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Angebliche PI-News Anhänger verbrennen Koran

Angebliche Anhänger des rechten Blogs PI News haben gerade die Videoaufzeichnung einer Koranverbrennung online gestellt. Bei dem verbrannten Koran handelt es sich offenbar um eine von den Salafisten verteilte Ausgabe.

In den vergangenen Tagen gab es im Umfeld von Kundgebungen der rechtsextremen Partei Pro NRW mehrere Zusammenstösse zwischen Anhängern der radikal-islamistischen Salafisten und der Polizei. Nun wurde die Verbrennung eines Korans online gestellt. Die Koranverbrennung hat offenbar nur einen Zweck: Die Eskalation des Konflikts zwischen Salafisten und Rechtsextremisten voran zu treiben. Das Video wurde unter dem Namen „Gottessucher Dirk“ auf Youtube online gestellt. Ein offenbar aufgeregter Mann mit hessischem Dialekt erklärt darauf, das heute der Anfang sei, alle „Korane in Deutschland“ zu verbrennen. Eine aktuelle Zeitungsausgabe soll das gestrige Datum der Verbrennung belegen. Ob die Verbrennung tatsächlich mit dem Blog PI News in Zusammenhang steht, ist völlig offen. Ein Vertreter des Blogs PI News kannte auf Anfrage der Ruhrbarone das Video nicht und will seine Weiterverbreitung unterbinden: „Ich gehe davon aus, dass da jemand PI schaden will. Ich werde mich darum bemühen, dass Youtube das Video löscht.“

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13 Kommentare zu “Angebliche PI-News Anhänger verbrennen Koran

  • #1
    Wolfram Obermanns

    Das rechtsextreme mit Islamophobie zu punkten versuchen, kann man wohl als gesichert annehmen.
    Als etwas unglüklich empfinde ich es, daß diese Aktion im Kontext mit Pro NRW genannt wird. Soviel Propaganda haben diese seltenen Bekloppten m. E. nicht verdient, und ich fürchte der Effekt steht der Intention des Artikels entgegen.

  • #2
    Nobbi

    Ob man dafür jetzt auch noch Werbung machen muss, halte ich für zweifelhaft.

  • #3
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Nobbi: Wir haben darüber geredet ob und wie wir die Meldung machen und halten sie in dieser Form für gerechtfertigt. Es ist nicht die Aufgabe von Journalisten nicht zu berichten, sondern verantwortungsvoll zu berichten. Das haben wir getan.

  • #4
    Olaf Mertens

    interessant jedenfalls, dass aus „der herausgeber“ in der ersten fassung des artikels „ein vertreter“ (von pi) geworden ist. ich dachte schon da will mal jemand mit seinem klarnamen geradestehen für die inhalte dieser fragwürdigen postille.

  • #5
    Helmut Junge

    Wir erleben doch zur Zeit ein Schauspiel zweier Parteien.
    Gezielte Provokationen auf der einen Seite und gezielte Empörung auf der anderen Seite.

  • #6
    Thomas Wessel

    Ich vermisse hier die Stimmen derer, die für die Freiheit der Religionkritik eintreten. Dass ihnen, mich eingeschlossen, die Gesellschaft peinlich ist, in die man damit geraten kann, ist klar, es ist aber auch nichts Neues, seit es die Original-Nazis gab. Aber jetzt, so viele Erfahrungen später, so einfach darüber hinweg schweigen? Ich finde, es war selten so leicht, den Vers mal ernst zu nehmen, mit dem man sonst so gern spaziert – dass unsereins nicht die Meinung von diesen Leuten teilt, die mit Karikaturen provozieren, aber „bis zum Tod“ ihr Recht verteidigt, diese Meinung vertreten zu können.

    Bis fast zum Tod haben das Rushdie in England, Westergaard in Norwegen und in Deutschland zwei Polizisten getan. Ein Viva der linken Religionskritik.

  • #7
    Gerd Herholz

    # 6: Das passt Ihnen so in den Kram, lieber Pfarrer Wessel, diese widerliche Video-Koranverbrennung in den Kontext humanistischer Religionenkritik zu stellen, gell?
    Diese menschenverachtende (und Bücher verachtende) Koranverbrennung, über die oben berichtet wird, knüpft aber in der Inszenierung zunächst an die Bücherverbrennungen von 1933 an.
    Und woran knüpfen die an? An Formen und Rituale uralter kirchlicher Autodafés.
    Nicht religionenkritische Humanisten haben je Bücher verbrannt (oder hätten Sie ein Beispiel?), lieber Herr Wessels, sondern Ihre gläubigen Urahnen.
    Schauen Sie doch einmal unter Wikipedia und „Autodafé“! Aber das wissen Sie natürlich alles und betreiben trotzdem lieber … Geschichtsklitterung!

