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WR-Demo in Dortmund: Wütende Journalisten und heuchelnde Politiker


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An die 1000 Demonstranten protestierten heute in Dortmund gegen das Aus der Westfälischen Rundschau als eigenständiges Medium.

Wenige Tage nachdem die WAZ-Mediengruppe das Ende der Westfälischen Rundschau als eigenständiges Medium und die Entlassung aller Redakteure bekannt gegeben hatte, gingen heute in Dortmund um die 1000 Demonstranten auf die Straße, um gegen das Ende der Zeitung zu protestieren. Nicht nur bei den betroffenen über 200 Redakteuren und Mitarbeitern der Westfälischen Rundschau (WR) war die Angst vor der Zukunft zu spüren, auch Journalisten anderer Medien äußerten sich sehr pessimistisch, was die Zukunft der Arbeitsplätze in den Zeitungsredaktionen angeht. Dass in den kommenden zehn Jahren mehr als die Hälfte von ihnen ihren Job verlieren wird, war eine Einschätzung, die von den meisten geteilt wurde und die wohl auch realistisch ist. Die Krise der Zeitungen hat an Fahrt gewonnen und ein Ende ist noch lange nicht absehbar.

Davon war in den Reden allerdings nicht viel zu hören: Ob Gewerkschaftler, Journalisten oder Politiker wie die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke), NRW-Medienministerin Angelica Schwall-Düren  (SPD) oder NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) geißelten die Entscheidung der WAZ-Mediengruppe, die WR einzustellen als Profitgier und plädierten für dasWeiterbestehen der Zeitung als eigenständiges Medium zum Erhalt der Meinungsvielfalt in Westfalen und dem Ruhrgebiet.

Immer wieder wurde bestritten, dass die Verluste der Rundschau der Grund für die Einstellung des Blattes sind. Ein Redner zu Beginn der Demonstration sah sogar politische Gründe für das Ende des Blattes: Vor der Bundestagswahl sollen, so seine abenteuerliche These, mit der WR und der Frankfurter Rundschau (FR) kritische Medien zum Schweigen gebracht werden, was man daran sehen würde, dass der Springer Verlag der FR einen großen Druckauftrag entzogen hätte.

Monika Schwall-Düren

Angelica Schwall-Düren

Die beiden Landesminister Schwall-Düren und Schneider betonten in ihren Reden wie wichtig der Landesregierung die Vielfalt der Zeitungen in NRW ist und dass SPD und Grüne alles dafür täten, diese Vielfalt zu erhalten. Aussagen, die man nur als Heuchelei beschreiben kann, denn im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen wurde nichts anderes als der  Angriff der Staatsmedien auf die Zeitungsverlage verkündet. Dort heißt es:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist und bleibt eine unverzichtbare Säule unserer Medienordnung. Wir stehen zur Bestands- und Entwicklungsgarantie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wir werden eine Initiative ergreifen, mit der die Telemedien als „dritte Säule“ neben Hörfunk und Fernsehen gestärkt werden.

Im Internet soll der WDR also künftig den unabhängigen Medien noch mehr Konkurrenz machen dürfen, was mit Sicherheit zu weiteren Arbeitsplatzverlusten führen wird. Es war ein  verlogene Auftritt der beiden Kabinettsmitglieder, der trotzdem beklatscht wurde.

Was man von niemanden hörte waren Vorschläge, wie es denn in Zukunft weiter gehen könnte – für die Mitarbeiter der WR und alle anderen, die ihnen in den kommenden Jahren in die Arbeitslosigkeit folgen werden.

Aber vielleicht kann man das auch nicht von einer solchen Veranstaltung kurz nach dem Einstellungsbeschluss erwarten. Heute zeigten viele ihrer Wut und Betroffenheit und Politiker und Funktionäre symbolische Solidarität. Das hörte sich alles kämpferisch an, wird aber keinen Job sichern. Dazu muss eine andere Debatte geführt werden: Wie können sich Medien künftig staatsfern finanzieren?

Martin Kaysh, Autor dieses Blogs und als „Steiger“ Mitglied des Geierabend-Ensembles hielt ebenfalls eine Rede, die wir hier dokumentiere:

 

Ab dem ersten Februar beginnt jeder Tag mit einer Lüge.

Einer Lüge, 100 000 fach gedruckt. Morgens am Frühstückstisch musst du dafür die Zeitung gar nicht erst aufschlagen. Du musst sie nur zur Hand nehmen. „Westfälische Rundschau“ wird da stehen, oben auf der ersten Seite. Aber dann kommt Irgendwas. Zusammengekauft, zusammengeklaubt und zusammengekloppt.

Die Vernichtung der WR ist ein Angriff. Sie ist ein Angriff einer unfähigen Verlegerfamilie aus Essen auf uns alle  – in Dortmund, in Lünen, in Schwerte. Im Sauer- und im Siegerland. Mit einem absurden Produkt. Clausthaler hat das Bier ohne Alkohol erfunden. Schalke den Fußball ohne Meisterschaft und die WAZ-Familie erfindet gerade die Zeitung ohne Redaktion.

