt es dazu auch keine Erkenntnisse, die ich diskutieren könnte.
    Ich denke aber tatsächlich, daß schon in den Genen, also biologisch, bei jedem Menschen mehr oder weniger "queer" angelegt sein wird. Etwas soziales konstrukt kann auch dabei sein. Doch welche Konsequenzen sich aus Dummheit, Verblendung oder religiösem Irrsinn etlicher Mitmenschen gegenüber Queer entwickeln, ist ein politischer oder juristischer Aspekt, den ich auch unter einer dieser Blickwinkel immer wieder diskutiere. Nach allem, was ich in den letzten Tagen hier gelesen habe, scheint das auch mit gender Studies nichts zu tun zu haben, obwohl es dort immer oben auf der agenda steht. Hakt man nach, hat es dann doch nichts damit zu tun. also laß ich es sein. Bringen Sie sich doch selbst ein, dann werden sie schon Diskurspartner finden.

    @LF, ich bin außenstehender Beobachter der Gender Studies, und ich nehme diese so wahr, wie sie mit all ihren Anhängseln nach außen wirken. Je lauter, desto mehr Aufmerksamkeit erregen sie. So ist das überall. Sie liebe @LF engen jetzt aber den Begriff Gender Studies auf "die Guten" ein, also diejenigen, die Ihrer Auffassung die wahre Kompetenz besitzen, das allerdings Ihrer Aussage nach nur im Rahmen der Sozialwissenschaften.
    Das wäre dann also die Basis, um mit Ihnen persönlich über Gender Studies zu diskutieren.
    Sie haben Glück, denn weil Sie hier alleine diese angegriffene Position konsequent verteidigen, werde ich mich auch innerhalb des von Ihnen gesteckten Rahmens bewegen. Ihnen zuliebe.
    sie schreiben also:" Dass hier so oft eine ‘falsche’ Messlatte angelegt wird, haben sich gender- und cultural-studies-Vertreter*innen zugegebener Maßen selbst eingebrockt, indem sie ihre Blickwinkel unbedingt auch in andere Fachbereiche hineintragen wollten und eine Art inter-/trans-/postdisziplinäres Projekt im Sinne ihrer Anliegen ausgerufen haben. Das ist in der Tat Unfug! Aus meiner Sicht haben die Ansätze der gender studies und der cultural studies außerhalb der Sozialwissenschaften nichts zu suchen. Sonst kommt so ein Murks dabei heraus, wie der Glaube, dass auch sexuelles Verlangen etc. zu 100 Prozent sozial konstruiert sei. So lange gender studies ihre Theoriegebäude um soziologische Begriffe wie ‘soziale Rollen’, ‘Macht’, ‘Herrschaft’, ‘soziale Normen’ etc. bauen, können sie jedoch wenig falsch machen, da ihre Grundannahme der Konstruiertheit von Geschlecht in all diesen Kategotien per definitionem zutrifft. "
    So, da steh ich nur, ich armer Thor…..ja, liebe @LF, gibt es jetzt den Anspruch der Gender Studies, daß Männer und Frauen im Prinzip gleich sind und daß das Geschlecht eine soziales Konstrukt ist?
    Können wir darüber sprechen, ob es unterschiedliche Vorlieben der Geschlechter in Bezug auf Kinderspielzeug, Studieninteresse gibt? Werden nicht in unglaublicher Zahl Jungen so erzogen, daß sie "weibliche" vorlieben und Verhaltensweisen annehmen. Die Experimente mit fehlen noch, oder scheinen nicht zu wirken, denn von den, von @mitm (44) aufgelisteten 139 Uniprofessuren sind nur 2% aus den Bereichen Mathe oder Naturwissenschaften. Das ist deutlich unter dem Bevölkerungsschnitt, Das liegt sogar weit unter dem Schnitt bei den Physikstudentinnen im frauenfeindlichen Iran. Ist es nicht genau der anspruch der Gender Studies, Mädchen so zu fördern, daß ihr Anteil an den an den Studierenden in Ingenieurfächern sowie Mathe und Naturwissenschaften steigt?
    So hatte ich das immer verstanden. Und so wollte ich das Thema auch diskutieren.

  • #56
    mitm

    @LF

    Ich bekommen von Ihren Gendersternen immer … sagen wir Augenkrebs. Sie scheinen es für nötig zu halten, durch Verwendung von Symbolen wie Sternen oder Tiefstrichen in jedem zweiten Satz ihre Zugehörigkeit zu einer fanatisierten Minderheit zu dokumentieren. Eigentlich fehlt nur noch die Grußformel Heil Butler. Diese Minderheit hält eine Sprachreform für 99.9 % der Bevölkerung für zumutbar, weil die Befindlichkeit von 0.1 % der Bevölkerung dies zwingend gebietet. Diese Minderheit steht auf der von ihnen offenbar verinnerlichten intersektionellen Opferstatushierarchie ganz weit oben und weit über mir, als so eine Art neues Adelsgeschlecht, zumindest ihrer Meinung nach.

    Das steht in krassem Widerspruch zu meinem Verständnis von Demokratie, in der Mehrheiten entscheiden. Wir teilen grundlegende Werte einer demokratischen Kultur offensichtlich nicht. Insofern interpretiere ich Ihre Ausführungen auch immer als Versuche, diese antidemokratische Grundhaltung zu kaschieren.

    Oder um es mit dem Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun auszudrücken: auf der Sachebene argumentieren sie scheinbar rational, auf der Appell-Ebene betreiben sie knüppelharte Propaganda.

    Daß Sie sich mit den von Ihnen propagierten femninistischen Sprachmanipulationen <a href= "http://maninthmiddle.blogspot.de/p/sprachmanipulationen.html" title="in innere Widersprüche"> verwickeln, kommt noch dazu und unterminiert ihre Glaubwürdigkeit zusätzlich.

  • #57
    mitm

    @LF Kommentare #50 und #51:

    Sie preisen hier wieder ein mal die <a href="http://maninthmiddle.blogspot.de/p/gender-studies.html#fem_gs_standpunkttheorie" title="Feministische Standpunkttheorie"> als gültige Wissenschaftstheorie an, zumindest für die Sozialwissenschaften. Da werden wir uns sicher nicht einig, Ähnlichkeiten mit der Kreationismusdebatte sind kein Zufall.

    Zweitens reklamieren Sie die Alleinzuständigkeit der Geisteswissenschaften für soziale Theorien, indem man kurzerhand die Biologie. Medizin usw. für unzuständig erklärt oder – noch trickreicher – sie einfach ignoriert. Eine spannende Analyse hierzu steht in diesem <a href="https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2015/04/20/feministische-theoriewoche-soziale-konstruktion-der-geschlechter/" title="Review von Butlers »Gender Trouble«, s. Abschnitt B: Poststrukturalismus">, ich habe jetzt keine Zeit, das hier auszubreiten.

    Wir sind nun aber 25 Jahre weiter als »Gender Trouble«. Es ist inzwischen völlig absurd, davon auszugehen, man können bei der Erklärung sozialer Vorgänge die Biologie schlicht ignorieren und die Geisteswissenschaften für alleinzuständig erklären. Das machen Sie aber, indem Sie die Standpunkttheorie zur hier gültigen Wissenschaftstheorie erheben.

    Platt gesagt: In den Naturwissenschaften müssen die Theorien einen Realitätstest bestehen, in den Geisteswissenschaften nicht. Zentrale Theorien der Gender Studies sind in der Praxis gnadenlos gescheitert, beispielsweise der Glaube, man könne unterschiedliche Präferenzen im Berufswahlverhalten ändern, s. Gender Paradox in Norwegen, oder sexuelle Identitäten oder Präferenzen.

    Ich gratuliere Ihnen jedenfalls zu der Dreistigkeit, "… Fachbereiche außerhalb der Sozialwissenschaften (vermeintlich) dem Projekt der cultural und/oder der gender studies widmen, hat aus meiner Sicht oftmals mit deren ureigenen Legitimationsproblemen zu tun" Sie wenden eine wissenschaftstheoretische Kritik, die Sie gerne auf die Geisteswissenschaften anwenden können, fachfremd und unzulässig auf Naturwissenschaften an. (Obwohl Sie vorher vor solchen falschen Transfers warnen.)

