Ruhr Uni/AStA: Stellungnahme der Juso-Hochschulgruppe

Zu unserer Berichterstattung über Ariya Fehrest-Avanloo und die Internationale Liste an der Ruhr Universität Bochum hat sich nun auch die Juso-Hochschulgruppe zu Wort gemeldet, die eine Koalition mit der Internationalen Liste anstrebt:

Die Juso-Hochschulgruppe ist über die am Wochenende publik gewordenen Vorwürfe gegen die Internationale Liste an der Ruhr-Universität überrascht. Wir werden die Vorwürfe prüfen. Wir können uns nicht vorstellen, dass die Vorwürfe eine solche Tragweite haben. Die Internationale Liste ist bis zuletzt als Teil der Grünen Hochschulgruppe angetreten, die zusammen mit der Linken Liste und der Liste Schöner Wohnen in Bochum in den letzten vier Jahren den AStA stellten. Wir können uns nicht vorstellen, dass diese Listen mit einer Gruppierung kooperiert haben, in denen antisemitische Tendenzen vertreten werden sollen. Die AStA-

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Warten auf’s Leben…

Ich nahm drei Groschen, hob den Hörer ab und fütterte den Fernsprecher. Die Telefonzelle konnte man von drei Seiten einsehen, ihre Rückwand wurde von einer Poststelle geschützt. Mein Blick wanderte über das Fahndungsplakat der RAF, das an der Eingangstür zur Filiale klebte.
Ich war dreizehn Jahre alt. Die Telefonzelle war gelb. Eckig und gelb. Drei dicke Telefonbücher mit dünnen, speckigen Seiten, pergamentartig und von der Konsistenz an ein Mad-Magazin erinnernd, hingen in den schwarzen Bakelit-Arretierungen. Kleine Brandflecken von abgelegten und vergessenen Kippen zierten den Kunststoff.
Es war Mittwoch, ich hatte in der ersten und zweiten Stunde Englisch, nach der Pause zwei Stunden Mathe. Meine dreißig Pfennig klickerten durch das Zählwerk des Telefons und fielen in den hörbar leeren Geldtank. Ich drückte die schwarzen, abgegriffenen Tasten – kurz und fest. Ich wählte eins, eins, null. Von unserem Gastautor Sascha Bisley.

Die Schule war eine Realschule und fünfzig bis sechzig Meter von mir entfernt. Durch die zerkratzten und bespuckten Scheiben konnte ich den Haupteingang und die Einfahrt zum Lehrerparkplatz ganz gut sehen. Schüler gingen an mir vorbei, kleine, bunte Trauben von Capri-Sonne-Trinkern und Adidas Allround-Trägern, die im Gleichmarsch zum verhassten Tempel pilgerten.
Aus der linken Tasche meiner Vanilia-Hose zog ich das Stofftaschentuch meines Vaters und legte es über die

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Darf eine SPD-Bürgermeisterin auf eine politische Bildungsfahrt der Linkspartei gehen?

Ich komme aus Waltrop. Hier ist selten mal etwas los. Das beschauliche 30.000-Einwohner-Städtchen am Rande des Ruhrgebiets leidet, wie fast alle Städte hier in der Gegend, unter extremer Geldknappheit.  Und ohne Moos nix los, das sagt schon der Volksmund. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

In dieser Woche tobte hier allerdings ausnahmsweise mal eine Diskussion, die noch immer nicht beendet ist, und von der ich hier mal kurz berichten möchte.

Anfang der Woche stand in der hiesigen Lokalzeitung ein zunächst unscheinbar anmutender Artikel.

Darin wurde vermeldet, dass unsere SPD-Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe in dieser Woche, nachdem sie in der Vorwoche urlaubsbedingt nicht im Rathaus gewesen sei, wieder im Dienst sei. Allerdings sei sie bis zum Donnerstag noch nicht wieder im Rathaus anzutreffen, da sie auf einer politischen Bildungsfahrt, die von der Partei ‚die Linke‘ organisiert wurde, in Berlin weile und dort am Programm des hiesigen Seniorenbeirats teilnehmen würde, dessen Reisegruppe sie sich dabei angeschlossen habe. 

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Ruhr Uni/AStA: „Ich bin entsetzt über die Berichterstattung“

Ariya Fehrest-Avanloo von der Internationalen Liste hat auf unsere Artikel rund um das Thema „AStA-Koalition mit Israelhassern“ reagiert und um die Veröffentlichung einer Stellungnahme gebeten. Dem kommen wir natürlich nach:

Sehr geehrter Herr Kontekakis, sehr geehrter Herr Laurin,

auf Ihrem Blog schreiben Sie unter anderem in dem Artikel „AStA der Ruhr Uni: Geld für Religion und gegen Israel“ auch über mich. Hierzu möchte ich Stellung nehmen.

