AfD: Puh, keine Nürnberger Verhältnisse in Waltrop!

Waltrop: Proteste gegen den Parteitag der AfD! Foto: Peter Ansmann
Waltrop: Proteste gegen den Parteitag der AfD! Foto: Peter Ansmann

Die AfD hatte für den 28. März 2019 zu einer Großveranstaltung in die Ruhrgebietsprovinz geladen! Waltrop ist – aus dem Blickfeld eines Ortsfremden der diesen Ort erstmals besucht – ein gemütliches Kleinstädtchen mit den typischen Sorgen eines diesen. Immer mehr Einzelhandelsgeschäfte kapitulieren vor der Macht des Internets, es gibt merkwürdige Öffnungszeiten bei Lokalgeschäften, wie ich aus dem Newsfeed meines Kollegen Robin Patzwaldt weiß und wirkliche Teilhabe am politischen Tourismus gab es in der Vergangenheit auch nicht:

Events, die Städte wie Mutlangen, Gorleben oder Weiterstadt gegenüber Waltrop bisher voraushatten – und politischen Protesttourismus oder mediale Erwähnung brachten – waren bisher in Waltrop nicht an der Tagesordnung: Keine Pershing-II-Raketen wie in Mutlangen, kein atomares Endlager wie in Gorleben – nicht mal die RAF hat dort irgendwann mal zugeschlagen, wie z.B. beim Gefängnisrückbau in Weiterstadt. Heuer hatte sich Alexander Gauland (AfD) als Stargast bei einer Großveranstaltung der AfD im Gau Münster angekündigt: Immerhin ein Anfang!

AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz!); Foto: Robin Patzwaldt
AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz!); Foto: Robin Patzwaldt

„Endlich mal was los!“ dürften deshalb auch einige Einwohner gedacht haben, als sich letzte Woche die Großveranstaltung der AfD für den gestrigen Donnerstag ankündigte. Als Stargast war Alexander Gauland – der zusammen mit Alice Weidel die Fraktion der patriotischsten Partei wo gibt im deutschen Bundestag führt – geladen.

Der Beginn des Events war für 18:00 Uhr angesetzt. Als ich gegen 17:00 Uhr eintreffe, ist die Anzahl an deutschen Patrioten sehr überschaubar. Eine kleine Gruppe von AfDlern steht mit hippen Schildern vor der Stadthalle in Waltrop. Eine „Mahnwache gegen Extremismus“ (Kein Scherz!) soll diese Gruppe darstellen.

Wegen der eher kleinen Anzahl von Patrioten die nach Waltrop gefunden hatten,  bewies die AfD – zugegeben – mit der Wahl des Veranstaltungsortes den richtigen Riecher: Auf dem Nürnberger Parteitagsgelände wäre die kleine Schar der Abendlandretter schier untergegangen.

Die Choreografie der AfD kann es mit der einer Leni Riefenstahl auch nicht aufnehmen. Die Schilder der Mahnwacheteilnehmer dienen offensichtlich dazu, Menschen (mich zumindest) zu verwirren: Die Merkel-Raute, das Antifa-Symbol, die Fahne des IS und ein Hakenkreuz sind auf den Schildern dargestellt und wurden jeweils durch ein Verbotszeichen ergänzt: Das durchgestrichene Hakenkreuz irritiert mich ein wenig, macht es die AfD doch quasi damit selbst zum Teil der Antifa. Ehrlich ist dieses Zeichen Faschismus vermutlich eh nicht gemeint – duldet die Partei ja immer noch Rechtsausleger wie – the Artist formerly known as BerndBjörn Hoecke in ihren fest geschlossenen Reihen.

Robin Patzwaldt, Ur-Waltroper und Kollege bei den Ruhrbaronen,  ist bereits vor Ort und hält sich in der entmilitarisierten Zone auf. Auf der einen Seite der Absperrung gibt es ein Bürgerfest gegen Rassismus, welches ganz gut besucht erscheint – aufgrund der Absperrung konnte man sich dort nicht hinbewegen. An vorderster Front der Absperrung befindet sich ein sehr gut besuchter Stand der Partei DIE PARTEI. Dazu später mehr.

