Electri_City Conference 2026: Post-Punk zwischen Subkultur, Avantgarde und Zeitgeschichte

Ein großes Programm bietet die Electri_City Conference im Oktober | Bild: PR

Die Electri_City Conference findet am 23. und 24. Oktober in der Conference Box des me and all Hotel Düsseldorf (Immermannstraße 23, 40210 Düsseldorf) statt. Das Hotel liegt im japanischen Viertel und ist vom Düsseldorfer Hauptbahnhof in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Die Conference beginnt in diesem Jahr einen Tag nachdem das Punk-Museum am Düsseldorfer Hofgarten eröffnet wird.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe steht der Post-Punk – jenes Genre, das Ende der 1970er-Jahre aus dem Punk hervorging und dessen musikalische wie gesellschaftliche Grenzen erweiterte. Zwischen urbaner Entfremdung, Identitätssuche, politischem Bewusstsein und experimentellen Klangwelten entstand eine Stilrichtung, die bis heute Künstler unterschiedlichster Genres beeinflusst. Mit insgesamt 15 Gästen widmet sich die Electri_City Conference den Wurzeln, Entwicklungen und Nachwirkungen des Post-Punk und schlägt dabei Brücken zu Industrial, Avantgarde und elektronischer Musik.

Zu den prominentesten Gästen zählt John McKay, ehemaliger Gitarrist von Siouxsie & the Banshees. Er prägte zwischen in den späten 1970ern maßgeblich den Gitarrensound der stilbildenden Alben The Scream (1978) und Join Hands (1979), die heute als Meilensteine des frühen Post-Punk gelten. Im Gespräch gibt McKay Einblicke in seine Arbeitsweise und die Entstehung eines Sounds, der Generationen von Musikern beeinflusst hat.

Ebenfalls erwartet werden Alexander Hacke und Danielle de Picciotto. Hacke zählt als langjähriges Mitglied der Einstürzenden Neubauten zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Avantgarde. Seine Karriere führte ihn von den frühen Westberliner Punkjahren über internationale Tourneen und Filmmusikkompositionen bis zum gemeinsamen Projekt hackedepicciotto mit Danielle de Picciotto. Anlass des Gesprächs ist die überarbeitete und erweiterte Ausgabe seiner Autobiografie „KRACH – Verzerrte Erinnerungen“, in der Hacke auf seine musikalische Laufbahn, die Geschichte der Einstürzenden Neubauten und das kulturelle Umfeld des damaligen West-Berlins zurückblickt. Das Gespräch führt Ox-Chefredakteur Joachim Hiller.

Die britische Autorin Cathi Unsworth diskutiert gemeinsam mit Verleger Fabrice Couillerot über die gesellschaftliche Kraft subversiver Musik und den Einfluss von Post-Punk auf Kultur, Literatur und Gegenwart. Ausgangspunkt ist dabei auch die Frage, wie sich Rebellion, Individualität und Selbstbestimmung heute behaupten lassen. Siouxsie Sioux formulierte diesen Wandel einmal so: „Heute wird Punkrock wie ein Mode-Accessoire wahrgenommen – gerade von Frauen. Feminismus und Selbstbestimmung werden oft nur vorgetäuscht. Viele machen zwar ihr Ding, aber gleichzeitig hängt alles am Körperkult und an allgemeinen Schönheitsidealen. Es wirkt, als ginge es weniger um Haltung oder Ausdruck, sondern darum, makellos auszusehen. Die Straßen sind voll mit irgendwelchen „Fashion Victims“ – und das ultimative Must-Have ist inzwischen ein Besuch beim Schönheitschirurgen.“

Ergänzt wird das Programm durch weitere Talks, Panels, Filmvorführungen, Gespräche und DJ-Sets. Die Electri_City Conference versteht sich als Plattform für den Austausch zwischen Künstlern, Zeitzeugen und Publikum – und beleuchtet die kulturelle Bedeutung subkultureller Musik aus historischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Perspektiven.

Termin: 23. und 24. Oktober in der Conference Box des me and all Hotel Düsseldorf (Immermannstraße 23, 40210 Düsseldorf). Tickets dazu gibt es hier

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