1:6-Pleite der Schalker gegen Real – BVB-Fans sollten sich Schadenfreude verkneifen

Julian Draxler. Foto: Michael Kranewitter Quelle: Wikipedia Lizenz: CC-by-sa 3.0/at
Julian Draxler. Foto: Michael Kranewitter Quelle: Wikipedia Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Auch wenn man natürlich als Außenseiter in den Vergleich mit dem spanischen Rekordmeister gegangen war, mit einer historischen 1:6 (0:2)-Pleite hatten in Gelsenkirchen sicherlich nur die allergrößten Pessimisten gerechnet. Und eigentlich galt es für den FC Schalke 04 ja auch nur sich zumindest eine realistische Chance auf ein Weiterkommen im Rückspiel in Spanien zu bewahren. Doch das ist gründlich danebengegangen, am Abend, vor ca. 55.000 irritierten Zuschauern in der eigenen Arena.

Lediglich in den Anfangsminuten präsentierte sich der Ruhrgebietsclub gestern als gleichwertiger Gegner für Real, hatte durch Benedikt Höwedes, direkt nach wenigen Sekunden, sogar die erste Torchance des Spiels.

Auch nach dem 0:1 durch Benzema gab es noch einmal die Ausgleichschance durch Julian Draxler. Doch spätestens nach dem frühen 0:2 durch Bale in der 20. Spielminute nahmen die Dinge in Gelsenkirchen gestern ihren unschönen Verlauf für die Heimfans im weiten Rund.

Schon zur Halbzeit hätte Madrid eigentlich mit 4 oder gar 5:0 führen können, vielleicht sogar müssen. Doch allein Christiano Ronaldo vergab in den ersten 45 Minuten gleich mehrfach, sezuze u.a. einen Ball an den Pfosten des Gehäuses.

Die Fans im Stadion präsentierten sich in dieser Phase geschockt, waren ungewohnt ruhig. Gerade auch in der Minuten nach dem 0:2, als eine sportliche Wende vielleicht sogar noch denkbar gewesen wäre. Gegen Ende des Spiel war dieser Schock jedoch dann offenkundig bereits versarbeitet, unterstützten die Anhänger ihr Team wieder nach Leibeskräften, ließen sich auch durch die Treffer bis zum 0:6 (0: 3 Christiano Ronaldo (52.), 0:4 Benzema (57.), 0:5 (Bale (69.), 0:6 Ronaldo (89.)) nicht mehr die Laune verderben.

Der Ehrentreffer, das herrliche 1:6 in der Nachspielzeit durch den Niederländer Klaas-Jan Huntelaar (90. +1), war dann allerdings auch kein wirkliches Trostpflaster mehr. Zu überlegen präsentierten sich die Gäste in ihren ungewohnten, orangen Trikots an diesem Abend im Ruhrgebiet.

Das Rückspiel in Madrid wird nun leider zu einer bedeutungslosen Veranstaltung, denn an ein 7:1 oder ein 6:0 der Königsblauen glaubt wohl ernsthaft niemand mehr.

Und nun geht es am kommenden Wochenende für die Keller-Truppe in der Bundesliga ausgerechnet nach München, zu den Bayern. Na denn…

Schaut man noch einmal kurz rückblickend auf das bisherige Abschneiden der vier deutschen Vertreter in der UEFA Champions League, dann fällt einem auf, dass die große Euphorie darüber erstmals vier Teams durch die Winterpause gebracht zu haben wohl inzwischen verflogen sein dürfte.

Die beiden zuerst auswärts angetretenen Mannschaften haben ihre Spiele beide souverän gewonnen, dürften sportlich sogar fast schon das Viertelfinale erreicht haben. Der FC Bayern siegte in der Vorwoche mit 2:0 in London, bei Arsenal, während die Dortmunder Borussia am Dienstag mit einem komfortablen 4:2 aus St. Petersburg zurückkehrte. Beide müssten um noch auszuscheiden daheim nun mit 3:0 (Dortmund) bzw. 3:1 (München) verlieren. Das erscheint dann doch eher unwahrscheinlich.

