
Noch so eine Idee, aus der Kategorie: Meinen die das wirklich ernst, was ich da gerade lese? Eine Zuckersteuer kann man ja durchaus diskutieren. Wenn der Staat den Bürgern über den Preis einen kleinen Schubs in Richtung gesünderer Ernährung geben möchte, meinetwegen. Über Sinn und Unsinn einer solchen Lenkungswirkung lässt sich an sich schon trefflich streiten.
Aber jetzt wird es wirklich schräg: Künftig könnten offenbar auch Getränke besteuert werden, die überhaupt keinen Zucker enthalten. Cola Zero lässt grüßen! Spätestens an diesem Punkt darf man sich doch fragen, ob es bei der ganzen Veranstaltung tatsächlich noch um die Gesundheit der Bürger geht – oder ob der Finanzminister einfach eine neue Einnahmequelle entdeckt hat.
Zuckerfrei? Egal, Hauptsache steuerpflichtig!
Das besonders Schöne an der geplanten Regelung ist ihre beeindruckende Fähigkeit, sich von der eigenen Begründung zu verabschieden. Wer Zucker besteuern will, weil Zucker angeblich ungesund ist, sollte vielleicht zunächst einmal Produkte ins Visier nehmen, die tatsächlich Zucker enthalten.
Doch weit gefehlt. Nach den bekannt gewordenen Plänen könnten auch Getränke mit Süßungsmitteln erfasst werden. 26 Cent pro Liter stehen dabei offenbar im Raum. Da sitzt dann vermutlich irgendwo im Finanzministerium jemand mit Taschenrechner und fragt sich: „Was könnten wir eigentlich noch besteuern?“
Auch Fruchtnektare, Smoothies, Haferdrinks, alkoholfreies Bier und alkoholfreier Wein könnten betroffen sein. Und plötzlich wird aus der Zuckersteuer eine ziemlich umfassende Getränkesteuer mit Gesundheitsargument als hübscher Verpackung.
Die Schorle wird zum Luxusgut
Besonders absurd wird es bei Produkten, bei denen man als Verbraucher wirklich ins Grübeln kommt. Saft kann unter bestimmten Umständen steuerfrei bleiben, während eine Schorle plötzlich zur Kasse gebeten werden könnte. Alkoholfreies Bier könnte ebenfalls teurer werden als die alkoholische Variante.Da muss man schon eine besondere Form politischer Kreativität besitzen, um daraus eine überzeugende Gesundheitsstrategie zu basteln.
Natürlich kann man argumentieren, dass der Staat mit einem möglichst weiten Steuergegenstand verhindern möchte, dass Hersteller einfach auf andere Produkte ausweichen. Das klingt zunächst technisch vernünftig. Nur irgendwann sollte vielleicht auch der gesunde Menschenverstand ausweichen dürfen – und zwar aus dem Finanzministerium heraus.
Wenn der Staat den Durst entdeckt
Das eigentlich Verräterische steht allerdings bereits im Kleingedruckten: Die Steuer soll ausdrücklich nicht nur eine Lenkungswirkung haben, sondern auch Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren. Rund 650 Millionen Euro sollen zunächst zusammenkommen. Und wenn die Einnahmen am Ende sogar höher ausfallen als erwartet, dürfte sich die Freude im Finanzministerium vermutlich noch steigern.
Damit ist das Problem ziemlich gut beschrieben. Denn eine Steuer, die ungesunde Produkte verteuern soll, ist etwas anderes als eine Steuer, die möglichst viele Getränke erfasst, damit möglichst viel Geld in die Staatskasse fließt.
Ich habe deshalb wenig Verständnis dafür, wenn uns dieses Vorhaben als große Gesundheitsinitiative verkauft wird. Wer Cola Zero besteuert, obwohl sie keinen Zucker enthält, sollte zumindest ehrlich genug sein und sagen: Hier geht es auch ums Geld.
Und zwar nicht zu knapp. Man fasst es wirklich nicht: Erst wird uns erklärt, wir sollen gesünder trinken. Und am Ende kassiert der Staat sogar dafür, dass wir auf Zucker verzichten. Prost Mahlzeit!
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Alkoholfreies Bier fällt nicht darunter, da wieder Zucker noch Süßstoff hinzugefügt wird.
Ansonsten ist alles richtig, die Getränke sind völlig übersüßt.
Zudem sind die Getränke mit Zucker auch Gesundheitsschädlich und führen zu übergewicht.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a8d4d71c3692834ff6dbe0e/zuckergetraenke-steuer-hafermilch-cola-zero-und-alkoholfreies-bier-regierung-will-auch-getraenke-mit-suessstoffen-besteuern.html
Hier noch ne Quelle, wo das auch erwähnt wird:
https://www.bayern.de/staatsminister-kritisiert-ausweitung-der-zuckersteuer/
Aber warten wir ab. Ich denke, nach dem Aufschrei heute bleibt von den Plänen am Ende eh nicht viel übrig….
Robin Platzwaldt, Auf bayerisches Bier – Alkoholfrei mit 3,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter (entspricht 18 Gramm Zucker in einer 0,5-Liter-Flasche) sollte natürlich keine Zuckersteuer anfallen.
Keiner hat dort Zucker beigemixt.
Sondern wurde nur dem Bier der Alkohol entzogen.
Entsprechend ist es natürlich Quatsch, Bier mit Alkohol nicht zu besteuern und alkoholfreies Bier zu versteuern.
Ich meinte das die völlig übersüßten Bier-Mixgetränke, die zu versteuern sind.
Sinnvoll oder angebracht ist nochmal was anderes, aber mindestens ehrlich als“Genußsteuer“ oder ähnliches sollte es schon deklariert werden…
Aha! https://www.bild.de/politik/vorschlag-kam-aus-seinem-ministerium-klingbeil-stoppt-zuckersteuer-auf-cola-zero-6a8eaae4c3692834ff6dd19c
Zuckersteuer auf alkoholfreies Bier und Wein. Bayern wird schon heftig protestiert.
https://www.bayern.de/staatsminister-kritisiert-ausweitung-der-zuckersteuer/
Auf der Pressekonferenz sagte Lars Klingbeil dass er keine extra Steuer auf Zuckerfreie Getränke erheben möchte.
Fraglich ist, warum aus Lars klingbeil Ministerium dann ein Papier veröffentlicht wurde, wo vorgeschlagen wurde, das auf Zerogetränke, wie auch auf alkoholfreies Bier und Wein eine Zuckersteuer erhoben wird.
Ein genialer Schachzug! Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke – da regt sich jeder auf, dann rudert der Finanzminister zurück, und keiner diskutiert mehr über die Zuckersteuer, die auch eine Unverschämtheit ist! Abzocke, angeblich für „den guten Zweck“…
Falschmeldung zur Steuer auf zuckerfreie Getränke….Und wieder ein Prozent mehr für das Asyl für Denkbefreite in S.A.. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt….
[…] (?):– Nach Ächtungskeule: Bayerischer Hof macht brav Männchen– Zuckersteuer auf Cola Zero? Na dann Prost, Finanzminister Klingbeil!– „Evangelikale bauen keine Bomben“: Idea-Leiter Pfeifer rechnet mit der Linken ab– […]