Konzept Ruhr: Land will weniger Projekte fördern

Eine Liste mit 274 Projekten haben die Ruhrgebietsstädte Anfang des Jahres dem Land vorgelegt – nach Ansicht der Landesregierung zu viele – und zu teuer sind sie Düsseldorf auch.

Im Januar stellten die Ruhrgebietsstädte 274 Projekte vor, mit denen sie erstmals gemeinsam und miteinander abgesprochen in Düsseldorf Fördermittel einwerben wollten. Schon damals schafften es nicht alle Projekte auf die Liste. Doch dem Land war diese trotzdem noch zu lang.  Joachim Neuser,  Sprecher des Wirtschaftsministeriums, dass für die Landesregierung die Abwicklung der Förderprojekte koordiniert: "Die 274 Projekte der Städte hätten fast zwei Milliarden Euro gekostet. Wir haben die Städte gebeten nachzubessern und eine abgespeckte Liste einzureichen" 450 Millionen Euro – mehr will das Land nicht gemeinsam mit der Europäischen Union zur Verfügung stellen. Auch die Förderprojekte des Ökologieprogramm EmscherLippe (ÖPEL) sollen mit dieser Summe finanziert werden. Nun wird an einer Streichliste gearbeitet, die in der kommenden Woche wohl in einer ersten Version fertiggestellt sein wird. Schon begonnene Projekte haben die besten Zukunftschancen. Streitig ist nur, wer über diese Liste endültig befinden soll: Während die Städte wohl wie bislang gerne selbst die Liste erarbeiten wollen, drängt der Fraktionschef der CDU im RVR, Roland Mitschke darauf, sie in der Verbandsversammlung des RVR zu diskutieren: "Das Ruhrparlament ist der Ort, an dem Projekte mit regionale Bedeutung diskutiert und entschieden werden müssen. Die Städte haben nur ihren lokalen Blick – und das ist gut und richtig. Wir brauchen aber die Sicht auf das ganze Ruhrgebiet, wenn wir entscheiden wollen, welche Projekte unverzichtbar für die weitere Entwicklung der Region sind."

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5 Kommentare

  1. #1 | Jens König sagt am 24. Juni 2008 um 20:11 Uhr

    Konzept Ruhr. Hm. Soso. Lesenswert.

    Dort heisst es unter „7. Aufmerksamkeit erregen: Neue
    Architektur“:
    „…Im Wettbewerb der Metropolen haben aber auch spektakuläre neue Architekturen eine wichtige Funktion. Sie rufen nicht nur neues touristisches Interesse hervor, sondern stehen in der internationalen Wahrnehmung für die Dynamik und Kreativität der Metropolen. Die weltweite Wahrnehmung der neuen Zollverein School in der Fachwelt ist ein Beleg für diese These.“

    Versteh ich jetzt nicht, ich dachte „…der Traum ist aus. Die School Zollverein, als Ankerpunkt der Designstadt, geriet schon ein Jahr nach ihrer Eröffnung im vergangenen Herbst in die Existenzkrise“, wie David Schraven neulich schrieb (https://www.ruhrbarone.de/das-marchen-designstadt-ist-zuende/).

    Also:Wenn der Beleg im Eimer ist, was ist dann wohl von der These zu halten? Was von dem ganzen Konzept, wenn schon beim kurzen Überfliegen so ein Missklang auffällt. Und, au weia, da im selben Absatz spukt wieder die lebende Leiche „Tourismus im Ruhrgebiet“ herum. Da weiss ich dann doch nicht mehr, ob das jetzt wirklich lesenswert ist, oder überflüssig, weil schon tausendmal in irgendwelchen Broschüren geschrieben.

    Nicht, dass es „Konzeptlos Ruhr“ heissen müsste…

  2. #2 | David sagt am 25. Juni 2008 um 09:10 Uhr

    Ich finde Roland Mitschke hat absolut recht. Diese Liste muss im RVR – und zwar im Ruhrparlament – diskutiert werden. Ansonsten macht das Parlament überhaupt keinen Sinn und wir müssen es Unterausschuss der Revierkommunen nennen.

  3. #3 | Arnold Voss sagt am 25. Juni 2008 um 09:52 Uhr

    @ Jens
    Wenn man die Augen konsequent zuhält fällt einem einfach vielmehr zum Schreiben ein. Die Welt wird irgendwie schöner, man selbst wird größer und größer, und ebenso große und schöne Worte perlen aus der so geförderten Phantasie hervor und fallen in wohlformuliertern Wortkaskaden auf geduldiges Hochglanzpapier. Und alle stimmen zu und man hört die Leute klatschen und sieht sich in den Medien als der, der den Phönix aus der Asche emporsteigen lässt. Als den großen Aufmerksamkeitskrieger der eine Bilderschlacht nach der anderen gewinnt.Und der Ruhm scheint am Horizont auf und der Mantel der Geschichte und …..

    Was antwortete einst ein weiser Mann (oder war,s doch eine Frau?) auf die Frage, was denn der beste Weg sei, seine Träume zu realisieren. Er oder sie sagte ganz klar und deutlich: Aufwachen und die Augen offen halten!!!!

  4. #4 | Nobby Brinks sagt am 4. Juli 2008 um 12:46 Uhr

    Eine Liste Konzept Ruhr mit 274 Projekten ist lang und länger. Dabei hat sich der Kreis Wesel und große Teile des Kreises Ennepe-Ruhr noch nicht mal daran beteiligt. Kein wunder, dass das Land nicht alles fördern möchte. Schön wäre es, wenn nicht alles, was außerhalb des Emschergebiets liegt, gestrichen wird.

    Natürlich ist es klar, das der Fraktionschef der CDU im RVR, Roland Mitschke möchte, das der RVR alles regelt. Der RVR sucht ja ständig nach neuen Aufgaben. Es ist ja seine Aufgabe, Gelde und Aufgaben für den RVR zu fordern.

    Ich finde, die Städte des Ruhrgebiet, die im Städteranking des Landes NRW ganz vorne liegen, bedürfen keine gesonderten Vördergelder. Gesonderten Vördergelder dürfte es für das Ruhrgebiet nicht geben.

    NB

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 4. Juli 2008 um 15:47 Uhr

    @Nobby: Genau es geht mit deutlich weniger Projekten und weniger Förderung – es geht aber auch mit deutlich weniger Beschäftigten im öffentlichen Dienst – das Geld was dafür rasgehauen wird können die Bürger gut selbst gebrauchen: Also Landschaftsverbände weg, drei Mittelinstanzen und die Kohle geht an den Steuerzahler zurück..

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