Die beiden Heimteams der Hinspiele hingegen dürften nach klaren Pleiten vor den eigenen Fans wohl bereits so gut wie ausgeschieden sein. Bayer Leverkusen unterlag bekanntlich gegen Paris mit 0:4, während die gestrige Pleite der Schalke mit dem 1:6 sogar noch deutlich heftiger ausfiel.

Das hat zur Folge, dass nicht nur alle vier Rückspiele des Achtelfinales wohl relativ wenig Spannung versprechen dürften, sondern eben auch das es im deutschen Fußball, nach wie vor, zumindest international, nach einer Vorherrschaft des FC Bayern München und von Borussia Dortmund aussieht. Genau jenen  beiden Teams, welche im letzten Mai auch das große Finale der CL in London ausgetragen haben. Zufall? Oder doch mehr?

Man sieht an den jüngsten Spielen jedenfalls auch, dass die Auslosung hierbei ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt, hatte es der BVB nach seinem erneuten Gruppensieg in der Vorrunde am Dienstag `nur‘ mir Zenit St. Petersburg zu tun, eine Mannschaft die zudem zu dieser Jahreszeit noch keinen Spielrhythmus hat, während ein Vergleich mit Real Madrid jedoch unzweifelhaft schon ein ganz anderes Kaliber darstellt, wie man ja am gestrigen Abend auf Schalke eindrucksvoll erleben musste.

Und vor diesem Hintergrund empfehle ich allen BVB-Fans nun auch etwas Zurückhaltung was ihre offen gezeigte ‚Schadenfreude‘ über die deutliche Pleite der Schalker angeht. Auch wenn der BVB seinen Vergleich mit Real im Halbfinale des Vorjahrs sportlich erfolgreich überstanden hat, ins Finale von Wembley einzog. Das Real Madrid von gestern, dass müsste auch ein BVB aktuell erst einmal bezwingen. Übermäßige Schadenfreude, wie man sie gestern teilweise im Netz finden konnte, erscheint mir zumindest unangebracht.

Das könnte vielen Dortmundern vielleicht auch bald klar werden, erscheint ein Kräftemessen der Schwarzgelben mit den Königlichen im weiteren Verlauf des Wettbewerbs doch zumindest nicht unwahrscheinlich.

Und dann könnte manch einem überheblich triumphierenden BVB-Fan das Lachen vielleicht schneller vergehen als ihm (oder ihr) lieb ist…

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26 Kommentare

  1. #1 | Kiesel sagt am 27. Februar 2014 um 10:38 Uhr

    Könnte, müsste, würde, vielleicht!

    Halten wir uns doch an Fakten: Der BVB hat in der vergangenen CL-Saison Real Madrid mehrfach in die Schranken verwiesen. Warten wir einfach ab, was kommt.

    Nun kann sich Schalke 100% auf die Meisterschaft konzentrieren.

    Finde den Fehler 🙂

    Beim BVB fehlen zur Zeit wichtige Stammspieler. Mit diesen sähe es doch ganz anders aus.

  2. #2 | Walter Stach sagt am 27. Februar 2014 um 10:57 Uhr

    Mein Eindruck gestern war vor allem, daß Real, so wie die Mannschaft aktuell besetzt ist und wie sie spielt, sich im Niveau auf einer Ebene mit den Bayern befindet; auf einem Niveau, auf dem sich grunsätzlich nicht So 4 befindet, nicht befinden kann, aber auch nicht „mein“ BVB.

    Das schließt nicht aus, daß „man“ ausnahmsweise auch Real und die Bayern schlagen kann, wenn……………….

