Demonstration gegen das Prostituiertenschutzgesetz. Foto: Friederike Strack Lizenz: Copyright
Das junge Blog Voice4Sexworkers arbeitet und twittert seit 2014. Ins Leben gerufen wurde das gut ausgebaute Projekt, um Sexarbeiterinnen, Sexarbeitern, ihren Freunden, Unterstützern und Kunden eine Stimme zu geben.
Neben zahlreichen Beiträgen von Dienstleistern finden sich Beiträge von ihren Kunden sowie Artikel zu Prostitution im internationalen Vergleich und zu Forschung und Lehre im Feld der Sexarbeit.
Wir bedanken uns bei Voice4Sexworkers, den aktuellen Beitrag zum geplanten Prostitutionsschutzgesetz (ProstSchG) übernehmen zu dürfen.
Rasante gesellschaftliche Umwälzungen haben erheblichen Einfluß auf die politischen Verhältnisse. So steht die Flüchtlingskrise zweifellos in direktem Zusammenhang mit dem Aufstieg der AfD in der Wählergunst, wie im selben Verhältnis die Zustimmung für sozialdemokratische Politik schrumpft. Die Anhängerschaft der SPD ist sogar soweit dezimiert, das man nicht nur den Status der Volkspartei riskiert, sondern das es nun immer öfter nicht mehr für große Koalitionen mit der Union ausreicht. Von unserem Gastautor Hasso Mansfeld.
Neueste Überlegungen im Sinne einer politischen Handlungsfähigkeit favorisieren nun die sogenannte Ampellösung, also eine Koalition unter der Führung der Sozialdemokraten mit Grünen und Liberalen. Sigmar Gabriels Mehrheit links von der Mitte – nur ohne die Linken, dafür aber mit der was die Fünfprozenthürden angeht, wiedererstarkenden FDP.
Wer sich als Liberaler Gedanken über den Kulturbegriff macht, hat angesichts von Chauvinisten einerseits und Relativisten andererseits einen schweren Stand. Ein Versuch ist es trotzdem wert – gerade in Zeiten von Flucht und Zuwanderung. Von unserem Gastautor Robert Benkens.
Die Frage nach der Kultur wird heute am häufigsten im Zusammenhang von Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen zum Thema öffentlicher Debatten und Kontroversen – wobei es zu zahlreichen Verkürzungen und Verzerrungen kommt. Eigentlich werfen die Auseinandersetzungen um Zuwanderung und Integration gar nicht so sehr ein Licht auf die Zuwanderer, sondern auf uns als westliche Gesellschaft selbst. Erst in der Auseinandersetzung mit „dem“ Fremden stellt sich die Frage nach dem, was uns als Gesellschaft eigentlich ausmacht. Welches Verständnis einer spezifischen Kultur haben wir eigentlich, in die sich Zuwanderer integrieren sollen? Es stellt sich somit auch die Grundsatzfrage: Braucht die liberale und pluralistische Gesellschaft gemeinsame kulturelle Werte, ja eine gemeinsame Basis der Identifikation und Solidarisierung?
Diese Frage führte und führt gerade in liberalen Kreisen immer wieder zu lebhaften Debatten zwischen individualistisch und konservativ denkenden Freiheitsfreunden – darauf wies zuletzt auch Rainer Hank in seinem Artikelzum Streit in der Hayek-Gesellschaft hin. Demnach vertrat der Ökonom und Sozialwissenschaftler Friedrich August von Hayek die These, dass der freie
Mit der Aktion „Mach schluss[sic!] mit Freunden, die die AfD mögen!“ will die Kreativagentur Dorfjungs Facebook-Benutzer dazu anhalten, AfD-Unterstützer in der eigenen Freundesliste zu identifizieren und anschließend zu entfreunden. Dabei etablieren die Dorfjungs einen perfiden Mechanismus gegenseitiger Überwachung in sozialen Medien- und kompromittieren die öffentliche Meinungsbildung auf dem Marktplatz der Ideen.
Was bedeutet es, auf der Facebook-Seite der AfD auf like zu drücken? Wenn es nach der Seite www.freundedieafdmoegen.de geht, handelt es sich um ein Bekenntnis, mit dem der falsche Facebookfreund unzweideutig zum Ausdruck bringt, dass er „eine Partei unterstützt, die sich vordergründig den Bürgern verschrieben hat, letztendlich jedoch antidemokratisches und faschistisches Gedankengut fördert.“ Das Konzept der Seite beruht auf der irrigen Annahme, dass ein „Like“ als „Zustimmung“ zu allen Inhalten einer Facebookseite gedeutet werden muss.
Ein Mischmasch aus Verschwörungstheorien und New-Age-Gedankengut verbreitet sich nicht nur in obskuren Internetbewegungen. Auch im gesellschaftlichen Mainstream wird ein solches Denken beliebter. Damit lassen sich gesellschaftliche Probleme nicht lösen. Von unserem Gastautor Kolja Zydatiss.
Was haben die sumerische Gottheit Anu, Josef Stalin und ein Sandkorn gemeinsam? Zu allen Drei hat das „interdimensionale Portal“ Sunette Spies bereits Kontakt aufgenommen. In hunderten Internetvideos offenbart das verwirrte südafrikanische Web-Medium die Gedankengänge von Toten, mythischen Wesen und leblosen Objekten. Produziert werden die Clips von der Equal Life Foundation 1, die zum sogenannten Desteni-Kult 2gehört. Dessen Anhänger streben einen „höheren Bewusstseinszustand“ an, weil sie meinen, nur so der Gedankenkontrolle interdimensionaler, reptilienartiger Wesen entgehen zu können, die die Menschheit zu einem Leben in Armut und Ungleichheit verdammen.
