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Syrien: Wenn die Friedensbewegung ihr hässliches Haupt erhebt…

Gut möglich, dass die USA in den kommenden Tagen in den Syrien-Konflikt eingreifen werden. Das wird, sagt US-Verteidigungsminister Chuck Hagel , ohne Bodentruppen geschehen: Marschflugkörper und Flugzeuge werden zum Einsatz kommen und die syrische Luftwaffe vernichten – wenn klar ist, dass das Assad-Regime Chemiewaffen eingesetzt und damit die von US-Präsident Obama vorgegeben Rote Linie eindeutig überschritten hat.

Was dann in Deutschland passieren wird, ist klar. Jenes hässliche Wesen das sich Friedensbewegung nennt wird erneut sein Haupt erheben und auf die Straße gehen – gegen den US-Imperialismus, gegen eine militärische Lösung in Syrien. Alle jene, die sich in den vergangenen Jahren vornehm zurückhielten, als Assad die Menschen abschlachten ließ und die Passivität des Westens dafür sorgte, dass Terrorgruppen wie Al Qaida an Einfluss in Syrien gewannen, werden mit ihren geschmacklosen Jack-Wolfskin-Jacken auf den Plätzen stehen, die Menschen mit der grauenhaften Musik von Konstantin Wecker traktieren („Empört Euch!“) und froh sein, wieder gegen den Westen und die USA protestieren zu können, denn die sind ja bekanntermaßen die Wurzel allen Übels.

Ich dagegen werde mich über jedes Flugzeug der syrischen Luftwaffe freuen, das von der Air-Force abgeschossen wird, hoffen, das keinen US-Piloten etwas zustößt, das Abschlachten beendet wird und wäre zudem sehr froh , wenn sich herausstellen würde, dass der Westen bei den Gegnern Assads nicht längst jeden Kredit verspielt hat.

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75 Kommentare zu “Syrien: Wenn die Friedensbewegung ihr hässliches Haupt erhebt…

  • #51
    Freiheitsliebender

    Widerlicher Artikel den ihr veröffentlichen habt!
    Das kann und darf man so nicht stehen lassen: http://diefreiheitsliebe.de/frieden/ruhrbarone-machen-stimmung-fuer-krieg-und-gewalt
    Wir wünschen uns das Ende des Bürgerkriegs in Syrien, ein Ende aller Waffenlieferungen und eine demokratische Lösung für die Menschen in Syrien. Für den Rest der Welt wünschen wir uns, dass der Gedanke der Weltpolizei USA endlich begraben wird und die Friedensbewegung aufsteht, wenn ein Staat Angriffskriege beginnt. Bis dahin bleibt zu sagen, dass wir gerne zum hässlichen Haupt gehören, wenn es hässlich ist sich gegen Krieg und Mord zu stellen, in welchem Land auch immer, während die Ruhrbarone wohl den glauben an die schöne Welt der Friedensmacht USA verteidigen werden.

  • #52
    Puck

    @Martin Budich #3

    Woher wissen eigentlich alle immer so genau, daß es in Afghanistan jetzt schlechter ist als vor der Intervention? Sie erinnern sich noch an die Schreckernsherrschaft der Taliban? (Die ähnelte sehr der Schreckensherrschaft von Pol Pot, die bekanntlich auch durch eine Intervention beendet wurde!) Als täglich Menschen hingerichtet wurden, weil sie Musik hörten, sich rasierten (Männer) oder sich schlicht unbegleitet auf der Straße sehen ließen(Frauen)?
    Vielleicht wird es aber wieder so, wenn die Friedensbewegung ihre Plakate erleichtert einmottet, weil die Truppen abziehen.
    Die oft beklagten zivilen Opfer in diesem Krieg haben vor allem die Taliban zu verantworten, und jetzt kommen Sie mir bitte nicht mit dem Mist, die verteidigten nur ihr Land!
    Selbst die Tragödie von Kunduz wurde nach allem was man hört in Afghanistan vielleicht gleichermaßen beweint aber weniger skandalisiert als in D.
    Was womöglich an der in Friedenskreisen gerne ignorierten Tatsache liegt, daß in Afghanistan nicht seit 12, sondern seit mehr als 30 Jahren Krieg herrscht.

    Daß der Krieg im Irak begonnen wurde, anstatt in Afghanistan die Aufbruchstimmung nach der Vertreibung der Taliban zu nutzen, um die Entwicklung forcierter voran zu treiben, halte ich auch für einen Fehler.
    Zu behaupten, es wäre jetzt übler dort als vor dem Krieg, aber auch.
    Zwar hat man im Irak keine Chemiewaffen mehr gefunden, dafür aber jede Menge Menschen mit abgeschnittenen Ohren, Nasen, Zungen und gebrochenem Rückgrat. Und selbst als Gegner der Todesstrafe kann ich mich einfach nicht dazu durchringen, den Tod von „Chemical-Ali“ zu bedauern, der in den 80er Jahren – übrigens völlig ignoriert von der Friedensbewegung – tausende Kurden im Norden des Irak mit Giftgas auslöschen ließ.
    Interssant auch, daß sich die Mehrheit der Exil-Iraker für die Intervention aussprachen.
    Nun könnte man einwenden, die mußten auch nix von den Bomben der Amis fürchten.
    Die Argumentation hat nur einen Haken: Die Friedensfreunde in D mußten auch nix von den Schergen Saddams befürchten…

