Die alte Bundesrepublik löst sich auf

Angela Merkel Foto: CDU/Laurence Chaperon Lizenz: Copyright


Dunkeldeutschland: Wenn Clans, Rechtsradikale, Putin und Antisemiten triumphieren.

Ein Clanchef feiert den Sieg der antisemitischen Linken in Berlin, in mittlerweile drei Zonen-Bundesländern ist die AfD stärkste Partei. Die Bundesrepublik, einst ein Hort von Langeweile und Stabilität, verfällt in atemberaubender Geschwindigkeit. Die Reformverweigerungskoalitionen, ob mit FDP oder vor allem mit der SPD unter Angela Merkel, haben das Land an den Rand des politischen, wirtschaftlichen und mentalen Ruins gebracht. Drei verheerende Schläge musste die Bundesregierung in den vergangenen Jahrzehnten einstecken: die Wiedervereinigung, die Energiewende und die Öffnung der Grenzen 2015. Eine zunehmende Bürokratisierung und Verrechtlichung der Politik sorgt nun dafür, dass die heutige Politikergeneration nicht mehr in der Lage ist, so schnell zu handeln, wie es nun nötig wäre.

Dazu kommt die nahezu vollkommene Talentfreiheit der aktuellen Politikerklasse: In einer Zeit, in der das Land einen Adenauer, Schmidt, Brandt oder Kohl an der Spitze dringend nötig hätte, blickt man mit Entsetzen in einen Abgrund von Mittelmäßigkeit, während Rechtsradikale und Antisemiten Erfolge feiern und Putins Parteien vormarschieren. Die CDU, die Partei, deren Kanzler die Bundesrepublik prägten und deren Kanzlerin sie ruinierte, verfällt. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte sie sogar an der Fünf-Prozent-Hürde.  Doch es ist nicht nur die Schuld der Politik: Auch postmoderne Ideologien haben dazu geführt, dass die Bevölkerung so geteilt ist, dass eine demokratische Mehrheitsfindung immer schwieriger wird. Die alte Bundesrepublik löst sich auf, die Konturen Dunkeldeutschlands sind immer deutlicher zu erkennen.

Autorenseite: Stefan Laurin
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hase12
1 Monat vor

In der Weimarer Republik schnitt, wenn man nur die Gebiete der heutigen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern anschaut, die (katholische) Zentrumspartei in Berlin noch am besten ab, in Mecklenburg-Vorpommern am schlechtesten ab und Sachsen-Anhalt lag dazwischen. Ein Phänomen, das man von heutzutage von der CDU kennt. Nichts Neues!

Frank Wohlgemuth
Frank Wohlgemuth
1 Monat vor

Auch postmoderne Ideologien haben dazu geführt, dass die Bevölkerung so geteilt ist, dass eine demokratische Mehrheitsfindung immer schwieriger wird.

Es ist schon witzig, wenn jemand, der bei anderen Gelegenheiten einen über Jahrzehnte gefestigten naturwissenschaftlichen Konsens zur ideologischen Meinung erklärt, sich über postmoderne Ideologien beschwert.

Alf
Gast
Alf
1 Monat vor

Die alte BRD, die BRD der elf Länder, gab es schon lange nicht mehr.

Unter Merkel kam dann aber alles zum Stillstand. Dabei war dem Norbert Blüm durchaus bekannt, dass wir auf Dauer zu wenig Kinder in der BRD bekommen.
Es war dabei überaus klar, dass der demografische Wandel kommt.
Doch in der Politik wollte niemand dagegen steuern.

Stattdessen hieß es, die Rente ist sicher.
Probleme wurden unter Merkel unter den Tisch gekehrt.

Bei der DB AG tat sich rein gar nichts mehr außer dass man noch mehr die Strecken kaputt gespart hat. Nun müssen die Strecken großflächig saniert werden.

Der Schritt zu der Energie aus Windkraftanlagen war überaus richtig. Das Beenden des Braunkohletagebaus war richtig und notwendig.
Völlig unklar ist dagegen warum der Strom aus Windenergie immer teurer wurde.
Es hätte das Gegenteil geschehen müssen.

Was Mecklenburg-Vorpommern betrifft, Philipp Amthor ist hervorragend geeignet um die CDU wieder in den Landtag zu führen. Er stammt aus der Region und kennt die Menschen und ihre Gedanken.

wonderman
Gast
wonderman
1 Monat vor

Ich lese Ihre Beschreibung eines schlechten Status Quo und Ihren Ausblick in eine schlechtere Zukunft als eine Erzählung von drohenden Gefahr und früheren Überforderungen und Scheiterns. Was verbindet für Sie Wiedervereinigung, Energiewende und Öffnung der Grenzen 2015 und warum sind das für Sie Schläge, die die Bundesregierung einstecken musste, diese zwei Fragen stelle ich mir. Die Wiedervereinigung war in meinen Augen eine Chance. Es gibt in Deutschland keine politischen Gefangenen mehr, auch keine IMs, und jede und jeder kann sagen, was er oder sie meint. Das finde ich gut. Die Energiewende war eine mehrheitlich getragene Entscheidung. Energie ist in Deutschland teuer, doch liegt das an den fehlenden AKWs? Die Öffnung der Grenzen war eine ohne Mehrheit getroffene Entscheidung, die neben anderen Effekten auch teuer war. Meine Perspektive ist daher, dass von den von Ihnen genannten Schlägen nur die Öffnung der Grenzen die Wählerinnen und Wähler damals und heute überfordert hat und dass die jetzige Bundesregierung nun erklären muss, was sie für Pläne hat für Migration, die über die Entscheidungsebenen der Länder und Kommunen hinweg langfristig ein Ziel festlegen.