Hier wird öffentliches Leben zerstört. Gemeinschaft, Gesellschaft.

–  Ein Gemeinwesen, eine Kommune lebt von der Beteiligung.  Aber die gibt es nur mit Wissen und Information. Und die müssen aus verschiedenen Quellen stammen, da reicht kein Bauchgefühl und auch nicht das Foto vom ersten Frühlingstag im Westfalenpark.

Eine Lokalredaktion heute hier in Dortmund zu betreiben sei absurd, heißt es, rechne sich nicht, sei nicht zeitgemäß. Leute, es geht.

Absurd, ich bitte die Eigenwerbung zu entschuldigen, absurd ist es, einen Alternativkarneval in Dortmund zu veranstalten, fernab vom Rheinland, in einer protestantischen Gegend. Angefangen haben wir mit 2000 Zuschauern, mittlerweile sind es  20 000. Warum geht das? Weil wir unsere zahlenden Besucher ernst nehmen. Weil wir auf der Bühne über das sprechen, was die Menschen in der Region bewegt, und weil wir es in ihrer Sprache tun. Weil wir versuchen, relevant zu sein und weil wir auf das hören, was uns unsere Zuschauer sagen.

Wir sind eine kleine Klitsche, wir sind kein Konzern. Aber wir sind ein Team von Leuten, das diese Region kennt und, Verzeihung, auch liebt.

Ich brauche keine Zeitung, die den Geierabend klasse findet, weil sie Medienpartner ist, und die ihn scheiße findet, wenn sie nicht auf dem Plakat steht. Ich brauche eine Zeitung, die uns ernst nimmt, egal, ob sie uns gut oder schlecht findet.

Die Öffnungszeiten des Hallenbades kann ich auf der Homepage der Stadtverwaltung finden, zur Not im Schaukasten am Eingang. Dafür brauche ich keine Zeitung. Ich brauche aber eine Zeitung, wenn ich wissen will, dass mein Schwimmbad zumacht, weil gleichzeitig das Geld für unsinnige Prestigeprojekte ausgegeben wird. Ich brauche sie auch, wenn ich wissen will, wer für einen Chlorgasunfall in dem Bad Verantwortung trägt.

Verleger genießen Privilegien. Ihr Unternehmen ist vom Grundgesetz geschützt, sie genießen Steuervorteile und selbst im Arbeitsrecht werden sie bevorzugt. Verlage sind keine Wurstfabriken. Aber die Verleger in Essen benehmen sich so, als seien sie Wurstfabrikanten.

Man schreibt Hirschsalami auf die Packung und presst irgendwelche Reste in die Pelle. Irgendwer wird´s schon fressen.

Wie soll das weitergehen? Im Lokalen kauft man die Ruhrnachrichten.
Glaubt mir eines. Kein Journalist in diesem Haus wird sich über das Aus für die WR freuen. Denn jeder weiß, der neue Monopolist wird keinen Cent zuviel locker machen, wenn es um die Ausstattung der Redaktion geht. Wenn es dem Leser zu bunt wird, kann er ja wechseln zur Phantom-WR. Wahrscheinlich kriegst du trotzdem das Dampfbügeleisen als Werbeprämie, wenn du von den Original-Ruhrnachrichten zur Fälschung wechselst.

Ich habe selbst sieben Jahre für die WAZ in einer kleinen Lokalredaktion gearbeitet. Das erste jeden Morgen dort war immer der Griff zur Konkurrenz. Was haben die an Geschichten, die wir nicht haben? Wo laufen die wieder in eine Richtung, bei der wir gegenhalten müssen? Wo haben wir exklusiv ein Thema? Nur so, in der Auseinandersetzung und in der Abgrenzung, geht guter Journalismus. Das ist in der kleinen Lokalredaktion nicht anders als bei den Politmagazinen der ARD, da habe ich auch gearbeitet. Gewinner der Vielfalt sind immer die Leser und die Zuschauer.

.Aber wer schreibt denn künftig im Hauptteil der WR etwa über den BVB? Taucht auch da der Kollege der Ruhrnachrichten auf?
Oder schickt die WAZ den Sportreporter aus Gelsenkirchen, wenn er Zeit hat, weil Schalke erst am Sonntag spielt? Oder ruft der seine Oma an, die in Stadionnähe wohnt und hört, wenn ein Tor fällt?

Wie sieht es im Kulturbereich aus? Theaterkritiken sind mehr als ein „gefällt mir“-Klick bei Facebook. Da kennt der Kritiker den Spielplan genau dieses Hauses, hat mit dem Regisseur geredet, im Idealfall hat er sogar das Stück vorab gelesen. Das kostet Zeit und Geld. Das kann ich nicht leisten als unbezahlter Blogger im Internet.

Der WAZ-Konzern macht uns lustig über uns, er verarscht uns. Ich habe mit einem früheren Chefredakteur der Rundschau gesprochen, das ist ein paar Jahre her. Der Mann lobte die vollkommene Freiheit, die man ihm von Essen aus lasse. Er hat sich geirrt. Das war keine liberale Haltung, das war ein scheißegal-Haltung. Den Leuten in Essen seid ihr so lange scheißegal, solange die Kohle kommt. Und ihr seid ihnen auch scheißegal, wenn es Probleme gibt.