    Oder Sie glauben, Angriff sei die beste Verteidigung. Wenn überhaupt jemand ein Legitimationsproblem hat, dann doch wohl die Gender Studies, die rund 30 Jahre lang soziale Experimente mit unserer Gesellschaft durchführen durften und keinen Erfolg vermelden können, außer noch mehr Zwang und und politischer Korrektheit in Form von Gendersternen.

  • #58
    Helmut Junge

    Arnold Voß, gut daß Du diesen Kommentar geschrieben hast. Ja, das denke ich auch, daß Frauen immer schon Arbeiten durchgeführt haben, die sonst durch Männer verrichtet wurden. Da ist der Mensch tatsächlich fähig, sich über alle naturgegebenen Schranken hinwegzusetzen.
    Es gibt auch wissenschaftliche Leistungen von Frauen, die zu den Größten in der Wissenschaftsgeschichte zählen (sollten). Ich bin zum Beispiel ein (glühender) Anhänger der verstorbenen Archäologin Marija Gimbutas, deren Leistungen in der Archäologie ich durchaus mit der Leistung von Albert Einstein in der Physik vergleiche. Daß diese Leistung nicht die gleiche Würdigung wie die von Einstein findet, hat durchaus etwas damit zu tun, daß sie eine Frau war. Und das muß dann auch gesagt werden und ich tue das auch. Sofern meine Ansicht überhaupt von Bedeutung ist, werde ich mich für ihre Anerkennung einsetzen. Auch die Primatenforschung wird ausschließlich von Frauen vorgetrieben.
    Nur im Verlauf dieser Diskussion geht es um Gender Studies. Daran habe ich Kritik.

  • #59
    abraxasrgb

    Gender studies? Irgendwo zwischen Deridada und Foolcault hängen geblieben?
    Aber es gibt ja auch Theologie oder Exobiologie. Auch dort "forscht" man nach – bislang – nicht gefundenen Entitäten. Mithin schmunzle ich über den performativen Selbstwiderspruch, denn "Gender" ist selbst eine soziale Konstruktion. Diese methodologische Selbstreflektion fehlt mir völlig. Das ich mit Soziobiologie etc. mehr anfangen kann und dort den größeren Erkenntnisgewinn habe, mag an meinen Chromosomen liegen 😉

  • #60
    LF

    @ mitm
    Sie sagen: "Ich bekommen von Ihren Gendersternen immer … sagen wir Augenkrebs. Sie scheinen es für nötig zu halten, durch Verwendung von Symbolen wie Sternen […] in jedem zweiten Satz ihre Zugehörigkeit zu einer fanatisierten Minderheit zu dokumentieren. Eigentlich fehlt nur noch die Grußformel Heil Butler […]. Das steht in krassem Widerspruch zu meinem Verständnis von Demokratie, in der Mehrheiten entscheiden"): Bedeutet das, dass ich mir in einer Demokratie von Leuten wie Ihnen, die den Nationalsozialismus durch irrsinnige Nazi-Vergleiche relativieren, vorschreiben lassen muss, wie ich zu reden und zu schreiben habe? Das ist ja ein bemerkenswertes Demokratieverständnis! Was Butler angeht, habe ich schon geschrieben, dass ich sie als politische Figur verachte (was an ihrem – sagen wir ’schlechten‘ – Verhältnis zu Israel und ihrem umso besseren Verhältnis zu der Hamas liegt).

    Zu allen anderen, ernst zu nehmenden Diskutant*innen später mehr… :-).

  • #61
    Wolfram Obermanns

    Bevor es hier weiterhin unter den Tisch fällt, wollte ich doch noch einmal darauf hinweisen:
    „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn, außer im Lichte der Biologie“
    ist eine zutiefst unwissenschaftliche Phantasie, die von nicht wenigen Evolutionsbiologen geteilt wird. Wenn der hpd eine unwissenschafliche Kritik an Pseudowissenschaft ablehnt, so ist das ein Qualitätsmerkmal, denn wen kann z. B. eine astrologische Kritik an Genderstudies interessieren?

    Sowohl der spekulative Anteil, der nicht als solcher gekennzeichnet diskutiert wird, als auch die notorisch falsche, weil utilitaristische Rezeption von Evolution, die z. B. in der unsinnigen These des Stillstandes der Evolution des Menschen mündet, und last but not least die uferlose Deutung empirisch eher schmaler Befunde führen zu einer Kritik an Evolutionsbiologie, die bis dahin reicht, ihr glatt die Wissenschaftlichkeit abzusprechen.
    So gesehen wird hier nicht mehr dokumentiert, als eine Klopperei zwischen zwei für sich jeweils selbst Wissenschaftlichkeit reklamierende Wir-erklären-Dir-über-alle-Skalen-und-semantische-Felder-hinweg-mit-nur-einem-Theorem-die-Welt-Sekten.

  • #62
    LF

    @ KaRa: Dass Frauen* für die gleiche Tätigkeit und die gleiche Arbeitszeit in ein und demselben Unternehmen schlechter bezahlt werden, mag nicht die Regel sein, da haben Sie vermutlich Recht (das ist letztendlich schwer zu überprüfen). Selbst wenn sämtliche Verdienstunterschiede auf die hohe Inanspruchnahme von Teilzeitarbeit vor dem Hintergrund der Kindererziehung zurückgehen, muss doch aber gefragt werden, warum die solchermaßen erwerbsmindernde Erziehungsarbeit so stark auf Frauen* abgelastet wird!?
    Dass die Elternrechte von Vätern gestärkt werden müssen, sehe ich ähnlich wie Sie, da die jetzigen Regelungen suggerieren, dass Mütter die ’natürlichen‘ Erzieherinnen von Kindern seien.
    Nun noch eine Bemerkung zum Schluss: Wenn Sie mit Ihren Kritikpunkten suggerieren wollten, dass sich die gender studies in der BRD schon alleine deswegen erübrigt hätten, weil hierzulande keine soziale Ungleichheit zwischen Männern* und Frauen* bestünde, so ist dies nicht nur deswegen falsch, weil Letzteres nicht zutrifft, sondern auch deswegen, weil das Denken dahinter viel zu national ist. Wer sagt denn, dass ein*e deutsche Forscher*in in unserer globalisierten Welt zur BRD forschen muss?

  • #63
    Ingbert Jüdt

    @Wolfram Obermanns:

    »Wenn der hpd eine unwissenschafliche Kritik an Pseudowissenschaft ablehnt, so ist das ein Qualitätsmerkmal, denn wen kann z. B. eine astrologische Kritik an Genderstudies interessieren?«

    So ist es aber nicht gelaufen: ein Qualitätsmerkmal stellt es (im Rahmen Ihrer für mich im Prinzip nachvollziehbaren Prämisse) dar, wenn eine entsprechend begründete Ablehnung im <i>Vorhinein</i> erfolgt. Sofern aber beim hpd entsprechende Qualitätskriterien gelten, stellt die<i>dennoch erfolgte</i> Veröffentlichung des Interviews eine Verletzung derselben dar.

    Und ein nachträglicher Rückzug der erfolgten Veröffentlichung erfordert redlicherweise einen entsprechenden Hinweis an das geschätzte Publikum. Insofern wären durch den tatsächlichen Ablauf beim hpd gleich *zwei* Qualitätsmerkmale verletzt worden.

  • #64
    mitm

    @LF "Bedeutet das, dass ich mir in einer Demokratie von Leuten wie Ihnen, die den Nationalsozialismus durch irrsinnige Nazi-Vergleiche relativieren, vorschreiben lassen muss, wie ich zu reden und zu schreiben habe?"

    Sie können schreiben, wie Sie wollen. Ich habe Ihnen nur mitgeteilt, daß ich Sie nicht ernst nehme und für doppelzüngig halte, wenn sie äußerlich scheinbar liberal argumentieren und auf der syntaktischen Ebene knallharte antiliberale Propaganda betreiben. Diesen performativen Widerspruch wollte ich Ihnen (und anderen) nur bewußt machen. Ich mag solches Doublespeak einfach nicht.