    Wikipedia:
    Autodafé (aus port. auto-da-fé, Glaubensgericht von lat. actus fidei, wörtlich/ursprünglich Glaubensakt) bezeichnet die Vollstreckung eines Urteils der Inquisition oder eines Glaubensgerichts, beispielsweise die Verbrennung eines Häretikers oder Verbrennung häretischer Bücher[2]. Im übertragenen Sinn auch für die Verbrennung oder Zurschaustellung jeder Form von missliebigen Schriften verwendet.

    Die volksfestartig inszenierten Schauprozesse der spanischen Inquisition bestanden aus dem Glaubensbekenntnis des Gerichtes, der Urteilsverkündung und anschließend der Vollstreckung. Meyers Konversationslexikon von 1888 schreibt dazu zum Ablauf einer solchen Veranstaltung:

    „In Prozessionen führte man die zum Tod verurteilten Ketzer, welche barfuß gingen und mit dem Sanbenito und einer spitzen Mütze angethan waren, und hinter denen die Bildnisse entflohener und in Särgen die Leichname verstorbener Angeklagter hergetragen wurden, zur Kirche, wo die Verurteilten mit ausgelöschter Kerze in der Hand vor einem Kruzifix aufgestellt wurden, um ihr Urteil zu vernehmen. Darauf wurden sie dem weltlichen Richter überliefert und gefesselt in den Kerker zurückgebracht, um von da zum Richtplatz geführt zu werden. Widerriefen sie schließlich noch ihre Ketzerei, so wurden sie vorher erdrosselt, im entgegengesetzten Fall aber lebendig verbrannt und mit ihnen die Bildnisse und Gebeine der entflohenen oder verstorbenen Angeklagten.“

    Das erste Autodafé fand wahrscheinlich am 6. Februar 1481 in Sevilla statt. Andere Quellen nennen den 6. Januar 1481 als Tag des ersten Glaubensgerichtes in Spanien. Insgesamt wurden etwa 9000 Autodafés durchgeführt – hiervon eine Großzahl vom spanischen Großinquisitor Tomás de Torquemada (1420–1498).“

  • #8
    der, der auszog

    @ Thomas Wessel

    Wer im Zusammenhang der derzeitigen politischen Ereignisse um Pro-NRW und den Salafisten tatsächlich die Kurve von der Koranverbennung zu den unhörbaren „Stimmen derer, die für die Freiheit der Religionkritik eintreten“ hinbekommt, darf sich nicht wundern, wenn bei entsprechender Beschleunigung auf dieser Kurve das Hirn tangential wegzuschleudern droht. Da hilft dann auch kein Gott mehr, denn das ist reine Physik…

  • #9
    Helmut Junge

    @Thomas Wessel,
    Ein religiöses Buch zu verbrennen, ist keine Religionskritik.
    So einfach geht Kritik nicht.
    Aber es ist auch nicht verboten. Warum also sollte jemand „derer, die für die Freiheit der Religionkritik eintreten“, sich also in dem Sinne, der Ihnen vorschwebt,
    äußern?
    Dazu kommt noch der Grund, aus dem diese Leute dieses Buch verbrennen.
    Sie tun das, weil sie einen Streit provozieren wollen.
    Einzig der Innenminister NRW reagiert hilf-und konzeptlos, und versucht mit Verbotsanträgen, die ihm regelmäßig von Gerichten abgewiesen werden, Deeskalationspolitik zu betreiben, was ihm aber mit dieser Methode nicht gelingt.
    Da aus meiner Sicht sowohl Rechtspopulisten als auch Radikalislamisten jeweils in ihrem Umfeld propagandistische Erfolge anstreben, gibt dieser Innenminister, weil er kein wirksames Konzept hat, ihnen täglich Gelegenheit dazu.
    Also ist die Sache rein politisch, wenn nicht sogar rein administrativ anzugehen.

  • #10
    Georg Kontekakis

    Ich glaube nicht, dass die Buchverbrennung von rechten Spinnern gemacht wurde. Sorry. Ich glaube, da wollen Leute von aussen die Lage eskalieren lassen. Und zwar Feinde von Salafisten UND pinews.

    Ich habe mir beide Videos angesehen. Das erste mit dem Eimer zeigt, dass der Typ seine Stimme verstellt, dass er sich wie ein Affe anzieht, und dass er Zeug erzählt, dass er peinlich versucht Salafisten gegen Rechte zu hetzen.