Ich bin entsetzt über die Berichterstattung und insbesondere darüber, dass mir bislang keine Gelegenheit gegeben wurde, zu den heftigen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Zu keinem der Punkte wurde ich, wie es meiner Meinung nach den journalistischen Gepflogenheiten entspräche, angefragt. Stattdessen haben Sie ungeprüft Inhalte meines privaten Facebookprofils teils sinnentstellend und aus dem Kontext gerissen wiedergegeben.

Ich möchte feststellen, dass ich mich als deutscher säkularer Muslim verstehe und ausdrücklich zurückweisen, dass ich in Ihrem Artikel als Antisemit bezeichnet werde. Ich achte alle Menschen ungeachtet ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft und ihrer Weltanschauung. Ich achte alle politischen und religiösen Meinungen, solange sie, so wie ich, auf dem Boden des deutschen Grundgesetztes stehen. Ausdrücklich möchte ich betonen, dass nationalsozialistische, sexistische, rassistische, antireligiöse und antisemitische Äußerungen von mir scharf verurteilt werden.

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Kreative und Geld III: Die verlorene Lust am Schreiben

Wie sieht der Arbeitsalltag in der fabulösen Kreativwirtschaft jenseits des Geblubbers von Subventionsschnorrern wie ECCE und Konsorten aus? In Teil 3 unserer Reihe „Kreative und Geld“ veröffentlichen wir einen uns zugesandten Beitrag über den Berufsalltag von Einsteigern im Bereich Journalismus. Der Name des Autors ist den Betreibern des Blogs bekannt.

Mein größtes Problem war immer ich selbst: Denn ich hatte immer Bock drauf. Ich hatte Bock, zu schreiben, Menschen zu interviewen, für Reportagen verrückte Dinge zu tun. Das wussten auch ganz schnell meine Chefs. Jemand, der seinen Job engagiert und mit Leidenschaft macht und dabei den Blick für die Schwachstellen im System (unterbesetzte Redaktionen, 50-Stunden-Wochen) verliert – das hat ihnen gefallen. Und vielleicht haben sie sich gedacht: Wenn der Job so viel Spaß macht, wieso dafür angemessen zahlen? Ist dann ja fast wie Freizeit!

Wie für viele war es immer mein Traum, Journalistin zu werden. Doch es kam anders. Ein Jahr lang habe ich in einer Lokalredaktion Telefonate entgegen genommen, den Gottesdienst-Kalender erstellt, Artikel online gestellt – kurz: den ganzen Scheiß gemacht, auf die kein anderer Bock hatte. Der Sekretärin war vor einem

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„Nazis im Knast – Wegsperren – und gut is‘?!“

Nazi-Demo im Saarlandstraßenquartier im Dezember 2010Das Dortmunder Antifa Bündnis (DAB)stellt sich heute Abend im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung die Frage, was mit Nazis passiert, wenn sie im Knast landen. Hier die Ankündigung:

Dutzende Überfälle auf die Hirsch-Q, Angriffe gegen das KulturHaus Taranta Babu, Parteibüros, ein Amoklauf gegen Polizeibeamte und der Mord an Mehmet Kubaşık durch den NSU – die Liste der Naziüberfälle in Dortmund ist lang. Eine effektive Strafverfolgung & Verurteilungen von Nazis findet bislang jedoch kaum statt. In den vergangenen Monaten hat das Dortmunder Antifa-Bündnis dies mehrfach aufgezeigt und kritisiert.

Nun kommt Bewegung in die Sache: In den nächsten Wochen und Monaten finden in Dortmund diverse Prozesse gegen Neonazis statt: Sven Kahlin, verurteilt zu sieben Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags an dem 32-jährigen Punk Thomas Schulz, ist ein Jahr nach seiner vorzeitigen Haftentlassung und anschließender Crashtour wieder in der Untersuchungshaft gelandet und sieht sich weiteren Strafverfahren für diverse Gewaltdelikte gegenüber. Die Führungskader der Neonazikameradschaft „NW-

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bodo im März: Cartoons, Container, Handicaps – das Straßenmagazin im März

Heute erscheint die neue Ausgabe des Straßenmagazins bodo. Hier die Meldung der bodo-Redaktion, warum es sich auch im März lohnt bodo zu kaufen:

Im März-Heft des Straßenmagazins porträtiert bodo den Dortmunder Cartoonisten Ari Plikat, dessen Arbeiten in taz und Freitag, in Zitty und Titanic erscheinen.

