Fritz Kalkbrenner, Freitag, 15. Dezember, 20.00 Uhr, FZW, Dortmund
Fritz Kalkbrenner, Freitag, 15. Dezember, 20.00 Uhr, FZW, Dortmund

Vor zehn Jahren, im Dezember 2007, starteten wir das Blog Ruhrbarone. Der erste Text erschien am 10. Dezember und es brauchte ein paar Tage, bis es lief. Im Oktober hatten sich ein paar von uns, Stefan Laurin, Ulrike Traub und Christoph Schurian im Freibeuter im Bochumer Bermudadreieck getroffen und den Namen sowie eine grobe Struktur festgelegt. David Schraven und Thomas Nückel waren damals schon dabei, konnten an dem Abend aber nicht anwesend sein.
Im Dezember ging es dann los. 21.021 Beiträge und 116.919 freigeschaltete Kommentare später ist es heute nicht zu vermessen zu sagen: Haben wir ganz gut gemacht. Und natürlich auch: Machen wir weiter.
Von einem reinen Regionalblog, das die Einigkeit im Ruhrgebiet vorantreiben wollte – was für ein absurder Gedanke aus heutiger Sicht – haben wir uns mittlerweile zu einem Blog entwickelt, das auch über NRW und das Ruhrgebiet hinaus viele Leser gefunden hat. Das freut uns natürlich. Vor allem, weil wir nie ein Konzept entwickelt haben und hier alle Autorinnen, alle Autoren machen können was sie möchten.
Die Ausnahmen: Hier erscheinen keine Plädoyers für Verbotspolitik, hier wird nicht gegen Israel gehetzt und hier fällt kein gutes Wort über Nazis. Wir mögen den Westen, Individualismus und lassen uns ungerne etwas vorschreiben.
Das sorgt immer wieder für Ärger. Ob SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke, AfD, Die Rechte, Pro NRW oder MLPD – wir hatten schon mit allen Streit. Meistens haben wir gewonnen und uns durchgesetzt.
Das möchten wir auch die kommenden zehn Jahre so halten. Denn wir und unsere 10.000 Leser und Leserinnen am Tag haben noch weiter Lust auf dieses Blog.
„Es kommt der Tag, da will die Säge sägen“, heißt es in Adolf Winkelmanns wunderbarem Film „Jede Menge Kohle“. Wir denken, der Tag an dem die Säge sägen will ist heute. Oder morgen. Ach, eigentlich will sie jeden Tag sägen.

Franz-Josef Drabig, der langjährige Vorsitzende der Dortmunder SPD ist gestorben. Mit ihm hat die SPD nicht nur einen engagierten und erfahrenen Politiker, sondern einen richtigen Sozialdemokraten, einen alten Sozi der Klartext redete, der sich auch mit den mächtigen in seiner Partei anlegte und dem das grüne Chichi, mit dem die SPD in den vergangenen Jahren in die Bedeutungslosigkeit abglitt, kulturell zutiefst zuwider war.
Mit kaum jemanden konnte man so lange und laut über Politik streiten wie mit Drabig. Er kämpfte mit offenem Visier und ganzem Herzen für das woran er glaubte: Das eine Stadt ihren Bürgern eine Chance geben musste. Das Politik sich auch kritisieren lassen muss und dass man nie so blöd sein darf zu glauben, was in den eigenen Broschüren steht. Drabig war robust, wenn es gegen Nazis ging, war niemand der zurückwich

Gelsenkirchen: Ein Elend, zum Trinken nach Bochum… DerWesten
Popkultur: Düster und gut? Dark Die Welt
Geflüchtete: Neuorganisation der Erstaufnahme in NRW DerWEsten
Dortmund: Pflegenotstand in Krankenhäusern… Ruhrnachrichten
BVB-S04: Polizei reagiert auf Kritik der Fans… Ruhrnachrichten
Köln: AFD ausgedruckt… RP
Kroatien feiert Kriegsverbrecher. SPON

Heimat? Auch die Autoren dieses Blogs haben sich über diesen Begriff Gedanken gemacht. Und sie kamen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Voilá – die zweiten Fünf:
Robin Patzwaldt Für mich ist Heimat ein ziemlich einfacher Begriff. Es ist die Gegend aus der ich stamme, die wo meine Wurzeln liegen. Hier habe ich viele Freunde, viele schöne Erinnerungen an Schule, Jugendzeit und Familie. Ich war immer auch ein gutes Stück weit glücklich darüber ausgerechnet aus Dortmund zu stammen. Wenn ich in meinen Personalausweis schaue, dann freut es mich noch immer, dass da als Geburtsort ausgerechnet ‚Dortmund‘ eingetragen ist. In der Fremde habe ich schon in meiner Kindheit begeistert von meiner Geburtsstadt, von ihrem bekanntesten Fußballteam, dem BVB, und von der ganzen Region aus der ich stamme, dem Ruhrgebiet, erzählt, wenn ich einmal wieder irgendwo im Lande, oder auch darüber hinaus, unterwegs war, dort neue Freundschaften schloss, oder auch gearbeitet habe. Heim gekommen bin ich stets immer wieder gerne. Im Laufe der Jahre wurde mein Blick auf meine Heimat dann auch durchaus deutlich kritischer, ist inzwischen bis zu einem gewissen Grad sogar zynisch geworden, weil ich eben auch immer mehr Fehler an und in meiner Heimatregion entdeckt habe, ich bemerkt habe, wie schön es doch auch woanders sein kann. Trotzdem bin ich bisher nie wirklich lange von hier fortgegangen. Hier komme ich immer noch gerne her, hier gehöre ich hin. Das ist und bleibt eben meine Heimat. Und ich bin selber auch ein kleines Stück davon.
Michael Kolb Was ist Heimat? Pffff… dumme Frage, natürlich weiß ich genau was Heimat ist… zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem mich wirklich jemand fragt und ich darüber nachdenken soll, was ich antworte. Am Ende ist Heimat, für mich, doch nur ein abstrakter Ort. Ein Ort, den man erst dann „Heimat“ nennt, wenn man gezwungen ist, oder gezwungen wird, ihn, möglicherweise für immer, zu verlassen. Heimat ist eine Kombination aus Ort, Menschen und Erinnerungen. Der Ort, an dem man sentimental wird, wenn man noch einmal an alle Plätze geht, noch einmal Revue passieren lässt, was hier alles geschehen ist. Bilder und

