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3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

Berlin, 6.9.2010 – Vor drei Jahren, am 6. September 2007, entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Die Bücher waren nur knapp der Indizierung durch die BPjM entgangen, weil der Verlag zusicherte, alsbald kommentierte Neuauflagen herauszubringen und bis dahin die Bücher nur mit einer Beilage auszuliefern. Doch nach drei Jahren ist noch immer nichts geschehen. Unser Gastautor Andreas Lichte erstellte für die BPjM ein Gutachten zur Praxisrelevanz von Steiners Rassismus, in dem er auch die Vermittlung von Rudolf Steiner im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ darstellte. Hier ein Auszug, Zitat:

 

Tauchten während der Ausbildung zum Waldorflehrer [im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“] auch rassistische Inhalte auf? Ja. Ich möchte drei Ebenen unterscheiden:

1. Betonung der Überlegenheit der Europäer (= Weißen) unter Ausklammerung der Unterlegenen, der Nicht-Europäer

2. Beschreibung des Verhältnisses von Europäern zu Nicht-Europäern unter Verwendung rassistischer Stereotypen

3. Beschreibung der Nicht-Europäer

Zu jeder Ebene hier ein Beispiel:

1. Betonung der Überlegenheit der Europäer (= Weißen) unter Ausklammerung der Unterlegenen, der Nicht-Europäer:

Im Fach „Kunstbetrachtung“, einer anthroposophischen Kunstgeschichte, erläutert der Gastdozent Dr. Weiss* die Entwicklung der Steinerschen „Wesensglieder“ anhand von dafür typischen Kunstwerken: Die alten Ägyper besaßen noch ein „magisches Bewusstsein“, eine unmittelbare Verbindung zur „geistigen Welt“; bei den Griechen bildete sich die „Verstandesseele“ aus; und „um das Jahr 1413 herum begann mit der Entdeckung der Perspektive die Ausarbeitung der Bewusstseinsseele“. „Damit haben die Europäer eine Vorreiter-Rolle übernommen“, erklärt Dr. Weiss. Ich frage nach: „Und der Rest der Menschheit hinkt hinterher?!“ Dr. Weiss: „Sie wollen mich wohl auf’s Glatteis führen!“ Gefahr erkannt, leider aber nicht gebannt:

Dr. Weiss ist durchaus bewußt, dass mit der von ihm – oder besser: von Steiner – festgestellten Überlegenheit der Europäer eine Unterlegenheit aller Nicht-Europäer einhergeht. Aber dazu steht er, betont an anderer Stelle, dass doch gar kein Zweifel daran bestünde, dass Schwarz-Afrikaner ganz anders als Weiße seien: „Das merke ich schon, wenn ich bei einem schwarzen Taxifahrer mitfahre …“ Dr. Weiss muß es ja wissen, spricht er doch aus Erfahrung: Er hatte nach eigenem Bekunden jahrelang in Südafrika gelebt.

Im Zusammenhang mit der Perspektive präsentiert Dr. Weiss noch ein überraschendes Detail: auf nicht nachvollziehbaren Umwegen verortet er den eigentlichen Verdienst an der kulturhistorischen Leistung „Perspektive“ im germanischen Kulturkreis nördlich der Alpen:

eben anthroposophische Kunstgeschichte …

2. Beschreibung des Verhältnisses von Europäern zu Nicht-Europäern unter Verwendung rassistischer Stereotypen:

Im Fach „Erzählübungen“, angeleitet vom Leiter des Waldorfseminars, Herrn Klein*, soll ein als vorbildlich geltender Text mit eigenen Worten wiedergegeben werden – dieser Text ist ausdrücklich als Material für den Waldorf-Schulunterricht vorgesehen. Worum geht es? Um Geographie. Geschildert wird die Begegnung von Stanley mit Livingstone irgendwo im finsteren Kontinent, Afrika. Stilistisch scheint es sich um einen Aufsatz des neunzehnten Jahrhunderts zu handeln, mit klarer Rollenverteilung: Der europäische Entdecker, Wissenschaftler, begegnet dem primitiven, naiven Schwarzen …

Die vorgestellten Sterotypen sind so eindeutig diskriminiernd, dass es zu massiven Protesten der Waldorfseminaristen kommt, was aber für die Dozenten kein Anlaß zur Selbstkritik ist.

3. Beschreibung der Nicht-Europäer:

In der Seminarveranstaltung zum Thema Geographie, die der Dozent Vormann* vom 29.10. – 2.11.2001 durchführt, wird eine der nicht-europäischen Rassen mit Namen genannt: die „Indianer“.

Im folgenden zitiere ich aus meinem Erlebnisbericht „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”:

„»Wie unterrichte ich Geographie an der Waldorf-Schule?« ist das Thema des Dozenten Vormann. Sein Ziel ist es, »hinter den äußeren Eindrücken nach und nach den Schleier für eine höhere Ganzheit zu heben«.

Eine Woche hat er dazu Zeit, und er nutzt sie, um zwei Kontinente vorzustellen: »Geographische Polaritäten. Zentral- und Ostasien im Vergleich mit Nordamerika.« Zunächst ist es nur mehr oder weniger eine Wiederholung des altbekannten Schulstoffes – Gelber Fluß und Colorado River werden gegenübergestellt. Dann widmet er sich seinem eigentlichen Thema: »Mensch und Landschaft.« Aus der asiatischen Architektur – der Pagode – folgert er, daß der Asiat sich dem Himmel – »Tien« – zuwendet.

»Und was ist die typische Architekturform Nordamerikas?« fragt Herr Vormann und gibt alsbald die Antwort: »Es ist die Stufenpyramide. Sie steht für die Erdverbundenheit der präkolumbianischen Völker.« L. erlaubt sich die Frage: »Und was ist mit den Indianern Nordamerikas – der Puebloarchitektur? Oder dem Zelt der Nomadenvölker der großen Prärien?« »Die haben im großen Überblick keine Bedeutung, die Indianer waren schon eine absterbende Rasse«, ist die Antwort des Dozenten. »Eine absterbende Rasse, was meinen Sie damit, daß die Indianer von den Weißen aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt wurden?« »Nein, die Indianer waren schon vorher eine absterbende Rasse, ihnen fehlten die Voraussetzungen für eine kulturelle Höherentwicklung.«

Keiner der Seminaristen sagt etwas. In L. brodelt es, er erinnert sich an seine Reise in den amerikanischen Westen: »Finden Sie das nicht unfair, nach all dem Unrecht, was die Indianer erleiden mußten, ihnen auch noch die Schuld daran anzulasten?!« »Was regen Sie sich so auf, die Alten Agypter waren schließlich auch eine absterbende Rasse.«

L. ringt um Worte: »Meinetwegen können Sie das über die Alten Ägypter sagen, aber ich habe keine Lust, einem Indianer, den ich als Anhalter im Auto mitnehme, zu erklären, daß er zu einer absterbenden Rasse gehört!« Herr Vormann ist ob soviel Respektlosigkeit erbost. »Lassen Sie uns im Unterricht fortfahren, diese Frage können wir hier und jetzt nicht hinreichend erörtern!« Ist damit für ihn die Sache erledigt? L. hört nie wieder etwas von ihm …“ [Zitat-Ende]

Was meint der Dozent Vormann, wenn er von den Indianern als „absterbender Rasse“ spricht? Er fasst mit eigenen Worten eine „Erkenntnis“ Rudolf Steiners zusammen, wie sie sich z.B. in „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ findet, Zitat:

„Auf das Drüsen-System endlich – nur auf dem Umwege durch alle anderen Systeme – wirkt dasjenige, was wir bezeichnen können als die abnormen Geister der Form, die im Saturn ihren Mittelpunkt haben. Da haben wir in allem, was wir als Saturn-Rasse zu bezeichnen haben, in allem, dem wir den Saturn-Charakter beizumessen haben, etwas zu suchen, was sozusagen zusammenführt, zusammenschließt das, was wieder der Abenddämmerung zuführt, deren Entwicklung in gewisser Weise zum Abschluß bringt, und zwar zu einem wirklichen Abschluß, zu einem Hinsterben. Wie sich das Wirken auf das Drüsensystem ausdrückt, sehen wir an der indianischen Rasse. Darauf beruht die Sterblichkeit derselben, ihr Verschwinden. Der Saturn-Einfluß wirkt durch alle anderen Systeme zuletzt auf das Drüsensystem ein. Das sondert aus die härtesten Teile des Menschen, und man kann daher sagen, daß dieses Hinsterben in einer Art Verknöcherung besteht, wie dies im Äußeren doch deutlich sich offenbart. Sehen Sie sich doch die Bilder der alten Indianer an, und sie werden gleichsam mit Händen greifen können den geschilderten Vorgang, in dem Niedergang dieser Rasse.“

Dieselbe „These“ wiederholt Steiner auch in anderen Werken, in wechselnder Ausgestaltung, z.B. in „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis“, Seite 244:

„Wir haben in der amerikanischen Rasse eine primitive Urbevölkerung vor uns, die weit, weit zurückgeblieben ist, auch in bezug auf religiöse Weltanschauung. (…) Aber die Europäer sind hinaufgestiegen zu einer höheren Kulturstufe, während die Indianer stehengeblieben und dadurch in Dekadenz gekommen sind. Diesen Entwickelungsvorgang muß man immer beachten. Er läßt sich darstellen wie folgt. Im Laufe der Jahrtausende verändert sich unser Planet, und diese Veränderung bedingt auch eine Entwickelung der Menschheit. Die Seitenzweige, die nicht mehr in die Verhältnisse hineinpassen, werden dekadent. Wir haben also einen geraden Entwickelungsstamm und abgehende Seitenzweige, die verfallen (siehe Zeichnung).“

Im vorgestellten Zitat aus „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis“ erläutert Steiner diese „Zeichnung“ auf der gegenüberliegenden Seite, Seite 245 [siehe Abbildung oben].

Fazit:

Im Rahmen der anthroposophischen Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” wurden eindeutig rassistische Inhalte gelehrt.