    Da Sie die Nazis erwähnen (das mußte ja irgendwann kommen): Manipulationen an der Umgangssprache, sogar an der elementaren Syntax und am Zeichensatz, gehören zum Repertoire totalitärer Systeme. Die letzten, die sich das hierzulande getraut haben, waren in der Tat die Nazis, genaugenommen Hitler höchstselbst, als er die Frakturschriften verbot, aber auch bei anderen Änderungen. Sie befinden sich also in sehr unangenehmer Gesellschaft. Ich kann auch hier nur darauf hinweisen. Ich bin nur der Bote, der Ihnen die Information überbringt.

    Im übrigen: wenn ich ebenfalls ständig mit der elementaren Syntax provozieren wollte, würde ich von Feminist.I.nnen schreiben, nur mal so zum Vergleich. Da käme ich mir allerdings furchtbar inkonsequent vor, denn zu einer Demokratie gehören Debatten, und das Klima der Debatte ständig zu vergiften, ist insofern antidemokratisch. Deshalb lehne ich unsachliche Provokationen ab und zögere auch nicht, sie bei anderen anzuprangern.

  • #65
    mitm

    @Wolfram Obermanns: "’Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn, außer im Lichte der Biologie" ist eine zutiefst unwissenschaftliche Phantasie,.."

    Richtig, das ist wörtlich genommen krasser Unsinn. Kunst, Geschichte, Literatur usw. können ihre Sinnfragen ganz gut ohne das Licht der Biologie behandeln, auch wenn eine gute Allgemeinbildung in Biologie natürlich immer nützlich ist.

    Selbst wenn da Sozialwissenschaften statt Geisteswissenschaften stehen würde (was eventuell gemeint war, dann aber eine peinliche Unsauberkeit gewesen wäre), wäre es immer noch falsch.
    Damit würde man genau den Fehler, den die Gender Studies hinsichtlich der Biologie machen, mit umgekehrtem Vorzeichen wiederholen: Hier wird mehr oder weniger deutlich ein Alleinvertretungsanspruch für ein interdisziplinäres Gebiet erhoben. Was aber zum Scheitern verurteilt ist.

  • #66
    LF

    @ Helmut Junge: Ich verstehe den Anspruch und die Grundannahme der gender studies offenbar anders als Sie, kann aber nicht mit Sicherheit behaupten, dass meine Interpretation zutrifft, da ich wie gesagt selbst kein großer Kenner dieses Gebiets bin.

    Im deutschen Wikipedia-Artikel werden folgende drei Postulate als Grundlagen der gender studies benannt:
    "1. Postulat des Geschlechts als „zentraler Fokus der Theoriebildung“
    2. Postulat der Problematik gegenwärtige[r] Geschlechterverhältnisse
    3. Postulat, dass diese gegenwärtige Geschlechterverhältnisse weder „naturgegeben noch […] unveränderlich“ seien" (http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies).

    So in der Art verstehe ich auch selbst den grundlegenden Ansatz der gender studies. Das Postulat der ‚Konstruiertheit von Geschlecht‘ ist mir wie gesagt noch nicht in so verallgemeinerter Form untergekommen, wie dies hier über die gender studies behauptet wird . Mir scheint vielmehr, dass dieses Postulat von seriösen gender-studies-Vertreter*innen nie mit einem solchen Absolutheitsanspruch erhoben würde.

    Aus meiner Sicht geht es den gender studies auch überhaupt nicht darum, Männlichkeit* und Weiblichkeit* als Kategorien abzuschaffen. Stattdessen wollen die gender-studies-Vertreter*innen lediglich zeigen, wie diese Kategorien missbraucht werden, um gesellschaftliche Machtverhältnisse zu stabilisieren, soziale Ungleichheiten zu legitimieren etc.. Dekonstruiert werden sollten nach meinem Empfinden (und nach meinem Verständnis der gender studies) nur solche soziale Normen wie die ‚heterosexuelle Matrix‘, nach der die Menschen in zwei (und nur zwei!) biologische Geschlechter (’sexes‘) eingeteilt werden, aus denen dann geschlechtsspezifische Rollenerwartungen (‚gender‘) abgeleitet werden, zu welchen unter anderem ein auf das jeweils andere Geschlecht gerichtetes sexuelles Verlangen (‚desire‘) gehört.

    @ mtm: Es ist zwar nett, dass Sie nicht davon ablassen wollen, mir Nachhilfeunterricht in Sachen Demokratie und Liberalismus zu geben, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie da nicht die richtige Ansprechperson für mich sind. Spätestens beim zweiten hanebüchenen Nazi-Vergleich vergeht mir einfach die Lust, Ihr Ressentiment-Sammelsurium inhaltlich zu kommentieren (wenn das denn überhaupt möglich ist…). Wie mir scheint, haben Sie ihre Schubladen im Kopf sowieso schon alle geordnet zugeschlossen. Da ich keine solch ausgeprägte pädagogische Ader in Sachen ‚Demokratierziehung‘ habe wie Sie, belasse ich Sie lieber in dem Glauben, auf der guten Seite der Macht zu sein ;-).

  • #67
    Helmut Junge

    @LF, die Frage nach der Wirksamkeit von Gender Studies in bezug auf den winzigen Anteil von weiblichen Studierenden in den Ingenieur und Naturwissenschaften in Deutschland haben Sie ausgeklammert. Der Anteil ist fast überall dort höher als in den Hochburgen der Gender Studies.
    Und ich frage mich ernsthaft, wie man die Effizienz einer Einrichtung messen soll, wenn ihr wichtigstes Ziel bei der Beurteilung ausgeklammert wird.
    Ehrlich gesagt weiß ich nach Ihrem Kommentar 66 noch weniger, was die Gender Studies eigentlich will, denn selbst wenn Sie Ihre einengende Definition vorbringen, bleibt doch das unüberhörbar Laute, das die Öffentlichkeit darüber erfährt, immer im Vordergrund. Wenn es nämlich nur um die Forderung nach Gleichberechtigung der Menschen, und zwar unabhängig vom biologischen Geschlecht ginge, wäre eine ernsthafte Diskussion darüber möglich, wo diese Gleichberechtigung fehlt.
    In der Praxis kommen aber beliebige Forderungen auf, die nach Ihrer Aussage teils mit Gender Studies zu tun haben, teils eben nicht.
    Sie vermuten richtig, daß unsere Ansicht über Anspruch und Grundannahme der Gender Studies nicht übereinstimmt. Ich hatte sicher schon einen deutlich anderen Einstieg ins Thema, als Sie.
    Mein persönlicher Einstieg begann sehr spät, und eigentlich erst mit der Diskussion über den Adorno-Preis für Judith Butler. Ja, so spät erst! sorry! Daß diese Frau in bestimmten Kreisen schon längere Zeit hochpopulär war, habe ich erst zu diesem Zeitpunkt bemerkt. Damals war die Stimmung in den Anhängerkreisen bereits dogmatisch und unduldsam gegenüber Andersdenkenden, bzw. Ungläubigen. Das können _Sie hier nachlesen, ebenso wie meinen damaligen Wissensstand.
    http://www.ruhrbarone.de/adorno-preis-fuer-antisemitismus/45637
    Das war also mein Einstieg. Und wenn Judith Butler nicht wegen ihrer antisemitischen Äußerungen angegriffen worden wäre, wüßte ich vermutlich gar nichts über sie, aber auch nichts über Gender Studies. Aus meiner Sicht ist eine Diskussion über Gender Studies deshalb auch nicht möglich, wenn die Meinung dieser Frau ausgeklammert wird.
    Es gab aber zeitlich vorher bereits eine Diskussion, in der Frau Butler, ohne daß ich sie kannte, eine wichtige Rolle spielte. Diese Diskussion fiel mir jetzt erst wieder ein, weil ich etwas gegoogelt habe.
    An diesem Diskurs hatte ich auch beteiligt, und dieser Diskurs zeigt, wie umfassend der gesellschaftliche Anspruch, der Gender Studies wegen der Leitfigur Judith Butler bereits angewachsen ist. Damals hatte ich das dummerweise nicht im heutigen Zusammenhang gesehen.
    Mir ist aber klar, daß Ihre Bemühungen liebe @LF, diese Gender Studies auf einen engen Rahmen innerhalb der Sozialwissenschaften, und dazu noch ausschließlich auf bestimmte Fragestellungen, zu revidieren, ein aussichtsloses Unterfangen sein muß. Trotzdem finde ich Ihren Versuch "zu retten, was zu retten ist" irgendwie sympathisch. Aber Sie dürfen dann auch nicht ausklammern, was ich als Kernfrage gestellt habe. Und ich frage nochmals, warum hier in der Hochburg der Gender Studies weniger Mädchen Physik, Mathe, Chemie, Biologie, oder gar Ingenieurwissenschaften studieren, als in Ländern wie Polen oder Italien, die nicht soviel Gender Studies betrieben haben. Das muß aber untersucht werden, weil das wichtig ist.