Protest gegen die AfD: Maybrit Killner (Münster) und Andreas Kemna aus Recklinghausen; Foto: Peter Ansmann
Protest gegen die AfD: Maybrit Killner (Münster) und Andreas Kemna aus Recklinghausen; Foto: Peter Ansmann

Auf der anderen Seite neben der Stadthalle ebenfalls eine Absperrung: Die Polizei – die einen ziemlich guten Job macht – lässt Menschen durch die zur AfD-Veranstaltung wollen. Diese treffen eher tröpfchenweise ein. Robin Patzwaldt gibt mir ein paar Hintergundinformationen zur Veranstaltung. Es gab im Vorfeld Stress, da der Kreisverband der AfD einen eigenen Parteitag zeitgleich neben dieser „Großveranstaltung“ die der Bezirksverband organisiert hatte. Richtig friedlich und perfekt scheint es mit der Kommunikation bei den Patrioten nicht zu laufen: Der Kreisverband hat aber in letzter Minute die eigene Veranstaltung abgesagt und so eine Konfrontation vermieden.

DIE PARTEI sticht hervor…

Mein nächster Gang führt ich aus der befriedeten Zone zur mobilen Pressestelle der Polizei. Ich frage nach den Teilnehmerzahlen der Veranstaltung. Der freundliche Polizist zeigt auf den von außen einsehenden Veranstaltungssaal. Die Menge in der Halle ist gering. 250 Leute halten sich zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise in der Halle auf. Bei der Gegendemonstration – Stand 16.00 Uhr – wurden – (O-Ton) 300 Gegendemonstranten und weitere 50 im Umfeld der Partei DIE PARTEI gezählt. Ich wundere mich ein wenig, dass die Genossen der Partei DIE PARTEI gesondert gezählt wurden, komme aber zum Schluss, dass es daran liegen könnte weil diese Teil der Gegendemo an vorderster Front der Absperrung steht und Menschen in einheitlichen Anzügen mit Krawatte nun mal irgendwie auffallen.

Sebastian Schroer, DIE PARTEI Oer-Erkenschwick; Foto: Peter Ansmann
Sebastian Schroer, DIE PARTEI Oer-Erkenschwick; Foto: Peter Ansmann

Während ich mich bei der mobilen Pressestelle aufhalte, trifft dort auch ein Anhänger der AfD ein und bittet darum, den Hintereingang der Halle nutzen zu können:

Ich möchte mir dieses Spießrutenlaufen nicht antun.“ – eine Aussage, die sehr viel über die komplett verzehrte Wahrnehmung der AfD aussagt. Auf dieser Seite der Absperrung gibt es ein paar Schaulustige, vermutlich auch Gegner der AfD dadrunter. Die Polizei hat die Sperre aber gesichert und kontrolliert den Einlass. Die Stimmung ist dort sehr ruhig und erinnert eher an ein Klosterschülerinnenpicknick als an ein „Spießrutenlaufen“. Der Polizist verweist ihn auf den normalen Eingang zur Halle. Etwas traurig trottet der besorgte AfDler in Richtung der Absperrung.

Vor der Halle hat sich die Mahnwache inzwischen verlaufen, Andreas Kemna, DIE PARTEI Recklinghausen, rezitiert über Megafon das Gedicht Rosen auf den Weg gestreut von Kurt Tucholsky. Ein einzelner AfD-Anhänger eskaliert zwischendurch, reagiert auf einen „Nie wieder Faschismus“-Ruf eines Gegendemonstranten. Weitere AfDler trudeln ein. Einer zieht seine, mit dem Davidstern verzierte, Kippa auf. Im letzten Jahr hat die AfD mit ihrer internen Gründung des Arbeitskreises „Juden in der AfD“ für mediale Aufmerksamkeit gesorgt – einer dieser, um es mit den Worten Lenins zu sagen, „nützlichen Idioten“ hat es wohl doch auch bis nach Waltrop geschafft.