Das Spektrum reichte von krassen Aussagen über Nicht-Europäer  („Indianer”), die diesen letztlich die Existenzberechtigung absprechen, bis hin zum ganz alltäglichen Rassismus, der eine Vorreiterrolle, Dominanz, Überlegenheit des Europäers (= Weißen) gegenüber anderen Rassen ausdrückte.

Steiners esoterische „Menschheitsentwickelung“ wurde in Form seiner „Kulturepochen“-Lehre am Waldorfseminar unterrichtet.

Wie die Steinerschen „Kulturepochen“ und damit seine rassistische „Menschheitsentwickelung“ den Weg über die indirekte Vermittlung durch den Waldorflehrer zu den Waldorfschülern findet, wird im nächsten Kapitel aufzuzeigen sein. [nächstes Kapitel im Gutachten].

* Namen geändert

 

Anhang: Aus der „Entscheidung Nr. 5506 vom 6.9.2007“ der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ von Rudolf Steiner, vertrieben vom Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Zitat Seite 6f.:

 

„(…) Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die „Galle überläuft“, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. – So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (…) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (…) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! – In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294) (…)“

 

Andreas Lichte bei den Ruhrbaronen:

„Waldorfschule: Vorsicht Steiner“ – Interview mit Andreas Lichte

„Kampf bis zur Erleuchtung – Lorenzo Ravagli und der Glaubenskrieg der Anthroposophie gegen Helmut Zander“

„Die Waldorfschulen informieren“

„Drei Gründe für die Waldorfschule“

Waldorfschule: „Detlef Hardorp, der Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“

„Waldorfschule: Lehrer gesucht!“

„Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen“

 

Abbildung aus: Rudolf Steiner, „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis”, Seite 245

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82 Kommentare zu “3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

  • #1
    Malte

    Zitat“Im Rahmen der anthroposophischen Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” wurden eindeutig rassistische Inhalte gelehrt“

    Ich kenne Waldorflehrer, Erzieherinnen, usw. Rassistisch ist von denen keiner, auch die Kinder, in den Kindergärten, sind es nicht!

    Interessant, das Ihr seit Monaten nur die Negativbeispiele raus sucht!

    Rainer Werner Fassbinder, Cosma Shiva Hagen, Uwe Ochsenknecht, Ferdinand Alexander Porsche, alle „rassistisch“ erzogen?

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  • #3
    Philip

    @Malte, darum geht es doch nicht.
    Du musst nur mal alles genau lesen, was Andreas Lichte schreibt. Sicher sucht er Dir die wichtigen Stellen nochmal raus.

  • #4
    Andreas Lichte

    @ Malte

    als Waldorf-Sympathisant kannst du mir sicher bei der Einordnung der waldorfpädagogischen Methode „Physiognomik“ helfen – irgendwie steh ich davor, und weiss nicht, ob ich das nicht doch mal „faschistisch“ nennen sollte:

    Die zukünftigen Waldorflehrer “lernten” am “Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” auch Physiognomik: An der Schädelform, etc., lässt sich laut Anthroposophie der Charakter des Kindes bestimmen.

    Ich habe seinerzeit mal ganz vorsichtig gefragt:

    “Sollte man nach DER Geschichte – dem Nationalsozialismus – nicht vorsichtig mit der Schädelkunde umgehen?”

    Der Dozent Wilfried Jaensch gab zu verstehen, dass es nur auf die “richtige” – also: anthroposophische – Haltung ankomme.

    links:

    zur Pseudowissenschaft Physiognomik: http://de.wikipedia.org/wiki/Physiognomik

    zum Anthroposophen Wilfried Jaensch, “Anthroposophische Vergangenheitsbewältigung“: http://reflexion.blogsport.de/2010/09/04/anthroposophische-vergangenheitsbewaeltigung/

  • #5
    dot tilde dot

    @4 (andreas lichte):

    „faschismus“ könnte von der begrifflichkeit doch irgendwie knapp vorbei gezielt sein, oder?

    überzogene bezeichnungen erschweren interessierten waldorfschülern (die die schule meist von ihren eltern ausgewählt bekamen) die eigene vergangenheitsbewältigung.

    ich weiß sehr gut, dass das gar nicht einfach ist.

    @1 (malte):

    ich kenne auch eine reihe waldorflehrer, darunter auch opfer linker und rechter diktaturen. alle wollen sie keine rassisten sein. und keiner stellt steiners abstruse rassismen öffentlich zur debatte. meinem eindruck nach sieht es die selbstauffassung der waldorfschule nicht vor, das menschenbild steiners auch nur in teilen in frage zu stellen. eine wirklich offene diskussion inmitten der schulischen öffentlichkeit, hält das die waldorfschule überhaupt aus?

    aber ich argumentiere im kreis. wir müssten eigentlich von den personen wieder weg und über die inhalte diskutieren. positiv- gegen negativbeispiele aufzurechnen, hat doch keinen sinn. ich könnte zu diesem pingpong aus dem hohlen bauch heraus noch otto schily anbieten. hilft auch nicht weiter.

    .~.

  • #6
    Malte

    “Sollte man nach DER Geschichte – dem Nationalsozialismus – nicht vorsichtig mit der Schädelkunde umgehen?”

    Genau das ist doch das Problem, siehe die Sarrazin Diskussion. Sobald „Deutscher“ diese Themen anspricht, ist er ein Rassist oder Nazi usw.

    Eine sehr gute bekannte von mir, Waldorfkindergärtnerin, kennt die hier diskutierte Problematik nicht, hat auch nichts in dieser Richtung „gelernt“

    Kinder aus meiner Familie, im Waldorfkindergarten, oder bekannte, Waldorfschulen, eben so wenig!

    Vielleicht ist das der Grund, warum ich den Hype der hier veranstaltet wird nicht verstehe!

    Aber, lies das doch mal:

    Steiner „Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, dass die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus der Naturanlage.“

    http://www.waldorf.net/html/aktuell/3sat.htm

  • #7
    Andreas Lichte

    @ Malte

    „Aber, lies das doch mal …“

    Meinst du ernsthaft, ich soll Detlef Hardorp, den „Berlin-Brandenburgischen Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“ lesen?

    Weisst du eigentlich, was du liest? Weisst du eigentlich, von wem du die Waldorf-Propaganda liest? Vergleiche:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„detlef-hardorp-der-berlin-brandenburgische-bullterrier-der-anthroposophischen-offentlichkeitsarbeit“/

  • #8
    Andreas Lichte

    @ dot tilde dot

    du schreibst: „»faschismus« könnte von der begrifflichkeit doch irgendwie knapp vorbei gezielt sein, oder?“

    „oder?“:

    http://www.egoisten.de/page144/page112/page112.html

    „(…) Die triebhaften Neger

    Aber ach, immerhin haben wir Weißen immerhin doch noch hemmende Kräfte. Das mag anderswo auf dieser großen Welt noch anders sein. Indianer zum Beispiel haben stets eine „zu lange Oberlippe“, woran man sofort erkennt, dass sie die „Neigung zur Schwere und Verhärtung“ haben. Das zeigt sich auch darin, dass sie „schwer lastende Knochen [21] “ besitzen. Vielleicht konnten sie deshalb vor den weißen Amis nicht schnell genug davon laufen.

    „Die Neger“ dagegen haben in Bezug auf ihre Oberlippe „die Neigung zur Verkürzung [22] „. Daher wirken sie „im großen und ganzen sehr kindlich“. Man muss allerdings, phänomenologisch sauber – allerdings streng rassistisch – die verkürzte Oberlippe von „der Wulstigkeit der Lippen [23] “ getrennt betrachten. Man muss sich von dem Kindlichen nicht in Bockshorn jagen lassen. Denn die wulstigen Lippen deuten doch eindeutig, wie gerade schon dargelegt worden ist, „auf starke Triebelemente in der schwarzen Rasse“ hin. Glas schreibt tatsächlich ohne Wenn und Aber von der „schwarzen Rasse“. Erstaunlicherweise weist er in diesem Zusammenhang darauf hin, wie „fein die physiognomischen Unterscheidungen getroffen werden müssen, wenn man das Menschenwesen nicht dogmatisch betrachtet“ [24] . Ich war gerade der Ansicht, dass er mit solchen Anschauungen eine geradezu umwerfend dogmatische Betrachtungsweise an den Tag gelegt hat.

    Lassen wir vielleicht die Oberlippe jetzt auf sich beruhen -selbst wenn manchen brennend interessieren wird, wie sich darin „Trunksucht“, „Herrschsucht oder sexuelle Triebhaftigkeit“ ausdrücken mögen.

    Schlaft gut, liebe Physiognomiker, Phänomenologen und Rassisten und hütet eure schmalen Lippen.“

  • #9
    c.

    würde mich mal interessieren, ob im zweitausendeins-verlag auch kritische kommentare in steiners gesammelten werken ( http://www.zweitausendeins.de/display/?d=11782&CT=1 ) aufgenommen wurden…
    wenn ich mir die ankündigung durchlese, bezweifele ich das doch stark; hier der text:

    „Das Wichtigste vom großen Stichwortgeber unserer Moderne: Rudolf Steiners zentrale Schriften. 1.100 Seiten. Nur bei uns. Nur 9,99 Euro. Neu: Von biodynamischer Ernährung über Waldorfschulen bis zur modernen Architektur: Es steckt mehr Steiner in unserem Alltag, als wir ahnen. Für Kunst, Architektur, Pädagogik, Wirtschaft und Politik war der Begründer der Anthroposophie einer der großen Impulsgeber. Unsere Auswahl in einem Band bereitet den Zugang zu seinem anregenden Werk. Er war einer der einflussreichsten Reformer des 20. Jahrhunderts. Sein Ziel: östliches und westliches Erbe der Spiritualität, Philosophie, Naturwissenschaft, Kunst und Religion in einer neuen Weltsicht zu vereinen und eine andere Form des Zusammenlebens zu entwickeln.“

    anthroposophie gehört in ein kuhhorn gestopft, und bei nacht und nebel auf einem abgelegenen acker endgültig in der erde versenkt; und das mindestens 5 fuß tief.