    Zu fragen wäre auch, warum die Friedensbewegung konsequent ausblendet, daß es durchaus gelungene Beispiele für millitärische Interventionen gibt.
    Den Sieg über das Dritte Reich lassen wir mal aus hier, das verzeihen die Deutschen den Amis sowieso nie.
    Kambodscha erwähnte ich schon. Ja, die Khmer Rouge wurden erst durch eine millitärische Intervention daran gehindert, weiter ihr Volk auf den Killing Fields zu massakrieren. Proteste blieben wahrscheinlich deshalb aus, weil es die Vietnamesen waren, was an der Tasache an sich allerdings nix ändert.
    Und auch der Friedensbewegung könnte gelegentlich mal auffallen, daß der Krieg in Ex-Jugoslawien erst durch die Intervention der Nato beendet wurde. Richtig ist: Die Feindseligkeiten sind nicht beendet, aber niemand muß mehr Angst haben, auf dem Wochenmarkt von einer Bombe zerrissen zu werden, wenn man nicht schon auf dem weg dorthin von einem Heckenschützen erwischt wurde. Es ist anzunehmen, daß die Bewohner in Bosnien und Kosovo diesen marginalen Unterschied durchaus zu schätzen wissen.

    Das Völkerrecht und die UN sind gewiß zivilisatorische Fortschritte – allerdings blockiert sich letztere im Moment regelmäßig selbst, vor allem, weil China und Rußland mit dem Völkerrecht nicht allzuviel am Hut haben.
    Was man übrigens auch am Konflikt in Darfur besichtigen kann. Daß es dabei um Öl geht, scheint niemanden zu stören, so lange das Öl an China geht…
    Da aber das Völkerrecht durchaus die Vorstellung einschließt, daß ein Diktator nicht nach Belieben sein eigenes Volk massakrieren darf, was durch die Resolution R2P (Responsobility to Protect) im Prinzip auch durch die UNO abgesegnet ist, aber eben nur im Prinzip, darf man durchaus abwägen, obs auch mal ohne die UNO geht.

    Und wer es sich vor dem Bildschirm wirklich gemütlich macht, ist auch noch nicht so ganz raus. Glotzend Chips zu futtern, während Bilder von im Giftnebel erstickten Kindern über den Schirm flimmern und sich bedauernd aber selbstgerecht zu versichern, daß man halt nix machen kann, weil man ja Pazifist ist, ist vielleicht weniger moralisch, als die Liebhaber von Ballerspielen.
    Die nehmen nämlich nur virtuelle Tote in Kauf.

  • #53
    Puck

    @Arnold Voß #18

    Ich habe den Verdacht, daß genau diese Haltung, sich immer wieder neu zu erfinden und so die eigenen Ideale zu regenerieren, „die Amis“ in D ganz besonders unbeliebt macht.
    Bekanntlich heißt deutsch sein, eine Sache „um ihre selbst willen“ zu tun.
    Und Umdenken wird in D seit 1000 Jahren als „Umfallen“ diffamiert.

  • #54
    Puck

    @Ulf #25

    Zitat: (…)Wer glaubt, dass Menschen aus der Geschichte lernen, wird hier eines Besseren belehrt.(…) Zitat Ende

    Ist Ihnen mal der Gedanke gekommen, daß Lernen aus der Geschichte auch bedeuten kann, nicht mehr zuzulassen, daß ein Diktator massenweise Menschen wie Ungeziefer mit Giftgas beseitigt? Bzw., daß ein Diktator, der solches tut, vielleicht nur mit millitärischen Mitteln davon abgehalten werden kann?

    „Nie wieder Krieg“ ist eine schöne Parole und Pazifismus eine feine Sache.
    Die Kunst ist nur, Pazifismus und das gemütliche Ausruhen auf Prinzipien voneinander zu unterscheiden.

  • #55
    Arnold Voss

    @ Freiheitsliebender

    Ihre Wünsche interessieren Assad einen Scheisdreck.Wenn er an einer demokratischen Lösung interessiert wäre, dann hätter er mit der Opposition verhandelt anstatt sie zu massakrieren. Werden sie endlich wach und nehmen sie die Realität zur Kenntnis!

  • #56
    Arnold Voss

    @ Nuup #50

    Und wieso durften dann die UN-Inspektoren nicht sofort zum Tatort? Warum hat Assad den Besuch vor Ort so lange verzögert? Wohlmöglich um die Spuren zu den Tätern verwischen zu können?

    Assad hat von Anfang an vor keiner Brutalität zurückgeschreckt. Könnte es nicht sein, dass er kühl einkalkuliert hat, dass ihm auf der Siegerstraße eben keiner eine solche Tat zutraut, bzw. für sinnvoll nachvollziehbar erachtet?