Dann argumentiert man mit Zahlen, nein, man schmeißt Zahlen raus, die vorne und hinten nicht stimmen. Da werden einzelne Unternehmensteile reich gerechnet. Andere werden zum Verlustbringer. Das verlangen Steuergesetze teilweise. Da rechne ich Anzeigeneinnahmen mal dem einen oder anderen Teil zu und stelle möglichst hohe Kosten der Zentrale den Ablegern in Dortmund und anderswo in Rechnung.

Gelogen wird auch mit den Auflagenzahlen. Die versucht die WAZ für einzelne Titel zu verschleiern. Aber die kann sogar ein Amateur wie ich recherchieren. IVW heißt die Quelle. Da habe ich mich heute Nacht rumgetrieben. Da ist nicht die Rundschau der große Loser. Da verliert die WAZ-Gruppe überall in NRW mit ihrem tollen Wischiwaschi-Konzept. Zehn Prozent in den letzten beiden Jahren, insgesamt. Aber auch in Herne, in Bochum, in anderen Städten, die nie WR-Gebiet waren.

Dann vergleicht man mal die Zahlen aus anderen Regionen. Saarbrücker Zeitung, drei Prozent Rückgang. Stuttgarter Zeitung, minus vier Prozent, Hannoversche Allgemeine, minus vier. Emder Zeitung, minus drei.

Das zeigt doch, nicht die Vertriebsleute, die Journalisten, die Macher hier in der Region haben es verbockt. Die Verlierer, die Stümper und Abzocker sitzen in der Zentrale in Essen. Das heißt: Je größer das Büro, desto größer die Unfähigkeit.

Ich weigere mich, hier einen Nachruf zu sprechen.  Ich fordere auf zum Kampf. Und ich möchte um Ideen ringen. Ich habe keine Ahnung. Vielleicht kann die SPD als Minderheitsbeteiligte mal im Suhrkamp-Verlag nachfragen, wie Herr Barlach das macht. Vielleicht gibt es ein Stiftungsmodell, eine Genossenschaftslösung.

Ich weiß nur, wie ich in zwei Wochen persönlich reagiere. Ich werde meine WAZ für eine Woche abbestellen und sie ausdrücklich keinem Altenheim zur Verfügung stellen. Die Antwort auf eine Zeitung ohne Redaktion ist die Zeitungsanzeige ohne Leser. Soviel Wut muss sein.

Glückauf.

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35 Kommentare zu “WR-Demo in Dortmund: Wütende Journalisten und heuchelnde Politiker

  • #1
    Sebastian

    Da sind sie wieder, die Staatsmedien. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Staatsfunk ist nicht das Gleiche. Wer anderes meint, kann sich ja mal in Nordkorea, Russland, Kuba oder Venezuela umschauen.

  • #2
    f.luebberding

    Ich bin heute auch in Dortmund gewesen. Wie es in 10 Jahren aussieht, war nicht das Thema gewesen. Und das mit guten Gründen: Der Konzern macht Gewinne und daher ist die entscheidende Frage, warum er es jetzt gemacht hat. Ihm erschien das medienpolitische Umfeld offensichtlich als günstig, um die Schließung durchsetzen zu können. Und mit der Idee, die Rundschau als Zeitungszombie weiterzuführen, hat sich der Verlag aus der medienpolitischen Debatte verabschiedet. Ein journalistisches Konzept erkennen hier nur Leute, die Zeitungen zum Stopfen nasser Winterschuhe schätzen.

    Dass alle über neue Geschäftsmodelle und Medienpolitik unter den neuen Bedingungen nachdenken, sollte nur in einem Kontext diskutiert werden: Dass man es so in Zukunft nicht mehr machen wird. Das haben mittlerweile auch viele Leute gemerkt. Wir könnten uns als Journalisten verabschieden, wenn wir noch nicht einmal mehr das deutlich machen können.

    Beste Grüße

    Frank

  • #3
    Walter Stach

    Stefan,
    ich habe so eben gehört, es seien nur 500 Menschen gewesen, nicht 1.000, die demonstriert haben.
    Und wenn es denn 1.000 waren.
    Nehmen wir die unmittelbar Betroffenen, deren Angehörige,deren Freunde, deren solidarische Kollegen, was bleibt denn dann noch an protestierenden Lesern, an protestierenden Bürgern? Wie viele Ratsmitglieder aus DO,Lünen usw.haben teilgenommen?

    Und was läßt sich daraus folgern?
    Manches.
    Vor allem folgere ich daraus, daß wegen einer solchen Demo niemand sein unternehmerisches Konzept, seine an Gewinnzielen ausgerichteten Verlagsstrategie ändern wird.