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  • #11
    Andreas Lichte

    @ Malte (Trösken)

    ist das Ihr letztes Wort zur waldorfpädagogischen Methode Physiognomik:

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/comment-page-1/#comment-60249

    Zitat Malte Trösken: „Sobald “Deutscher” diese Themen anspricht, ist er ein Rassist oder Nazi usw.“

    Sehen Sie das Problem tatsächlich „nur“ darin, dass sich die Nazis der Physiognomik bedient haben, um Juden und andere Nicht-Arier zu „identifizieren“ ?

    Ist es für Sie o.k., wenn sich andere – die Anthroposophen – der pseudowissenschaftlichen Methode Physiognomik bedienen, um Kinder in absurde Kategorien einzuteilen ?

  • #12
    Malte

    Nein, natürlich nicht! Was ich aber sagte ist

    Zitat: „Eine sehr gute bekannte von mir, Waldorfkindergärtnerin, kennt die hier diskutierte Problematik nicht, hat auch nichts in dieser Richtung “gelernt”

    Kinder aus meiner Familie, im Waldorfkindergarten, oder bekannte, Waldorfschulen, eben so wenig!

    Vielleicht ist das der Grund, warum ich den Hype der hier veranstaltet wird nicht verstehe“

    Im übrigen:

    „Physiognomik ist die Wissenschaft, den Charakter (nicht die zufälligen Schicksale) des Menschen im weitläuftigsten Verstande aus seinem Aeußerlichen zu erkennen; Physiognomie im weitläuftigen Verstande wäre also alles Aeußerliche an dem Körper des Menschen und den Bewegungen desselben, in sofern sich daraus etwas von dem Charakter des Menschen erkennen läßt“

    http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1579&kapitel=3&cHash=0a48ca3d982#gb_found

    Das ist von 1772, ich muss mich in das Thema mal richtig einlesen, bevor ich was falsches sage/schreibe 😉 [das ist schon heftig!]

  • #13
    Andreas Lichte

    @ Malte (Trösken)

    Das ist doch nur oberflächliches heile Waldorfwelt-Geplänkel, das Sie hier bringen (siehe auch Ihr Zitat von Detlef Hardorp, oben, wie blind kann man eigentlich sein?)

    Ich kann Ihnen nur sagen: wir HABEN den Fascho-Kram Physiognomik am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ gemacht. Und das ist kein Einzelfall.

    Hier gibt es auch ein neues Dossier „Waldorfschule & Anthroposophie“ (lesen Sie die Artikel, die nicht von mir sind):

    http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_dossiers/waldorfschule_anthroposophie/

  • #14
    Malte

    Lieber Andreas, wo ist das Problem? Ich sagte, das ich in keinster Weise, wie andere auch, mit diesen „Kram“ im Kontakt gekommen bin!

    Also, warum greifst Du mich an?

  • #15
  • #16
  • #17
    steinerimbrett

    „Aus dem Grundsatz der Anthroposophie: „Die äußere Welt ist die Physiognomie des Geistigen“ folgt, daß die Anthroposophie die geistige Welt bewusst nachmachen sollte.“

    Ein Zitat von Dr. Wolfgang Peter, amtierender Geschäftsführer der Anthroposophischen Gesellschaft Österreich, aus seinem Traktat „Die Mission des Rudolf Steiner“. Aus diesem einem Zitat nur geht ganz klar die noch immer gültige Stoßrichtung des anthroposophischen Mainstreams hervor: Der eigentliche, wesenhafte Mensch zeichnet sich in seinen äußeren Konturen ab. Ein Anthroposoph wird das öffentlich nicht zugeben können oder wollen – schon deswegen wird ein „Hype“ als solcher auch niemals gemacht werden können, weil alle Aufregung darum praktisch verpuffen muss. Es ist das Ungesagte, daß allenfalls in mimischen Gesten zum Ausdruck kommende Gedachte, daß diesem anthroposophischen Grundsatz faktisch zur Wahrheit verhilft. Hintenrum also, linkisch, wenn man so will – ebenfalls ein grundsätzlicher anthroposophischer Wesenszug, unauffällig zwar, aber ganz praktisch in ihren Einrichtungen zu beobachten, wenn man nur ein bißchen genauer hinsieht. Spielarten rassistischer Menschenbetrachtung gehören deshalb sehr wohl zum anthroposophischen Portfolio – man will sie nur nicht gleich jedem verständlich machen, könnte ja die falschen Rückschlüsse zulassen… und warum auch gleich jemandem ins Gesicht sagen, daß sein verdammtes Karma dieses Gesicht aus den verschlungenen Untiefen seiner Vergangenheit geformt hat!

  • #18
    A. Steiner

    „Blauäugig. Na und?“

    von Harry Rowohlt

    live – aus dem großen Saal der Berliner Volksbühne, 6. Januar 2005, auf der Hör-CD: „Der Paganini der Abschweifung“ [CD 2, Stück 2, 1:40 Minuten]:

    „(…)

    Wenn hinten, in Hitlers „Mein Kampf“, ein Quellenverzeichnis stünde, müsste da ganz oft Rudolf Steiner erwähnt werden.

    [betretenes Schweigen]

    Ich hab’ neulich von Rudolf Steiner gelesen, dass Blonde-Blauäugige Brünetten-Braunäugigen intellektuell überlegen sind, weil bei letzteren zuviel Geisteskraft in die Pigmentierung geht.

    [Lachen, Pause]

    Ist doch schön, wenn man’s mal so erklärt kriegt, dass man’s auch versteht.

    [Lachen, Pause]

    Ich hab’ neulich in „Brisant“ gesehen – was ich nie sehe …

    [Pause]

    In Berlin ist der Musiklehrer einer Waldorfschule gefressen worden.

    [Pause]

    Der hatte im Internet einen Gespielen für Sado-Maso-Sachen gesucht und hat auch einen gefunden und das machte ihn überhaupt nicht stutzig, dass dessen Künstlername „Metzger“ war.

    [Pause]

    Und dann hab’ ich mir so vorgestellt, wie der Sohn des Hauses zu früh nach Hause kommt und sagt:

    „Ja, Musik ist ausgefallen – äh – unser Musiklehrer ist gefressen worden.“

    [Lachen, Pause]

    Und die Eltern sagen: „Das kannst du deiner Omma erzählen!“

    „Ne, E C H T W A H R – wir haben auch nix auf!“

    [Lachen, Pause]

    Und dann die gewundene Trauerrede des Schulrektors:

    „Äh – wir verabschieden uns – teilweise …“

    [Lachen, Pause]

    Und an dieser Stelle, neulich in Leipzig, aus einer der hinteren Reihen, rief ein Mann – oder Herr:

    „Ich verbitte mir, dass Sie in so polemischer Weise über Anthroposophen herziehen!“

    [Lachen, Pause]

    Das ist ja nun wirklich ein Pleonasmus der tautologischsten Schattierung …

    [Lachen, Pause]

    Entweder man spricht polemisch über etwas oder man zieht über etwas her – na ja …

    Und er sagte:

    „Außerdem ist das vor dem Hintergrund der 20iger Jahre zu verstehen!“

    Ich hab gesagt:

    „Ja, genau wie ‘Mein Kampf’ auch.“

    [Lachen, Pause]

    Und jetzt kommt’s – und da habe ich diesen Mann wirklich geliebt:

    „Und außerdem war das in den Ferien!!!“

    [das Publikum tobt vor Lachen, Pause]

    Es ist also keine einzige Unterrichtseinheit ausgefallen.

    [Lachen]

    Und nur das zählt.

    [Lachen, Pause]

    Nö, ich mein’, wenn man sich in den Ferien fressen lässt, das ist dann Privatsache.

    [Lachen, Pause]

    Der war grad so schön am Gewinnen gewesen und dann kam das mit den Ferien.

    (…)“

  • #19
    A. Maiwald

    Hallo Malte,

    Dein Kommentar vom 13. September trifft es auf den Punkt – es ist bezeichnend und entlarvend, dass dem „Waldorfkenner“ Lichte darauf (wieder einmal) nur ein verbales Armutszeugnis wie „das ist doch nur Waldorfgeplänkel“ einfällt. Nix zur Sache.
    Ich würde Herrn Lichte gern einmal der versammelten Waldorfschülerschaft gegenüber diskutieren sehen (gut – ein halbes repräsentativ ausgewähltes Prozent würde schon reichen). Das traut er sich aber nicht, weil er genau weiß, dass seine Anschuldigungen völlig unhaltbar sind und die wirklich Betroffenen, die Schüler nämlich, in der großen Mehrheit nichts, aber auch rein garnichts davon in ihrer Schulzeit erlebt haben.
    Die wenigen Einzelfälle, so sie denn stimmen, müssen sauber aufgearbeitet werden, das ist klar. Ohrfeigen, Mund zukleben etc. gehören nicht in den Unterricht.

  • #20
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    Sie schreiben: „Ich würde Herrn Lichte gern einmal der versammelten Waldorfschülerschaft gegenüber diskutieren sehen … Das traut er sich aber nicht.“

    Irrtum. Ich habe NULL Probleme, mit Waldorfschülern zu diskutieren. Waldorfschüler hatten mich an ihre Schule eingeladen, was dann – erwartungsgemäss – von der Schulleitung verhindert wurde:

    ……………………………………..

    Von: „Tobias Wollowski“ Waldorfschule Potsdam
    Datum: 7. Dezember 2006 22:32:05 MEZ
    An: „andreas lichte“
    Betreff: Hospitation Potsdam

    Hallo Herr Lichte,
    in der Oberstufe haben wir zur Zeit das Projekt „Politikforum“ am laufen.
    Hier werden wir auch noch zu unserem Lieblingsthema Waldorf & Rassismus etc. kommen.
    Hätten Sie Interesse uns hierzu zu besuchen?
    Das wäre Montags, oder Freitags.
    Davor könnten Sie dann prima in die Unterstufe!

    Liebe Grüße,
    Tobias

    ……………………………………..