Die Türen der Stadthalle öffnen sich. Robin und ich machen uns auf den Weg in die Halle. Der Einlass verläuft langsam und schleppend, aufgrund der umfangreichen Sicherheitskontrollen – die ein privater Sicherheitsdienst durchführt. Ich werde professionell abgetastet, muss meinen Rucksack öffnen. Das Notebook darf ich mitnehmen, die PET-Wasserflasche muss aus Sicherheitsgründen abgegeben werden. Da ich weder Mitglied der AfD bin, noch einen Presseausweis besitze und das Damoklesschwert einer Abweisung über meinem Haupt schwebt, beschließe ich, auf unglaublich nett und kooperativ zu machen und weise den Sicherheitsdienstmitarbeiter drauf hin, dass man mit der Ananasdose in meinem Rucksack theoretisch auch jemanden erschlagen könnte. Mit einem „Ja. Stimmt. Sowas wäre auch ein gutes Wurfgeschoss.“ bestätigt der Sicherheitsfachmann meinen Hinweis, nimmt die potenzielle Waffe an sich und sagt mir, dass ich diese Sachen nach dem Event wieder mitnehmen kann. Dann darf ich die Halle betreten und mich registrieren.

Wer das alte Feeling der Durchsuchungen und Befragungen, wie an der innerdeutschen Grenze vor November 1989 vermisst: Einfach mal eine AfD-Großveranstaltung besuchen!

Die Veranstaltungshalle ist nicht wirklich voll. Auf Tischen finden diverse Flyer der Rechtspopulisten, auch in russischer Sprache. Die Forderung, dass „nur deutsch gesprochen werden soll“, findet wohl in Propaganda mit der Zielgruppe der Russlanddeutschen und RT-Today-Fans seine Ausnahme. Mein Notebook zeigt mir neue WLAN-Spots an, acht davon mit der SSID „Merkel muss weg“. Identische Netzwerknamen bei mobilen Hotspots: Könnten für Verwirrung sorgen bei der Nutzung.

Steffen Christ, Vorsitzender des AfD-Bezirksverbands Münster, begrüßt die Anwesenden und bedankt sich in seiner Rede bei der Stadt Waltrop für ihre Bemühungen damit die AfD diese Halle nutzen kann. Ein interessante Aussage, die natürlich ein alternativer Fakt sein kann – oder für Diskussionen sorgen könnte. Die Stadt Waltrop sah offiziell keinen Grund, die Nutzung der Halle durch die AfD zu verbieten, wie mir Robin Patzwaldt kurz erklärt.

Alexander Gauland (AfD) bei seiner Rede in Waltrop! Foto: Peter Ansmann

Im Anschluss betritt Alexander Gauland, einer der zwei Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion das Podium. Er geht auf den Europawahlkampf ein. Die an sich selbst gerichtete Frage „Wieso ist eine starke AfD im EU-Parlament wichtig ist, wenn dieses doch abgeschafft gehört?“ beantwortet er mit einem Hinweis auf das letzte gewählte Parlament in der Volkskammer der DDR, dass ja auch nur gewählt wurde um die DDR abzuwickeln. Ein Austritt Deutschlands, einen „Dexit“,  aus der EU – wie bei den Briten – ist laut Alexander Gauland nicht realistisch, dieser Schritt müsste gemeinsam mit anderen Ländern erfolgen. Er betont dabei die Kooperation mit der FPÖ, der Lega Nord und mit Victor Orbán in Ungarn. Es gibt viel Kritik am französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und dessen Umgang mit den Gelbwesten-Protesten – und natürlich am Umgang der EU mit den Briten. Alexander Gauland bemängelt, daß der Europäische Rat dem Austritt Großbritanniens  aus der EU so viele Steine in den Weg legt. Immer wieder Lippenbekenntnisse zu Europa, das die AfD so sehr liebt: Nur Staatlichkeit habe bei der EU eben nichts zu suchen. Die üblichen Nebelkerzen der Rechtspopulisten. Die aktuelle Forderung von Manfred Weber (CSU), den Feinden der EU kein Geld aus dem EU-Haushalt zur Verfügung zu stellen, findet Alexander Gauland ebenso empörend wie die Aufmerksamkeit, die der Verfassungsschutz den Rechtspopulisten widmet.

