Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte

Prof. Dr. Peter Loebell, Dozent an der anthroposophischen Freien Hochschule Stuttgart, behauptet, dass die für die Waldorfpädagogik zentrale „Jahrsiebte-Lehre“ Rudolf Steiners mit der empirischen Forschung vereinbar sei. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

Peter Loebell verweist als Quelle für seinen Artikel in der „erziehungsKUNST“ „Jahrsiebte: Naturgegebenheit oder gesellschaftliches Konstrukt?“ auf Rudolf Steiners Aufsatz „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft“, ohne selber daraus zu zitieren. Dort sagt Steiner, Seite 320:

„Man sieht aus dem Vorhergehenden, dass man beim Menschen von vier Gliedern seiner Wesenheit sprechen kann: dem physischen Leib, dem Äther- oder Lebensleib, dem Astral- oder Empfindungsleib und dem Ichleib. (…) Als Erzieher arbeitet man an diesen vier Gliedern der menschlichen Wesenheit.“

Wenn man als Erzieher „an ihnen arbeitet“, dann müssen diese „Glieder“/„Leiber“ ja zentral für die Waldorfpädagogik sein. Aber was sind „Ätherleib“ und „Astralleib“? Rudolf Steiner erklärt, Seite 316:

„Der Ätherleib ist eine Kraftgestalt; er besteht aus wirkenden Kräften, nicht aber aus Stoff; und der Astral- oder Empfindungsleib ist eine Gestalt aus in sich beweglichen, farbigen, leuchtenden Bildern. (4)

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Flaschensammler – eine gemeinwohlorientierte Idee

Ein Designstudent hatte eine Idee – optimal auch für das Ruhrgebiet. Von unserem Gastautor Thomas Meiser.

Der Berliner Designer Jonas Kakoschke mußte eine Arbeit liefern, sowas erfordert eine gute Idee, und die hatte er. Er erschuf eine Website mit Spirit: pfandgeben.de

Wie funktioniert das?

Auf der Website findet man Handynummern, verknüpft mit deren Spitznamen, von Wesen die anheischig sind, Deine leeren Bierflaschen, Dein Flaschenpfand abzuholen.

Du rufst die an, die tanzen an und Du gibst das Pfand ab. Mittlerweile gibt es auf der Site von Jonas verzeichnete Flaschensammler in allen Bezirken Berlins. Und in allen anderen wichtigen Städten, wie Hamburg, Freiburg eg. Ich plädiere dafür, das wir die Nummer auch fürs Revier ziehen.

Dazu hat Jonas schon vorbereitet, wie das niedrigschwellig geht.

Und zwar so.

Vergammelnde Straßen

In vielen Städten im Ruhrgebiet vergammeln die Straßen. In Städten wie  Waltrop kann der Zustand nur noch als ‚katastrophal’  bezeichnet werden.Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt 

Das in den letzten Jahren schon alleine optisch immer augenfälliger werdende Problem der schier endlosen Anzahl von Schlaglöchern und nur mangelhaft durchgeführten Schnellsanierungen könnte sich in den nächsten Jahren zunehmend zu einem echten Standortnachteil für die Stadt Waltrop entwickeln, denn beim Kampf um zukünftige Industrie- und Einwohnerzugewinne, fällt die kleinste Stadt im Vest Recklinghausen mit seinen Holperpisten inzwischen negativ auf.

Sind Sie beispielsweise schon einmal vom Münsterland kommend in Waltrop eingetroffen? Dann durften Sie

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Sozialticket: Kommunalpolitik zwischen Zahlenakrobatik und sozialpolitischer und verkehrspolitischer Notwendigkeit

Michael Hermund

Gastkommentar von Michael Hermund, Vorsitzender DGB Region Ruhr-Mark

Ab November soll zumindest in Teilen des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) ein Ticket für Menschen mit geringem Einkommen eingeführt werden. Die Monatskarte wird 29.90 Euro kosten und als Sozialticket firmieren. Diesen Namen verdient dieses Angebot allerdings nicht. Ein Sozialticket, das diesen Namen verdient, dürfte höchstens 15 Euro kosten. Das wissen eigentlich auch alle Verantwortlichen in Politik und Verwaltung. Wenn wir jetzt eine sozialpolitisch, ökologisch und ökonomisch unsinnige Entscheidung vorfinden, dann kann man das nur verstehen, wenn man die unterschiedlichen partei-, macht- und unternehmenspolitischen Ränkespielchen kennt, die sich in den letzten Jahren abgespielt haben.