Mit Kersten R. geht es nach Ladenschluss zum „Containern“. Der 53jährige versorgt sich aus den Mülltonnen der großen Supermärkte, um ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. Zu diesem Thema besucht bodo den ersten Teil einer Veranstaltungsreihe zu Wegen aus
der „Plunder- und Plündergesellschaft“ und berichtet über Nahrungsmittelspekulation, „geplante Obsoleszenz“ und die „Biolücke“.

In Bochum besucht die Redaktion die „Toastmasters“, Angehörige einer weltweiten Vereinigung, die sich seit 1924 der Förderung der Kunst des öffentlichen Redens verschrieben hat. Im integrativen CAP-Supermarkt in Laer, der Menschen mit Behinderungen für den Arbeitsmarkt qualifiziert, macht die Redaktion einen Probeeinkauf.  

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Münster: „Keine Homezone für Nazis – ob in Parteien, freien Kräften oder am Stammtisch“

Am 3. März gibt es in Münster Proteste gegen eine Naziaufmarsch in der Stadt, am Tag zuvor eine Vorabenddemo in Hamm. Wir dokumentieren eine Aufruf der Antifa Münster

Für den 03. März kündigt eine kleine Gruppe Nazis, die sich selbst „Nationale Sozialisten Münster“ nennt, einen Aufmarsch durch Münster an.  Bereits 2006 konnten durch Blockaden von Anwohner_innen und antifaschistischen Initiativen die Nazis daran gehindert werden, durch Münster zu spuken. Beide Male hatte es sich nach wenigen Metern ausmarschiert.

In Münster bestehen gute antifaschistische Strukturen und zivilgesellschaftliche Initiativen, die es den Nazis bislang unmöglich gemacht hat, sich zu etablieren. Das soll auch in Zukunft so bleiben!

Die münsteraner Nazis waren immer auf Hilfe von außerhalb angewiesen, die sie vor allem von der

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Das geht doch nie wieder weg…

Von außen sieht das Gebäude nicht besonders beeindruckend aus, Nachkriegsbau, wie in Hagen üblich, Waschbetonfassade, vierstöckig mit Ladenlokal im Erdgeschoß. Auf der großen Glasscheibe, die durch Lamellenvorhänge aus Siebzigerjahre-Arztpraxen gegen neugierige Blicke abgeschirmt wird, prangt in großen, roten Lettern der Schriftzug „Tattoo & Bodypiercing“. Auf dem Weg zum Ganzkörper-Tattoo. Von unserem Gastautor Sascha Bisley.

Wir schreiben das Jahr 1990. Zu dieser Zeit war ein solches Schaufenster noch eine echte Rarität und veranlasste viele Stadtbummler ihre Nase daran platt zu drücken um eine kleine, visuelle Kostprobe der dunklen Seite der Macht zu erhaschen. Eine Zeit ohne Mobilfunkgeräte für Jedermann, ohne „DSDS“ und „Next Top Model“. Eine Zeit, in der Facebook belächelt und ein Alkopop für einen Lutscher mit Fanta-Korn Geschmack gehalten worden wäre. Goldene Zeiten.

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Grüne: Das große Schweigen in Düsseldorf

Wenn man in eine Partei eintritt, dann ist nicht alles eitel Sonnenschein. Eine Binsenweisheit, klar. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten gehören irgendwie dazu, können ja auch Spaß machen und die eigene Meinung weiterentwickeln helfen. Unser Gastautor Robin  Patzwaldt ist Mitglied von Bündnis90/Die Grünen in Waltrop.

Doch was schon mir als einfachem Basisgrünen klar ist, dass sollte der Parteispitze doch eigentlich erstrecht klar sein, oder? Ich bin mir da jüngst nicht mehr so sicher.

In den nun knapp zwei Jahren meiner Parteizugehörigkeit habe ich viel Kritik an Entwicklungen in ‚meiner‘ Partei geübt, habe mich für die Einhaltung von konkreten Wahlversprechen eingesetzt. Manchmal mochte ich gar nicht glauben, wie merkwürdig sich unsere Landessspitze mit Regierungsverantwortung plötzlich  in vor der Wahl noch ziemlich zentralen Punkten plötzlich verhielt. Plötzlich war man nicht zuständig, zeigte auf Gerichte und auf die Vorgängerregierung statt selber das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, oder es zumindest ernsthaft zu versuchen.

Also begann ich, zusammen mit Mitgliedern meines Waltroper  OVs diese Dinge intern und auch öffentlich zu kritisieren.

Das dies wohl nicht gerade auf Begeisterung bei unseren Parteikollegen in Essen (RVR) und Düsseldorf (Landesgrüne) stieß nahm ich dabei gerne in Kauf, wollte ich doch auch noch am nächsten Morgen erhobenen

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