Gegen 20:00 Uhr wird die Rede beendet, die anwesenden AfDler quittieren diese mit Beifall – auch wenn eigentlich nichts neues gesagt wurde. Thomas Röckemann, Sprecher der AfD NRW beendet die Veranstaltung schließlich gegen 20:15 Uhr mit einer kurzen Rede und der Verabschiedung der Anwesenden.

Vor der Halle: Mehr Stimmung!

Vor der Halle herrscht zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall wesentlich bessere Stimmung als zuvor in der Halle: Am Stand der Partei DIE PARTEI ist immer noch was los. Ich erkundige mich bei Andreas KemnaDIE PARTEI Recklinghausen – nach seiner Sicht auf die heutige Veranstaltung:

Persönlich sympathisch fand ich, dass ich es hingekriegt habe ein bißchen deutsches Kulturgut mit dem Zitieren von Kurt Tucholsky in die Veranstaltung einfließen zu lassen – und damit die AfD auf die Palme zu bringen. Die Stimmung war durchgängig gut: Wir haben richtig gut gefeiert und die AfD hat sich da hinten verkrümelt und versteckt.

Diesem Statement ist nichts hinzuzufügen.

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thomas weigle
thomas weigle
5 Jahre zuvor

"….an der innerdeutschen Grenze vermisst. Einfach mal eine AfD-Großveranstaltung besuchen." Och nee!!
Ich hoffe doch, dass DIE PARTEI nicht nur "richtig gut feiert," sondern ebenso auch gut kandidiert da im Mai.

Maybrit Killner
Maybrit Killner
5 Jahre zuvor

Lieber Herr Ansmann! Ich bitte darum den Namen Maybrit Killner unter dem Foto zu korrigieren. Artikel is super und die Bildmotive sehr gut, bis auf das mit dem Gauleiter. Ich hab gehört, dass er die Kontrolle über die Gaszufuhr verloren hat. Zusammen mit der hässlichen Krawatte, die er trägt ist das sehr besorgnis erregend. Immerhin sammelt er bereits Knöllchen. Liebe Grüße, Maybrit Killner <3

walter stach
walter stach
5 Jahre zuvor

Robin,
ich war von etwa 16.30 bis 18.3o Uhr auf dem Bürgerfest.
Für mich waren das zwei Stunden der Begegnung und der Gespräche in einem netten, freundlichen, fröhlichen Umfeld.
Für mich ein in jeder Beziehung gelungenes Bürgerfest.

walter stach
walter stach
5 Jahre zuvor

Peter Assmann,
sorry, wenn ich (nur) Robin angesprochen habe.

Gerd
Gerd
5 Jahre zuvor

"Im letzten Jahr hat die AfD ja mit ihrer internen Gründung des Arbeitskreises „Juden in der AfD“ für mediale Aufmerksamkeit gesorgt – einer dieser, um es mit den Worten Lenins zu sagen, „nützlichen Idioten“ hat es wohl auch bis nach Waltrop geschafft."

Sehr richtig. Wenn man sich die zahlreichen Juden vor Augen führt, die in den letzten Jahren in Europa von Rechtsradikalen ermordet wurden, kann man überhaupt nicht nachvollziehen, warum Juden wegen det Masseneinwanderung von Moslems besorgt sind.

trackback

[…] dem ich gestern vor Ort war, hat das Erlebte aus seiner Sicht, wie ich finde, sehr schön bei uns hier im Blog der Ruhrbarone […]

Robert
Robert
5 Jahre zuvor

Sie haben wirklich keinen Schimmer worum es geht. Zuerst behaupten Sie, es sei der Kreisparteitag, später korrigieten Sie sich selbst und schreiben dass es sich um eine Bezirks-Großveranstaltung handelt.
Das sei Ihnen noch verziehen, denn eigentlich ist es egal, von wem der Haufen auf dem Bürgersteig ist, ob vom Hund oder vom Pferd.
Dann erwähnen Sie eine Gegendemonstration mit 300 Personen. Ich befürchte Sie meinen das Stadtfest. Aber das war keine Gegendemonstration sondern ein Fest FÜR die Demokratie. Dort waren mindestens 500 leute versammelt.