Bis 2009 war alles klar. CDU und FDP hatten in den VRR-Gremien die Mehrheit. Sie waren gegen ein Sozialticket. SPD und Grüne votierten dafür und demonstrierten in Dortmund, welch großen Bedarf es für ein Sozialticket gibt.

Bei der Kommunalwahl 2009 verloren CDU und FDP ihre Mehrheit im VRR. Es kam aber zu keinem rot-grünen Machtwechsel. CDU und Grüne einigten sich auf eine Koalition. Viele Beobachter sahen hierin ein Signal für die bevorstehende Landtagswahl. Die Grünen hatten zuvor im Saarland und Hamburg bereits dafür gesorgt, dass die abgewählte CDU mit Hilfe der Grünen an der Macht blieb. Hierfür schien nun auch in NRW der Boden bereitet. Die CDU ließ sich diese Perspektive auf den Machterhalt in Düsseldorf und den Behalt der Posten im VRR, einiges kosten. Sie stimmte im VRR Koalitionsvertrag mit den Grünen zu, dass ein Sozialticket eingeführt wird, das in seiner günstigsten Variante 15 Euro kosten sollte. http://www.sozialticket.info/aktuell/wp-content/uploads/2011/08/schwarz-gruen-vrr.pdf

Als Einführungsdatum wurde der 1. August 2010 vereinbart. Bemerkenswert: CDU und Grüne hielten diese Kalkulation damals für vertretbar, obwohl die CDU/FDP Landtagsmehrheit eindeutig erklärt hatte, dass sie keinen müden Cent aus dem Landeshaushalt für das Sozialticket zur Verfügung stellt. Heute fordert die CDU von

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Liebestheorie: Verkläre Deine Liebe!

Seit einigen Jahren bin ich in der Sozialpsychologie in der Forschung und Lehre unterwegs. Während des Studiums dachte ich noch, diejenigen, die sich selbst und andere realistisch sehen, seien die Gesunden, und diejenigen, deren Selbst- und Fremdwahrnehmung verzerrt ist, seien die Kranken. Die Sozialpsychologie hat mich gelehrt, dass es gar nicht so selten genau umgekehrt ist. Von unserer Gastautorin Eva Neumann

In einem Klassiker der Sozialpsychologie schreiben Taylor und Brown, dass die meisten Menschen drei Irrtümern unterliegen:

  • Sie schätzen sich selbst positiver ein, als andere es tun.
  • Sie glauben, die Kontrolle über ihr Leben zu haben.
  • Sie glauben, dass ihre Zukunft besser sein wird als ihre Vergangenheit.

Bittet man Menschen, sich selbst einzuschätzen, und legt man die gleichen Fragen Freunden und Bekannten zur Einschätzung dieses Menschen vor, dann ergibt sich in den meisten Fällen eine Diskrepanz. Die

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2. Bundesliga: Der Ulli und die Bibi

Ulli Potofski Foto: A.Savin Lizenz: CC 3.0

Gestern lief das Fußballspiel Rostock gegen Bochum im Pay TV (Sky). Eigentlich kein Grund um hier darüber zu schreiben, zumal das Spiel schwach war, mit 0:0 endete, und eigentlich bereits vergessen sein könnte bzw. wohl auch schon ist. Von unserem Gastautor Robin Patzwaldt.

Trotzdem ist mir etwas aufgefallen, was hier bei den Ruhrbaronen in den letzten Monaten, auch durch die Frauen-Fußball-WM schon häufiger recht emotional  thematisiert wurde.

Und genau dieses schoss mir gestern ein Thema wieder durch den Kopf, als ich ‚Reporterlegende‘ Ulli Potofski kommentieren hörte: Haben Männer doch noch immer  Probleme mit  FRAUEN  beim Thema FUßBALL?

Das ist doch offenbar (noch immer) ein größeres  Thema als ich es eigentlich bisher einräumen wollte.

Ich bilde mir ein mit der Emanzipation von Frauen keine größeren Probleme zu haben. Meine erste  Vorgesetzte im Job war eine Frau, ich dachte mir damals schon nichts dabei. Und so ist es bis heute geblieben. Kein Problem für mich, denke ich.

Vor einigen Wochen wunderte ich mich dann über die große Emotionalität mit der hier über die Frauen-WM,  ihren angeblich mangelhaften Status in der Öffentlichkeit und die Geringschätzung einiger diskutiert wurde.

So, das zur Vorgeschichte.