    Als BVBer konnte ich mich jedenfalls am Spiel einer überragenden Mannschaft aus Madrid freuen. Das hat mit Schadenfreude gegenüber SO 4 nichts zu tun.
    Als BVBer muß ich zudem feststellen, daß derzeit zwischen der Mannschaft von St.Petersburg und der von Real Madrid „Welten liegen“. Das kann meine Freude über den Sieg des BVB in St.Petersburg nicht schmälern, relativiert aber im Verhältnis zu „unserem Sieg“ die eklatante Schlappe von SO 4.

  3. #3 | milo sagt am 27. Februar 2014 um 11:47 Uhr

    Ich kann mich als Schalker zumindest über das weiterkommen der A-Jugend freuen.

    Ansonsten war Real gestern schlicht und ergreifend besser. Sehr viel besser. Sehr, sehr …

    Und by the way, herzlichen Glückwunsch an die BvBler.

  4. #4 | Barni sagt am 27. Februar 2014 um 14:21 Uhr

    Nicht vergessen sollte man die Ansprüche, die von der Führung der Blauen deutlich verbal formuliert wurden. Davon ist nicht mehr viel übrig, denn die
    Mannschaft kann nicht mal ansatzweise diesen Ansprüchen in den Zusatz-
    wettbewerben wie Pokal und CL gerecht werden.

    Sicher kann man mit dem Alter (oder der Jugend) von einigen Spielern argumentieren, aber die Art und Weise, wie man verliert ist im Pott entscheidend.
    Und das war wohl garnicht zu sehen gegen die Königlichen.

  5. #5 | Billigbierphilosoph sagt am 27. Februar 2014 um 15:51 Uhr

    Schadenfreude im Fussball blendet eigene Erlebnisse eh aus. Ist also relativ egal, was Dortmund in der Vergangenheit oder in der Zukunft anstellt. Die Schadenfreude funktioniert solange Schalke so auf die Mütze bekommt.

  6. #6 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Februar 2014 um 16:28 Uhr

    Einzelne Spiele haben keine so große Aussagekraft über die Qualitäten einer Mannschaft.
    Kleines Beispiel: Schalke gewinnt in Hamburg 3:0, Dortmund verliert in Hamburg 0:3, Dortmund gewinnt sein Heimspiel gegen Madrid 4:1, Schalke unterliegt gegen Madrid daheim 1:6. Und nun?
    Deshalb ist der Gewinn einer Meisterschaft über 34 Spieltage ja auch als wertvoller einzustufen als z.B. der Gewinn eines DFB-Pokals, wo lediglich ein paar Einzelspiele in Serie gewonnen wurden. Meister wird das beste Team einer Saison, Pokalsieger kann auch ein ‚glückliches Team‘ werden.
    Von daher darf man die Niederlage der Schalker nun eben auch nicht überdramatisieren. Und das Madrid die bessere Qualität in der Mannschaft hat, vermutlich 4 von 5 Spielen gegen schalke gewinnen würde, das war doch eigentlich bereits vorher klar. Mit viel Glück kann man da im Einzelspiel mal mithalten und sie vielleicht ‚ärgern‘, oder sogar auch mal ausschalten, wenn alles optimal läuft. Klappte gestern nicht. Ging sogar richtig in die Hose. Kein Beinbruch, solange nicht jedes Spiel so läuft.

  7. #7 | OWL-Baron sagt am 27. Februar 2014 um 16:44 Uhr

    „Meister wird das beste Team einer Saison“. Nun wird mir sicher mancher BVBler zustimmen, wenn ich sage 91/92 ist nicht die beste Mannschaft Meister geworden, sondern der VFB. 85/86 entschied ein Holztreffer die Meisterschaft, so dass eben nicht die beste Mannschaft Meister wurde, sondern Bayern. Kurz und gut, Meister ist nicht immer die beste Mannschaft, sondern manchmal nur die GLÜCKLICHERE. Wenn wohl auch seltener als im Pokal.