thomas weigle
thomas weigle
5 Jahre zuvor

Zum Thema Rechte und Juden in Deutschland, nochmal zur Erinnerung: Schoeps, "Düstere Vorahnungen. Deutschlands Juden am Vorabend der Katastrophe" Wer sich als Jude mit Rechten und Rassisten einlässt, zahlt am Ende drauf, auch mit dem Leben. Die Herrscher der Gaskammern fragten nicht nach der politischen Einstellungen ihrer Opfer, diese waren Juden, das reichte, um sie in die Gaskammern zu treiben. Der durchaus rechte israel. Regierungschef weigert sich jedenfalls, AfDler zu empfangen, ihnen die Hand zu reichen Gut so.

walter stach
walter stach
5 Jahre zuvor

Robert -9-,,
es gibt "gut begründet" die Feststellung von 7oo plus x Teilnehmern an dem Bürgerfest.

Aber…
Es sollte uns BürgerInnen der Stadt Waltrop, die sich gestern getroffen haben unter dem Motto " für Demokratie und Vielfalt" egal sein, ob von Kritikern dieses Bürgerfestes -zu seinem Ob, zu seinem Wie- mit anderen Zahlen gearbeitet wird.

Wichtig ist doch, was alle Bürgerinnen/Bürger der Stadt, die zu dem Bürgerfest gekommen waren, letztendlich über ihr (!) Fest zu sagen haben. Ich meine, die allermeisten werden eine ähnliche Meinung haben wie ich sie -sh. 2- geäußert habe.

Robert,
"wir" lassen uns auch im nachhinein unsere Freude am Zusammensein von Demokraten aus Waltrop -in z.T. feucht-fröhlicher Runde – nicht vermiesen; warum denn auch?.

Robin,
um X-ten Male:
Wir Demokraten aus Waltrop haben bewußt, wir haben gezielt k e in e Demonstration g e g en irgendetwas initiiert, geplant und realisiert -weder g e g e n die AFD noch g e g e n …..

Wir Demokraten in Waltrop waren der Meinung -und sind das weiterhin– ,uns oftmals und öffentlich darauf besinnen zu sollen, , was uns parteiübergreifend und jenseits unterschiedlicher gesellschaftspolitischer Positionen letztendlich zusammenhält:
1.
Die Überzeugung, daß eine freiheitlich – pluralistische Gesellschaft in einem demokratischen und sozialen Rechtstaat die menschenwürdigste ist unter allen denkbaren menschengemachten gesellschaftlichen/staatlichen Ordnungssystemen..
Und diese gemeinsame Überzeugung kann u.a. auf einem Bürgerfest gelebt und demonstriert werden, wo alte und junge Menschen, wo Menschen unterschiedlichster parteipolitischer Orientierung, wo Menschen unterschiedlichster Herkunft, wo Alteingesessen, wo Zugezogene, wo Flüchtlinge , wo ……….zusammen kommen, um zusammen feiern, wo sie miteinander reden ("über Gott und die Welt)", weil sie so wie sie sind als freie Bürger in einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft von diesem ihrem Privileg Gebrauch machen.

"Man" mag sich fragen, was das denn konkret bringt, z.B. in der Auseinandersetzung mit dem Faschismus welcher Ausprägung auch immer.
Darüber wäre zu diskutieren.
Und darüber,
Robin,
sind wir beide mutmaßlich gegensätzlicher Meinung, die den Streit herausfordern.

Nicht streiten kann man m.E. jedoch mit allen Teilnehmern des Bürgerfestes -also auch nicht mit mir- darüber, daß dieser Nachmittag/dieser Abend des 28. in Waltrop für sie persönlich etwas gebracht hat, u.a. die erfreuliche Erkenntnis, u.a. in Waltrop nicht allein zu sein, wenn es darum geht, sich stets -auch im Alltagsleben- für Freiheit und Pluralismus , für den demokratischen Rechtstaat einzusetzen, nicht irgend welcher Prinzipien, sondern der Menschen wegen. Schön, für mich und all die anderen BürgerInnen, daß "man" gestern diese Solidarität spüren konnte, spüren durfte und davon "zehren" kann..