  • #68
    LF

    @ Helmut Junge: Das stimmt, der Punkt ist bei mir unter den Tisch gefallen. Das liegt aber auch daran, dass ich das für einen absoluten Nebenschauplatz halte, der mit dem politischen Projekt der gender studies, wie ich es verstehe, nichts – aber auch gar nichts – zu tun hat. Aus meiner Sicht würde sich eine Judith Butler sogar ganz klar gegen (!) ‚Frauenstudiengänge‘ in den Naturwissenschaften aussprechen. Dass in Alltagsdiskursen der Eindruck entstanden ist, dass sich die gender studies um mehr Frauen* in den Naturwissenschaften bemühen würden, liegt m. E. eher daran, dass der Begriff ‚gender studies‘ so häufig "als rhetorisches Mäntelchen für bürokratische Frauenfördermaßnahmen" missbraucht wird (wie Stefan Hirschauer dies hier ausdrückt: http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=17324).

    Hirschauer, der zwischenzeitlich eine Professor für Soziologie und gender studies in München innehatte (http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Hirschauer), beschreibt in folgendem Zitat, wie sich "das Label ‚Gender‘ in einem politischen Etikettenschwindel [verschleift]" (Quelle s. o.):

    "Auf der einen Seite tarnen sich mit ihm verzweifelte hochschulpolitische Versuche, hartnäckige Männerdomänen in bestimmten Fächern mit ‚Frauenprofessuren‘ aufzubrechen; auf der anderen Seite macht das sog. ‚Gender Mainstreaming‘ von Bürokratien die analytischen Gewinne des Konzeptes zunichte, indem es Personen unausgesetzt mit der Geschlechterunterscheidung beobachtet und ‚gendert’, ohne zu reflektieren, dass dies das Geschlecht beständig reproduziert, obwohl es doch einmal erklärtes Ziel dieser Politik war, dessen soziale Relevanz abzubauen" (s. o.).

    Mit anderen Worten: Den Vertreter*innen der gender studies ist die Anzahl von Studentinnen* in naturwissenschaftlichen Studiengängen reichlich egal (und das ist auch gut so)!

  • #69
    Helmut Junge

    @LF, ich finde es wichtig, daß Mädchen sich schon im frühesten Kindesalter mit technischem Spielzeug und technischen Fragen beschäftigen. Da sie nach meiner Beobachtung das aber nicht gerne machen, ist es erforderlich, sie so dahin zu führen, daß es ihnen Freude bereitet. Warum im frühesten Kindesalter? weil sich das Gehirn sehr früh in seiner Entwicklung festlegt, manchmal sogar endgültig.
    Mit sechs Jahren sind die meisten Hirnregionen bereits spezilisiert. Beobachtungen an Menschen und einigen Primaten zeigen deutlich, daß weibliche und männliche Kinder bereits unterschiedliche Vorlieben in die Wiege gelegt bekommen haben. Mit dieser Aussage unterscheide ich mich radikal und deutlich von den Gender Studies, da kann ich mich aber auf Literatur zu entsprechenden Studien berufen. Ich bin sicher, daß das, was Gender Studies mit Jungen gemacht haben, auch umgekehrt mit Mädchen gelingen wird. Nur weiß ich natürlich auch, wie schwierig es für einen Vater ist, seiner Tochter mit der gleichen Energie über schwierige Hürden zu helfen, wie bei einem Sohn. Das habe ich selbst erlebt. Wo ich bei meinem Sohn gesagt habe, daß er das mal wird können müssen, habe ich es bei meiner Tochter aus Bequemlichkeit nicht gesagt. Frauen, die selbst keine technische Ausbildung haben, können das in dem erforderlichen Maße gar nicht leisten. Wenn Mädchen so gefördert werden, können sie sich später lockerer und leichter auch für technische Fragen interessieren. Und dabei ist auch einiges mit erhöhter Lebensqualität verbunden, denn Jobs gibt es im naturwissenschaftlich-technischen Bereich für fast jeden Hochschulabsoventen. Gut bezahlte noch dazu. Und unsere Gesellschaft braucht solche Absolventen. Wenn die Gender Studies daran kein Interesse haben, dann halte ich das für sträflich.

  • #70
    LF

    @ Helmut Junge (Zitat: "…Und dabei ist auch einiges mit erhöhter Lebensqualität verbunden, denn Jobs gibt es im naturwissenschaftlich-technischen Bereich für fast jeden Hochschulabsoventen. Gut bezahlte noch dazu. Und unsere Gesellschaft braucht solche Absolventen. Wenn die Gender Studies daran kein Interesse haben, dann halte ich das für sträflich").

    Mit der Logik müssten Sie jeweils gucken in welchen Jobs momentan das meiste Geld steckt und müssten Ihre Kinder gezielt so erziehen, dass sie für diese Tätigkeitsbereiche ein Interesse entwickeln. Ist das nicht ein bisschen zu ökonomisch gedacht (die Abneigung gegen so manche ökonomische Theorie scheinen wir doch immerhin zu teilen)?
    Ich würde meine Kinder weder gezielt dazu erziehen wollen, sich als Mädchen nur für Puppen zu interessieren und als Jungs nur für Chemiebaukästen, noch würde ich versuchen wollen, das Ganze bewusst umzudrehen. Mir wäre vollkommen egal, ob sich meine Tochter für einen Beruf in der Modebranche entscheidet und mein Sohn eine Tätigkeit im Bereich der Naturwissenschaften anstrebt oder umgekehrt. Genau so egal sollte das aus Sicht der gender studies auch auf gesellschaftlicher Ebene sein, da es sich hierbei um individuelle Präferenzen handelt, über deren Angemessenheit die Kategorie ‚Geschlecht‘ nicht entscheiden sollte.

  • #71
    Helmut Junge

    @LF, ob es mir gefällt. oder ob es mir nicht gefällt, bleibt es doch eine Tatsache, daß die Welt sich dramatisch verändert. Wir haben eine stark entwickelte Leistungsgesellschaft, in der der soziale Aufstieg für diejenigen, die sich dieser Höllentour nicht entziehen wollen, erhebliche Quälereien, bis zu Veränderungen ihrer Persönlichkeitsstrukturen bedeutet. Wer sich dieser Qual freiwillig entziehen will, darf das tun, aber der landet nur selten im finanziellen Erfolg. So ist das nun mal. Und es ist nicht meine Schuld.
    Ob Freiwilligkeit vorliegt, sich dem anzupassen, oder zu entziehen, ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Was gilt für diejenigen, denen die Eltern durch mangelnde Unterstützung die Wahlfreiheit erschwert haben? Körperliche und geistige Fähigkeiten sind immer Voraussetzungen für eine derartige Fähigkeit, sich entscheiden zu können, ob man sich beteiligen will, oder ob man sich irgendwo heraushalten will. Wer nicht über die entscheidenden Vorraussetzungen verfügt, wird normalerweise erst gar nicht zum Wettbewerb zugelassen. Da ist dann nichts mehr mit eigener Entscheidungsfreiheit. Wer keine eigenen Kinder hat, kann das aus einem bestens formuliertem theoretischen Blickwinkel sehen. Meist wissen genau diese Personen auch genau, wie man es besser mit der Erziehung machen könnte, als diejenigen, die Kinder haben. So war das schon früher. Auch ich wußte das besser, als ich noch keine Kinder hatte. Eigentlich ist es auch schade, daß diejenigen, die alles so gut wissen, keine eigenen Kinder haben. Die Welt wäre hundertprozentig besser als jetzt.
    vielleicht aber auch doch nicht.
    Aus meiner Lebenserfahrung glaube ich aber zu wissen, daß es eine gesellschaftliche überdurchnittlich hohe Anerkennung auf lange Sicht nur über eine auffällig überdurchnittliche Leistung gibt. Auf lange Sicht jedenfalls. Ob das stimmt? Es gibt Ausnahmen.