    Minister und Ministerin?
    Ich beneide sie wegen solcher Auftritte nicht.
    Einerseits scheint ihreTeilnahme an solchen Demos zu den politischen Pflichtaufgaben zu gehören -leider-, andererseits können sie dann offensichtlich nichts anderes tun, als Phrasen zu dreschen, die für die Betroffenen wie blanker Hohn wirken müssen.
    Gar nicht hingehen, gar nichts sagen oder hingehen und tieftraurig „ein tiefempfundenes Beileid“ bekunden?
    Minister können anscheinend in einer solche Siutation nur Falsches tun oder Falsches lassen.
    Weiter darüber zu diskutieren würde für mich bedeuten daß hier bestenfalls ein Nebengleis benutzt wird, weitweg vom eigentlichen Sachproblem und noch weiter weg von den Sorgen der unmittelbar betroffenen Menschen.

  • #4
    Jens

    @Stefan:

    Ich sehe das etwas anders. Ich erinnere mich beispielsweise wie die Ruhrbarone über die Lokaljournalismus-Pläne der Landesregierung berichteten und sie kritisierten. Unabhängig davon, was man davon halten mag – es sind politische Initiativen, die Du damals kritisiert hast und jetzt vergessen hast.

    PS: Angelica Schwall-Düren bitte, nicht Monika Schwall-Düren.

  • #5
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Jens: Diese Initiativen nutzen den Journalisten in den Verlagen nichts, diese Initiativen sollen nur den Zugriff der Politik auf die Presse erleichtern. Wer weiß, vielleicht werden ja bald WDR-Mitarbeiter mit Landesgeld fit für die lokale Berichterattung gemacht. Oder die Kollegen in den Lokalradios, bei denen auch Parteien und Verbände die Redaktionen kontrollieren.

  • #6
    Jens

    @Stefan:

    Ungeachtet dessen ob das nun so ist wie Du es siehst oder so wie andere es sehen – es ist eine Maßnahme der Landesregierung in Bezug auf die Zeitungen vor Ort.

  • #7
    Norbert Sperling

    @Stefan

    Die Verbände sind in den Beiräten, weil die Parteien drin sind. Wir z. B. bei Radio Vest. Ich weiß aber sicher dass dort nix kontrolliert wird. Ich könnte mir beides auch schenken, um diesem Nimbus keinen Vorschub zu leisten und die Redakteure in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. Journalismus ist manchmal unbequem, bisweilen schwer zu ertragen, aber wichtiger Eckpfeiler einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft.

  • #8
    Frank

    Ich habe schon lange keine WR mehr in die Hand gehabt, die WAZ wenigstens hin und wieder. Ich will mal sagen: Ein Argument, falls der Verlag das bringen sollte, nachdem man eine Zeitung einstellen muss, wenn sie sich nicht mehr verkaufe, ist genau verkehrt. Es ist umgekehrt: Ich höre auf, eine Zeitung zu kaufen, wenn ich merke, dass sie verflacht.

    Ich stimme Steiger Martin Kaysh 100%ig zu.

    Dieses Konzept, Redaktionen zusammen zu legen und Regionalredaktionen aufzulösen, so etwas denken sich Betriebswirte, Controller und MBA Absolventen aus, für die eine Zeitung nur ein Gefäß für irgendeinen Content ist, denen an diesem „Content“ aber nix liegt, weil sie schon früher keine Zeitungen gelesen haben.

    Es ist diese Verflachungsstrategie, ideenloser, begeisterungsunfähiger Geschäftsführer, die es auch in anderen Branchen gibt: Nicht mehr selber denken, sondern „anbieten“, was „der Kunde“ haben will. Am liebsten den Kunden gleich die Zeitung schreiben lassen, warum nicht online, dann kann braucht man überhaupt keine Redaktion mehr..

    Ähnlich wie die hiesige Musikindustrie kriegen es auch die Verlage nicht hin, im Internet Geld zu verdienen. Ein Unvermögen, dass gegen die Führungsqualität der verantwortlichen Damen und Herren spricht.

    Und was die SPD da abliefert, was soll man dazu noch sagen. Ist inzwischen eine Partei von Beamten und Öffentlich Bediensteten. Die kennen Industrie und Freiberuf nur noch vom Hörensagen..

  • #9
    Frank Feige

    @ Frank

    Die Verlage verdienen unter anderem deswegen nix im Internet, weil sie was Nachrichten angeht von Zwangsgeld finanzierten Öffentlichen Sender an den Rand gedrückt werden. Diese unfaire Konkurrenz bedroht die Zukunft der Verlage. Die WR ist erst der Anfang Dutzende Zeitungen werden folgen.

    @ Jens

    Diese Maßnahmen der Landesregierung sind nur Alibis – im schlimmsten Fall werden sie genutzt, den Einfluss von Funktionären auf die Mdien zu erhöhen.

  • #10
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Walter: Nach Polizeiangaben waren es 600 – nach Gewerkschaftsangaben über 1000. Eine Kollegin schätzte 800 und das sind ja fast 1000, wenn man sportlich aufrundet :-).
    Zu den Ministern: Wenn man nicht heuchelt sind solche Auftritte für Politiker eigentlich in Ordnung.

  • #11
    Frank

    @Frank Feige:

    Mir wird die Dimension dieser Zerstörung durch staatliche Konkurrenz erst jetzt bewusst.