    Von: „Tobias Wollowski“ Waldorfschule Potsdam
    Datum: 12. Dezember 2006 16:26:48 MEZ
    An: „andreas lichte“
    Betreff: Re: Waldorfsch ülervertretung „Zeitgemäßes Vokabular“

    Hallo Herr Lichte,
    da sich Ihre Art der wohl nicht sonderlich konstruktiven und eher negativen Kritik in unserer Schulleitung herumgesprochen hat, lehnen diese eine Hospitationsmöglichkeit ab.
    Die Schule würde ja warscheinlich auch nicht so besonders viel von haben oder so meinten die…

    Liebe Grüße,
    Tobias

  • #21
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    Ich stehe auch nach wie vor in Kontakt mit dem (mittlerweile EX-) Waldorfschüler Ansgar Martins.

    Von ihm stammt der sehr gute Artikel bei den Ruhrbaronen:

    „Rudolf Steiners Rassenlehre

    Wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht. Von unserem Gastautor Ansgar Martins. (…)“

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/

  • #22
  • #23
    Andreas Lichte

    Ansgar Martins wurde soeben vom Anthroposophen Michael Mentzel, „Themen der Zeit“, mit juristischen Schritten gedroht. Hier nur der Hinweis auf Michael Mentzels Wirkstätte:

    „Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen

    (…) „Von hier dringt niemals etwas nach draussen!“ (…)“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-schloss-hamborn-das-anthroposophische-zentrum-in-ostwestfalen/

    .

  • #24
    AM

    Um die Kirche im Dorf zu lassen und um zu zeigen, dass es zur Klage glücklicherweise eher nicht gekommen wäre, ein Auszug aus Michael Mentzels Mail entsprechender vom 5.10. um 11.06 (Erlaubnis, das zu zitieren in einer Mail vom 6.10.10 um 7.39):

    „In der Tat nehme ich A. Lichte schon seit geraumer Zeit nicht ernst und beschäftige mich nur mehr satirisch mit ihm, was Sie ja auch richtig bemerkt haben [Der Wortlaut war, dass ich eine Artikel-Einleitung „ironisch“ genannt habe – AM]. Die Lust an der Auseinandersetzung mit diesem Herrn will ich Ihnen natürlich nicht vermiesen, möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich den o.g. Kommentar keinesfalls so hinnehmen werde. Ich bin allerdings kein Freund von juristischen Auseinandersetzungen.“

    Hoffen wir doch einfach, dass es ruhig bleibt.

  • #25
    A. Maiwald

    Hallo Herr Lichte,
    Könnten Sie mir bitte die E-Mail-Adresse von Herrn Wollowski zukommen lassen? Ich würde ihn gern selbst dazu befragen, zumal es an Waldorfschulen keine „Schulleitungen“ gibt, was Herr Wollowski (wenn es ihn denn gibt) eigentlich wissen müsste. Vielen Dank!
    Im Übrigen wette ich, wenn Sie von sich aus auf einige Schulen zugehen, dass mindestens eine davon Ihr Angebot annehmen würde. Das wäre doch sicher auch in Ihrem Interesse, da Ihre Beschuldigungen, weil nicht nachweisbar, doch absolut im Sand verlaufen.

  • #26
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    ich gebe keine e-mail Adressen heraus. Grundsätzlich nicht. Wenden Sie sich doch an Ansgar Martins, der sollte Tobias Wollowski von der „WaldorfSV“ kennen.

  • #27
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    Sie schreiben: „… da Ihre Beschuldigungen, weil nicht nachweisbar …“

    Können Sie einmal präzise sagen, was Sie überhaupt mit „Ihre Beschuldigungen“ meinen?

    Dass Rudolf Steiner „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ ist, ist eine Entscheidung der BPjM, einer deutschen Bundesbehörde.

    Wollen Sie die BPjM diskreditieren?

  • #28
    A. Maiwald

    Ich möchte hier überhaupt nicht über Steiner reden, weil der mir als Waldorfschüler im Unterricht überhaupt nicht präsent ist und ich mit dessen Thesen im Übrigen wenig anfangen kann. Der Auseinandersetzung mit SEINEM angeblichen „Rassismus“ überlasse ich lieber anderen (dass diese Auseinandersetzung nötig ist, wird übrigens von nahezu 100% der Anthro-Anhänger in meinem Bekanntenkreis genauso gesehen).
    Ich rede von angeblichen Erfahrungen in Schloß Hamborn, die Sie gemacht haben sollen, von Epochenheften, die von Atlantis nur so strotzen sollen, von angeblich leichteren Abiturprüfungen, von angeblicher Indoktrination durch Märchen, Sagen etc., vom Mangel an Kindern mit Migrationshintergrund (stimmt – das kann man aber den Waldorfschulen nicht vorwerfen, sondern liegt am System); es tut mir leid, aber alles das, was Sie theoretisch und aus Ihrer „eigenen Erfahrung“ (das schreibe ich bewußt in Anführungszeichen) den Schulen vorwerfen, habe ich und Tausende meiner Mitschüler bundesweit auch nicht ansatzweise so erlebt.
    Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Kritik an der Anthroposophie ist notwendig, und sicher setzen sich einige der hohen Herren noch nicht genügend mit dem Thema auseinander. Was ich aber entschieden verneine, ist Ihre Schlußfolgerung, Waldorfschulen würden gezielt rassistisch unterrichten – dies ist schlichtweg falsch.
    Ich lade Sie also nochmals ein, sich mit uns Schülern zu einem Austausch zu treffen, denn wir sind es, die wohl wesentlich mehr zu dem Thema sagen können als Sie, oder? Ich kenne Ihre „Zeugen“ nicht, aber einzelne Meinungen oder angebliche Erfahrungen haben wohl nicht ganz die gleiche Aussagekraft wie die von Hunderten. Dies scheinen Sie aber zu scheuen. Übrigens hat unsere Schule als eine von vielen zahlreiche Auslandsprojekte durchgeführt, die alleine schon Ihrer Theorie diametral entgegen stehen. Weiterhin verweise ich auf unabhängige Studien wie die von Herrn Pfeiffer aus Hannover, die beweist, dass Waldorfschüler wesentlich weniger fremdenfeindlich sind als ihre Kollegen an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien.
    Wo also bitte sehen Sie eigentlich die Gefahr? Bei uns kommt jedenfalls nichts davon an – und dies ist doch das eigentlich Beweisführende, was Ihren Thesen völlig entgegensteht.

  • #29
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    gibt es eine effektivere Methode, sich als Gesprächspartner zu disqualifizieren, wie Sie es hier tun? Zitat A. Maiwald:

    „Der Auseinandersetzung mit SEINEM [Rudolf Steiners] angeblichen “Rassismus” überlasse ich lieber anderen …“

    angeblichen “Rassismus”?

    Sie haben es doch schwarz auf weiss, in der Entscheidung der BPjM. Sie dürfen es aber auch gerne noch einmal beim (Ex-) Waldorfschüler Ansgar Martins nachlesen:

    “Rudolf Steiners Rassenlehre

    Wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht. Von unserem Gastautor Ansgar Martins. (…)”

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/

  • #30
    Jan Luiten

    Definition des Rassismus von Albert Memmi:

    „Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsokutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Agressionen gerechtfertigt werden sollen“

    Albert Memmi: Rassismus, Frankfurt 1987, ursprünglich „Racisme“, Artikel in der Enzyclopaedia Universalis, Paris 1972.

    Steiner hat seine Lehre nie für diese in der Definition genannten Zwecke benützt oder benützen wollen. Deswegen kann von Rassismus bei Steiner nicht die Rede sein. Steiner hat dagegen immer vertreten: gleiche Rechte für Allen, ohne Ausnahme. Bei Diskriminierung oder Rassismus kommt es darauf an daß die Rechte des Opfers verletzt werden. Das widerspricht voll Steiners Auffassungen.
    Sehe Steiners „Kernpunte der sozialen Frage“.

  • #31
    A. Maiwald

    Dieses Niveau (was mich bei Ihnen nicht sehr überrascht) kann ich auch.
    Gibt es eine effektivere Methode, sich als Gesprächspartner zu disqualifizieren, wie Sie es mit obigem Kommentar tun?
    Wenn Sie meinen Kommentar richtig gelesen hätten, interessiert mich das was Steiner vor 120 Jahren gesagt hat nicht die Bohne. Von mir aus ist das rassistisch, wenn Sie und von mir aus auch die BPjM und mancher andere es glauben.
    Nochmal für Sie: Es geht nicht um Einzelmeinungen, die können immer irgend einen persönlichen Hintergrund haben. Mich interessiert das, was die große Masse erfährt, und da bleibt von Ihren „Erfahrungen“ nicht viel übrig.

    Vielleicht schaffen Sie es noch, auf den Rest meines Kommentars einzugehen, wahrscheinlich kommt aber wieder nichts sinnvolles.
    Viel heiße Luft, aber wenn’s unbequem wird, flüchtet man sich in persönliche Diffamierungen. Ich weiß schon, warum Sie eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Mehrheit derjenigen, die wirklich etwas zum Thema Rassismus an Waldorfschulen sagen können, scheuen wie der Teufel das Weihwasser…

  • #32
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    bitte stellen Sie sich doch einmal vor!

    Der Leser weiss ja gar nicht, von wem all die liebenswerten Kommentare kommen – wer ist „A. Maiwald“?

  • #33
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    „tanz den Rudolf Steiner!“

    hier: http://www.ruhrbarone.de/die-sommerschule-wir-lernen-buchstabentanzen/

    „Die Sommerschule: Wir lernen Buchstabentanzen“

  • #34
    Christian

    @ A. Maiwald

    was sagst du eigentlich zu dem künstlerisch wertvollen Bild von Rudolf Steiner, ganz oben? Ist das der menschenfreundliche Rudolf Steiner aus der Waldorfschule?

  • #35
    A. Maiwald

    @ A. Lichte:
    Alexander Maiwald, 19 Jahre, Schüler einer Waldorfschule im Südwesten, bevorstehendes Baden-Württembergisches Zentralabitur, welches für uns und hunderte meiner Vorgänger nicht einen Deut einfacher ist wie das an staatlichen Schulen abzulegende. Mehr gibt’s zu mir (leider) noch nicht zu sagen *g*

    Bekomme ich jetzt ein paar Antworten zu meiner Schlußfrage, oder hat es sich für Sie mit der Nachfrage zu meiner Identität schon wieder erledigt? Falls ja, klinke ich mich aus dieser „Diskussion“ aus, da sich dann mein Verdacht, Sie würden nur Ihre leeren Worthülsen gebetsmühlenartig wiederholen, bestätigt hat. Sollte dies so sein, empfehle ich Ihnen tatsächlich auch nicht, sich Waldorfschülern gegenüber zu stellen, das wäre sicher eine traurige und völlig sinnfreie Veranstaltung.