  8. #8 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Februar 2014 um 16:54 Uhr

    @OWL-Baron: Das stimmt natürlich. Und noch etwas komplexer wird die Sache z.B., wenn der Leverkusener Sieg in Hoffenheim (ich sag nur Kießlings Phantomtor zum 2:1-Sieg) am Ende dieser Saison eine entscheidende Relevanz bei der Titelvergabe hätte. Sieht aktuell ja nicht mehr unbedingt so aus, wäre aber theoretisch möglich (gewesen). Bei der Vergabe der CL-Plätze könnte es allerdings schon noch auf diese Punkte ankommen. Natürlich kommen auch im Ligabetrieb immer etwas Glück und Pech dazu, da hast Du schon Recht. Aber wir haben uns grundsätzlich schon richtig verstanden, denke ich. 😉

  9. #9 | Bochumer sagt am 27. Februar 2014 um 17:42 Uhr

    Und als Bochumer sag ich: Haha…
    Aus der Gasprom-Kohle sollten die Russenn…..n echt mehr rausholen.

  10. #10 | OWL-Baron sagt am 27. Februar 2014 um 18:25 Uhr

    #Robin. da hast du natürlich völlig Recht mit dem „wir haben uns grundsätzlich verstanden“. Was ich für viel bedenklicher halte, ich habe das hier schon mal erwähnt, ist,dass SR m.E. vorne stehende Mannschaften, vor allem die Bayern, bevorteilen. Kießlings „Tor“ mag ebenfalls in diese Richtung gehen, auch wenn er nur für Bayer spielt. Das ist sicher keine Absicht, aber für die Benachteiligten verdammt ärgerlich.

  11. #11 | Franz Przechowski sagt am 27. Februar 2014 um 19:18 Uhr

    Dieses idiotische Rivalitätsgehabe zwischen DO vs GE Fans spiegelt im Kleinen die Unfähigkeit der Menschen wider, als Revierkommunen den notwendigen Gemeinsinn im Standortwettbewerb zum Rest der Welt zu entwickeln. Zunächst auf den wirklich relevanten Spielfeldern: Politik und Wirtschaft.
    Mein Gott, ist das alles kleinkariert im Pott. Tegtmeier lässt Grüssen.

    Glückauf

  12. #12 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Februar 2014 um 19:29 Uhr

    @Franz Przechowski: Das ist aber kein Ruhrgebietsphänomen. In München ist die Rivalität zwischen 1860 und dem FC Bayern nicht minder emotional. Und München wird allgemein als ‚Weltstadt‘ respektiert.

    @OWL-Baron: Walter Stach hat kürzlich hier auch schon mal angeregt, dass der häufig umstrittene Schiri Wolfgang Stark doch auch mal einen eigenen Beitrag wert wäre. Ich notiere mir deinen Ansatz von gerade auch mal für einen zukünftigen Beitrag. Vielleicht lässt sich das ja verbinden.

  13. #13 | Frank sagt am 27. Februar 2014 um 19:56 Uhr

    @Franz P. #11

    GENAU! Das sagt Angela auch immer!

    Habe mit ihr gelitten, obwohl ich noch vom Vortag beseelt war.. 😉

  14. #14 | Franz Przechowski sagt am 27. Februar 2014 um 20:38 Uhr

    @Robin: Rivalität ist nicht schlecht, sogar förderlich. Aber bei uns wirkt es destruktiv. Wenn wir als Region wirtschaftlich so stehen würden wie München, dann liesse sich dieser Luxus als nette Folklore darstellen. Aber wir gehen hier im Revier wirtschaftlich in den Arsch.
    Aber vielleicht ist gerade deshalb Opium für´s Volk die passende Betäubung.