hase12
1 Monat vor

Man kann den Satz „Dunkeldeutschland: Wenn Clans, Rechtsradikale, Putin und Antisemiten triumphieren“ folgendermaßen erklären: Erstens gewinnt die Die Linke in Berlin vor allem dort, wo früher die KPD erfolgreich war. Die KPD (neudeutsch: Die Linke) war wiederum moskauhörig. Ebenso arbeitete die DNVP (neudeutsch: AfD) gern mit Moskau zusammen. Hauptsache es geht bei beiden gegen den Westen. Mecklenburg-Vorpommern war eine frühe Hochburgen der Gegner der Weimarer Republik, insbesondere im Osten in Vorpommern erzielte zunächst die DNVP, dann die NSDAP sehr gute Werte.
Die KPD hat damals übrigens – auch hier wieder Parallele zu heute – die arabischen Anschläge auf jüdische Einrichtungen im damals britischen Mandatsgebiet Palästina bejubelt, wie später die DDR Antisemiten unterstützt und gedeckt hat. Zu den Clans lässt sich sagen, was Konrad Adenauer schon wusste: Östlich der Elbe fängt das Heidentum an. Wo Berlin liegt, ist ja bekannt.

Thomas Weigle
1 Monat vor

hase 12 Als der erzkatholische Reaktionär Adenauer sich so despektierlich über den Glauben der Menschen jenseits der Elbe äußerte, waren in Mecklenburg an die 95% der Menschen Mitglied der protestantischen Kirche,der (alt)preußischen Union, der auch die Protestanten in Westfalen zugehörig waren, aber nur wenige katholisch, nicht mal 5%. Dass die erzreaktionäre katholische Kirche noch bis weit in die Bonner Republik sich gg. jeglichen gesellschaftlichen Fortschritt aussprach, spricht im übrigen nicht gerade für den „Demokraten“ Adenauer, der Mitglied der katholischen Zentrumspartei war, die weitgehend eine Partei des Klerus war.Auf jeden Fall war das Zentrum spätestens mit Prälat Kaas als Vorsitzenden eine äußerst rechte Partei, die auf Zusammenarbeit mit Hitler setzte, s.a. Ermächtigungsgesetz.

Sie schreiben außerdem, dass die Partei Hugenbergs, also die DNVP, gerne mit Moskau zusammenarbeitete. Haben sie für diese Behauptung auch nur einen handfesten Beleg? Und in welcher Form soll denn diese Zusammenarbeit stattgefundenhaben?

Frank Wohlgemuth
Frank Wohlgemuth
1 Monat vor

@ Thomas Weigle

Als der erzkatholische Reaktionär Adenauer sich so despektierlich über den Glauben der Menschen jenseits der Elbe äußerte, waren in Mecklenburg an die 95% der Menschen Mitglied der protestantischen Kirche,der (alt)preußischen Union, der auch die Protestanten in Westfalen zugehörig waren, aber nur wenige katholisch, nicht mal 5%.

Das ist die „innerchristliche“ Betrachtung. Ich vermute aber eher, dass Adenauer sich auf andere Zahlen bezog, die in den Volkszählungen von 1925 und 1933 zu sehen sind – die Volkszählung von 1939 lässt man für derartige Betrachtungen besser außen vor, die von 1933 wurden noch von den Beamten der Weimarer Republik und den alten Formularen gemacht. Da wurden, wenn man Berlin mitzählt, in den Gebieten östlich der Elbe 1925 ca. 5,5% und 1933 ca 8,2% an „Sonstigen“ gezählt, das waren im Wesentlichen Konfessionslose, Dissidenten und Freidenker. Diese Zahlen waren rund doppelt so hoch wie im Westen. In manchen mitteldeutschen Städten und Arbeitergemeinden lag der Anteil der Freidenker und Konfessionslosen bereits um 1930 bei über 10 bis teilweise 15 Prozent – ein Spitzenwert im damaligen Reich. Außerdem sind das bereits Zahlen, die auf eine Atmosphäre deuten, in der man sein Heidentum schon offen leben konnte, zu der Zeit ein Unding im Westen und Süden Deutschlands.

thomas weigle
thomas weigle
1 Monat vor

@ Frank Wohlgemuth In den beiden Mecklenburgs waren über 95% Mitglied der Kirchen, wo bei die Zahl der Katholen jeweils bei etwas über 2% und etwas über 1% lag, als der reaktionäre Erzkatholik die Menschen jenseits der Elbe als Heiden verdammte und sich bei bei den Fahrten nach Berlin in der asiatischen Steppe halluzinierte. Auch die von ihnen genannten Zahlen zeigen ja nicht das Bild einer von Heiden besiedelten und von Antichristen beherrschten Landschaft.
Es war die ausgeprägte Neigung Adenauers, wie auch sein Herumreiten auf der unehelichen Geburt Willy Brandts im BTW 1961, zu diffamieren und andere Menschen herabzusetzen, die nicht so dachten, die nicht so waren wie er. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass für ihn die Unkultur bereits in Köln-Deutz begann, schmunzel.
Ansonsten@ Frank Wohlgemuth, sind ihre Kommentare und ihre Richtigstellungen erfreulich zu lesen und deshalb an dieser Stelle noch mal danke dafür.

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[…] Ruhrbaron Stefan Laurin hat die Erosion der bisherigen Stabilität scharf beschrieben. Seine Diagnose ist ein Kommentar, keine Prognose mit Eintrittsgarantie. Die Frage nach der Handlungsfähigkeit bleibt. ( Die alte Bundesrepublik löst sich auf) […]

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