    Wahrscheinlich ein Jugendlicher aus Dortmund, der sich keine Gedanken drüber macht, dass so etwas Menschen umbringen kann.

    Am besten wäre es, der junge Mann löscht die Videos.

  • #11
    Thomas Wessel

    Ein Innenminister versucht allen Ernstes, das Zeigen von Karikaturen in der Öffentlichkeit zu verbieten, sollte das denn keine Reaktion erwarten lassen? Etwa aus Sorge um TITANTIC oder HADERER oder Bilder von GROSZ usw.? Die wollten alle nur provozieren, was denn sonst.

    Leute, die den Koran verbrennen oder die Thora oder die Bibel oder den Dawkins, können mich kreuzweise. Aber es sollte erlaubt sein, diese Bücher zu drucken, zu verkaufen oder kostenlos zu verteilen, sie in den Papiercontainer zu werfen oder, soweit das Landes-Emissionsschutzgesetz nicht berührt ist, zu verbrennen. So wie es erlaubt sein sollte, gemeine Karikaturen zu veröffentlichen – Klinsmann am Kreuz? ein Priester, der dem Gekreuzigten einen bläst? – und sein Privatgeschäft zu betreiben damit, andere zu provozieren, und das „gezielt“, wie denn auch sonst.

    Wenn der Innenminister – soweit ich weiß, stehen noch weitere Entscheidungen aus – durchkommt mit seiner Idee, Karikaturen zu verbieten, weil sie die öffentliche Sicherheit gefährden, dann erst, lieber Herr Herholz, kämen wir in einen Zustand, der uns in die Jahrhunderte führte, die Sie so tapfer bekämpfen. Dann hätte es, wenn man es denn vergleichen will, tatsächlich ein Autodafé gegeben, eines im Ministerium.

    Da hat Arnold Voss – Querverweis auf „“Salafisten und Pro NRW erreichen ihr Ziel“ – nun mal recht.

  • #12
    Arnold Voss

    Der methodische Unterschied zwischen einer Mohammed-Karrikatur und einer Verbrennung des Korans ist klar und eindeutig. Die Karrikatur setzt die Existenz des Karrikierten/Kritisierten voraus, während die Verbrennung die Existenz des Kritikobjektes vernichtet. Deswegen haben öffentliche Bücherverbrennungen auch eine so hohe symbolische Kraft.

    Dass sich allerdings gerade radikale Gläubige darüber aufregen, enbehrt nicht der Ironie, weil gerade sie gerne zum gleichen Mittel greifen. Da werden dann gleich auch mal (dazu) Menschenpuppen, Fahnen und andere Stellvertreter menschlicher Gemeinschaften und Personen öffentlich mitverbrannt.

    Noch mehr als die Verbrennung selbst zeigt aber in der Regel der Mob, der dabei zuschaut und sich daran aufgeilt, worum es bei einer Verbrennung geht: Nicht um Kritik sondern um einen dezidierten und von Hass geprägten Vernichtungswunsch.

    Die Frage ist, ob es in bestimmten Fällen nachvollziehbare Gründe für diese Art symbolischer Gewalt gibt. Was würden wir z.B. zu einem Video sagen, in dem nach der Befreiung eines Konzentrationslagers die letzten Insassen einen Haufen Bücher von Adolf Hitler mit dem Titel „Mein Kampf“ unter jolendem Beifall verbrennen würden, den sie noch in den Schlafkammern der Wärterschaft entdeckt hätten.

  • #13
    Christ

    Hallo,

    Zufall wollte das ich ‚hier‘ landete…

    Ich als erzogene Christ , moderne Christ .. Stelle fest das je weiter das in Deutschland so geht, und die deutsche Bevölkerung wegschaut und gegen deutsch sein ist, Driften wir in eine religiöse diktatur.. Und wenn nicht Mord..
    Wir haben Jahrhunderte gekämpft für die freiheit und Unterdrückung.
    Und heutzutage wird sie mit Füßen getreten. Ob rechts damals wie links heute
    Ich habe Kinder und habe sorgen um deren Zukunft, und kein Wirtschaftlichen künftig sondern West Lebensstandard und freie Zukunft…
    Salafisten sind genau so wie die rechten oder schlimmer
    Pi News hetzt ? Haben sie mal ihre Augen aufgemacht was die islamisten auf youtube und Co machen?
    Dummgeschwatz von den und jenen ..
    Pi News ruft nicht zum Mord auf Islamisten auf..

    Wachen sie auf oder sterben sie dumm.
    Und
    Ich bin selber ein Ausländer.. Allerdings eine der sich integrieren konnte..
    Gott mit ihnen .. Damit sie erlauchtet werden

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