  • #72
    LF

    So lange niemand Mädchen* und Jungs* das Puppenspielen verbietet, mit der Begründung, dass sich dadurch keine ökonomische verwertbaren Interessen generieren ließen, halte ich es für vollkommen legitim, Kinder (ganz unabhängig von ihrem Geschlecht) mit technischem Spielzeug zu betrauen. Dies auf die höheren Erwerbschancen in Ingenier*innen-Berufen zurückzuführen, halte ich aber trotzdem für eine zu starke Konzession an die Zwänge und Ideale unserer Leistungsgesellschaft. Der Verdienst ist schließlich nicht die einzige Quelle physischen und psychischen Wohlergehens. Unter Umständen kann doch ein Beruf mit geringerem Verdienst, zugleich aber auch geringerem Burnout-Risiko, sehr viel förderlicher für die Lebensumstände von Individuen sein!?
    Wie dem auch sei – ich will Ihnen nun wirklich nicht in Ihre Kindererziehung reinreden! Wenn überhaupt, so wäre dieses Thema auf abstrakter, gesellschaftlicher Ebene zu diskutieren. Ich halte dies aber nach wie vor für kein drängendes Thema der gender-studies. Letzteren geht es doch seit Judith Butler vielmehr darum zu zeigen, wie "[d]ie Einteilung der Menschen in die Kategorien männlich und weiblich", als angeblich rein "natürlich-biologische Tatsache", in gesellschaftlichen Diskursen zum Vorwand genommen wird, um "Herrschaft und Macht auszuüben" (http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbehagen_der_Geschlechter). Wie eine solche Perspektive auf das von Ihnen angeschnittene Thema angewandt werden kann, ist mir bisher schleierhaft.

  • #73
    LF

    Je weiter ich darüber nachdenke, muss ich meine Aussagen doch revidieren… Es ließe sich nämlich argumentieren, dass in Alltagsdiskursen – durch eine ’natürliche‘, biolog(is)tisch begründete Zuweisung von Frauen* zu pädagogischen und erzieherischen Berufen und eine gleichermaßen begründete Zuweisung von Männern* zu naturwissenschaftlichen Zweigen – soziale Ungleichheiten in der Dimension Wohlstand reproduziert werden. Mit anderen Worten: An Frauen* wird – in Anlehnung an das Bild der ‚Mutter‘ – die Rollenerwartung herangetragen, irgendetwas ’soziales‘ zu machen, während von Männern* – in Anlehnung an das Bild des ‚Machers‘ – erwartet wird, etwas Innovatives zu schaffen. In diesem Sinne würde die Geschlechterdifferenzierung an der Stelle tatsächlich wieder in als Machtinstrument eingesetzt und durch performative Praxen stabilisiert. Gar keine so schlechte Theorie!

  • #74
    Helmut Junge

    @LF, sehen Sie! Und wenn das so stimmen sollte, dann müßten Frauen, die daran etwas ändern wollten, auch über Maßnahmen nachdenken, wie diesem Machtinstrument und seinen"performativen Praxen" begegnet werden kann.
    Mein Kommentar 69 ist meine persönliche Ansicht, und nur ein Vorschlag, der in diese Richtung zielt.

  • #75
    LF

    @ Helmut Junge: Mich freut ja auch, dass Sie sich das politische Projekt und die konstruktivistische Sichtweise der gender studies nun selbst ein Stück weit zu Eigen machen. Aus meiner Sicht muss aus den konstruktivistischen Blickwinkeln der gender studies jedoch ein dekonstruktivistischer Politikansatz abgeleitet werden, der sich nicht durch ‚Identitäts‘- bzw. ‚Frauenpolitiken‘ (etwa ‚Frauenförderprogramme‘ wie ‚Frauenstudiengänge‘) hervortut, sondern der sich der allgemeinen Zurückdrängung der Kategorie ‚Geschlecht‘ aus alltäglichen Diskursen widmet. Das Gleiche gilt im Sinne der cultural studies auch für alle anderen kollektiven Identitäten: Kategorien wie ’nationale Identität‘, ‚Ethnie‘, sexuelle Identität, geschlechtliche Identität etc. sind nicht einfach nur unter anderen Vorzeichen zu stabilisieren, sondern entweder ganz aufzulösen (wie im Falle der beiden erstgenannten Kategorien) oder in ihrer sozialen Relevanz zu minimieren.
    Das Problem dabei ist, dass gegenwärtige diskriminierende Praxen ja trotzdem noch benannt werden müssen (etwa der Rassismus gegenüber ‚Schwarzen‘). Es kann also nicht darum gehen, die Begriffe von jetzt auf gleich einfach nicht mehr zu verwenden und Diskriminierung damit tot zu schweigen. Soweit der Rekurs auf diese Kategorien nicht unbedingt notwendig ist, um diskriminierende und chauvinistische Handlungen aufzuzeigen, sollte darauf aus meiner Sicht jedoch verzichtet werden (was im Alltag eine weitestgehende ‚Blindheit‘ gegenüber der Hautfarbe, dem Geschlecht*, der sexuellen Orientierung etc. von Menschen bedeuten würde).
    Aus diesem Grund bin ich sehr skeptisch, was Ihren Vorschlag der gezielten ‚Frauenförderungsmaßnahmen‘ in der Erziehung angeht. Solch ein Unterfangen könnte darauf hinauslaufen, dass sich die Rollenerwartungen an Frauen* umkehren: Wenn von Frauen* plötzlich erwartet wird, dass sie ein ausgeprägtes Interesse für Naturwissenschaften entwickeln, um als ‚emanzipiert‘ gelten zu können, würde dies vermutlich eine Geringschätzung derjenigen Frauen* nach sich ziehen, die sich entsprechend ihrer persönlichen Präferenzen eben doch mehr für Mode oder was weiß ich interessieren. Das kann aus meiner Sicht nicht die Lösung sein!

  • #76
    Helmut Junge

    @LF, als ich meinenVorschlag formulierte, war mir klar, daß dieser eben nicht "ein Stück weit mittragen" sein wird. Würde er in die Überlegungen der Gender Studies hineinpassen, wäre er schon längst breit diskutiert. Das ist aber nicht der Fall. Der Gedanke dringt wohl wirklich von außen in das geschlossene Konzept der Gender Studies ein. In der Philosophie und den Sozialwissenschaften gilt ja eine Theorie als eigenständig, wenn sie in sich selbst geschlossen und ohne innere Widersprüchlichkeit ist. Das besagt natürlich nicht, daß sie nicht mit anderenTheorien, die außerhalb stehen,in Widerspruch stehen kann. Ich habe diese Vrstellung immer für amüsante, aber sinnlose Gedankenspielerei gehalten. Ich selber war immer auf der Suche nach einer Philosophie, mit der ich die Welt erklären kann. Ich bin seit meiner frühen Jugend Dialektiker. Als solcher fühle ich mich gezwungen darüber nachzudenken, was daraus folgt, was man tut, oder sein läßt. Darum liebe ich auch Schach, weil das dort wichtig ist. Die Dialektik ist übrigens hervorragend geeignet, die Vergangenheit zu erklären, nur bei der zukunft wird es schwieriger. Dennoch reicht mein Verständnis so weit aus, daß ich davon ausgehen kann, daß eine Theorie, wie Gender Studies, die nicht mit den Naturwissenschaften im Einklang ist, letztlich eine flüchtige Modeerscheinung, oder eine mächtige, Widerstände brechende Macht, wie eine Kirche werden muß. Denn es wird für Gender Studies Widerstände geben. Das passiert jetzt schon im starken Maße. Ich bin für die gleichberechtigung von frauen, aber sehe in der gender Studies nur ein Konzept, das einigen hochschulgebildeten Frauen gute Pöstchen zuschanzen soll. Aus der Traditionellen Vetternwirtschaft wird eine Cousinenwirtschaft. Die Millionen Frauen ohne akademischen Abschluß kommen bei keiner einzigen Forderung, wohl aber immer als Argument vor. Im Forderungskatalog entfällt diese Gruppe.
    Das werde ich nicht "mittragen", weil das eben nicht "den Frauen" sondern elitären Frauen nützt.
    Wenn ich dagegen fordere, daß Mädchen mit technischem Spielzeug spielen sollten, damit sie später Entscheidungsfreiheit haben, ob sie ein Fach außerhalb der traditionellen Frauenfächer studieren, oder eben nicht, erweitert das die Möglichkeiten der Frauen, ist also Frauenförderung.
    Doch dann kommt von ihnen die Befürchtung:"Solch ein Unterfangen könnte darauf hinauslaufen, dass sich die Rollenerwartungen an Frauen* umkehren: Wenn von Frauen* plötzlich erwartet wird, dass sie ein ausgeprägtes Interesse für Naturwissenschaften entwickeln, um als ’emanzipiert’ gelten zu können, würde dies vermutlich eine Geringschätzung derjenigen Frauen* nach sich ziehen, die sich entsprechend ihrer persönlichen Präferenzen eben doch mehr für Mode oder was weiß ich interessieren."
    Ich sage Ihnen aber, daß die Diskussion in der Öffentlichkeit darauf hinauslaufen wird, daß man von Frauen durchaus einmal etwas "erwarten" wird. Wer ganz nach oben in den Firmenhierarchien will, wird sich das auch gefallen lassen müssen. Da werden Ellenbogen benutzt, wie woanders ein Kamm.
    Aber ich habe bisher sehr viel Zeit in diesen Diskurs gesteckt und werde mich nun, auch wenn noch nicht alles gesagt wurde, daraus zurückziehen. Sie dürfen gerne das letzte Wort haben.