    @Christian:
    Das ist für mich großer Blödsinn und aus unserem heutigen Verständnis in keinster Weise tolerabel. Für alle meine Lehrer übrigens auch nicht, daher war solch ein Bild in meiner ganzen Schullaufbahn in keiner einzigen Unterrichtsstunde Thema. Rudolf Steiner übrigens auch nicht, allenfalls mittelbar und schon gar nicht vor einem irgendwie gearteten rassistischen oder fremdenfeindlichen Hintergrund.

  • #36
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    da Sie auch weiterhin so überaus * L I E B E N S W Ü R D I G * sind, schlage ich vor, dass wir mal privat weiter plaudern … schreiben Sie einfach an Stefan Laurin, Ruhrbarone, der leitet Ihre e-mail an mich weiter und ich rufe Sie an.

    Stefan Laurin, Ruhrbarone: stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    (hier gebe ich nicht weiter den Alleinunterhalter für Alexander Maiwald)

  • #37
    A. Maiwald

    Wie kommen Sie darauf, ich würde mich mit Ihnen privat unterhalten wollen?
    Ich habe Ihnen ein paar einfache Fragen gestellt, auf die Sie hier nicht antworten können oder wollen – warum sollten Sie das dann in einem Telefonat tun?

    Ich werde Ihnen jedenfalls keine Gelegenheit bieten, mich privat zu diffamieren, so wie es hier schon wieder beginnt. Sollten Sie etwas Sinnvolles zu sagen haben, trauen Sie sich einfach, dies an dieser Stelle zu tun – ich habe inhaltlich jedenfalls bisher mehr beigetragen als Sie (soviel zum Thema Alleinunterhalter).

    Sollten Sie dies nicht tun wollen – bitte sehr, aber dann ist unsere kleine Zusammenkunft gerne beendet. Der geneigte Leser hat sich eh sein Bild machen können, wer hier die schlüssigeren Argumente hat.

  • #38
    Andreas Lichte

    @ A. Maiwald

    schauen Sie sich mal den Verlauf unserer bisherigen „Diskussion“ an, hier Ihr phänomenaler Einstieg, ein ganz grosser Beitrag …:

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/comment-page-1/#comment-62557

    “Ich würde Herrn Lichte gern einmal der versammelten Waldorfschülerschaft gegenüber diskutieren sehen … Das traut er sich aber nicht.”

    Wer traut sich denn hier nicht?

    Sie sind nicht der erste Waldorfschüler, echter oder gefakter, der nicht auf mein Gesprächsangebot eingeht …

  • #39
    A. Maiwald

    Sie haben immer noch nicht verstanden, worum es geht.
    Ein Gesprächsangebot unter vier Augen ist völlig sinnfrei, weil hier nur Einzelmeinungen vertreten werden. Weder ich kann beweisen, dass Ihre „Erfahrungen“ nicht der Realität entsprechen, noch Sie können das Gegenteil tun. Die Fragen, die ich weiter oben gestellt habe, sind ganz einfach zu beantworten und würden sicherlich wesentlich erhellenderes zum Thema beitragen als irgendwelche Ex-Waldis, die Sie immer wieder aus der Schublade herauskramen (und die ja durchaus schlechte Erfahrungen gemacht haben mögen – so schlimm dies ist, aber es bleiben Einzelerfahrungen, die mit der großen Mehrheit nichts, aber auch rein gar nichts zu tun haben).
    An dieses Thema wollen Sie offensichtlich nicht heran, was aus Ihrer Sicht nur allzu verständlich, aber auch ebenso entlarvend ist. Was also soll ein Telefonat?

    Nochmal: Machen Sie 10 Waldorfschulen ein Gesprächsangebot vor versammelter Schülerschaft, und Sie werden mindestens eine Einladung bekommen. Da bin ich gerne dabei.

    Hier bin ich jedenfalls weg, von Ihnen kommt nichts neues mehr.

  • #40
    Klaus

    Der Anthroposoph Jan Luiten versucht zum wiederholten Mal mittels einer verkürzt-irreführend wiedergegebenen Definition des Rassismus-Begriffs die extreme Rassenideologie Rudolf Steiners als feine Sache hinzustellen und Alexander Maiwald trägt prompt das bekannte Märchen vor, dass Rudolf Steiner an Waldorfschulen nahezu unbekannt wäre, wobei er seine Aggression darüber, dass der Sektenpriester und seine Missionsschulen nicht von allen geschätzt werden, kaum im Zaum halten. Als ob ihre Lügen hier und andernorts nicht wirklich mehr als hinlänglich bloßgestellt wurden.

    Über Steiner Rassismus

    Waldorflehrplan

    Steiner zur Camouflage der Indoktrination als pädagogische Alternative

  • #41
    AM

    @ Jan Luiten, Kommentar ganz weit oben (Sorry, hatte diese 185.000ste Diskussion mit demselben Inhalt und Verlauf zum Thema Rudolf Steiners Rassismus nicht verfolgt):

    Nach Memmi lässt sich, wie sie zweifelsohne gelesen haben werden, ein Rassismus im ENGEREN und im WEITEREN Sinne unterscheiden. Wenn Steiner auch nach Memmi keinen Rassimus „im engeren Sinne“ vertreten würde, so doch durchaus einen „im weiteren Sinne“ – das habe nicht mal ich, sondern die an einer sehr steinerfreundlichen Sicht durchaus interessierten Jens Heisterkamp und Ramon Brüll in ihrem sonst (zumindest aus anthroposophiekritischer Perspektive) ja auch nicht immer unproblematischen „Frankfurter Memorandum“, S. 10f., festgestellt. Download hier: http://www.info3.de/c5/index.php/projekte/stichwort-anthroposophie/anthroposophie-und-rassismus-kritik/frankfurter-memorandum/

    In diesem Sinne: Den Memmi sollten Sie bei Interesse an einer fairen Diskussion weglassen, oder noch viel besser: RICHTIG zitieren.

    Viele Grüße

  • #42
    j.luiten

    AM
    Es tut mir Leid, aber es gibt bei Memmi nur EINE Definition des Rassismus.
    Fair würde sein wenn die Gegner/Kritiker der Anthroposophie ihre Definition explizitieren würden. Sonst betreibt man nur Manipulation.
    Jeder kann nachlesen daß Steiner gleiche Rechte wollte für allen. Das wird in den Diskussionen auch einfach vergessen oder bewußt weggelassen.

  • #43
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    “tanz den Rudolf Steiner!”

    hier: http://www.ruhrbarone.de/die-sommerschule-wir-lernen-buchstabentanzen/

    “Die Sommerschule: Wir lernen Buchstabentanzen”

  • #44
    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    (…) Wie ist es möglich, dass der künstlerisch völlig untalentierte Rudolf Steiner, Begründer der esoterischen Heilslehre „Anthroposophie“, gleich in zwei renommierten deutschen Kunstmuseen gezeigt wird?

    Haben hier anthroposophische „Beziehungskünstler“ den größten PR-Coup in der Geschichte der Anthroposophie gelandet? Wurde dem Rassisten und selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner in den Mantel der Seriosität geholfen?

    Die „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ haben das anthroposophische Beziehungsgeflecht unter die Lupe genommen, die Entstehungsgeschichte der Ausstellungen dokumentiert, hier der Lesetipp der Ruhrbarone:

    „Mission im Museum – Rudolf Steiner in Wolfsburg und Stuttgart“

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/09/mission-im-museum-rudolf-steiner-in.html

  • #45
    Klaus

    Rudolf Steiners Gleichheitspostulate:

    „Soll Goethe die gleichen Bedingungen haben wie ein beliebiger Hottentotte? So wenig wie ein Fisch die gleichen Voraussetzungen hat wie ein Affe, so wenig hat der Goethesche Geist dieselben geistigen Vorbedingungen wie der des Wilden.“ (Rudolf Steiner, GA, Bd. 8, S. 47)

  • #46
    Jan Luiten

    Viele anonyme „Helden“ hier. Der neueste nennt sich Klaus. Es könnte auch Karl, Heinz, Louis oder Jens sein. Wie auch immer, richtig lesen kann er nicht.
    Es geht um Gleichheit in Rechten, nicht um Gleichheit in Kapazitäten.

    Wer von den Kritikern/Gegnern hat mal Steiners „Kernpunkte der sozialen Frage“ gelesen, oder andere Literatur über die soziale Dreigleiderung ?
    Ich habe den Eindruck daß hier neben Haß auch viel Scharlatanerie herrscht.

  • #47
    Rudolf Steiner

    Lieber Jan Luiten,

    ich bewundere, wie treu du mir, deinem geliebten Lehrer folgst. Deshalb schreibe ich jetzt für dich unter meinem Namen:

    „Soll Goethe die gleichen Bedingungen haben wie ein beliebiger Hottentotte? So wenig wie ein Fisch die gleichen Voraussetzungen hat wie ein Affe, so wenig hat der Goethesche Geist dieselben geistigen Vorbedingungen wie der des Wilden.“

    Rudolf Steiner, GA, Bd. 8, S. 47

  • #48
    Klaus

    Rudolf Steiner über das gleiche Recht, in Europa zu leben:

    „Die schreckliche Kulturbrutalität der Verpflanzung der schwarzen Menschen nach Europa, ist eine furchtbare Tat, die der Franzose an anderen tut. Sie wirkt in noch schlimmerer Weise auf Frankreich zurück. Auf das Blut, auf die Rasse wirkt das unglaublich stark zurück. Das wird wesentlich die französische Dekadenz fördern. Das französische Volk wird als Rasse wieder zurückgebracht.“ (Rudolf Steiner; GA 300, S. 282)

    „Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt Neger allmählich in die Zivilisation von Europa hineinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen und geben diese den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können – wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt werden, dass Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistigs Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden.“ (Rudolf Steiner; GA 348, S. 185)

  • #49
    J.Luiten

    Meine Meinung ist daß Hautfarbe natürlich keine Rolle spielen darf in der Frage ob ein Mensch in Europa leben darf. Ich bin für eine multikulturelle Gesellschaft.
    Ich bin mit diesen Aussagen Steiners also nicht einverstanden.