  • #57
    Arnold Voss

    @ Puck # 53

    Vielleicht ist ja der aktuelle mehrheitsdeutsche Wunsch nach dem totalen Frieden nur die Kehrseite des vergangenen mehrheitsdeutschen Wunsches nach dem totalen Krieg.

  • #58
    Rudy

    aha krieg als beschäftigungstherapie kauft euch ne spielkonsole da richten eure gedanken weit weniger schaden an.
    darf ich die herren kriegstreiber fragen wo mann morgen gedenkt den peacemaker rauszuholen, an anderen orten der welt passieren ebenfalls furchtbare dinge auf los hin und da den peacemaker rausholen.
    wie wäre es für die herren kriegstreiber sich einmal um die verstrahlten und entstellten säuglinge eurer friedensbotschaften und demokratie von oben der vergangenheit zu kümmern oder trink doch einfach mal nen tomatensaft ist so richtig schön blutigrot…

    wie war das „sollte jemals ein deutscher soldat jemals eine waffe in die hand nehmen so möge ihm die hand abfallen“ franz josef strauss

    ihr mokiert euch hier über eine bewegung von menschen die in frieden und freundschaft mit ihren nachbarn leden will negiert deren namen zieht das herunter bis ins lächerliche ohne diese menschen könntet ihr nicht in ganz europa blicken lassen.

    ihr wollt die zukunft sein tolle zukunft tolle persektive

    “ Kieg ist die Kapitulation des Verstandes “ Shin zu

    geht und kauft euch ne spielkonsole oder am besten geht ganz und verschont uns mit eurer vorbehaltlosen haltung

  • #59
    GrabowskiKarlheinz

    Mein lieber Herr Gesangsverein. Hier wird ja wieder mal massiv die Hitlerkeule im Rahmen eines Selbstgespräches geschwungen. Ist das die letzte Waffe, welche der USA gegen die Meinung der deutschen Zivilbevölkerung zur Verfügung steht?

  • #60
    Besorgter

    Selten so viel Blödsinn auf einmal lesen müssen (incl. Kommentare)! Dies ist wirklich widerliches Stammtischniveau von Leuten (incl. dem Autor) mit null Geschichtswissen und aktuellen Fakten, welches nicht einmal als Halbwissen durchgehen kann.
    Zum Giftgas: In der Türkei wurden Terroristen (al Nursa wenn ich mich richtig erinnere) mit 2 kg Sarin verhaftet. Carla del Ponte von der Uno Sonderkommision legte Nahe, dass es derzeit eher so aussieht als wäre die Opposition Syriens verantwortlich. Rußland hat wohl Satelitten-Aufnahmen die zeigen wie 2 Rakten aus einem Rebellen besetzten Gebiet in dem Bereich einschlagen wo die Sarin-Opfer starben. Es gibt weitere Indizen wenn man versucht die Wahrheit zu finden. Des Weiteren würde Assad am wenigsten davon profitieren, die von Obama gesetzte rote Linie, zu überschreiten. Assad hatte derzeit auch die Oberhand über die Lage in Syrien… ein weiterer Grund kein Gas einzusetzen. Der Einsatz von Gas in dem vorhandenen Umfang bringt Assad keinen Vorteil, schon gar nicht, wie geschehen, in einem von Assad kontrolierten Gebiet. Des Weiteren wollen auf einmal die USA und GB nicht mehr die Ermittlungen der UN Inspektoren abwarten, wahrscheinlich weil ihnen das Ergebnis nicht gefallen würde.
    „Und wieso durften dann die UN-Inspektoren nicht sofort zum Tatort? Warum hat Assad den Besuch vor Ort so lange verzögert?“
    Vielleicht auch weil er kein Vertrauen in die Objektivität der Inspektoren hatte? Wer kann es ihm verdenken?

    Hier wird auch geschrieben, dass nach dem Irak Krieg kein Diktator mehr da war der Gasangriffe führen kann. Ist euch eigentlich klar, dass Hussein das Know How und die Mittel für C-Waffen von den USA bekam und er mit deren Duldung Krieg im Umland führen durfte? Erst als er nicht mehr so wollte wie die USA und größenwahnsinnig wurde, bekam er Ärger. Des Weiteren hatte auch Bush Senior noch eine verpatze Chance auszubüglen. Mit Libyen war es nicht anderes, keine Regierung hatte sich an seinem Gewaltregime gestört, solange er das macht was der Westen will. Es gibt Bilder mit jedem westlichen Regierungsvertreter, wo sie freundlich lachen und ihm in den Arsch kriechen. Aber als er vor hatte seinen Ölhandel nicht mehr in Dollar abzuwickeln, oha, da mussten dann wieder die Menschrechte hochgehalten werden und Bomben fallen.