    Da sich die Politik beim ZDF Rat ja unverblümt in aller Öffentlichkeit für einen genehmeren Politikchefredakteur eingesetzt hat, und ein Jörg Schönenborn ebenfalls unverblümt Wahlkampf für Merkel macht, ahne ich, auf welchem Weg wir sind.

    Und in NRW sagt die SPD ja offenbar auch ganz direkt, dass sie Einfluss auf die Medienlandschaft nehmen will, darüber hatte Stefan ja berichtet.
    Damit geht ja nicht nur die Quasiabschaffung privater Medienvielfalt einher. Sondern auch eine Verflachung und Boulevardisierung aller Formate, die man früher als Berichterstattung bezeichnet hätte.

    Was parallel dazu stattgefunden hat ist eine Umwidmung des Budgets, das man früher für das Zeitungsabo übrig hatte in DSL- und 3G-Anschlüsse.

  • #12
    Sebastian

    Wer sich mal die Mühe macht, die IVW- oder AGOF-Zahlen zu studieren, wird feststellen, dass die Verlage im Internet von SpOn und Bild.de an den Rand gedrängt werden und bestimmt nicht von den Öffentlich-Rechtlichen. Die haben den Trend rechtzeitig erkannt und in große Online-Redaktionen investiert und verdienen damit ordentlich Geld. Wenn man das, was die Öffentlichen erreichen, auf alle anderen aufteilte, käme kaum ein nennenswerter Zuwachs hinaus. An den Rand drängen sieht irgendwie anders aus.

  • #13
    Frank Feige

    Nee Sebastian. Wirklich nicht. Die Öffentlich Rechtlichen lassen sich aus jedem Haushalt Deutschlands – von jeder Firma Deutschlands – Geld überweisen – per Zwang – unter anderem begründet mit ihren Diensten im Internet. Diese Dienste werden unter anderem im NRW-Koalitionsvertrag gefordert. Milliarden sind weg, aus dem Verkehr gezogen und direkt an die öffentlich-rechtlichen Sender vergeben.

    Jeder Haushalt wird sich überlegen, ob er noch weiteres Geld für Medien ausgeben will. Immer weniger werden das tun.

    Das die private Konkurrenz auch hart ist, bestreitet niemand. Sie wird nur härter durch die unfairen Zwangsgebühren für jeden Haushalt und jede Firma.

    Wenn sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk auf seine Kernaufgabe beschränken würde, häte ja niemand was dagegen. Stattdessen wird mit dem Internet das Geld begründet, das für Silbersteins Schlagerparade versenkt wird.

    Das ist eine Art Verbrechen in meinen Augen.

    Die Leidtragenden sind dann eben Reporter, wie die Kollegen von der WR. Diese Zeitung hat unter Auflagenschwund gelitten, dieser wurde ausgelöst durch das Internet, durch das Fernsehen, durch mobile Nutzungen.

    Und: Ehre wem Ehre gebührt. Durch Philip Ostrop, der einen sehr geilen und sehr guten Lokalteil für die Ruhrnachrichten macht. Sicher einer der besten Lokalchefs Deutschlands.

  • #14
    Martin Schröder

    @Frank: Wenn die kommerziellen Verlage weiterhin das Internet als Platz für „Qualitätsjournalismus“ wie bei waz.de und rp-online.de ansehen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die Leser bei tagesschau.de landen.

  • #15
    Kalle Grabowski

    Im Ruhrgebiet gibt es – anders als in anderen Ballungszentren – leider nur Käseblätter und da hat auch die WR keine Ausnahme gemacht. Es wäre ein Traum, irgendwann einmal ein wirklich gutes Blatt lesen zu dürfen, dass sich mit unserer Region beschäftigt, sie kritisch und wirklich intensiv begleitet. Stattdessen hat man in Dortmund jetzt nur noch die Wahl zwischen Ruhr-Nachrichten und Ruhr-Nachrichten.

  • #16
  • #17
    Walter Stach

    -16-
    Frank, eine ebenso naheliegende wie richtige Festellung;muß man“aber erst ‚mal „draufkommen“.

  • Pingback: Westfälische Rundschau (WR)-Demonstration am Samstag in Dortmund: Videos, Bilder und mehr » Pottblog

  • #19
    Achim

    Die Schliessung der WR ist bereits seit vielen Jahren absehbar gewesen.
    Sie stand immer in der URL-Zeile des Internetbrowsers.

    Seit Jahrzehnten veröffentlich der WAZ-Konzern online unter „derwesten.de“.

    Alle anderen Zeitungen hatten und haben eigenständige
    Internetpräsenzen.

    Nur die WAZ Gruppe hatte für drei Zeitungen nur einen Onlineautritt.

    Also wird es in Zukunft auch nur eine Zeitung der WAZ-Gruppe geben.

    Wenn die SPD sich „Die Butter vom Brot wegnehmen lässt“, dann
    ist das ijtre Schuld. Titelrechte bei der WAZ und Zeitung
    eingestellt.

