Linkspartei Bayern: Mit Waffen gegen Zionisten

Die bayerische Linkspartei kann nicht unbedingt von sich behaupten, auf einem soliden Fundament innerparteilicher Solidarität und Demokratie zu stehen und mit ihrem Landesprogramm beim Wähler zu punkten. Ein Gastbeitrag von Haskala Bayern.

Nicht nur, dass sie in Umfragen zwischen Nichtwahrnehmbar und 2% taumelt, unvergessen und unaufgeklärt ist das innerparteiliche Dossier, indem Handlungsanleitungen dokumentiert werden, um Parteimitglieder politisch und menschlich zu vernichten. Die von der Linksjugend Bayern geforderten umfassenden Reformen blieben bisher aus. Auch der aufgeflogene Versuch aus den Reihen des Parteivorstandes, die Linksparteimitglieder zum „Ausforschen“ der Piratenpartei anzuhalten, blieb bisher ohne offizielle Entschuldigung. Die Mitgliederzahlen sanken von 2008 bis heute um nahezu ein Drittel, einige der

Continue Reading

Bandbreite auf dem CSD in Duisburg

Auf dem dies­jäh­ri­gen Chris­to­pher Street Day (CSD), der am 28. Juli in Duis­burg statt­fin­den wird, soll über­ra­schen­der­weise auch eine Band auf­tre­ten, die ansons­ten auf den Fes­ti­vals der Ver­schwö­rungs­szene zu Hause ist und mit ihren Tex­ten „Trut­her” und „Info­krie­ger” begeis­tert. Von unserem Gastautor Martin Wassermann/Reflexion

Die Band „Die Band­breite” deu­tet zum Bei­spiel die Ereig­nisse des 11. Sep­tem­ber 2001 um. Für zahl­rei­che andere krie­ge­ri­sche Atta­cken, wie den japa­ni­schen Angriff auf Pearl Har­bour, wer­den eben­falls die USA ver­ant­wort­lich gemacht. Diese hät­ten die Angriffe „viel­leicht selbst gemacht” und damit „den Ter­ror in die Welt gebracht”. In dem Lied„AIDS” geht es um die gleich­na­mige Immun­schwä­che­krank­heit. Die Band beruft sich auf den Ver­schwö­rung­ideo­lo­genWolf­gang Eggert. Die­ser macht in sei­nem Buch „Die geplan­ten Seu­chen”, das auf der Inter­net­seite der Band bewor­ben wird, eine „Mossad-Verschwörung” für die Krank­heit ver­ant­wort­lich. Diese woll­ten einen „Kunst­er­re­ger” schaf­fen, um einen Geno­zid zu bege­hen: „Es ist die mög­li­che Her­stel­lung eines Kunst­er­re­gers, der sämt­li­che Ras­sen der Welt ver­nich­tet — außer den gene­tisch ‘reins­ten’ Kern der jüdi­schen”hetzt Eggert. Die Band hat die Theo­rien des Wolf­gang Eggert ver­tont. Das Buch des Anti­se­mi­ten sei eine „Vor­lage” gewe­sen,schreibt die Band auf ihrer Internetseite.

Mit ihren ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Kon­struk­tio­nen erfreut die Band nicht nur „Trut­her” und „Info­krie­ger”: Sie trat zum Bei­spiel am 10. Sep­tem­ber 2011 auf einem Auf­marsch in Karls­ruhe auf. Dort berief sich ein Red­ner auf die „Freunde von Rechts”, die eben­falls gewisse Ver­schwö­rungs­my­then pro­pa­gie­ren. Ein wei­te­rer Auf­tritt führte die Band in die Schweiz. Die „Bilderberger-Konferenz”, die den Unmut der Ver­schwö

Continue Reading

Dortmund: UZDO und die Verwaltung des Leerstands

Ein Unabhängiges Zentrum (UZ) in Dortmund scheitert laut Kulturdezernent Jörg Stüdemann an dem Fehlen fester Ansprechpartner in der Initiative für einen kulturellen Freiraum – allerdings sieht die Verwaltung ohnehin keinen Spielraum für eine dauerhafte Zwischennutzung städtischen Leerstands. Die Fronten sind verhärtet. Zwei Jahre nach der Besetzung der Kronen-Brauerei  hat sich das Feld der Engagierten in Dortmund ausgedünnt. Dem soll nun das „Netzwerk X“ Abhilfe schaffen. Ein Beitrag von unserem Gastautor Jonas Mueller-Töwe mit Fotos von Jérome Gerull.