    Manche schreiben hier in Afghanistan wäre es nach dem Krieg besser geworden und kommen mit tollen Aussagen „Mädchen dürfen jetzt in die Schule“. Wer sich mal anhört was Entwicklungshelfer von der Zeit vor dem Krieg zu berichten haben, wird erfahren, dass es dort auch schon Fortschritte gab. Taliban mit denen man reden konnte und es auch zuließen, dass Mädchen in die Schule durften und das ohne Erpressung und Drohungen um Erfolge vorzeigen zu können. Es gab Fortschritte mit dem Vorteil, dass Erkenntnisse und Weiterentwicklung im Verstand gesät wurde. Tjo, und nu, nach dem Krieg? Eine zerbombte Infrastruktur, eine kranke traumatisierte Bevölkerung, radikalisiert durch das erlebte Leid, stark gestiegene Opiumproduktion (bewacht von deutschen Soldaten), durch die USA (Saudi Arabien) finanzierte und weiter ausgebaute Islamisten Netzwerke usw. Und so sieht das auch im Irak und Suddan aus.

    Wisst ihr eigentlich, dass bei den, so genannten, präzises Bombardements 90% Kollateralschaden sind? Ist euch eigentlich klar wieviel Millionen unschuldiger Menschen durch die Kriege der letzten 12 Jahre gestorben sind, vom Leid ganz zu schweigen? Wisst ihr egentlich, dass die USA im Irak Krieg so viel Uran-Monition (auch das verbotene stark strahlende Uran) verschossen hat, dass jetzt Zehntausende krank sind?

    Was redet ihr hier eigentlich für eine gequirlte Scheisse? – In Richtung: die USA machen das weil der böse Assad aufgehlten werden muss –

    Es geht um Öl und Pipelines, das Verhindern eines Erstarken des Nahen Ostens, Förderung des desolaten Zustandes, Förderung der Islamisten/Salafisten/Muslimbrüder, Scheindemokratien mit von den USA installierten extremistischen, bestechlichen Machthabern. Nix Menschenrechte, nix Demokratie, nix heile Welt.

    Habt ihr eigentlich von überhaupt etwas einen Plan?

  • #61
    Puck

    @Arnold Voß #57

    Da könnten Sie recht haben. Vor allem ist für beides keine aufwendige Denkarbeit nötig, sondern lediglich der kommode Rückgriff auf irgendwann eingelagerte Denkkonserven.

    Das ist kein Pazifismus, das ist nur das bequeme Verharren in der lieb gewonnenen deutschen „Sonderrolle“.

  • #62
    Puck

    @Besorger #60

    Ich suche mir aus Ihrer Suada jetzt nur mal den größten Blödsinn raus:

    (…)Rußland hat wohl Satelitten-Aufnahmen die zeigen wie 2 Rakten aus einem Rebellen besetzten Gebiet in dem Bereich einschlagen wo die Sarin-Opfer starben(…)

    Hm. Diese „lupenreinen Demokraten“ haben auch radioaktive Substanzen, die sie Regimegegnern in London in den Sundowner mixen und verbreiten via Russia TV Verschwörungstheorien über 9/11.

    (…)Des Weiteren würde Assad am wenigsten davon profitieren, die von Obama gesetzte rote Linie, zu überschreiten.(…)

    Assad schert sich einen Dreck um irgendwelche roten Linien Obamas, so lange er Rückendeckung aus Moskau hat.

    (…)Ist euch eigentlich klar, dass Hussein das Know How und die Mittel für C-Waffen von den USA bekam und er mit deren Duldung Krieg im Umland führen durfte? Erst als er nicht mehr so wollte wie die USA und größenwahnsinnig wurde, bekam er Ärger.(…)

    Ja, das ist wirklich skandalös, daß man einem Größenwahnsinnigen Ärger macht.
    Oder anders gefragt: Wenn man einen Fehler gemacht hat, und einen Größenwahnsinnigen unterstützt hat, muß man dann nach Erkennen dieses Fehlers weiter machen, oder ist es klüger, die Reißleine zu ziehen?
    Die Frage ist zugegebenermaßen eher theoretisch, weil ich den Irak-Krieg tatsächlich von Anfang an für einen Fehler gehalten habe (wenn auch aus anderen Gründen), aber nicht so ganz reizlos.

    Und so ganz nebenbei: Die Zutaten für den Mix, mit dem die Kurden in Halbscha vergast wurden, kamen aus Deutschland.

    (…)Mit Libyen war es nicht anderes, keine Regierung hatte sich an seinem Gewaltregime gestört, solange er das macht was der Westen will. Es gibt Bilder mit jedem westlichen Regierungsvertreter, wo sie freundlich lachen und ihm in den Arsch kriechen. Aber als er vor hatte seinen Ölhandel nicht mehr in Dollar abzuwickeln, oha, da mussten dann wieder die Menschrechte hochgehalten werden und Bomben fallen.(…)

    Nein, das erinnern Sie falsch. Also nicht das mit dem Arschkriechen, aber da verweise ich auf meine Ausführungen zum Arschkriechen bei Hussein, ein einmal gemachter FEhler…
    Gaddafi hatte angedroht, seine Gegner „wie Ratten zu vernichten“, und wenn jemand vom Schlage Gaddafis so etwas androht, dann kann man davon ausgehen, daß er das auch tun wird, Tschuldigung, aber das lehrt die rudimentärste Kenntnis der Geschichte. Zur Information empfehle ich Ihnen Recherchen über den Völkermord an den Armeniern 1915, den Holocaust, das Regime der Khmer Rouge, den Bosnien-Krieg, den Völkermord in Ruanda, sämtlich Völkermorde mit Ansage, und zwar einer Ansage, die dann auch eingehalten wurde.