Seit fünf Jahren gibt es die Antideutsche Aktion Berlin. Ein guter Anlass, sich einmal zu unterhalten. Das Gespräch führten Elke Wittich und Stefan Laurin.
Ruhrbarone: Fünf Jahre Antideutsche Aktion Berlin. Zum Jubiläum habt ihr prompt etwas Unangenehmes erlebt: Euer FB-Account wurde gesperrt.
Antideutsche Aktion Berlin: Ja, letzte Woche hat es uns kalt erwischt. Unser Facebookseite wurde wegen sogenannter „Hassreden“ gesperrt. In einer Meldung wurden wir vage auf einen Verstoß gegen die „Gemeinschaftsstandards“ von Facebook hingewiesen.
Ruhrbarone: Nun seid ihr keine Seite, auf der sogenannte Hassreden zum Alltag gehören. Ihr arbeitet ja eher mit Fragen, Fakten und Humor. Wie sehr ihr Euch selbst und was war der Grund, die Antideutsche Aktion zu gründen?

Wie wird die Bundestagswahl ausgehen? Wir haben ein paar Prognosen gewagt.
Sebastian Bartoschek: CDU/ CSU: 36 SPD: 20 AFD: 13 FDP: 11 LINKE: 9 GRÜNE: 8 Sonst: 3
Merkel bleibt Kanzlerin. Lindner geht nach Berlin, Schulz dorthin, wo der Pfeffer wächst – und wird von Órban zurück geschickt. Wo er ankommt: dazu später mehr.
Die AfD feiert einen braun-blauen Rausch, und wird sich im Laufe der Legislatur zerlegen, wenn nicht sogar schon vor Ende des Jahres – es sei, es gibt das braun-dunkelrote Oppositionsbündnis, das Querfront-Sahra schon länger zu schmieden bereit ist.
Die Wahlbeteiligung geht im Vergleich zu 2013 nur leicht zurück: 70% der Wahlberechtigten geben ihre Stimme ab. Die Mobilisierung von Nichtwählern ist besonders der AfD gelungen, die zudem Zugewinne von ehemaligen Wählern der SPD und der GRÜNEN verzeichnen kann. Die CDU wiederum hat vor allem an FDP und überraschenderweise an die LINKE verloren (dies vor allem in Thüringen und Hessen).
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Kanzlerin Angela Merkel in einem Brief um ein zweites TV-Duell gebeten. Diese ziert sich. Nicht überraschend, wie wir mehrheitlich finden. Nachdem wir heute Vormittag redaktionsintern darüber diskutiert haben, haben wir jetzt mal ein paar Ruhrbarone-Gedanken zusammengetragen.
Hier das Ergebnis:

Auf einer Dialogveranstaltung der Stadt gestern auf der Bühne auf den Konrad-Adenauer-Platz im Bermudadreieck äusserte sich Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) zu den Geschehnissen am Prinzregenttheater. Von Stefan Laurin und Dirk Krogull.
Der Trägerverein hatte überraschend den Vertrag von Prinzregenttheater-Leiterin Romy Schmidt nicht verlängert. Dem vertretungsberechtigten Vorstand gehört Schmidt-Vorgängerin Sibylle Broll-Pape an, die zur Zeit Intendantin am Bamberger E.T.A-Hoffmann-Theater ist. Mit Blick auf die Rolle Broll-Papes sagte Eiskirch: „Wenn eine geht, dann sollte sie auch gehen“. In der kommenden Woche wolle er sich mit dem Fall beschäftigen. Er sei in die Veranstaltungen von Romy Schmidt immer ausgesprochen gerne gegangen. Mit einem jährlichen Zuschuss von 300.000 Euro ist die Stadt Bochum der mit Abstand wichtigste Geldgeber des Prinzregenttheaters.
Ein hochrangiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung sagte diesem Blog bereits vor Beginn der Veranstaltung, er glaube nicht, das Broll-Pape den Streit um die Nichtverlängerung des Vertrages von Schmidt überstehen werde. Die Stadt tue sich schwer damit, sich zu Interna von unabhängigen Organisationen zu äußern, auch wenn sie ihnen Geld gäbe. Doch der Trägerverein des Prinzregenttheaters handele dermassen intransparent, dass es so nicht weiter gehen könne.
Mehr zu dem Thema:
Prinzregenttheater: Schmidt Rauswurf wegen zu viel Transparenz?
Eine Bochumer und Bamberger Koproduktion: Willkommen im Intrigantenstadl
Unregelmäßigkeiten“: Prinzregenttheater in Bochum bekommt keine Landesförderung mehr