Was aus Dortmunder Perspektive zunächst nach Notlösung klingt, könnte vielmehr ein erster Schritt sein, eine freie Künstler-Allianz ruhrgebietsweit zu institutionalisieren. So soll das offene Projekt, das bei seinen Treffen in der Essener Zeche Carl residiert, laut Selbstverständnis „kulturpolitisch (…) die ökonomischen Ressourcen für intensivere und nachhaltigere Kooperationen und die Etablierung von überlokal wahrnehmbaren Räumen“ erstreiten. Also auch als Anlaufstelle für die kommunalen Verwaltungen dienen. Aus Sicht des Dortmunder Kulturdezernenten Jörg Stüdemann war bislang ein zentrales Problem der UZ-Initiative, dass keine Ansprechpartner vorhanden waren, die sich persönlich über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren an das Projekt binden wollten.

„Die politisch symbolische Forderung vor zwei Jahren war nachvollziehbar“, sagt Stüdemann. Politik und Verwaltung seien mit dem „Aktionsfonds Freie Kunst“ einer zentralen Forderung der Initiative nachgekommen. Der Fonds, mittlerweile im Haushalt festgeschrieben, soll „25.000 Euro plus X“

Continue Reading
Werbung


NRW: Mit Trojanern die Verfassung schützen

Frank Herrmann, MdL Piratenpartei NRW

SPD und Grüne setzen in NRW auf den Staatstrojaner. Ein Gastkommentar von Frank Herrmann, Landtagsabgeordneter der Piratenpartei in NRW.

Im Februar 2008 hat das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass eine heimliche Infiltration eines Computers durch staatliche Behörden nur geschehen darf, wenn eine konkrete Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut besteht. Als Beispiel führt das Urteil „Leib, Leben und Freiheit der Person“, die Existenz des Staates oder der Menschen auf. Außerdem darf eine solche Infiltration nur auf richterliche Anordnung durchgeführt werden. So weit, so klar. Klar war allerdings auch, dass sich die Überwachungsfans von CDU und SPD damit nicht zufrieden geben. Das zeigte sich besonders deutlich, als dem Chaos Computer Club Software zugespielt wurd, die offenkundig eine Art Staatstrojaner enthielt, die den Computer ausspähen konnte.

Unter dem Begriff „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“ (Quellen-TKÜ) wird seit einiger Zeit ein „Staatstrojaner light“ diskutiert, der verschlüsselte Telefongespräche über das Internet überwachen soll.

Rechtliche Grundlage ist der § 100a der Strafprozeßordnung, der die Überwachung von Telefongesprächen erlaubt. Ob diese Variante der Überwachungssotware  die Vorgaben des Verfassungsgerichts erfüllt bzw sogar aushebelt ist höchst umstritten. Beide Seiten forden aber, dass für die Quellen-TKÜ erst noch eine

Continue Reading

Urheberrecht: Auf den Lauer

Christopher Lauer, Berliner Abgeordneter der Piraten, hat in einem Tagesspiegel-Gastkommentar vom 30.5.12 Dinge klargestellt. Grund genug, aus der Perspektive des Schriftstellers darauf einzugehen und dieselben Dinge klarerzustellen. Von unserem Gastautor Oliver Bottini

1. Lauer schreibt: “Die Piratenpartei möchte nicht das Urheberrecht abschaffen. Nochmal: Die Piratenpartei möchte nicht das Urheberrecht abschaffen. Und: Die Piratenpartei möchte nicht das Urheberrecht abschaffen.”

Ein seltsamer Satz. Er ist als Antwort auf den wiederholten Vorwurf gemeint, die Piraten wollten das Urheberrecht abschaffen. Also müsste der Satz syntaktisch sinnvollerweise so lauten: “Die Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen.” Ich als Hobby-Pathetiker hätte das “nicht” sogar kursiviert: “Die Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen.” Das wäre doch mal eine Antwort gewesen!

Der Tagesspiegel sieht das übrigens ähnlich, denn der Titel des Beitrags ist ein (eben modifiziertes) Zitat daraus: “‘Wir Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen!’” In der Lauer-Syntax aber legt sich die Betonung unweigerlich auf dem Objekt nieder, also “das Urheberrecht”. “Die Piratenpartei möchte nicht das Urheberrecht abschaffen.”

Hm.