    Na wer seine Interessen von Bodo Hombachh vertreten lässt…

    Achim

  • #20
    lebowski

    „Was man von niemanden hörte waren Vorschläge, wie es denn in Zukunft weiter gehen könnte – für die Mitarbeiter der WR und alle anderen, die ihnen in den kommenden Jahren in die Arbeitslosigkeit folgen werden.“

    Was für eine Frage! Zeitarbeit für 7 Euro die Stunde, ihr Journalistenpappnasen! Oder wieso soll es euch besser gehen als dem Rest der Pauper in diesem Land.
    Ich muss schließlich auch Regale im Baumarkt einräumen. Kapitalismus ist kein Ponyhof und schön isses, dass diese Erkenntnis nun auch in den Redaktionsstuben angekommen ist.
    Ansonsten, da mal nachlesen:
    http://www.konkret-magazin.de/hefte/aktuelles-heft/articles/pfeifen-im-blaetterwald.html

  • #21
    Meine Fresse

    Es ist schon erheiternd. Wie schnell sich doch der mit Propaganda aus dem eigenen Lager seit Jahren gefüllte Kopf der Meinung hinzugeben bereit ist, der Staat nähme ihm die Butter von der Pizza…. Da ist keine Lüge zu groß, kein Konstrukt zu absurd, um vom eigenen Versagen abzulenken.. Thyssen Krupp? War doch der böse Soze im Aufsichtsrat, kein Wunder also. Da wird auch schon mal die WAZ vom ZDF Auftritt im web an die Wand genagelt und geplante!!!! Änderungen für das eigene Versagen in der Vergangenheit verantwortlich gemacht. Es ist wirklich herzallerliebst.

    Natürlich steht auch der böse Staatsfunk, bei dem Journalisten übrigens noch zumindest teilweise anständig entlohnt werden, einem, zumindest kurzzeitig, einfachen Geschäftsmodell (nämlich alle Inhalte zu Höchstpreisen zu verhökern) auch im Weg. Aber so ist das nunmal im Wettbewerb, da gibt es bestimmte Bedingungen auf die man sich einstellen muss. Andere Publikationen haben das auch ganz gut gemeistert…. Trotz Staatsfunk.. Dass einem eine derart einfache Deutung der Probleme im Printbereich überhaupt in den Sinn kommt, ist ganz genau eines der Probleme, warum sich viele Menschen nicht mehr genötigt sehen, den morgendlichen Schwachsinn (vulgo Printausgabe) anzutun.. Obwohldie öffentlich rechtlichen, man höre und staune, keine kostenlosen Exemplare am heimischen Kiosk auslegen..

    Wirklich erbärmliches Gewinsel ohne Bezug zur Realität.

    Im Übrigen und da bin ich ehrlich, ist es mir schon ein innerer (böses Wort) zu sehen, dass es jetzt all die erwischt, die sich jahrelang nicht weit genug aus dem Fenster lehnen konnten, um sich mit dem Staat und dem freien Markt für alle gemein zu machen.

    Da ist es jetzt natürlich auch zwingend, das eigene Versagen darauf zu schieben, dass man diesen freien Markt (der alle rettet) in der eigenen Branche ja gar nicht habe… Sonst müsste man ja anfangen nachzudenken UND sich selbst Fehler eingestehen. Das dann lieber doch nicht…..

  • #22
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Meine Fresse: Auf welchem freien Markt agieren denn die zwangsfinanzierten Sender ZDF und ARD?

  • #23
    Jürgen

    War der Journalist auch dabei,

    den ich auf der „Bestager50plus Arbeitgebermesse in Hattingen“
    getroffen hatte,

    als ich als Einziger freiwillig da war, aber nicht rein durfte ?

    mfG

  • #24
    Meine Fresse

    Stefan Laurin

    Die haben keinen, oder wenn, dann nur einen sehr beschränkten. Das ergibt sich aus der Gesetzeslage. Das ist also eine Bedingung des Marktes, der allen Spielern schon immer bekannt war. Eine Regel quasi.. Eine Ausweitung oder Änderung der Regeln hat auch nicht stattgefunden… Rundfunkgebühren gibt es, Achtung!!! seit fast 70 Jahren….

    Bei diesen extrem feindlichen Gegebenheiten und der totalitären Unterbindung freier Marktkräfte grenzt es fast schon an ein Wunder, dass die öffentlich rechtlichen auf ihrem ureigensten Feld,dem Fernsehen und dem Rundfunk nämlich, von privaten Anbietern, die mit satten Gewinnen arbeiten, umzingelt sind. Wie um Dreiteufelsnamen machen die das?

    Übrigens, der „mündige“ Bürger „informiert“ sich im Netz ja gar nicht überproportional beim Staatsmoloch… sondern bei Springer, Burda und Bertelsmann… das kann man leicht herausfiltern. Und da die WAZ weder im Rundfunk noch im TV tätig ist….. naja.. 3x gelacht, ziemlich laut sogar. Und wenn ich mir die Gruselseite der WAZ im Netz so betrachte, wundert es mich ehrlich, dass die überhaupt noch besucht wird.