    Diese Aussagen sind aber längst bekannt und aufgelistet in einem Gutachten der Kommission Van Baarda in Holland. Es gibt also vereinzelte Aussagen die diskriminierend oder verletzend sind. Nach dieser Kommission und auch nach Memmi macht das aber noch kein Rassismus.

  • #50
    Rudolf Steiner

    Lieber Jan Luiten,

    ich hoffe doch, dass all meine Aussagen längst bekannt sind, und das nicht nur dir. Leider muss ich dir aber ganz deutlich widersprechen:

    „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.”

    Rudolf Steiner

  • #51
    Rudolf Steiner

    Lieber Jan Luiten,

    ich hoffe doch, dass all meine Aussagen längst bekannt sind, und das nicht nur Dir, meinem Schüler. Leider muss ich Dir aber ganz deutlich widersprechen:

    „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.”

    Rudolf Steiner

  • #52
    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    (…) Wie ist es möglich, dass der künstlerisch völlig untalentierte Rudolf Steiner, Begründer der esoterischen Heilslehre „Anthroposophie“, gleich in zwei renommierten deutschen Kunstmuseen gezeigt wird? (…)

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiner-im-kunstmuseum-wolfsburg-und-im-kunstmuseum-stuttgart/

  • Pingback: Waldorf Schools: Rudolf Steiner’s books are “an incitement to racial hatred”, says BPjM | Ruhrbarone

  • #54
    Waldorf Schools: Rudolf Steiner’s books are “an incitement to racial hatred”, says

    “Waldorf Schools: Rudolf Steiner’s books are “an incitement to racial hatred”, says BPjM

    In the UK a discussion is going on about Rudolf Steiner’s racism, see: “Steiner Waldorf Schools Part 3. The problem of racism“, http://www.dcscience.net/?p=3853 Therefore Ruhrbarone publish a short English summary of the BPjM’s decision on Rudolf Steiner. By Andreas Lichte.

    The “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) (”Federal Department for Media Harmful to Young Persons”) examined 2 books by Rudolf Steiner for “racist content” and decided that the content of the books is racist. (…)”

    continuation: http://www.ruhrbarone.de/waldorf-schools-rudolf-steiner’s-books-are-“an-incitement-to-racial-hatred”-says-bpjm/

  • #55
  • #56
    Andreas Lichte

    Als Beispiel dafür, wie Anthroposophen Rudolf Steiners Rassismus leugnen, hier ein Kommentar aus einer längeren, aufschlussreichen Diskussion:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/comment-page-4/#comment-84610

    #171 | Andreas Lichte sagt am 30. April 2011 um 18:05

    @ Hans-Florian Hoyer

    Sie schreiben: “Aus dem Vortrag ist für mich weder Rassismus noch psychische Erkrankung ablesbar.”

    Das muss wohl daran liegen, dass Sie Ihr Leben Rudolf Steiner verschrieben haben – Anthroposoph sind –, und gleichzeitig von Rudolf Steiner leben – eine sehr PRAKTISCHE Kombination.

    Das Deutschlandradio Kultur zitierte aus diesem Vortrag Steiners – als EINDEUTIGEN Beleg für Rudolf Steiners Rassismus – Zitat:

    …………………………………………….

    “Tatsächlich hat sich Rudolf Steiner rassistisch geäußert. Zum Beispiel in seinem Vortrag “Vom Lebens des Menschen und der Erde”, den Steiner 1923 in Dornach gehalten hat.

    Z5: Zitator:
    Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.
    [Quelle: http://bit.ly/gO06Yu”

    …………………………………………….

    Ändern wird sich an Hans-Florian Hoyers Weltsicht natürlich nichts:

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen? Unmöglich.

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa einen neuen Hellseher suchen? Unmöglich. Es kann doch nur einen geben: Rudolf Steiner!

  • #57
    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • Pingback: „Licht, mehr Licht!“ – zu Jana Husmann… « waldorfblog

  • Pingback: Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke | Ruhrbarone

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  • #61
    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    “Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Hopmann: (…) Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein „bisschen“ Waldorf sein kann.

    Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist (…)”

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #62
    Andreas Lichte

    „Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

    Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei (…)

    (…) Aha. Das sieht der „geschulte Hellseher“ Rudolf Steiner. Aber warum meint Loebell, sich auf Steiner berufen zu können? Ist Loebell selber „geschulter Hellseher“? Oder plappert er einfach nur nach, was ihm Rudolf Steiner vorgesagt hat? Das möchten wir bei einem „Prof. Dr.“ doch nicht hoffen! (…)“

    zum Artikel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-prof-peter-loebell-verkauft-rudolf-steiners-jahrsiebte/

  • #63
    Andreas Lichte

    “Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Ausgerechnet an Rudolf Steiners berüchtigtem „Arbeitervortrag“ – „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923 – versucht Detlef Hardorp zu belegen, dass Rudolf Steiner kein Rassist sei. Steiner sagt dort, Seite 54f.:

    „Erfindungen sind in Asien sehr wenig gemacht worden. Verarbeitet kann dann die Geschichte werden; aber Erfindungen selber, durch die sie das, was durch die Erfahrung mit der Außenwelt entspringt, verwenden, das können die Asiaten nicht machen.

    Zum Beispiel war es einmal so mit einem Schraubendampfer. Den haben die Japaner den Europäern abgeguckt, und nun wollten sie auch allein fahren. Vorher fuhren immer die Europäer und haben die Geschichte dirigiert. Nun wollten sie einmal allein fahren. Die englischen Ingenieure sind zurückgeblieben an der Küste. Plötzlich gerieten die Japaner draußen, die dann das Schiff geleitet haben, in helle Verzweiflung, denn das Dampfschiff drehte sich fortwährend um sich selber. Sie kriegten es nicht heraus, wie sie zu der Drehung die richtige Fortbewegung hinzubringen konnten. Die Europäer, die das wußten, die grinsten natürlich furchtbar am Ufer. Also dieses selbständige Denken, das der Europäer im Umgang mit der Umgebung entwickelt, das haben die Asiaten nicht. Die Japaner werden daher alle europäischen Erfindungen ausbilden; aber selber etwas ausdenken, das werden die Japaner nicht.

    Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, daß die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus ihrer Naturanlage.“

    Der Deutlichkeit halber noch einmal kurz zusammengefasst, Steiner behauptet: Asiaten haben kein selbständiges Denken. Asiaten können keine eigenen Erfindungen machen. Asiaten können nur die Europäer nachahmen. Deshalb müssen die Europäer den Asiaten helfen.

    Hardorp macht daraus aber dies, Zitat aus Hardorps Artikel „Die Menschen sind über die Erde hin aufeinander angewiesen“:

    „Steiner hat Differenzen in der Naturanlage zwischen Menschengruppierungen nicht geleugnet. Daraus leitet er aber keinen Rassismus ab, sondern im Gegenteil die Notwendigkeit einer symbiotischen Zusammenarbeit innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft. Steiner in dem umstrittenen Arbeitervortrag: »Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, dass die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus der Naturanlage.« Das ist das erwähnenswerte eigentliche Fazit des umstrittenen Vortrages, das ist Steiners Haltung zur multikulturellen Gesellschaft in einer globablisierten Welt.“

    Hardorp zitiert Steiner sinnentstellend, indem er den Kontext des Steiner-Zitats verschweigt. So verkehrt Hardorp die rassistischen Ausführungen Rudolf Steiners in ihr Gegenteil. Hardorps Fazit ist das Ergebnis anthroposophischer „Zitierkunst“, wie sie auch der prominente Anthroposoph Lorenzo Ravagli praktiziert. (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-dr-detlef-hardorp-verkauft-rudolf-steiners-rassismus-als-multikulti/

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  • #68
    Andreas Lichte

    “Hitler, Steiner, Mussolini

    (hpd) Andreas Lichte beschreibt eine in Deutschland weitestgehend unbekannte historische und aktuelle Situation in Italien und kommt in seinem Artikel „Zur Anthroposophie im italienischen Faschismus und ihrer anthroposophischen Rezeption heute“ zu belegten Darstellungen und Schlussfolgerungen, die ein helles Licht auf die Implikationen der Anthroposophie werfen.

    Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird: Man erklärte, dass Waldorfschulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat im Großen anstrebt“.(1) Wurde die Anthroposophie von den Machthabern in Deutschland letztlich als weltanschauliche Konkurrenz wahrgenommen, so war sie in Italien eine willkommene „spirituelle“ Ergänzung des Faschismus. Hier konnten Anthroposophen ihren Traum von der „überlegenen arischen Rasse“ (2) ausleben, und daran arbeiten, Rudolf Steiners programmatische Aussage „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ (3) zu verwirklichen.