Christopher Lauer ist trotz eklatanter Komma- und milder Rechtschreibschwäche ein gebildeter Mann – Theater in der Schule, Physik-Studium begonnen, dann Studium der Kultur und Technik mit Schwerpunkt Wissenschafts- und Technikgeschichte, Mitglied im Innen- sowie im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Er wird sich bei dem seltsamen Satz “Die

Continue Reading

NHL – Die Los Angeles Kings haben sich zu den Königen des Welteishockeys 2012 gekrönt

Zum ersten Mal in Ihrer inzwischen auch bereits 45-jährigen Franchisegeschichte haben sich die Los Angeles Kings heute Nacht im heimischen ‚Staples Center‘ zur derzeit besten Mannschaft des Welteishockeys gekrönt. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Mit einem deutlichen 6:1-Erfolg im sechsten Finalspiel der Serie gegen die wiedererstarkten New Jersey Devils reichte es diesmal zum allesentscheidenden 4. Sieg in der Serie um den ‚Stanley Cup‘.

Zuvor hatte Los Angeles die Chance auf den dringend benötigtenvierten Sieg bereits zweimal vergeben. Doch das große Zittern in einem drohenden allesentscheidenden 7. Spiel blieb ihnen somit noch einmal erspart.

Die Serie begann vor zwei Wochen bereits recht spektakulär. Den Kings gelangen zwei hartumkämpfte Auswärtssiege mit jeweils 2:1 in der Verlängerung zum Auftakt in New Jersey, bevor sie dann auch noch direkt ihr erstes Heimspiel mit 4:0 Toren gewinnen konnten.

Doch wer nun gedacht hatte, dass New Jersey angesichts der drohenden glatten Serienniederlage, mit einem 0:3 Rückstand nach Siegen, das vierte Spiel des Finales bereits ‚abschenken‘ würde, der sah sich gründlich getäuscht. 

Continue Reading

Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter im Facebook-Zeitalter.

Ein Roman von Zoë Beck über Teenager und die schlimmsten Pubertätspannen online sowie offline. Eine Buchbesprechung von unserem Gastautor Daniel Kasselmann.

Edvard wird bald 15 und ist eigentlich schon ein Mann. Neben den normalen offline Problemen wie hormonell bedingtes rasantes Wachstum Schlacksigkeit, ausbleibenden Stimmbruch und fehlender Brustbehaarung, kommen heutzutage die Klippen der online-Welt von facebook & Co. dazu. Zum Beispiel, wenn sein Erzfeind und Klassenbeau Henk, der ausgerechnet scharf auf das Mädchen Constanze ist, in die Edvard verliebt ist, diesen nicht nur beim Kotzen auf dem Autobahnrandstreifen fotografiert, sondern das peinliche Foto auch noch auf facebook öffentlich postet, per MMS an die gesamte Klasse verschickt und ihn lächerlich macht.

Offline hat Edvard außerdem noch mit seinen liberalen und künstlerischen Eltern zu kämpfen; der Vater ist Generalmusikdirektor, die Mutter Kunstgaleristin und im Urlaub verbringen sie eine Woche auf einem Bio-Bauerhof mit Programmpunkten wie „Heuernte wie zu Großvaters Zeiten“. In dieser bäuerlichen Wüste ist sein Netbook mit WLAN Edvards einzige Rettung. Denn weil sich seine Angebetete vehement weigert, seine Freundschaftsanfragen auf facebook anzunehmen, hat er sich unter dem coolen Namen Jason Miles ein Pseudo-Profil mit schickem Fremdfoto samt Familienprofilen und Freundschaftsliste amerikanischer College-Studenten angelegt, dessen Anfrage Constanze sofort bestätigt hat. Soll noch mal einer behaupten, Aussehen wäre für Teenager zweitrangig. Constanze verpeilt die virtuelle mit der realen Welt und als sie sich scheinbar in Jason verknallt, lässt Edvard ihn sterben. Doch weit gefehlt zu denken, damit wäre das Kapitel Jason für sie erledigt, sie steigert sich jetzt erst richtig rein…

Offline lernt Edvard seinen Nachbarn und Buchidol Daniel Tannenbaum kennen, einen ehemaligen Professor für Astrophysik in Harvard. Sie freunden sich an, Tannenbaum wird sein Mentor und Nachhilfelehrer in Physik, Chemie, Mathe und Bio. In der Schule begegnet er der neuen Mitschülerin Karla, die eigentlich aussieht wie ein Junge und freundet sich mit ihr an. 

Continue Reading
Werbung


Mobbing à la Wallraff oder „ … bis bald, Dein Günter“

Gerd Herholz hat recht. Wallraff, der Aufklärer der Nation, hat dringenden Aufklärungsbedarf. In eigener Sache. Und das nicht nur, wenn es um die Autorenschaft „seiner“ Bücher, sondern auch, wenn es um die „Behandlung“ seiner Kritiker geht. Von unserem Gastautor Uwe Herzog.