  • #77
    keineEigenverantwortung

    @75:
    Der Mensch erfasst die Welt nach seinem ersten Eindruck. Gruppierungen, Kategorisierungen etc. dienen der einfacheren Informationsverarbeitung und sind wahrscheinlich überlebensnotwendig, um das Gehirn nicht einem Informations-Super-GAU auszusetzen (Bsp: Der ersten Eindruck).

    Wenn also Gruppen-Identitäten/Kategorien etc. vermieden werden sollen, enthält dies auch einen Informationsverlust, und es besteht die Gefahr, einen nichtssagenden sprachlichen Einheitsbrei zu produzieren. Wo fangen Gruppen an? Haare, Brillenträger, Nasenform, …

    Kann das ein Ziel sein? Sollen wir nur noch an einheitliche Klone denken?

    Ich mag die Vielfalt, möchte sie auch als Vielfalt erleben. Die angeblich überall entdeckten Diskriminierungen in unserer Gesellschaft wg. spezieller Eigenschaften halte ich in vielen Fällen für übertrieben, und das ständige Erwähnen von angeblichen Ungerechtigkeiten für wenig hilfreich. Seine Position, seinen Job muss jeder selber suchen und finden. Eine Verteilung nach Quote ist wenig hilfreich.

    Warum sind die, die angeblich gegen Diskriminierung sind, immer die ersten, die Programme nur für bestimmte Gruppen auflegen und so Menschen einsortieren. Wer denkt bspw. bei Menschen, deren Eltern und Großväter in Deutschland geboren wurden, auf Anhieb an einen Migrationshintergrund, wen es nicht ständig erwähnt würde?

    Nette Menschen, die sich in die Gesellschaft einbringen und Teams unterstützen, sind überall gesucht. In meinem beruflichen Alltag haben wir auch besseres Dinge zu tun als zu überlegen, welche Vorfahren ein Kollegen hat oder welches Geschlecht die Person hat. Wenn Frauen grundsätzlich immer schlechter eingestuft würden, wären sie bei gleicher Leistung immer erste Wahl. Wer will beruflichen Alltag keine Kosten sparen.

  • #78
    Bo

    @Helmut Junge

    "Ich bin zum Beispiel ein (glühender) Anhänger der verstorbenen Archäologin Marija Gimbutas, deren Leistungen in der Archäologie ich durchaus mit der Leistung von Albert Einstein in der Physik vergleiche. Daß diese Leistung nicht die gleiche Würdigung wie die von Einstein findet, hat durchaus etwas damit zu tun, daß sie eine Frau war."

    Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass der Archäologie nie die mediale Aufmerksamkeit/Relevanz der Physik zuteil wurde und damit deren Vertetern ebenfalls nicht. Egal ob Mann oder Frau.
    Innerhalb der Archäologie ist Frau Gimbutas doch sehr wohl von hoher Relevanz.

  • #79
  • #80
    Mitleser

    Könnte man vielleicht einfach mal 1-2 Tage abwarten, ob sich das Verschwinden des Artikels nicht doch als technisches Problem herausstellt, bevor man eine Zensurdiskussion vom Zaun bricht? Es ist schließlich Wochenende.

  • #81
    Tini

    Ich halte insbesondere die Intransparenz beim HPD für ärgerlich bzw. kritikwürdig.
    Ja, es passiert manchmal, dass Artikel "durchrutschen" und dann, nachdem darauf hingewiesen wird, die Redakteure noch einmal genau hinschauen und merken "verdammt, da ist uns etwas durchgerutscht, was nicht den Qualitätskriterien entspricht", aber dann wäre es imho nicht nur für eine vernünftige Diskussion notwendig, sondern auch transparent und den Lesern gegenüber fair, wenn bei Aufruf der URL stünde:
    Sehr geehrte Leser

    der Artikel xy wurde von uns zunächst freigegeben und veröffentlicht. Nachdem uns mehrere Leser darauf aufmerksam machten, dass hier Qualitätskriterien verletzt worden sind, haben wir den Artikel genauer geprüft und festgestellt, dass er den Kriterien unseres Hauses nicht genügt weil:
    kurze Liste der Argumente
    Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, den Artikel zu "de-veröffentlichen", weshalb Sie unter dieser URL nur unsere Gründe, nicht aber den Artikel selbst finden.

    Mit freundlichem Gruß
    Die REdaktion von…

    am meisten nervt es eben, wenn das alles so klammheimlich geschieht – erst weiß man gar nicht ob die URL falsch ist oder der Server spinnt usw. und dann kommt per Mail eine kurze Blablamail a la "die Redaktion hat sich entschlossen, den Artikel offline zu nehmen" ohne weitere Begründung. Das ist für den Leser mehr als unbefriedigend.

  • #82
    Helmut Junge

    @Bo, schön daß Sie das so sehen, aber sie hatte zwischenzeitlich viele Kritiker Das wird sich jetzt im Lichte der neueren Forschung aber ändern. Ihre Auffassung über den Ursprung der indoeuropäischen Sprachen wird über genetische Analysen mehr oder weniger bestätigt. Die Gegentheorie von Colin Renfrew wackelt im erheblichen Maße. Danach wird auch ihre Theorie über dominante frühe Göttinnen wieder interessant. Ich bin da ganz sicher. Da ich ihre Bücher gelesen habe, glaube ich auch sagen zu können, daß sie mich sofort überzeugt hat. Und das will schon etwas heißen.

  • #83
    Fry

    Gender ist nicht Wissenschaft. Gender ist Politik. Im engeren Sinne Klientelpolitik oder Lobbyismus.
    So einfach ist das.

    Eine Interessensgemeinschaft, die sich mittels massivem Fördergeldbetrug von unseren Steuergeldern finanzieren lässt.

    Raus aus meinen Steuern!

    AmRande – ich bin Arbeitgeber, und wenn ich jemals eine Bewerbung sehe, in der Genderstudies mehr als ein Pflicht-Nebenfach war, so ist das eine sofortige und kommentarlose Ablehnung. Ich bin überzeugt, die Mehrheit der Arbeitgeber handhabt das so, denn wer will Leute einstellen, die Opferdasein und Krawallmachen studiert haben, ohne selbständig denken zu können?