    „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses großen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.“ (4) (…)“

    weiter: http://hpd.de/node/12972

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  • #72
    Andreas Licte

    “Anthroposophie und Faschismus

    FRANKFURT/M. (hpd) “Ja, gewiss kam es zu Spannungen…” – ein Interview mit Prof. Peter Staudenmaier über Rudolf Steiners Rassismus und Antisemitismus, deren Stellung im “Mainstream der damaligen Esoterik” und die ideologischen Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus (…)”

    weiterlesen: http://hpd.de/node/13507

  • #73
    Andreas Lichte

    „Anthroposophie und Nationalsozialismus: „Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft“

    (…) Wie wahnhaft das anthroposophische „Deutschtum“ war, wird beispielsweise im von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) als „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend“ eingestuften Buch von Rudolf Steiner „Die Mission einzelner Volksseelen – im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ deutlich, der Titel ist Programm (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

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  • #75
    Andreas Lichte

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    (…)

    Rassismus im Geschichtsunterricht der Waldorfschule

    Historiker wie Peter Staudenmaier und Helmut Zander stellen die Rassenlehre Rudolf Steiners als ZENTRAL für die Anthroposophie heraus. Steiners esoterische Evolutionslehre – die „Menschheitsentwickelung“ – ist Beweggrund und Ziel der Anthroposophie, Zitat Staudenmaier:

    „Ausgehend von Blavatskys4 entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der Völker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer ‘höheren’ Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht IM MITTELPUNKT von Steiners esoterischem Verständnis der Gesamtentwicklung der Menschheit, vom Verhaftetsein in der Materie hin zur geistigen Vervollkommnung.”5

    Zum Vergleich Helmut Zanders zusammenfassende Darstellung von Rudolf Steiners Rassenlehre, Zitat Zander:

    „Steiner ordnete die Rassen einer Fortschrittsgeschichte zu, in der beispielsweise heutige Indianer als ‘degenerierte Menschenrasse’ im ‘Hinsterben’ (GA 105,106.107 [1908]) oder schwarze Afrikaner als defiziente Spezies der Menschen- und Bewußtseinsentwicklung, als ‘degenerierte’, ‘zurückgebliebene’ Rasse (ebd., 106) erschienen. Umgekehrt habe die weiße Rasse ‘das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet’ (GA 107,288 [1909]). Dies sind nur Kernsätze einer Rassentheorie, die Steiner 1904 erstmals formulierte, um sie 1910 in einem komplexen System und in zunehmender Abgrenzung zu theosophischen Positionen auszufalten. Mit seinem Ausstieg aus der Theosophie hat er diese Vorstellungen keinesfalls über Bord geworfen, sondern sie 1923 nochmals in Vorträgen vor Arbeitern des Goetheanum in vergröberter, ‘popularisierter’ Form wiederholt, aber ohne Revision im inhaltlichen Bestand. Die weiße war nun ‘die zukünftige, die am Geiste schaffende Rasse’ (GA 349,67 [1923]).“6

    „Steiner formulierte mit seinem theosophischen Sozialdarwinismus eine Ethnologie, in der die Rede von ‘degenerierten’, ‘zurückgebliebenen’ oder ‘zukünftigen’ Rassen keine ‘Unfälle’, sondern das Ergebnis einer konsequent durchgedachten Evolutionslehre waren. Ich sehe im Gegensatz zu vielen Anthroposophen keine Möglichkeit, diese Konsequenz zu bestreiten.“7

    Was bedeutet das für den Geschichtsunterricht in der Waldorfschule?

    Geschichtsepochenhefte beginnen mit „Atlantis“. Dazu sagt der Anthroposoph Richard Karutz8 – mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre herauszustellen: „Der Nationalsozialismus ist, vielen unbewusst, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.“9

    Im Kapitel „Unsere Atlantischen Vorfahren“ seines Buches „Aus der Akasha-Chronik“ spricht Rudolf Steiner von „Atlantis“ und den „Rassen“, Zitat:

    „Die Vorfahren der Atlantier wohnten auf einem verschwundenen Landesteil, dessen Hauptgebiet südlich vom heutigen Asien lag. Man nennt sie in theosophischen Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen gegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als sogenannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen. Nur ein kleiner Teil der lemurischen Menschheit war zur Fortentwicklung fähig. Aus diesen bildeten sich die Atlantier. – Auch später fand wieder etwas ähnliches statt. Die größte Masse der atlantischen Bevölkerung kam in Verfall, und von einem kleinen Teil stammen die sogenannten Arier ab, zu denen unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört. Lemurier, Atlantier und Arier sind, nach der Benennung der Geheimwissenschaft, Wurzelrassen der Menschheit.“10

    In Atlantis findet also eine Trennung der Menschheit statt, in auserwählte Menschen – „Arier“–, die die „Menschheitsentwicklung“ voranbringen, und andere Menschen, die dem „Verfall“ preisgegeben sind. Die für ihn zwangsläufige Entwicklung fasst Rudolf Steiner in den von Helmut Zander oben erwähnten „Arbeitervorträgen“ im Jahre 1923 so zusammen:

    „Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“11

    Im Geschichtsepochenheft liest sich die Auswahl der Menschen mythologisch verklärt so – Atlantis versinkt, und, Zitat Geschichtsepochenheft:

    „Nur ein geringer Teil der Atlantier überlebte die große Flut und die Erdbeben. Diese hatten sich um Manu, den Sonnengeweihten, geschart. Er war dafür ausersehen, das helle Licht der Gedanken zu entfachen. Mit 7 heiligen Rishis führte er sie nach Osten.“

    Zum Vergleich Rudolf Steiner:

    „Das war nach der atlantischen Flut, als diese Kolonie nach Süden ging und dort die erste Kultur der nachatlantischen Zeit begründete, die erste Kultur unserer Zeitepoche. Die fortgeschrittenen Lehrer, die da mit hinunterzogen, die ersten großen Lehrer des alten Indien, sie nennt man die alten Rishis.“12

    Die „erste Kultur der nachatlantischen Zeit“ ist, wie oben ausgeführt, die „Urindische Kulturepoche“. Das Geschichtsepochenheft beschreibt wie Rudolf Steiner eine fiktive Völkerwanderung der auserwählten Menschen: von Atlantis, das laut Steiner im Atlantischen Ozean lag13, zogen die Arier nach Indien.

    Die in der Waldorfschule unterrichtete anthroposophische Kulturepochenlehre ist eine rein weisse Menschheitsgeschichte, eine Geschichte des auserwählten Teils der Menschheit. Aber auch bei den Auserwählten setzt sich die „Menschheitsentwicklung“ fort: Die Höherentwicklung der Menschheit lässt sich anhand der Ausbildung der anthroposophischen „Wesensglieder“ beschreiben.

    Die 9 Wesensglieder im Überblick:

    1. Physischer Leib

    2. Äther-, Lebens- oder Bildekräfteleib

    3. Seelenleib, Empfindungsleib oder Astralleib (im engeren Sinne)

    4. Empfindungsseele

    5. Verstandes- oder Gemütsseele

    6. Bewußtseinsseele

    7. Geistselbst (Manas)

    8. Lebensgeist

    9. Geistesmensch (Atma)

    Bei der Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wurden die zukünftigen Waldorflehrer auch mit der Bedeutung der „Wesensglieder“ für die „Menschheitsentwicklung“ in den aufeinander folgenden „Kulturepochen“ vertraut gemacht:

    Im Fach „Kunstbetrachtung“, einer anthroposophischen Kunstgeschichte, erläutert der Gastdozent „Dr. Weiss“ [Name geändert] die Entwicklung der Steinerschen „Wesensglieder“ anhand von dafür typischen Kunstwerken: Die alten Ägyper besaßen noch ein „magisches Bewusstsein“, eine unmittelbare Verbindung zur „geistigen Welt“; bei den Griechen bildete sich die „Verstandesseele“ aus; und „um das Jahr 1413 herum begann mit der Entdeckung der Perspektive die Ausarbeitung der Bewusstseinsseele“. „Damit haben die Europäer eine Vorreiter-Rolle übernommen“, erklärt Dr. Weiss.

    Im Zusammenhang mit der Perspektive präsentiert Dr. Weiss noch ein überraschendes Detail: auf nicht nachvollziehbaren Umwegen verortet er den eigentlichen Verdienst an der kulturhistorischen Leistung „Perspektive“ nördlich der Alpen, statt – wie allgemein üblich – in Italien. Aber auch das ist, Zitat Helmut Zander, „kein Unfall“, sondern Anthroposophie, Zitat „ABC der Anthroposophie“:

    „Das Jahr 1413 bezeichnet nun den ungefähren Zeitpunkt, an dem sich in den Völkern des germanischen Kulturkreises die Bewußtseinsseele auszubilden begann. Sie weiter zu entwickeln ist die Aufgabe der bis in die Mitte des vierten nachchristlichen Jahrtausends dauernden Fünften nachatlantischen Kulturepoche.”14

    Bis zum Jahre 3573 n. Chr. haben also die Völker des „germanischen Kulturkreises” die für die Menschheitsentwickelung alles entscheidende Funktion: die menschliche Evolution ist germanisch!

    An dieser Stelle noch einmal der Historiker Helmut Zander:

    „In der Konsequenz dieses Denkens lag auch Steiners Bestimmung des Judentums, das ebenfalls als evolutionshistorisch überholt galt (s. 8.3.2b), und in diesen Kontext gehören auch seine Völkerstereotypien, die gleichfalls hierarchisiert waren und die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung sahen (s. 14.3.1a).“15

    „Die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung“: ist das damit gemeint, wenn sich die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit so vorstellen: „Waldorfschulen als Vorreiter. Nicht mehr lernen, sondern das Richtige.“16?

    zum vollständigen Artikel mit Quellenangaben: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #76
    Andreas Lichte

    Michael Mentzel: Anthroposophie und Nationalsozialismus

    Ansgar Martins, Gastautor der Ruhrbarone, hat ein kritisches Buch über Rudolf Steiners Rassismus und Geschichtsbild geschrieben, das vom Historiker Prof. Peter Staudenmaier in einer Rezension als „sachliche und scharfsichtige Darstellung“ begrüsst wurde, „bei weitem die beste Darstellung, die bei einem anthroposophischen Herausgeber erschienen ist“. Das sorgt für einen bizarren Auftritt von Michael Mentzel, Propagandist der, Zitat Prof. Hopmann, „Sekte“ Anthroposophie. Von Andreas Lichte.

    In seinem Artikel „Steiner und der Rassismus“, veröffentlicht auf seiner Website „Themen der Zeit“, begibt sich der Anthroposoph Michael Mentzel [Schloss Hamborn] auf die verzweifelte Suche nach Fehlern in Ansgar Martins Buch „Rassismus und Geschichtsmetaphysik: Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner“. Es wird eine Irrfahrt durch das anthroposophische „Geisterland“, wie Ansgar Martins in seiner Antwort dokumentiert.

