Prekarität betrifft uns alle, von Geld und Unsicherheit reden Kreative trotzdem nicht gerne. Aber warum eigentlich nicht? Von Unserem Gastautor Christian Werthschulte.
Neulich bei neoParadise: Joko und Klaas, die beiden Posterboys öffentlich-rechtlicher Jugendlichkeit, werden von ihrer Produktionscrew zum Frieren an einen Berliner See geschickt. Nach einer Weile hat Joko die Nase voll und schlägt zurück. Er beschießt seine Filmcrew mit einer Supersoaker, das Bild friert ein und unter dem Kameraassistenten erscheint der Untertitel „mies bezahlter Kulturheini“. Danke Fernsehen, mal wieder ein Klischee reproduziert.
Unterbezahlt, aber glücklich — so denkt nicht nur das öffentlich-rechtliche Fernsehen über diejenigen, die ihr Geld im Mediensektor oder in einem dieser anderen Berufe verdienen, die man seit gut 15 Jahren als „Kreativwirtschaft“ bündelt. Die Zahlen sind jedenfalls eindeutig — wer als „Kreativer“ sein Geld verdienen möchte, hat am besten schon geerbt. In der Popmusik ist es bereits soweit: Im Dezember 2010 hatten 60% aller britischen