    (…)Tjo, und nu, nach dem Krieg? Eine zerbombte Infrastruktur, eine kranke traumatisierte Bevölkerung, radikalisiert durch das erlebte Leid, stark gestiegene Opiumproduktion (bewacht von deutschen Soldaten), durch die USA (Saudi Arabien) finanzierte und weiter ausgebaute Islamisten Netzwerke usw. Und so sieht das auch im Irak und Suddan aus.(…)

    Die Infrastruktur in Afghanistan wurde durch 30 Jahre Krieg zerstört, und was davon noch übrig war, durch die Taliban. Der Wiederaufbau der Infrastruktur in Afghanistan ist eins der wenigen Projekte, die tatsächlich gelungen sind. Die Bevölkerung in Afghanistan hat gewiß mehr als genug Leid durchleben müssen, aber was sie am allerwenigsten zurück haben wollen, ist die Herrschaft der Taliban und die NGOs, die sich um den Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft bemühen, sind sich nach meiner Information ziemlich einig darin, daß die wirklichen Probleme anfangen, wenn die Interventionstruppen abziehen und die Taliban womöglich wieder die Oberhand gewinnen.
    Und im „Suddan“ sieht es so aus, daß Bashir seit 15 Jahren einen Völkermord in Darfur verübt und China in der UNO jede noch so zahme Resolution verhindert.

    (…)nix Demokratie, nix heile Welt(…)

    Demokratie ist keine heile Welt. Das ist der Irrtum der Romantiker. Und mit Romantikern meine ich nícht Maler stimmungsvoll-dekorativer Bilder oder Komponisten verträumter Klavierkonzerte. Ich meine seit 200 Jahren aktive konsequente Aufklärungsgegner, die Vernunft zum Feind der GEmütlichkeit erklärt haben – und im Endeffekt Pragmatismus mit „Realpolitik“ verwechseln, übrigens einer der wenigen deutschen Begriffe, der es in den englischen Sprachraum geschafft haben, aber ähnlich wie „Blitzkrieg“ und „Bratwurstfinger“ nicht zur Ehre der deutschen Sprache, „Realpolitik“ meint international vielmehr das Wegducken vor Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen zugunsten wirtschaftlicher Vorteile.
    Das ist komischerweise exakt das, was Romantiker mit Vorliebe den USA vorwerfen.
    Der Psychologe nennt das „Projektion“.

  • #63
    Arnold Voss

    @ Puck

    Ja so ist es. Sie können es hier immer wieder lesen. Friedensapostel mit Schaum vorm Mund. Als wäre Irgendjemand der Meinung, dass ein Eingriff in Syrien eine einfach Sache sei, geschweige denn, dass man daran Spaß haben könnte.

    Die Geschichte wird so interpretiert wie es in ihre Ideologie passt. Die Opfer des Nichteingreifens fallen dabei einfach hinten runter. Dabei hätte eine von Anfang an entschlossene Unterstützung der Opposition in Syrien dazu geführt, dass die Lage jetzt nicht so verfahren ist wie sie ist.

    Kein Wort darüber das China und Russland jede Art der Demokratisierung im Nahen Osten zu verhindern versuchen und an einem Schutz der Zivilbevölkerung einen Scheißdreck interessiert sind. Kein Wort zum Iran. Dafür über Taliban mit denen man reden kann. Und natürlich haben alle anderen von Geschichte keine Ahnung. Menschenrechte? Nicht mal der Erwähnung wert.

    Es lohnt die Tinte nicht, darauf zu antworten.

  • #64
    Karsten

    Ich versuche mal, den Syrienkonflik (oder Krieg) geostrategisch etwas einzuordnen, damit wir vielleicht mal nicht weiter nur über Nebenkriegsschauplätze diskutieren:

    In Syrien gibt es derzeit grob vier verschiedene ideologische Gruppen. Auf der einen Seite Assad, ein diktatorischer Islamist, der nach außen auf weltlich macht. Auf der anderen Seite die Opposition, darunter (leider recht wenige) emanzipatorische Demokrat*innen, dann „gemäßigte“ Islamisten und faschistische Islamisten (hauptsächlich al-Qaida). Die Kräfteverhältnisse verschieben sich derzeit leider immer mehr in Richtung al-Qaida.

    Wer sind die Verbündeten? Assads Verbündete sind einmal das antisemitische Regime im Iran, die islamistische (und ebenfalls antisemitische) Hizbollah im Libanon und die antisemitische Hamas. Assad wird außerdem (noch) von Russland und China protegiert.