  15. #15 | der, der auszog sagt am 27. Februar 2014 um 20:55 Uhr

    Wen interessiert schon die Meisterschale oder der Championsleaguepokal? Schalke ist seit 2001 ununterbrochen der Meister der Herzen. Diesen tollen und exklusiven Titel hat weder vorher noch nachher eine europäische Mannschaft holen können… und das soll was heißen 😎

  16. #16 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Februar 2014 um 21:02 Uhr

    @Franz Przechowski: Ja, klar. `Brot und Spiele‘ Das war doch schon immer so. Trotzdem habe ich viel Spaß an und mit der Bundesliga. 🙂

  17. #17 | Helmut Junge sagt am 27. Februar 2014 um 21:19 Uhr

    Ich habe das Spiel auch gesehen. Dummerweise verstehe ich kaum etwas vom Fußball. Trotzdem möchte ich meinen Senf dazugeben. Hier also meine Meinung zum Spiel:
    Das Spiel der Schalker war leider nur für die ersten 2-3 Minuten angelegt. Da waren sie klar die bessere Mannschaft mit den besseren Einzelleistungen.
    Einfach dominant. Madrid war in der Defensive!
    Schalkes Trainer muß Wege finden, die zukünftigen Spiele seiner Mannschaft nach Ablauf der ersten drei Minuten zu beenden, oder seine Leute dahin zu bringen, so ein Spiel über 90 Minuten zu gestalten. Fehlen zur Zeit noch 87 Minuten! Das ist doch überschaubar, es wird also einen Weg geben.

  18. #18 | OWL-Baron sagt am 27. Februar 2014 um 21:27 Uhr

    Also heute Abend ist die SGE Meister der Herzen, da gibt es ja wohl keine zwei Meinungen.

  19. #19 | Robin Patzwaldt sagt am 27. Februar 2014 um 21:33 Uhr

    @OWL-Baron: Sorry, hab ich nicht gesehen. Man muss ja auch mal einen fußballfreien Tag einschieben. 😉 Aber das Ergebnis liest sich wirklich brutal! Mein Mitgefühl!

  20. #20 | OWL-Baron sagt am 27. Februar 2014 um 22:10 Uhr

    #Robin, danke. Bei den Schirientscheidungen habe ich vor allem die beiden letzten Heimspiele der Eintracht gegen Bayern im Kopf. Einmal kein Elfmeter, einmal ein reguläres Tor von Alex Meier nicht anerkannt. Wenn ich daran denke, dass die SGE nur durch das bessere Torverhältnis in die Euroleague gekommen ist…Ein Punkt hätte übel fehlen können. Auch auf den Leserbriefseiten des Kicker ist immer wieder die Rede von zweifelhaften Schirientscheidungen zu Gunsten der Topclubs. So, jetzt wein ich mich in den Schlaf.

  21. #21 | Franz Przechowski sagt am 27. Februar 2014 um 23:13 Uhr

    Gute Nacht

  22. #22 | der, der auszog sagt am 28. Februar 2014 um 00:17 Uhr

    @Helmut (#17)

    Ich habe auch keine Ahnung von Fußball, aber wenn ich in den letzten Jahren in Spanien oder Frankreich unterwegs war, dann hat mir das Thema schon Türen und Tore geöffnet.
    Wirst Du nämlich gefragt, woher Du kommst und Du sagst ‚Gelsenkirchen‘, dann kommt nur Kopfschütteln. Gelsenkirchen kennt im Ausland kein Schwein. Sagst Du aber Schalke, dann ist alles in Butter. Schalke kennt auch im Ausland jeder und das erste, was den Leuten zu Schalke einfällt ist Raúl und Real Madrid 🙂

  23. #23 | Helmut Junge sagt am 28. Februar 2014 um 07:23 Uhr

    @der,der auszog, stimmt. Als ich noch in Gelsenkirchen gewohnt habe, hab ich das genau so gemacht. „Ich komme aus Gelsenkirchen“ klingt irgendwie wie bayrisches Land. Aber Schalke kennt jeder. Eigentlich war das noch die bessere Zeit, denn jetzt muß ich sagen „Duisburg“. Wenn die es nicht kennen, sage ich immer „bei Düsseldorf“. Den örtlichen Fußballverein, früher auch Bundesliga, kennt auch kaum noch einer, abgesehen von den Drittklassenvereinen der Gegend, die sich auf Spiele gegen diese Mannschaft freuen. Jetzt sage ich oft „fast in Oberhausen“, weil ich ja an der Stadtgrenze wohne. Hilft auch nicht weiter. Vielleicht versuche ich es mal mit „30 km von Schalke“.