  • #84
    Cargo Cult Detector

    Gender-<i>Scientology</i> ist noch nicht einmal mehr Cargo Cult Science, welche zumindest die wissenschaftliche Methodik imitiert, sondern reiner Cargo Cult, der die Wirklichkeit mit <i>magischen</i> Wörtern und Symbolen beschwört:

    http://feministisch-sprachhandeln.org/wp-content/uploads/2014/03/onlineversion_sprachleitfaden_hu-berlin_2014_ag-feministisch-sprachhandeln.pdf

    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult

    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult-Wissenschaft

    Letztlich handelt es sich hier um eine Bewegung häßlicher, weißer Mittelstandsprinzeßchen (Stupid White Girls), um auch ohne reich zu heiraten leistungslos zu Wohlstand zu gelangen. Darum interessieren sich diese Pseudofeministinnen weder für das Leben von Aldi-Verkäuferinnen, noch für das Los von Türkinnen. Mit ihrem ständigen Rassismus-Gelaber versuchen sie einfach nur, diese klassenimmanente Verachtung der Mägde und Knechte überzukompensieren. Die wollen keine Ausbeutung beseitigen, sondern stärker von Ausbeutung profitieren. Deswegen sind sie auch nicht links, sondern genauso stramm rechts wie die olivgrüne Kriegerpartei.

  • #85
    emildetektiv

    Zensur ist doch ganz typisch für sexistische Szene. Ohne Zensur kein Feminismus etc. Mich wundert es nicht, dass der Artikel verschwunden ist, das ist das normale Vorgehen bei den Sexisten.

    Im Sexismus wirken ganz ähnliche Dinge wie im Rassismus. Gender-manipulierte Sprache a la "Liebe Bürgerinnen und Bürger" hat immer auch den Klang von "Liebe Deutsche und Juden". Es werden sprachlich Kategorien geschaffen, wo eigentlich keine existieren. Das Paradoxe ist, dass gleichzeitig durch die ausdrückliche Leugnung von Unterschieden ein double-bind geschaffen wird, der einfach nur ein Mittel zur Machtergreifung darstellt.

    Der Geisterfahrer, der weiter oben gleich noch eine fiktive Gelegenheit zur Solidarisierung mit dem einzigen offen rassistischen Land der Welt nutzt, bestätigt mich eindrücklich.

  • #86
    countertroll

    Empörte Bürger / Rechtspopulistenbingo:

    "so einfach ist das" – Check
    "massiver X-Betrug" – Check
    "unsere Steuergelder" – Check
    "nicht selbstständig denken können" – Check

    Wenn du ein Troll bist @Fry, hast du wirklich deine Hausaufgaben gemacht :)

  • #87
    Lebowski

    @#86 countertroll
    Ist nur ein wenig Spitz formuliert, im Grunde natürlich als Kritik zu verstehen.

    Mir geht es da ehrlich gesagt ähnlich, wobei ich nicht der extremistischen (fast schon militanten) Anti-Emanzen-Front angehöre. Wenn ich mir die weiter oben geposteten Postulate ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies#Feministischer_Ansatz ) so anschaue, dann bleibt mir das Lachen doch fast schon im Halse stecken.
    Vor allen der dritte Punkt ist doch unverständlich, im Zusammenhang mit dem Zweiten. Was soll denn diese "Problematik gegenwärtige Geschlechterverhältnisse" sein? Die ungleiche Verteilung der zuhause erziehenden oder Halbtagsstellen besetzenden? Mehr Frauen als Männer? Ich sage es mal ganz platt: Es könnte auch einfach daran liegen, dass Frauen wegen der Schwangerschaft/Geburt eine viel tiefere Bindung zu dem Kind haben, als Männer jemals – vergleichsweise – könnten. Aber die Erklärung ist wahrscheinlich zu einfach und deshalb nicht tragbar.

    Um eine Sache klarzustellen: Ich finde es richtig, dass mittlerweile auch Männer die Möglichkeit bekommen, für das Kind da zu sein und nicht nur die Frauen. Genau das sehe ich als Gleichberechtigung, aber nicht solche Auswüchse wie der Sternenfetischist weiter oben von sich gibt (Mercedesfahrer*inn*__*? Hoffe das war richtig).
    Gleichberechtigung bedeutet aber auch gleiche Chancen und nicht solche Sätze wie "bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt" oder "Bewerbungen von Frauen sind besonders erwünscht". Und von der Frauenquote möchte ich erst gar nicht anfangen, da werden Männer aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und die Frauen haben da auch nichts von, weil sie dann die "Quotenfrau" sind, nach dem Motto "die muss halt da sein". Und nein ich bin nicht gerade auf der Suche nach einem Job, aber beruflich habe ich öfters damit zu tun.

    Ich bin eigentlich weit weg davon konsevativ zu sein, aber ich halte es nicht für gut, dass manche Frauen meinen sie müsste "Krieg" gegen die Männer führen.
    Was kommt denn als nächstes? Kinder gehören nicht zu den Eltern, sondern dass ist nur ein soziales Konstrukt und eigentlich müssten alle nach der Geburt in ein staatliches/privates Heim?

  • #88
    ichlachmichschlapp

    Ich habe beim Fettsack über diesen Artikel gelesen.
    Die Kommentare sind pures Satzgold!

    Lässt sich festhalten, dass "Nein, Du!" heutzutage als Wissenschaft verkauft werden kann?
    Was eine nutzlose Bande trauriger, taugenichtsiger Vollidioten.

    Wenigstens gibt es so langsam den angebrachten Gegenwind.
    Die Frage danach, warum es damit so lange gebraucht hat, ist angebrachter, als die im Artikel.

  • #89
    mitm

    @Fry 31. Mai 2015 um 20:59 "wenn ich jemals eine Bewerbung sehe, in der Genderstudies mehr als ein Pflicht-Nebenfach war, so ist das eine sofortige und kommentarlose Ablehnung. ….. wer will Leute einstellen, die Opferdasein und Krawallmachen studiert haben"

    Das ist das sinnvollste. Ich habe mir einige <a href= "http://maninthmiddle.blogspot.de/p/gender-studies.html#gs_studiengaenge" >Gender Studies-Studiengänge und Studienfächer</a> daraufhin angesehen, welches Berufsbild zugrundeliegt und welche curricularen Schwerpunkte erkennbar sind, u.a. anhand der Inhalte von einschlägigen Lehr- und Handbüchern. "Opferdasein und Krawallmachen" beschreibt die Inhalte überraschend genau, Details s. obigen Link.

    @countertroll 1. Juni 2015 um 10:43 "Check"
    gerne, s. obigen Link.

    @Lebowski 1. Juni 2015 um 11:39 "bleibt mir das Lachen doch fast schon im Halse stecken"

    Mir auch. Dabei ist der zitierte Wikipedia-Text noch schöngefärbt. Wenn Sie mal einen Blick auf die <a href= "https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gender_Studies&action=history" >Versionsgeschichte</a>, dann finden Sie dort die Nicknamen JosFritz, Toter Alter Mann, Peter Putzer und weitere. Das sind bekannte Mitglieder der Gender-Mafia, die alle feminismusrelevanten Einträge systematisch feministisch durchstylt, <a href= "http://maninthmiddle.blogspot.de/p/warnung-vor-der-deutschen-wikipedia.html#wp" >Details s. hier</a>.

  • #90
    ichlachmichschlapp

    @Sendungsbewusst
    Braucht es eigentlich abgeschaltete No-Script oder irgendwelches tieferes Verständnis hier?
    <a href= "https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gender_Studies&action=history"

    Besoffen oder was?

  • Pingback: Gender – Mainstreaming, Biologie & Evolution | Nicole Faerber

  • #92
    snood

    "Genderisten glauben, dass das „soziale Geschlecht“ des Menschen, d. h. die Maskulinität und Femininität (Mann- bzw. Frau-Sein) unabhängig vom biologischen Geschlecht (XY- bzw. XX-Chromosomensatz, Testosteron- bzw. Östrogen-Pegel usw.) zum Ausdruck kommt, und als „gesellschaftliches Konstrukt“ interpretiert werden kann."

    Das ist ziemlicher Unsinn. Es gibt keine "Genderisten", sondern Wissenschaftler zu Gender-Themen aus den unterschiedlichsten sozialwissenschaftlichen Feldern (Soziologie,Pädagogik, Politologie,Psychologie, Geschichte, etc.). Alle von ihnen glauben an die Evolution und nicht an die Schöpfungslehre, alle erkennen ein biologisches Geschlecht an. Dennoch gibt es ein "soziales Geschlecht" und gibt es gesellschaftliche Konstruktionen, die z.B. Autofahren, Fussball-Spielen, Arbeiten etc. nur einem Geschlecht zugestehen, was biologisch nicht begründbar ist. Das ist Gender.