Soweit, so schräg. Aber auch das sogenannte Thrive-Movement 3 (engl. thrive = gedeihen, florieren, Erfolg haben) um den Millionenerben Foster Gamble und den Scientologen Neal Rogin rückt die Machenschaften dunkler Mächte in den Fokus. Gesundheit, Freiheit und Wohlstand werden uns hier von einer ominösen „globalen Finanzelite“ vorenthalten. Wieder lautet die Lösung des Problems: „Bewusstseinsveränderung“. Der bei YouTube einsehbare programmatische Film Thrive, der von Impfkritik bis freier Energie keine Spinner-Theorie auslässt, wurde mit dem Poster einer Frau beworben, die ihre Augenbinde entfernt. Mit esoterischen Modewörtern wird ein „Paradigmenwechsel“ beschworen, der zum Aufblühen der Menschheit führen soll. 4
Die Berichte der letzten zwei Tage aus Sachsen scheinen die immer weiter eskalierende Situation wie unter einer Lupe zu vergrößern. Von unserem Gastautor Felix Steiner.
In Clausnitz blockieren rund 100 Menschen die Ankunft von 20 Asylsuchenden. Die Polizei ist dem Mob zahlenmäßig so deutlich unterlegen, dass Platzverweise nicht durchgesetzt werden und man mit nur rund 25 Beamten auch nicht in der Lage ist, die „besorgten Bürger“ vom Bus fernzuhalten. Ein Flüchtlingsjunge wird unter Einsatz von „unmittelbarem Zwang“ rabiat in die Unterkunft gezerrt. Fazit der Polizei: Die verängstigten Flüchtlinge tragen wegen Provokationen eine Mitschuld und für die Polizei ist für zukünftige Einsätze keine Konsequenz zu erwarten. So teilte dies Polizeipräsident Reißmann in der Pressekonferenz mit. Während die öffentliche
So schnell sind sie dahin, die guten Vorsätze. Immerhin bieten die erschütternden Bilder aus Clausnitz die Gelegenheit, meinen Fachbereich wenigstens am Rand in diesen Blog zu bringen. Das ist dann aber auch schon der letzte Lichtblick in diesem Beitrag.
Als ich gestern die pöbelnde, grölende Maße sächsischer Männer im Video auf Spiegel-Online sah, setzte meine sächsische Schamroutine ein und ich hakte dieses, zur Zeit mein zu Hause genannte, Bundesland wieder ein Stückchen ab.
Frankfurt am Main ist auch ganz schön. Eigentlich jede größere Stadt Deutschlands außerhalb Sachsens. Am Rande sei bemerkt, wie erschreckend die eigene emotionale Verrohung in Angesicht des Schreckens ist, den meine -da führt kein Weg dran vorbei- Mitbürger unter geflüchteten Menschen in Deutschland verbreiten.
Heute morgen sah ich dann einen Post auf Facebook zu dem zweiten Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Vertreter des Gewaltmonopols einen höchstens neun Jahre alten Jungen unter dem
Ruhrtriennale Intendant Johan Simons, Foto: Ulrike Märkel
Das Schauspielhaus Bochum erhält ab der Spielsaison 2018 einen neuen Intendanten, Johan Simons. Das ist zwar ein Jahr später als eigentlich notwendig und die Suche hat auch etwas länger gedauert. Aber das Ergebnis stimmt und ist eine gute Nachricht. Der entscheidende Impuls scheint aus der Politik gekommen zu sein, nachdem ebendort Matthias Hartmann als Wiedergänger in der Intendanz nicht durchsetzbar war. Von unserem Gastautor Dieter Nellen.
Mit Johan Simons gewinnt das Haus einen erfahrenen Theatermann. Seine erste Spielsaison bei der Ruhrtriennale im letzten Jahr hat überzeugt, er selbst vor allem mit der Opern- Inszenierung von Richard Wagners „Rheingold“.
Die vielleicht noch näher liegende Referenz ist seine Zeit als Leiter der Münchner Kammerspiele, wo er gezeigt hat, was europäisches Stadttheater heute leisten kann. Das will er auch in Bochum beweisen – mit einem starken Ensemble aus bekannten wie neuen Köpfen. Die diesbezüglichen Ankündigungen klingen ambitioniert.
Am Wochende wollen sich „Aktivisiten“ treffen, die Vergewaltigung legalisieren wollen. Oder wollen sie sich doch nicht treffen? Und wollen sie Vergewaltigung wirklich legalisieren? Ist das alles ein großes Mißverständnis? Ist „Aktivist“ das neue „Trottel“? Die Berliner Künstlerin und Schriftstellerin Sarah Berger hat sich dazu ihre Gedanken gemacht.
Ihr Text erschien im Original hier und dies ist ihr Twitter-Account. Wir freuen uns über diesen Gastbeitrag.
PRO NRW Ratsmitglied Christoph Schmidt Foto: Roland Geisheimer / attenzione
Bürgerwehren sprießen dieser Tage wie Pilze aus einem herbstlichen Waldboden, vor allem die virtuellen. Von unserem Gastautor Roland Geisheimer.
In Witten gibt es bereits zwei dieser Gruppen. Eine wird von dem ehemaligen Funktionär der neonazistischen „Jungen Nationaldemokraten“ und heutigem PRO NRW Ratsmitglied Christoph Schmidt administriert. Zur Zeit nennt sich die Gruppe „Alice Baker Demo gegen Witten stellt sich quer !“. Davor nannte man sich auch „Bürgerwehr Germany“. Gegründet wurde die Gruppe von dem Facebook-User Daniel Knapp, der bereits zu den Gründern der
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