  24. #24 | OWL-Baron sagt am 28. Februar 2014 um 11:38 Uhr

    Als der schwedische König Kuzorra fragte, wo Gelsenkirchen liegt, sagte der „bei Schalke“. Es ist leider nicht überliefert, ob der König was mit dieser Antwort anzufangen wusste.
    #Robin, wie wäre es mal mit einem Beitrag über Verschwörungstheorien im Fußball? Ich hätte eine schöne, die geht so: Im 59er Endspiel pfiff der Flensburger Schiri Asmussen einen Elfmeter für die SGE, weil seine Frau beim DHB in FFM beschäftigt war. So erzählt man sich in Offenbach. Im Ruhrgebiet blühen doch sicher auch solche Theorien. BVB/S04, VfL/SG09, RWE/SWE, MSV/Hamborn etc. Das ist doch ein weites und hochspannendes Thema.

  25. #25 | Robin Patzwaldt sagt am 28. Februar 2014 um 11:48 Uhr

    @OWL-Baron: Deine Anregung habe ich mir ebenfalls notiert. Danke! 🙂

  26. #26 | WALTER Stach sagt am 28. Februar 2014 um 17:55 Uhr

    Zu den Verschwörungstheorien, konkret zu „Tor oder kein Tor“:

    Ich bin 1966 nach der Endspielniederlage Deutschlands gegen England mit jungen Leuten -Inspektoranwärter, heute Dipl.Verwaltungwirte wie seinerzeit in deren Ausbildung üblich nach Berlin gefahren. Kurz nach der Abfahrt mit dem Bus aus Recklinghausen wurde kräftig Bier getrunken. In der Folge wuchs die Lautstärke bis Helmstedt stetig an.
    Da ich aus Erfahrungen wußte, das die DDR-Grenzer von uns erwarteten, ruhig und gelassen die oft unerträgliche Prozedur der Kontrollen zu ertragen, anderfalls bereit und in der Lage waren, die Reisenden massiv zu schikanieren, bat ich kurz vor dem Grenzübergang um Ruhe und Zurückhaltung. Dem wurde gefolgt. Die Kontrollprozeduren liefen folglich relativ erträglich und vor allem realativ schnell ab.
    Und dann?
    Ja dann passierte das Folgende:
    Auf dem Weg, den Bus zu verlassen, machte der letzte der Kontrollbeamten die Bemerkung: „Na, war wohl nichts mit der Weltmeisterschaft der BRD“.

    Daraufhin, „wie aus der Pistole geschossen, die Antwort eines Teilnehmers der Exkursion:
    „Ja, kein Wunder! Denn das fälschlicherweise gegeben Tor wurde ja letzlich entschieden durch einen Linienrichter aus der UDSSR!!“

    Das hatte zur Folge,daß wir rd. 3 1/2 Stunden von den Grenzbeamten der DDR aufgehalten wurden -Kofferkontrollen;mehrfaches Einsteigen und Aussteigen u.ä.mehr.

    Das war für mich als Ex-Fußballspieler zwar nicht das erste und einzige
    Erlebnis mit dem Streit „Tor oder Nicht-tor“, aber das für mich bis heute amüsanteste. Seinerzeit war ich als „Reiseleiter“ zwar über die Folgen der Bemerkung eines meiner Exkursionsteilneher ganz und gar nicht amüsiert, mußte aber später seine „Spontanität und Kreativität“ ausdrücklich „würdigen“.

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