    Aber Verschwörungstheorien machen ja mehr Spaß. Der gemeinsame Bestandteil aller Kreationismus-Pseudowissenschaften ist die Negierung und (erfolglose) Widerlegungung der Evolution, genau das sind die Genderbereiche unterschiedlichster Disziplinen nicht.

  • #93
    Lebowski

    @#92 snood
    Hä? Ich verstehe diese Aussage nicht:
    "Dennoch gibt es ein "soziales Geschlecht" und gibt es gesellschaftliche Konstruktionen, die z.B. Autofahren, Fussball-Spielen, Arbeiten etc. nur einem Geschlecht zugestehen, was biologisch nicht begründbar ist. Das ist Gender. "

    Wer gesteht denn diese genannten Dinge nur einem Geschlecht zu? Was erzählst du da und in welcher Welt lebst du? Es lässt doch niemand Frauen nicht nicht ans Steuer, nur weil sie Frauen sind? Frauenfußball gibt es also genausowenig wie arbeitende Frauen?
    Ich bitte um Erläuterung.

  • #94
    Ingbert Jüdt

    @Snood:

    "Alle von ihnen glauben an die Evolution und nicht an die Schöpfungslehre, alle erkennen ein biologisches Geschlecht an"

    Na ja, pro forma schon. Aber faktisch reden sie über Biologie, ohne dass Biologie oder Evolution dabei vorkommen. Die entsprechenden Texte von Judith Butler funktionieren nur, weil sie die Biologie schon vorab ausgegrenzt haben.

    Und schauen Sie sich mal die Dissertation von Heinz-Jürgen Voß an ("Making Sex Revisited"): der meint das ernst, dass das biologische Geschlecht "sozial konstruiert" sei, aber tatsächlich betreibt er keine Biologie, sondern bloß Wissenschaftsgeschichte der Biologie. Reiner Etikettenschwindel in meinen Augen.

    Ihr Vorwurf der "Verschwörungstheorie" ist mir daher wirklich zu billig! Die Diagnose einer politisch gesteuerten Wissenschaftsausrichtung ist keine Verschörungstheorie, sondern eine empirisch testbare politikwissenschaftliche These!

    Leider sind wir so weit gekommen, dass der Vorwurf der "Verschwörungstheorie" zu einer Totschlagvokabel geworden ist, die weit über die inhaltliche Reichweite des Begriffs hinaus verwendet wird.

  • #95
    Josch

    Wegen solch eines harmlosen Kommentars regen die sich auf? Die müssen ja ganz schön Angst davor haben, als genderisierte Hütchenspieler enttarnt zu werden, wenn die deshalb so einen Bohei machen.

  • #96
    mitm

    @snood 2. Juni 2015 um 00:46: "Das ist ziemlicher Unsinn. Es gibt keine "Genderisten","

    Das ist ziemlicher Unsinn. Wenn überhaupt etwas Unsinn ist, dann Argumente wie

    " … gesellschaftliche Konstruktionen, die z.B. Autofahren, Fussball-Spielen, Arbeiten etc. nur einem Geschlecht zugestehen … Aber Verschwörungstheorien machen ja mehr Spaß …"

    Diese Strohmann-Argumente und ad-hominem-Attacken haben lange gut funktioniert und alle Kritiker zum Schweigen gebracht. Allerdings kann man den Bogen auch überspannen, und dann wiederholt sich irgendwann die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern: einfacher gesunder Menschenverstand reicht aus, um die inneren Widersprüche und Falschannahmen der feministischen Gesellschaftsanalysen zu erkennen bzw. zu widerlegen. In der Phase sind wir jetzt seit geschätzten 3 – 5 Jahren, das müßten auch Feministen so langsam merken und entfernt in Erwägung ziehen, daß an der Kritik etwas dran sein könnte.

    "Es gibt keine "Genderisten""

    Genderisten waren im zitierten Kommentar inhaltlich definiert worden als Anhänger des Gleichheitsfeminismus, der auf dem Dogma basiert, Verhaltensunterschiede zwischen den Geschlechtern seien ausschließlich durch geschlechtsspezifische Sozialisation und Aufgabenteilung begründet (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus#Gleichheitsfeminismus).

    Dieses Dogma brauchen Sie argumentativ unbedingt, wenn Sie Frauenquoten in lukrativen Positionen begründen wollen (Details s. hier: http://maninthmiddle.blogspot.de/p/frauenquoten.html#doublespeak) M.a.W. ist Frauenministerin Schwesig ein fanatischer Genderist, ebenso Herr Maas und wenige 1000 weitere feministische Aktivisten, die dieses Dogma immer wieder benutzen, wenn es gerade passend ist.

  • #97
    Helmut Junge

    Zu sagen, daß es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt, bzw. diese Unterschiede seien durch geschlechtsspezifische Aufgabenteilung begründet, sollte eigentlich in die Forderung münden, genau durch Veränderung dieser Aufgabenteilung diese Unterschiede zu beseitigen. Dazu müßten dann aber die Frauen auch diese neuen Aufgaben beherrschen. Meist sind das aber Aufgaben, die mit Kenntnissen und Fähigkeiten zu tun haben, mit denen sich Frauen ungern abgeben. Jetzt einfach zu sagen, daß man die zu diesen Fähigkeiten gehörenden Stellen besetzen möchte, kann doch nicht die Lösung sein. Das macht vermutlich keine Firma mit, und das Innehaben einer gut dotierten Position ohne entsprechende Kenntnisse wäre auch keine Bestätigung für die Theorie, daß es keine Unterschiede gibt. Wer denkt sich denn so etwas aus? Und schlimmer noch, wer glaubt so etwas? Wenn es hier in der Genderstudieshochburg Deutschland zu wenig Frauen gibt, die sich für Technik und Naturwissenschaften interessieren, wird man die gesetzlich eingeführten Quoten mit Frauen einhalten müssen, die aus dem Ausland kommen, wo es deutlich mehr Technikabsolventinnen gibt als hier. Interessanterweise sind dabei Polen und Italien mit beinahe doppelt so hohen Frauenanteile bei Technikstudiengängen besser positioniert, als Deutschland, USA und Norwegen, die als Genderhochburgen gelten. Woran mag das nur liegen?

  • #98
    mitm

    Noch ein Nachtrag zu #96: Zufällig heute erschien im Tagesspiegel ein Artikel über das Buch "Die Zukunft von Gender: Begriff und Zeitdiagnose", Campus-Verlag:

    Weniger Gender, mehr Feminismus. Von Anja Kühne und Sarah Schaschek http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-ueber-geschlechterforschung-eingeweihte-fuehren-eiertaenze-auf/11861428-2.html

    Das ganze ist eine kaum noch steigerbare Realsatire. Eine ganze Gruppe von Genderforscherinnen klagt allen Ernstes über die Erkenntnis, daß man als Feministin die Diskurshoheit in der Geschlechterforschung (und woanders) verliert, wenn man vom Dogma ausgeht, daß es von Natur aus keine Verhaltensunterschiede zwischen Mann und Frau gibt. O-Ton im Tagesspiegel:

    "Die in dem Band versammelten Wissenschaftlerinnen stellen zentrale Erkenntnisse der Gender-Forschung nicht infrage – wie etwa die Einsicht, dass Geschlecht ein soziales Konstrukt ist. … inzwischen halten sie Gender für unwirksam oder sogar kontraproduktiv, weil es auf Kosten der Frauen gehe."

    Erinnert mich an die bewährte feministische Logik: Geschlecht darf keine Rolle spielen, deshalb brauchen wir die Frauenquote!
    Ich werde nie verstehen, wie eine Bewegung, die auf solchem haarsträubenden Unsinn basiert, dermaßen viel politische Macht haben kann.

  • #99
    LC

    Die "Abweichler" sind die kleinen Kanarienvögel, die ungefragt in die Gruben geschickt werden. Wenn sie das überleben, haben wir alle Glück gehabt.

    KM…. Danke , leise lächelnd
    …..go ahead !!!

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