    Wer sind die Feinde? Das sind einmal das islamistische Königshaus in Saudi-Arabien, Pakistan (Atommacht und Rückzugsgebiet von al-Qaida), die Arabischen Emirate, die Taliban in Afghanistan und in Pakistan. Insbesondere Saudi-Arabien wird derweil von der gesamten westlichen Welt als Gegenpol zum Iran unterstützt. Z.B. durch Waffenlieferungen aus Deutschland.

    Die möglichen Folgen eines Eingreifens des Westens:
    Wenn alles gut geht, ist Assad geschwächt und beginnt zu verhandeln, dies könnte dann wirklich zum Ende des Blutvergießens führen. Oder die Opposition gewinnt so an Stärke, dass Assad gestürzt wird. Was passiert dann? Entweder übernehmen gemäßigte Islamisten die Kontrolle oder eben al-Qaida. Dann bricht das Land völlig zusammen und die vielen Waffen fallen in die Hände von faschistischen, unberechenbaren Islamisten.

    Wenn Assad hingegen nicht geschwächt wird, könnte er Vergeltung an Israel üben und zwar aus Syrien, als auch aus dem Libanon heraus. Israel würde sich logischerweise wehren und wir hätten einen neuen Krieg zwischen Israel und Syrien/Hizbollah/Hamas. Da Syrien über eine gewaltige Armee verfügt, könnte dies ein langer Krieg werden.

    Die möglichen Folgen eines Nicht-Eingreifens des Westens:
    Assad gewinnt weiter an Boden und tötet noch mehr Oppositionelle. Bis irgendwann Assad wieder die völlige Macht in Syrien hat. Die Diktatur würde weiter regieren. Israel wäre weiter bedroht, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass Assad nach einem so hart errungenen Sieg direkt einen Krieg mit Israel beginnen würde. Wahrscheinlich würde nach einiger Zeit sogar Ruhe einkehren. Gleichzeitig würden weiterhin viele Menschen in Geheimgefängnissen sterben.

    Gibt es eine dritte Möglichkeit?
    Meiner Meinung nach Ja. Als erstes muss die humanitäre Katastrophe bekämpft werden. Westliche Hilfsorganisationen müssen Lebensmittel und Medikamente liefern, am besten mit einem UN-Mandat (da können auch Russland und China wohl nicht Nein sagen). Außerdem müssen die vielen Flüchtlinge unterstützt werden, gerade im Libanon. Etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung Libanons sind angeblich schon syrische Flüchtlinge. Auch die westlichen Länder müssen endlich alle syrischen Flüchtlinge aufnehmen, die es bis nach Europa schaffen (und nicht 5.000 Christen, wie es Friedrich angekündigt hat).
    Ein weiterer Schritt könnte die gezielte Unterstützung der gemäßigten oppositionellen Kräfte sein. Über die Türkei und Jordanien könnte der Westen infrastrukturell und ggf. auch mit Waffen unterstützen. Auch, wenn es häufig mehr Schaden als Nutzen gebracht hat, könnten sogar westliche Söldner*innen der syrischen Opposition von diesen Stützpunkten aus helfen. So könnte sowohl Assad, als auch al-Qaida geschwächt werden. Die Türkei oder Jordanien anzugreifen, würde sich Assad niemals trauen. Danach könnte ggf. eine Flugverbotszone möglich sein (wenn Russland und China mitspielen). Ich denke aber, dieser dritte Weg, wäre möglich und sollte zumindest versucht werden, bevor einfach bombadiert wird.

  • #65
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Karsten: Assad ist alles, aber kein Islamist. Assad ist Alevit, die Aleviten sind das Gegenteil radikaler Muslime. Assad ist einfach ein korrupter Clanchef und Diktator, der mit jedem zusammenarbeitet, der ihm nutzt. Seine Partei ist die Baath-Partei, die ist säkular, autoritär und nationalistisch.

  • #66
  • #67
    Puck

    @Arnold Voß #63

    Hier geht das doch noch mit den Kommentaren!
    Ich versuche jetzt mal, einen Artikel aus der Taz samt Kommentaren zu verlinken:
    http://www.taz.de/Debatte-Syrien/!122721/
    Soviel Besserwisserei war selten…

    Das schlimmste ist aber, daß grundsätzlich immer so lange abgewartet wird, bis der maximale Schaden erreicht ist, der im schlimmsten Fall dazu führt, daß die Lage tatsächlich so verfahren ist, daß kaum noch eine Handlungsoption offen ist.
    Ich erinnere da mal an die unseelige Entscheidung, nach dem Völkermord in Ruanda die Genocidaires in den Kongo ziehen zu lassen – mitsamt Waffen. Eine Entwaffnung dieser Verbrecher wäre nicht ganz ohne Risiko gewesen – aber die Katastrophe, die seit 15 Jahren den Kongo heimsucht, wäre so vermutlich nicht abgelaufen.

