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Coach Manuel Baum wirkte nach seinem erstem Rückschlag mit Schalke erstaunlich geschockt

Die Arena in Gelsenkirchen. Foto: Michael Kamps

Die Krise auf Schalke hält an. Auch nach dem Trainerwechsel von David Wagner hin zu Manuel Baum in der Vorwoche, war beim Gastauftritt der Gelsenkirchener am Samstag bei RB Leipzig von Fortschritten noch immer nichts zu erkennen.

Mit 0:4 endete das Gastspiel im Osten der Republik. Und seien wir einmal ehrlich, wären die Leipziger in der zweiten Halbzeit etwas effektiver vor dem Tor der Knappen gewesen, ein Ergebnis ähnlich dem 0:8 von München wäre durchaus möglich gewesen.

Neutrainer Baum war nicht in der Lage einen ersten positiven Effekt durch die Amtsübernahme zu bewirken, was zugegebenermaßen auch eine Herkulesaufgabe war. Doch da sind wir genau beim Punkt: Kann ein Coach wie Manuel Baum Schalke? Ein Blick in sein Gesicht nach der üblen Packung zum Auftakt seiner Amtszeit sprach Bände.

Baum wirkte regelrecht erschrocken, schien unter Schock zu stehen. Kein gutes Zeichen!

Es war eigentlich von Anfang an klar, was in Gelsenkirchen von ihm gefordert sein würde. Klar war auch, dass Schalke wenig Geld hat und die Mannschaft tief verunsichert wirkte nach dermaßen vielen sieglosen Spielen in der Bundesliga. Der letzte Sieg liegt immerhin seit Januar zurück.

Und dann verpflichtet der Verein ausgerechnet einen Baum, der in Augsburg am Ende entlassen wurde, da den Verantwortlichen dort das Vertrauen in ihren Trainer fehlte, ihnen der Vorsprung auf die Abstiegsränge im Frühjahr 2019 zu gering wurde. Seither fehlte Baum in der Bundesliga, fand einen Job im Jugendbereich des DFB und als Experte bei Sky.

Und ausgerechnet ein solcher Trainer, dessen Bundesligaerfahrung sich auf den Abstiegskampf mit einem einzigen Verein beschränkt, soll nun derjenige sein, der Schalke stabilisiert, der den Verein endlich zur Ruhe bringt?

Man mag sich nicht ernsthaft vorstellen, dass das tatsächlich die Wunschlösung der Gelsenkirchener Verantwortlichen war. Und da liegt dann ein weiteres großes Problem: Ist Schalke wirklich nicht mehr in der Lage eine mehr Aufbruchsstimmung verbreitende Besetzung für den Trainerposten für sich zu gewinnen? Vieles deutet darauf hin.

Zugegeben, das Spiel in Leipzig war nicht der endgültige Maßstab für den FC Schalke 04 und auch nicht für Neutrainer Baum. Sein geschocktes Gesicht zeigte aber öffentlich schon, dass Baum die Größe der Aufgabe offenkundig ein Stück weit unterschätzt hatte.

Jetzt ist erst einmal Länderspielpause in der Bundesliga und dadurch etwas Zeit für den 41-Jährigen sich besser im Ruhrgebiet zu akklimatisieren.

Der Nachteil: Auch bei einem Klub wie Schalke sind in dieser Zeitspanne viele wichtige Spieler auf Reisen mit ihren Nationalmannschaften. Zum besseren Kennenlernen eignet sich diese Phase für Baum und das Team demnach auch nicht.

Und nach dem 0:4 in Leipzig gerät das folgende Heimspiel gegen Union Berlin schon wieder zum Pflichtsieg für den neuen Coach und die Mannschaft. Dass das nicht unbedingt ein Vorteil ist, hat das letzte Duell in der Arena gegen Werder Bremen gezeigt. Auch das galt als Pflichtaufgabe für den umstrittenen Coach Wagner, sowie als Bewährungsprobe für den Kader. Und wie das am Ende ausging, das muss ich ja wohl nicht noch einmal erwähnen an dieser Stelle…

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