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Aki Watzke und Michael Zorc vom BVB sollten mal bei Ralf Rangnick vorfühlen

Ralf Rangnick als Schalke-Trainer. Quelle: Wikipedia, Foto: xtranews.de, Lizenz: CC BY 2.0

Wenn es denn überhaupt noch eines weiteren Beweises bedurft hätte, dass BVB-Coach Lucien Favre die Schwarzgelben einfach nicht in die Spur bringt, der gestrige Abend hat es wohl selbst den letzten Zweiflern endgültig gezeigt.

Mit 1:3 unterlagen die Westfalen zum Auftakt in die UEFA Champions League 2020/21 bei Lazio Rom, zeigten dabei abermals eine (gemessen an den eigenen Ansprüchen) enttäuschende Leistung. Sowas kann natürlich grundsätzlich immer einmal passieren. In Dortmund erlebt man das aber zu häufig um hier noch immer an reines Pech o.ä. zu glauben. Hier liegt ein grundsätzlicher Mangel vor!

Was also tun, wenn man die Saison noch retten will. Ein Trainerwechsel ist in solchen Fällen eine gerne genommene Option. Zudem fällt es immer schwerer noch pro Favre zu argumentieren.

Doch das Problem ist in diesen Tagen, dass der Trainermarkt ziemlich leergefegt ist, wie ja auch die Schalker kürzlich erfahren mussten, als sie den ungewohnt profillosen Manuel Baum zum Nachfolger von David Wagner bestimmten.

Wenn also sollte der BVB verpflichten? Ralf Rangnick vielleicht?

Auffällig ist, dass Rangnick zuletzt einige kolportierte Angebote ausschlug. Unter anderem ließ er jüngst durchblicken, dass er auch an einer Rückkehr zum FC Schalke 04 nicht interessiert sei. Aktuell wird der 62-Jährige mit Aussagen zitiert, die erkennen lassen, dass er offenbar gerne zu einem Traditionsverein möchte, mit dem er auf Anhieb Titel gewinnen kann. Das passt perfekt auf den BVB.

Zu befürchten steht jedoch, dass Rangnick vom BVB-Anhang niemals voll akzeptiert werden würde. Zum einen trainierte er eben einst die Erzrivalen Schalke und Leipzig, zum anderen ist er mit seiner verkopften Art auch nicht der Typ, der der Südtribüne vorschweben dürfte. Mit 62 Jahren ist er zudem eher im Herbst seiner Laufbahn angekommen, nicht unbedingt diese Art von Coach mit der man die Zukunft einer sehr jungen Mannschaft gestalten will.

Andererseits hat er unzweifelhaft die erforderliche Kompetenz und Erfahrung. Rangnick hat Charisma und Ausstrahlung. Zudem kann er sich ausdrücken und er strahlt etwas aus, das Lucien Favre in seiner zögerlichen, ja fast schon weinerlichen Art seit Jahren schon vermissen lässt.

Lässt man den Gedanken einmal für ein paar Minuten ernsthaft zu, wäre Rangnick für den Job bei der Borussia allemal besser geeignet als Favre. Warum also nicht einmal bei ihm in S achen grundsätzlicher Bereitschaft vorfühlen? Ein Vertrag bis zum Saisonende wäre in jedem Falle ohne Risiko. Gelingt die Zusammenarbeit, könnte man sie problemlos auch darüber hinaus weiter ausdehnen. Und schlechter als unter Favre dürfte der BVB mit Rangnick auf der Bank wohl nach menschlichem Ermessen auch nicht abschneiden.

Rangnicks öffentlichen Aussagen zuletzt wirken ja schon so ein klein wenig wie eine Bewerbung an die Dortmunder  Verantwortlichen. Aki Watzke und Michael Zorc sollten daher vielleicht einfach mal kurz zum Telefon greifen und eine mögliche gemeinsame Zukunft mit Rangnick ausloten.

Denn noch ist die Saison des BVB auf allen Ebenen zu retten. In der Winterpause dürfte es dazu dann womöglich schon zu spät sein.

 

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