    Ich verstehe aber schon, das ist ähnlch wie mit dieser verfluchten gesetztichen Sozialversicherung… Alleine deren Anwesenheit treibt die Versicherungsindustrie quasi in den Ruin… Immer der gleiche Unsinn, was für eine verbohrte und menschenverachtenden Ideologie.

  • #25
    Stefan Laurin Artikelautor

    @Meine Fresse: Ein Blick in den Koalitionsvertrag zeigt, dass SPD und Grüne diese Regeln ändern wollen – zu Lasten der Journalisten die nicht beim Staatsfunk arbeiten sondern für Verlage. Davon ab hat sich schon was seit den 70er Jahren verändert: Die Lokaloffensive des WDR läuft seit 30 Jahren. Zuletzt kam vor wenigen Jahren das Studio Duisburg dazu.

  • #26
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  • #28
    Meine Fresse

    Stefan Laurin…

    Ja sicher doch… Und deshalb sterben im Ruhrgebiet die Zeitungen, wegen der einen aktuellen Stunde im Fernsehen des WDR und wegen eventuell geplanter, also zukünftiger Änderungen.. So langsam fühle ich mich von Ihnen verschaukelt, wissen Sie das?

    Es ist viel einfacher mein Lieber. Die Renditerwartungen in diesem Markt können aus vielerlei Gründen nicht mehr bedient werden, originäres Wachstum lässt sich nicht mehr mit den Rezepten des letzten Jahrtausends erzielen. Also macht das Kapital, was es schon immer getan hat und setzt dabei wie immer auf nützliche Idioten, die es für seine Kampagne einsetzen kann…. Und so kommen flächendeckend staatliche oder öffentlich rechtliche Institutionen unter Feuer, mit dem Ergebnis, dass für den Bürger nichts besser, aber alles teurer wird. Wenn der WDR übrigens eine „Offensive“ startet, warum bewerben Sie sich dann nicht auf dort frei werdende Posten? Oder habe ich da jetzt… naja, lassen wir das.

    Ich habe jedenfalls jetzt verstanden, dass die aktuelle Stunde der Feind morgendlichen Zeitung ist. Ja neee, is klar.

    Was ist nur aus dem einst so stolzen Ruhrgebiet geworden. Eure Großväter würden sich, ob eures Wirkens, im Grabe herumdrehen.

  • #29
    gogogerd

    ich finde es erstaunlich, wie die Berichterstattung bei den Ruhrbaronen verläuft. Da werden PolitikerInnen bloßgestellt, weil einige behaupten an den finanziellen Gründen, die für die Schließung der WR genannt würden, stimme was nicht. Dann wird die Rede eines befreundeten Bloggers eingefügt, in dem ziemlich genau dasselbe Argument auftaucht („Da werden einzelne Unternehmensteile reich gerechnet. Andere werden zum Verlustbringer.“) und da wird nicht widersprochen.

    3 Anmerkungen noch zu all dem:

    1. wie komisch Herr Laurin argumentiert, erkennt man bereits daran, dass er es kritisiert, wie das öff-rechtliche angeblich die privaten Verlage kaputtmache („Angriff auf der Staatsmedien“). Hier stimmt seine Position offenbar mit der der großen Medienkonzerne überein – vor allem, wenn er es als quasi ungehörig oder nicht überzegend darstellt, dass die PolitikerInnen kritisieren die WR werde aus „Profitgier“ dicht gemacht. Leiber Herr Laurin, Medienkonzerne sind auf Profit aus – und alles, was mehr Profit bringt, wird (so sinnlos es auch ist, wie von Staiger beschrieben) gemacht.

    2. Herr Laurins Abneigung gegenüber den „Staatsmedien“ ist offenbar groß. Ich bin auch kein Fan von dem öff-rechtlichen RUndfunk. Das liegt aber vor allem an der Art, wie dort berichtet wird und wie dort Programm gemacht wird (anbiedernd, ideenfeindlich, konservativ bis (neo)liberal, und stets nur auf die Quote schielend). Das heißt aber nicht, dass die Idee eines öff-rechtlichen Rundfunk falsch ist. Im Zweifel ist sie auf jeden Fall besser, als privatwirtschaftliche Medienkonzerne, die noch jede journalistische Selsbtverständlichkeit aus Kostengründen eindampfen.

    3.Es ist bezeichnend für die Ruhrbarone, dass die interessante Idee der LINKEN Jelpke – nämlich irgendwie zu versuchen Zeitungen selber fortzuführen, hier gar nicht erwähnt wird. Solch kommunale, selbstverwaltete Medien wären auf jeden Fall ein Gewinn für die journalistische Qualität… Naja, war bislang ja immer so, dass LINKE in diesem Blog unter keinen Umständen positiv erscheinen dürfen.

  • #30
    Arnold Voß

    @ Gogogerd

    Der befreundete Blogger meinte das keineswegs so, wie sie es hier darstellen. Dass einige Unternehmensteile reich gerechnet werden heist doch ganz klar, dass der angebliche Verlustbringer WR nach Ansicht von Martin Kaysh im Gegenzug bewusst arm gerechnet wurde.