  • #68
    Puck

    Ergänzung zu #67
    Das Beste wäre natürlich gewesen, man hätte den erst gar nicht Völkermord nicht zugelassen.
    Aber die Weltöffentlichkeit mußte ja 3 Monate quizzen, ob es wirklich ein Völkermord war oder nur völkermordähnliche Massaker, der letzte Beweis fehlte halt noch.
    Den hatte man dann nach 3 Monaten.
    800.000 Tote wren halt nicht mehr zu übersehen.

  • #69
    Arnold Voss

    @ Karsten

    Interessante Analyse. Habe von all den selbsternannten Experten kaum etwas Besseres gelesen. Danke.

  • #70
    Arnold Voss

    @ Puck # 68

    Das ist genau die Strategie der prinzipiellen Nichteinmischer. Man verschafft sich durch sein Nichteingreifen genau die Argumente die man braucht um am Ende Recht behalten zu können.

    Was aber wäre gewesen, wenn statt Russland und China die USA Assad ohne jede Rücksicht auf die Zivilbevölkerung gestützt hätte, bzw. jetzt noch stützen würde? Ich gehe davon aus, dass viele von denen die jetzt vom Völkerrecht reden dann die USA dafür verantwortlich machen würden, dass durch ihr Veto kein Uno-Mandat entsteht, spich die USA die Durchsetzung des Völkerrechts zu Gunsten der leidenden Bevölkerung verhindert. Und natürlich wäre ganz klar, dass der Giftgasangriff nicht nur von Assad ausginge sondern von den USA geduldet, wenn nicht sogar unterstützt worden wäre.

    Das ist schon alles ein verdammt verlogenes Spiel was da auf Kosten der Opfer der Nichteinmischung zur Zeit gespielt wird.

  • #71
  • #72
    Puck

    @Arnold Voß #70

    Sehr apart finde ich auch immer das Argument, durch ein Eingreifen würde die Situation „noch schlimmer“, da würde „nur die Zivilbevölkerung leiden“.
    Das sagte man zu Kambodscha, zu Jugoslawien, Afghanistan und jetzt kommt das Argument wieder im Falle Syrien.
    Bisher konnte mir nur keiner erklären, wie ich mir dieses „noch schlimmer“ genau vorzustellen habe.

    Seit dem Krieg in Jugoslawien kann ich über die Friedensbewegung nur noch den Kopf schütteln. Da werden im TV Bilder gezeigt von Konzentrationslagern, Sarajewo ist unter Dauerbeschuß von den umliegenden Bergen aus, Massaker an der Zivilbevölkerung werden verübt, und die Friedensbewegung schweigt – so lange bis sich die Nato endlich entschließt, dem ein Ende zu setzen.
    Und das wird auch noch begründet mit der besonderen deutschen Geschichte!
    Als wenn die deutsche Geschichte nicht lehrt, daß es Situationen gibt, in denen man mit gutem Zureden und Diplomatie nicht weiter kommt.

    Statt dessen wird Frau Käßmann als mutige Querdenkerin beklatscht, wenn sie mutig den Leuten nach dem Mund redet und sich auch noch zu der Behauptung versteigt, selbst Hitler hätte man ohne Krieg loswerden können (geäußert nicht nur so unbedacht in einer Talk-Show, sondern sie hat das später ausdrücklich bestätigt).
    Ja, da wurde dem friedliebenden Führer wohl der Krieg aufgezwungen, oder was?
    DAs nennt man wohl „Bewältigung der Geschichte“.
    Bewältigung bis zur Unkenntlichkeit.

    Ich komme immer mehr zu der ungemütlichen Erkenntnis, daß in D weite Kreise der Bevölkerung lediglich gelernt hat, eine Haltung zur NS-Zeit einzunehmen, die sich aber darin erschöpft, an bestimmten Gedenktagen Kränze für die Opfer abzulegen und „nie wieder“ zu deklamieren.
    Die Erkenntnis, daß es für dieses „nie wieder“ nicht ausreicht, irgendwie gegen Krieg zu sein, weil Krieg irgendwie echt Scheiße ist, hat sich wohl noch nicht durchgesetzt.

  • #73
    Arnold Voss

    Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. In Wahrheit sind dieser Gruppe die Opfer ihrer Art des Pazifismus scheißegal. Dazu passt das immer wieder vorgetragene Argument, dass man entweder in allen Fällen einschreiten müsste oder in keinem. Da das erstere natürlich nicht geht, bleibt nur das generelle Heraushalten übrig.

    Es gibt kaum eine mitleidlosere Haltung, wobei Mitleid natürlich nicht das einzige Kriterium für einen militärischen Eingriff sein kann. Es ist so, dass auch das Eingreifen Opfer kostet, deren Zahl sehr wohl größer sein können, als die des Nichteingreifens. Aber es gibt einen Grad der Brutalität gegen unschuldige Menschen in dem selbst diese Abwägung nicht mehr gelten kann.

