
Jeder Hype folgt einer Kurve: Ein paar wenige beginnen ihn, immer mehr springen auf, er wird Mainstream, und irgendwann wollen auch die Zombies mitmachen. Bei dem Palästina-Hype war es auch so: Er ging von ein paar in der Wolle gefärbten Terroristenfreunden und Islamisten aus, wurde von den Steuergeldschmarotzern im Kultur- und Hochschulbetrieb aufgegriffen, die Mitläufer liefen mit und hängten sich den schwarz-weißen Terrorlappen um den Hals, anstatt damit ihr Geschirr zu spülen. Und irgendwann kommen dann die Zombies, lebende intellektuelle, politische und kulturelle Untote, und springen auf den fahrenden Zug auf.
So Claudia Roth, früher einmal Staatsministerin für Kultur. Im Podcast Jung & Naiv sagte sie nun, sie habe sich bei den Auseinandersetzungen um die antisemitischen Vorfälle bei der Documenta 15 und der Berlinale 2024 zu sehr vom Zentralrat der Juden unter Druck setzen lassen. Es sei ein Fehler gewesen, dass sie die Regisseure Adra und Abraham kritisiert habe, als sie bei der Berlinale im Zusammenhang mit Israel von „Apartheid“ und „Genozid“ gesprochen hätten. „Ich war zu schwach oder überfordert in dieser Lage. Es war ein Fehler.“
Vielleicht bricht jetzt die Welle des Palästina-Hypes. Wenn selbst Claudia Roth versucht, mit glühender Israelkritik etwas glamouröser zu erscheinen und mit dem vermeintlichen Feenstaub der Hamas ihre bunten Kleider zum Glitzern zu bringen, sind mit Palästina keine Distinktionsgewinne mehr zu erzielen.
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