    Das Lob der Öffentlich-Rechtlichen, dass von einigen hier immer wieder gehudelt wird, ist in diesem Zusammenhang allerdings wenig hilfreich. Unabhängigkeit ist eben dort (leider) genauso wenig garantiert wie bei den privaten Verlagen.

    Der Parteieneinfluss und die Quotenrientierung ist einfach zu groß, als dass hier einfach privat=schlecht gegen staatlich=gut gestellt werden kann. Es ist viel mehr dringend zu diskutieren wie auf b e i d e n Seiten die Unabhängigkeit von Redakteuren und Autoren besser gesichert und geregelt werden kann.

  • #31
    Karola

    Nachdem ich Artikel und alle Kommentare aufmerksam gelesen habe, komme ich zu dem Schluß, dass der Kommentar 29 von gogogerd um 12:18 eine Lösung anbietet, die über das Jammern und nach Sündenböcken suchen hinausgeht – nämlich den Versuch, die Zeitung selber zu halten – irgendwie in Eigenregie evtl. mit Gewerkschat und SPD-Grünen-Linken und interessierten Lesern (Beitag 10 Euro wird monatlich eingezahlt oder ähnlich – jedenfalls nicht zu teuer, dass möglichst Viele mitmachen können).

    Ähnliches hätte ich mir auch die FR gewünscht – aber alle stehen staunend oder angstbesessen da wie das sprichwörtliche Karnickel vor der Schlange. TUN ist wichtig – demonstrieren ist gut – darf aber nicht dabei bleiben.

    Ansonsten Glück auf ! Ich hoffe, es finden sich gute Ideen und ihr könnt eure Zeitung behalten.

    PS. könnte die Zeitung nicht auch online mäßig gemacht werden ? Ich z.B. stelle fest, dass sich mein Zeitungslesenverhalten in den letzten Jahren auch verändert hat. Ich lese sie am PC u.a. deshalb, weil ich über die Kommentarspalten unter jedem Artikel gleich meinen Frust los werden kann oder auch meine Lust bei einem guten Artikel.

  • #32
    Horst Delkus

    @Karola Hier die nicht gehaltene Rede von Uli Pätzold, emeritierter Journalistik-Profan der Uni Dortmund:
    http://rundschau-retten.de/2013/01/21/ulrich-patzold-westfalische-rundschau-ade-2/#more-642

  • #33
    Bariton

    Was haben die öffentlich-rechtlichen dem Laurin eigentlich getan? Da muss doch eine tiefe persönliche Verletzung vorliegen, anders kann ich mir das hirnfreie andauernde Gebashe nicht erklären.

    Die WAZ-Chefs machen die WR dicht und wer ist nach Laurin schuld? ARD und ZDF … Hallo? Ist da oben noch jemand zu Hause zwischen den Ohren?

    Wahrscheinlich ist der WDR auch noch schuld am Nahostkonflikt und am Klimawandel, mindestens. Und ohne öffentlich-rechtliche Medien wäre die Welt ein wenig besser.

    Ich finde es unfassbar, was Laurin für einen verbohrten Unfug und Sündenbockunsinn verzapft.

  • #34
    gogogerd

    @ Arnold Voss
    Ok, verstanden. Die Gründe für solch Rechenspielchen sind jedoch dieselben, die ich angeführt habe – um einen Grund zu haben irgendwo zu kürzen und mehr Profit aus Medienprodukt xy heraus zu ziehen. Mir ist ähnliches vom Hamburger Abendblatt bekannt. Eine Zeitung, die immer noch klare schwarze Zahlen schreibt, aber dennoch in dieser Zeit die dritte o. vierte Kürzungswelle der letzten 8 Jahre erlebt (Bekannterweise wird der Bundes-POlitikteil des HA bald von der WELT mitgemacht).

    Unkritisch gegenüebr dem öff.-rechtlichen bin ich gewiss nicht. Politkereinfluss, Ideenarmut, zu viele special Interest-Sender, und Quotenorientiereung sind schlimm. Ein von der Öffentlichkeit finanzierter Sender, der unabhängig von Parteien demokratisch kontrolliert wird, ist aber vllt irgendwann mal aus den öff-rechtlichen zu machen. Ihre Aussage, dass auf „beiden“ Seiten gutes journalistisches Arbeiten möglich sein muss, sehe ich da fast unrealistischer. Warum sollten Medienkonzerne freiwillig wieder auf Extra-Profit verzichten? Warum sollen die Konzernmedien politisch differenzierter als bislang berichten wollen? Wer das Geld und MAcht hat, bestimmt über die Chefs und die Blattlinie. Man wird eine demokratische Presse – die ihrer ROlle als 4. Gewalt gerecht wird – vermutlich nur GEGEN die Medienkonzerne und ihre Eigentums- und Profitinteressen durchsetzen können (bspw. Genossenschaftsmodelle wie taz oder jw – oder ähnliche demokratische Formen)

  • #35
    Stefan Laurin Artikelautor

    @gogogerd: Bislang kam die Presse mit ihren privaten Verlagen der Rolle als 4. Gewalt ganz gut nach. Genossenschaften sind auch ein Modell – die Welt ist bunt.

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