Ein schönes Beispiel: Die Wallraff-Biografie von Jürgen Gottschlich.

Als sie vor ein paar Jahren bei „Kiepenheuer & Witsch“ unter dem Titel „Der Mann, der Günter Wallraff ist“ erschien, hatte ich auf anwaltliche Empfehlung hin zeitweise überlegt, Gottschlich auf Unterlassung zu verklagen.

Die Aussichten dafür wären nicht schlecht gewesen.

Immerhin hatte Gottschlich es geschafft, in weniger als fünf in seiner Biografie über mich enthaltenen Sätzen mindestens zehn Falschbehauptungen unterzubringen (ein guter Schnitt, den sonst nur Wallraff selbst erreicht, wenn er sich über unsere frühere Zusammenarbeit äußert).

Allerdings habe ich mich entschlossen, mich lieber an den Verursacher von derlei Unfug zu halten.

Nach einigem Hin- und Her ließ Wallraff schließlich über seinen Anwalt Winfried Seibert mitteilen, dass er mit dem Inhalt von Gottschlichs Biografie nicht das Geringste zu tun hätte und dass er das allgemein in den letzten Jahren von manchen Kollegen und Redaktionen gegen mich erkennbare Mobbing bedaure.

Woher Gottschlich seine tollen „Erkenntnisse“ über mich hatte, ließ Wallraff offen (von mir jedenfalls nicht).

Im Folgenden möchte ich dazu auszugsweise meine seinerzeit vorbereitete Eidesstattliche Erklärung dokumentieren.

Sie wirft nicht nur ein Licht auf Wallraff-Spezies wie Jürgen Gottschlich und unseren ehedem gemeinsamen

Continue Reading

Wählen mit 16: „Welche Spasten wählst du Diggah?!“ – unsere Jugend als Mitbestimmer

Da werden sich die Jugendlichen freuen! Oder etwa nicht? SPD und Grüne scheinen  es mit ihrem „my sweet Wahl 16“ völlig ernst zu meinen. Nun sollen nach Bremen und Brandenburg auch noch NRW und Schleswig Holstein folgen. Aber wer profitiert von solch einem Aufwand? Von unserer Gastautorin Amal Agüero. Amal ist 16 Jahre alt, wohnt in Hockenheim in Baden Württemberg und besucht die 10. Klasse eines Gymnasiums.

Bekannt ist jedenfalls, dass kaum ein Jugendlicher sich für Angies Euro-Schlacht oder den Bitchfight in Mitten der FDP interessiert. Wieso auch, wenn man ohnehin paar Scheine von der Mama zugesteckt bekommt und die FDP für „Freude- Drogen-Party“ steht? Auch das internationale politische Desinteresse reicht von „Hollande ist Kommunist“ bis hin zu „Nordkorea ist eine Demokratie“. Welcher Lehrer möchte sich nicht daraufhin am

Continue Reading

Musikzentrum Bochum – Eine kleine Architekturkritik

Es sollte ein großer Wurf werden, ein architektonisches Highlight für Bochum. Doch der Siegerentwurf bietet nur eine Ziegelkirche – eingeklemmt zwischen zwei ebenfalls geziegelten Schuhkartons. Von unserem Gastautor Volker Steude.  Volker Steude ist Initiator des Bürgerbegehrens Musikzentrums, das die Bochumer Bürger an Stelle des Rates darüber entscheiden lassen will, ob das Musikzentrum gebaut werden soll.

Sollte dieser Entwurf verwirklicht werden, entsteht an der Viktoriastraße kein Hingucker, sondern ein weiterer uninspirierter Dutzendgebäudekomplex wie er in vielen Städten zu finden ist. Chancen wurden verschenkt, aber viel mehr ließ der Kostenrahmen wohl auch nicht zu.

Die Kirche wird zu einem Foyer für Konzertsaal und Musikschulsaal – die Ziegelblöcke links und rechts der Marienkirche. Die große architektonische Herausforderung des Wettbewerbs zum Musikzentrum war es, die Marienkirche in architektonisch innovativer und überraschender Weise in einen Musiksaal umzugestalten. Die Umnutzung von Kirchen und die Umwandlung von kirchlichen Gebäuden – da gibt es viele interessante, architektonisch gelungene Umsetzungen. Dieser Entwurf wird leider nicht dazu gehören. Die Kirche bleibt leer, bleibt wie sie ist, und wird zum bloßen Aufenthalts- und Durchgangsraum. Diese Idee, wenn sie als solche überhaupt bezeichnet werden kann, ist phantasielos. 

Continue Reading