    Zu Mentzels propagandistischer Grundausstattung gehört es, Kritikern der Anthroposophie zu unterstellen, was sie nie behauptet haben, Zitat Mentzel:

    „Eines scheint mir das Anliegen des Autors Ansgar Martins jedoch nicht zu sein: Der Versuch, nachzuweisen, dass der von ihm bei Steiner diagnostizierte Rassismus und Antisemitismus die von manchen Kritikern behauptete Klammer und die Kontinuität sind, die den Nationalsozialismus ermöglicht haben.“

    Dazu Ansgar Martins’ Antwort im Originalwortlaut, Zitat:

    „Dass die Anthroposophie nicht die Wegbereiterin des Nationalsozialismus war und sich in dieser Richtung auch nicht ernsthaft argumentieren lässt, darin ist Mentzel ausdrücklich zuzustimmen. Tatsächlich hat bisher auch noch kein ernstzunehmender Steinerkritiker die Anthroposophie zum Wegbereiter des Faschismus stilisiert. Das haben diesbezüglich interessierte Anthroposophen ganz allein geschafft. Ettore Martinoli [Mitbegründer der ‘Anthroposophischen Gesellschaft Italiens’], der sich nicht nur aktiv für die antisemitischen Rassegesetze im italienischen Faschismus, sondern vor allem für deren Synthese mit der Anthroposophie einsetzte, riss Steiner aus seiner faktischen geistesgeschichtlichen Irrelevanz und stellte ihn in eine Reihe mit Mussolini und Hitler:

    ’Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.’ (Martinoli: ‚Un preannunziatore della nuova Europa: Rudolf Steiner’, in: ‘La Vita Italiana’, Juni 1943, S. 566, übersetzt bei Andreas Lichte)

    Es waren gerade die idealistischen Aspekte der Anthroposophie, mit denen solche Autoren ihren faschistischen Enthusiasmus rechtfertigten. Erhard Bartsch, Pionier der biodynamischen Landwirtschaft, belehrte den jüdischen Anthroposophen und Nazigegner Hans Büchenbacher:

    ‘Wissen Sie, Herr Dr. Büchenbacher, wenn man wirklich michaelischen Geist hat, dann tritt man an die Seite von Adolf Hitler.’ (zit. n. Büchenbacher: ‘Erinnerungen 1933-1945’, Archiv ‘Info3’, 8)

    Andere sahen in der Anthroposophie die ideale spirituelle Ergänzung zum ‘materialistischen’ Nationalsozialismus:

    ‘Rudolf Steiner kommt von oben. Hitler kommt von unten, und so geben sie einander die Hand.’ (zit. n. Dieter Brüll: ‘Ein Bewusstsein war nicht vorhanden’, in: ‘Info3’, 4/1999, 20)

    Büchenbacher, der als Vorsitzender der deutschen Anthroposophen 1935 ‘freiwillig’ zurücktreten musste, schätzte rückblickend, ‘dass ungefähr 2/3 der Mitglieder mehr oder weniger positiv zum Nationalsozialismus sich orientierten.’ (Büchenbacher: ‘Erinnerungen’, a.a.O., 17)

    (…)“

    Soviel von Ansgar Martins zur anthroposophischen Zustimmung zu Faschismus und Nationalsozialismus. Betrachtet man die praktische Zusammenarbeit von Anthroposophen und nationalsozialistischen Organisationen, fällt es noch schwerer, eine klare Grenze zu ziehen:

    Im „Dritten Reich“ passierte Anthroposophie auf der falschen Seite des Zaunes, des Zaunes des KZ Dachau: Dort gab es einen biologisch-dynamischen Betrieb – und den ehemaligen Waldorfschüler und SS-Arzt Sigmund Rascher, der geplant tödlich verlaufende Menschenversuche an KZ-Insassen durchführte. Die anthroposophische Firma „Weleda“ versorgte Rascher mit Materialien …“

    > hier zum Originalartikel > http://www.ruhrbarone.de/michael-mentzel-anthroposophie-und-nationalsozialismus/

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  • #78
    Andreas Lichte

    Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

    (…)

    Dokumentiert ist, dass der Lehrplan der ersten Waldorfschulen „Rassenkunde“ enthielt, die in der siebten Klasse einzuführen sei, samt der Diskussion des „Gegensatzes von nördlicher und südlicher Volksart“ und dem kulturellen Ausdruck von „fremden Volksseelen“.2

    Bei einer Pressekonferenz des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ zu Rudolf Steiners Rassismus erklärte Kullak-Ublick aber im Widerspruch zur oben dokumentierten Geschichte der Waldorfschule:

    „Schon bei ihrer Gründung sind die Waldorfschulen mit einem Ansatz angetreten, der im krassest möglichen Gegensatz zu den Beschuldigungen [des Rassismus in der Waldorfschule] steht“.3

    Am 6. September 2007 entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Und auch hier fühlt sich Kullak-Ublick nicht an Fakten gebunden:

    „(…) So erläuterte Henning Kullak-Ublick, Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen, in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur der Hörerschaft, die Bundesprüfstelle habe die inkriminierten ‘Stellen für unwesentlich erklärt und … sie eben nicht indiziert. Gerade das hat sie ja nicht getan. Sie wäre dazu verpflichtet gewesen, wenn sie die eben als rassendiskriminierend angesehen hätte.’ Angesichts der Tatsache, dass in der Entscheidung 5505 [der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien] explizit steht, dass das Zwölfergremium zu dem Ergebnis gekommen ist, dass ‘Die Mission einzelner Volksseelen’ in Teilen ‘als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’ sei, muss sich Kullak-Ublick eine Verdrehung der Fakten vorwerfen lassen. (…)“4

    (…)“

    zum vollständigen Artikel/Quellenangaben: http://www.ruhrbarone.de/henning-kullak-ublick-der-bund-der-freien-waldorfschulen-und-die-glaubwuerdigkeit/

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  • #80
    Andreas Lichte

    Helmut Zander über die – „desaströse“ – kommentierte Neuauflage von Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“:

    „(…) Den politischen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung markiert eine Stellungnahme der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Sie kam 2007 zu dem Ergebnis, dass es Vorstellungen Steiners gebe, die «als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen» seien. Eine Indizierung entsprechender Bände der Steinerschen Schriften konnten Anthroposophen nur mit der Zusage abwenden, dass spätestens innerhalb eines Jahres eine Überarbeitung dieser Bände vorliegen werde. Damit nahmen sie es aber nicht so genau, es dauerte vier Jahre, bis ein erster Band, die «Geisteswissenschaftliche Menschenkunde» von 1908/09, neu erschien.

    Das Ergebnis ist desaströs. In einem knappen Hinweis distanziert man sich von Interpretationen der Aussagen Steiners, «insofern sie heute in irgendeiner diskriminierenden Art verstanden [. . .] werden sollten», während Steiner mit wenigen Aussagen, die die rassistischen Formulierungen relativieren, freigekauft wird. Aber kein Wort über Steiners Fortschrittsdenken, das seine Rassentheorien bedingt, kein Wort über die «Weissen», die er lebenslang zur kulturellen Avantgarde überhöhte, keines zu den «passiven Negerseelen» in dem Band. (…)“

    Quelle: Helmut Zander, „Rudolf Steiners Rassentheorien – Was tun mit einem unannehmbaren Erbe?“, Neue Zürcher Zeitung, 18. April 2013

    http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/was-tun-mit-einem-unannehmbaren-erbe-1.18066165

  • #81
  • #82
    Andreas Lichte

    „Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’: ‘Des Steiners neue Kleider’

    Die als seriös geltende „Neue Zürcher Zeitung“ veröffentlicht eine Rezension der seit 2013 kontinuierlich erscheinenden ‘kritischen Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’: Was nach „Wissenschaftlichkeit“ und „Unabhängigkeit“ aussieht, ist in Wahrheit eine Öffentlichkeitskampagne für die Anthroposophie.

    (…)

    Steiners Rassismus wurde 2007 zum Skandal, als die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) entschied, dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben, und Zitat BPjM, „als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ seien.

    Angeregt durch die breite Berichterstattung zum BPjM-Verfahren war die Forderung nach einer kritischen Werkausgabe von Rudolf Steiner laut geworden. Was Clement nun als ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’ abliefert, ist der Versuch, der Öffentlichkeit eine rein anthroposophische Sicht auf Rudolf Steiner als unabhängige Wissenschaft zu verkaufen.

    Wie weit Clement in seiner anthroposophischen Heiligsprechung Rudolf Steiners geht, mit welchen letzten Mitteln er versucht, Steiner als „eigenständig“ darzustellen, überrascht dann aber doch, Peter Staudenmaier:

    „Ein besonders bedauerliches Beispiel illustriert die Unzulänglichkeiten in Clements Herangehensweise. In seiner Diskussion von Steines Aneignung der fiktionalen Figur des ‘Hüters der Schwelle’ schreibt Clement, dass ‘Kritiker’ der Anthroposophie die ‘Anklage’ erhoben hätten, dass Steiner diese Figur aus einem Roman des neunzehnten Jahrhunderts von Edward Bulwer-Lytton übernommen habe. Aber dies hat nichts mit Kritik zu tun, noch viel weniger mit Anklagen; es ist eine einfache Angabe der Quelle Steiners. Es ist zugleich ein sinnvolles Beispiel für Anleihen des Okkultismus aus der fiktionalen Literatur.

    Clement leugnet rundweg all dies, indem er offensichtlich den historischen Kontext ignoriert. Das ist ein sehr seltsamer Standpunkt, da Steiner offen andere Elemente aus Bulwer-Lyttons fiktionaler Literatur auslieh, so wie den Begriff ‘Vril’, und da der fragliche Roman viele unverhohlen okkulte Bestandteile enthält und ein schönes Beispiel des Viktorianischen Revivals von Themen der Rosenkreuzer ist.“16

    Bulwer-Lyttons „Vril“ wird von Steiner als „Lebenskraft“ übernommen, wie auch die „in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier“17 in Rudolf Steiners rassistischem Science-Fiction-Trash ‘Aus der Akasha-Chronik’.“

    zum vollständigen Artikel beim Ratgeber-News-Blog: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2015/04/14/christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider/

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