Im übrigen:
Völlig unabhängig von diesem Bürgerfest werden sich alldiejenigen -in Waltrop, in der Region, in NRW, in Deutschland, in Europa, weltweit -, die sich engagieren im Kampf gegen jede Art von Faschismus, National(sozial)ismus, Rassismus , weiterhin zu fragen haben, wie "man" am effektivsten diesen Kampf zu führen hat. Und sie werden über diese Wie selbstverständlich weiterhin streiten, ohne dabei zu vergessen , daß sie allesamt auf derselben Seite der Front stehen. Das Bürgerfest in Waltrop hat insofern dazu beigetragen, daß "wir" in Waltrop uns daran erinnert haben, wo für wir allesamt letztendlich politisch kämpfen.
Auch insofern: Es war für mich ein "lohnendes" Fest -und nach all meinen Gesprächen ist das die Meinung der allermeisten Menschen, die beim Bürgerfest in Waltrop dabei waren.

Deshalb auch an dieser Stelle, wie gestern meinerseits persönlich mehrfach bekundet:
:
Danke

an das Bündnis " Für Demokratie in Waltrop" und alle seine Aktivisten für die Initiative, für die Vorbereitung und für die "Abwicklung" des Bürgerfestes am 28.3. -nachmittags und abends- in Waltrop.

Macht weiter so!!!!

Robert
Robert
5 Jahre zuvor

@Walter:
Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Ein gelungenes Fest.
Auch mein herzlicher Dank an die Veranstalter und Planer.

Gerd
Gerd
5 Jahre zuvor

Noch ein Beispiel warum einige Juden an den etablierten Parteien verzweifeln.

https://www.achgut.com/artikel/blume_blamiert_sich_mal_wieder

thomas weigle
thomas weigle
5 Jahre zuvor

Was die ach so guten angeht, da las ich dort um den 8.November herum, ein verharmlosendes Plädoyer für den Chemnitzer Mob und die Jagdszenen in anderen sächsischen Städten in den Jahren zuvor.

abraxasrgb
abraxasrgb
5 Jahre zuvor

Thomas Weile … Da müssen aber eine Menge argumentativer Polyester als Verlängerung für die an den Haaren herbeigezogene Argumentation für möglichen Antisemitismus, Antizionismus oder neudeutsch "Israelkritik" eingeflochten werden, um bei Achgut auch nur eine Spur davon zu finden.
Henryk M. Bruder würde sich scheckig lachen 😉

Das mit den "Jagdszenen" hat Tichy ja schön aufgeschlüsselt, ist aber mainstreamig nicht so ausgeschlachtet worden, wie der gebremste Hasi 😉

Samuel Germay
Samuel Germay
5 Jahre zuvor

Sehr gute Zusammenfassung.

Danke für diesen schönen Artikel.

Waltrop hat Farbe bekannt und ja wir haben die AfD ausgegrenzt ohne es Auszusprechen. Die partei DIE PARTEI wird in Waltrop immer willkommen sein.

abraxasrgb
abraxasrgb
5 Jahre zuvor

"Die Partei" hat anscheinend die Funktion des medialen Hofnarren. Sie spricht die Wahrheit deutlich aus und alle können darüber lachen (oder eben auch nicht). 😉
Das ist wirklich vorbildliche Politik! Sehr sympathisch.

Was erwarten die Gegner der AfD (was immer das auch alles heissen soll)? Einen exorzistischen Fackelzug der Gutbürger gegen die politischen Paria? C´mon 😉

Die Antifa hat Waltrop nicht so verwüstet, wie Hamburg und die AfD ist rhetorisch nicht von der Maustaste gerutscht oder hat aus versehen rechts statt links geklickt. 😉
Super, die Apokalypse ist ausgeblieben …

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[…] in den Sinn kommt: Ich war vor einigen Tagen mit dem Kollegen Robin Petzwaldt bei einer Veranstaltung der AfD in […]

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[…] Alexander Gauland (AfD) würde von sich behaupten, dass er gegen Nazis ist. Nach meinem „Ja“ bin ich schnell in […]

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