    In dem auch dann was getan werden muss wenn das Risiko des Scheiterns gegeben ist. Wo die demokratisch verfasste Welt einfach nicht mehr zuschauen darf, wenn sie nicht jede Art von humanitären Anspruch verlieren will. Erst recht nicht wenn es sich dabei um diktatorische Regime handelt, in denen es keine Chance zur inneren Veränderung gibt.

    Das auch ein solcher Schritt abgewogen und wenn irgendwie möglich demokratisch entschieden werden sollte ändert nichts an der Tatsache, dass er in einer so brutalen Welt wie der heutigen notwendig werden kann. Dass dann der (auch jetzt auch wieder beschworene) Ausstieg aus der Kriegslogik nicht möglich ist, bzw. eben nicht dazu führt, dass diese dadurch beendet würde.

    Im Gegenteil, er spornt die weiter an die sie ohne jede Rücksicht verfolgen, ja er läd sie geradezu ein ihre Greuel noch weiter zu steigern. Gerade den Deutschen müsste diese Art der Kriegsführung gut bekannt sein. Gerade sie müssten gegenüber solchen Kriegsherren eine besondere Aversion, zumindest aber eine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit zeigen.

  • #74
    68er

    @ Karsten und Stefan Laurin

    „Assad ist alles, aber kein Islamist. Assad ist Alevit, die Aleviten sind das Gegenteil radikaler Muslime.“

    Ich will diese hochkompetente Diskussion nicht stören, möchte jedoch kurz darauf hinweisen, dass Herr Assad weder Islamist noch Alevit ist sondern Alawit.

    Hier beim standart.at wird das etwas näher erläutert:

    http://derstandard.at/1311802788208/Neu-Gudrun-Harrer—Analysen-Alawiten-sind-keine-Aleviten

  • #75
    Puck

    @Arnold Voß #73

    Sehr Aufschlußreich fand ich in dem Zusammenhang das Buch „Zivilisierung des Krieges“ von Micheal Ignatieff.

    Er stellt fest:
    daß eine millitärische Intervention immer das letzte Mittel sein soll.
    Daß man nicht bei allen Konflikten intervenieren kann.

    Eingreifen muß man auf jeden Fall bei Völkermord, und zwar sofort.

    Eingreifen sollte man, wenn in einem Bürgerkrieg eine Patt-Situation zwischen den Kriegsparteien besteht, so daß sich ein Krieg endlos hinziehen kann, bis er schließlich nach Jahren ausblutet.

    Ist in einem Bürgerkrieg eine Seite deutlich überlegen, ist es besser, den Dingen ihren Lauf lassen und versuchen, so gut es geht mit der siegreichen Partei klar zu kommen bzw. diese in Richtung Demokratie und Menscherechte zu beeinflussen.
    Handelt es sich bei der stärkerein Partei allerdings um Zeitgenossen wie die Taliban oder Khmer Rouge, gilt diese Option natürlich nicht.

    Micheal Ingatieff ist als Kanadier Bürger eines Landes, dessen Außenpolitik wohl niemand als aggressiv bezeichen würde, das aber bis 1989 für jede UN-Blauhelm-Mission Kontingente gestellt hat, das waren über 40, und die gezielte Vorbereitung für derartige Einsätze ist Bestandteil der Ausbildung in der Armee.

    Nun muß man dazu fest stellen, daß die „klassischen“ UN-Blauhelmeinsätze rar geworden sind, weil die Konflikte nach Ende des Kalten Krieges unübersichtlicher geworden sind. Da gibt es nicht mehr Partei A, unterstützt vom Westen, und Partei B, unterstützt vom Osten, sondern Splittergruppen, die oftmals (wie im Kongo) in wechselseitigen Koalitionen alle gegen alle kämpfen, bzw. es hat eine Radikalisierung statt gefunden, die dazu geführt hat, daß noch nicht einmal Organisationen wie das Rote Kreuz oder Arzte ohne Grenzen respektiert werden, geschweige denn Friedenstruppen der UNO.
    Es macht die Sache nicht einfacher, daß genau zu diesem kritischen Zeitpunkt die bequeme „Sonderrolle“ plötzlich perdu war und die ersten Auslandseinsätze anstanden.
    Auch ist von der Politik nicht gerade viel unternommen worden, diese Einsätze zu erklären. Es reicht ja nicht, ständig zu wiederholen, daß „Deutschlands Freiheit auch am Hindukusch verteidigt wird“. An dem Satz hat warhrscheinlich ein Redenschreiber 2 Wochen lang gefeilt und man fand es schade, ihn nur einmal zu benutzen, aber ein bißchen differenzierter hätte man die Situation schon darstellen können.
    Ob das was genützt hätte, weiß ich natürlich auch nicht. Gibt ja eine Menge Zeitgenossen in D, die mehr oder minder unverblümt der Meinung sind, das mit 9/11 wäre den Amis ganz recht geschehen, bwz. noch immer glauben, der Anschlag wäre in Wirklichkeit von den 6000 Juden begangen worden, die angeblich an dem Tag Urlaub genommen hatten oder so ähnlich…

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