Als ich gestern aber nun eher beiläufig der Reportage von ‚Reporterurgestein‘ Ulrich Potofski lauschte, bei diesem eigentlich unerheblichen Zweitligaspiel, da kamen mir rasch  Zweifel, ob die Frauen im Fußball nicht vielleicht doch noch vor größeren ‚Problemen‘ bei der Gleichberechtigung stehen.

Schiedsrichterin war in Rostock nämlich eine gewisse Bibiana Steinhaus, ihres Zeichens Deutschlands Vorzeigeschiedsrichterin, die seit Jahren bereits im Unterhaus der Bundesliga, bei den Herren wohlgemerkt, pfeifen darf. Ich habe sie dort schon häufiger

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ByteFM – Website relaunched

Mein Lieblings-Webradiosender meldet grade: Wir haben unsere Seite verbessert. Von unserem Gastautor Thomas Meiser

Viel Neues sieht man nicht. „Unsere neue Startseite bleibt der bisherigen optisch weitgehend treu, ist inhaltlich aber breiter aufgestellt und versorgt Euch so mit mehr Infos und Wissenswertem.
Eine schnelle Übersicht und direkte Hinweise auf unser Magazin erleichtern Euch den Zugang zu guter Musik und interessanten Infos“, sagt Byte FM.

Man muß auch nicht viel sehen, man kann ja alles hören.

Byte FM ist der Sender mit den besten DJs und DJanes.

Da wird Radioshow im klassischen Sinne gemacht, da wird die Mucke erklärt, da lernt man ständig was Neues.

Nur bei Byte FM legt der legendäre Plattenspieler Klaus Walter in seiner zweistündigen Radioshow Was ist Musik am Sonntagabend auf.

Dann sind da noch so DJs wie der irre Westfale Klaus Fiehe, So ziemlich 80 Moderatoren hat Byte FM insgesamt, und jedes einzelne Wesen vertritt eine eigene Klangfarbe, seinen einzigartigen Zugang zur Musik.

Das alles ist wesentlich größer als die neue Website erahnen lässt.

Hört es selbst mal weg und erstarrt in Ehrfurcht.

 

 

Rockabilly Ruhrpott – ein Film, ein Riß, ein Lebensgefühl

Zwei Dokfilmer haben einen Film über unser Revier gemacht, der in seiner Regression zukunftsweisend ist. Von unserem Gastautor Thomas Meiser

Hier reden Facharbeiter und ihre Mädels. Ein Lebensgefühl wird deutlich. Das Revier rockt, und Rock ist Sentimental Journey.

Das führt uns zum Rockabilly.

„RocknRoll gehört zum Ruhrgebiet wie der Gasometer zu Oberhausen“, sagt einer von den Harten.

Ich persönlich bevorzuge ja den Blues des Ruhrdeltas.

Jedenfalls – der Film ist schweinegeil.

Hier die Website der Producers.

Er läuft in Kinos Eures Vertrauens.

Und ich hoffe, bald endlich wochenlang in der Essener Lichtburg.

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„Águas de Março“ – Wasser des März

Wie ich das „Versprechen des Lebens – in deinem Herzen“ fand. Oder: wie „das beste brasilianische Lied aller Zeiten“ zu den Ruhrbaronen kam. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

Gehört habe ich „Águas de Março“ von Antonio Carlos Jobim zuerst in der Französischen Fassung „Les Eaux De Mars“ von Stacey Kent, Text von Georges Moustaki. Verstanden habe ich nicht viel – mein Französisch … Leser der Ruhrbarone haben es da besser, denn hier gibt es das Stacey Kent Video mit Untertiteln.

„Ist das einfach nur gute Laune? Oder mehr? Mal das Original anhören …“:

Águas de Março – Elis Regina & Tom Jobim

„Wow! Das sind ja die perfekten 4 Minuten!“

„Águas de Março“ bedeutet „Wasser des März“. Da sich Brasilien auf der Südhalbkugel befindet, ist „März“: Herbst, Regensturm und Ende. Das Lied erzählt keine Geschichte, sondern zeigt eine Folge von Bildern als Collage. Fast jeder Satz fängt an mit: „É …“ – „Es ist …“. Impression reiht sich an Impression: Regenbäche laufen den Rinnstein hinab und reissen Dinge wie Stöcke, Steine, Glasscherben mit sich – Wasser als „Versprechen des Lebens“, als positive Vision. Wer – wie ich – kein Portugiesisch spricht, bekommt hier einen Vergleich der portugiesischen und englischen Fassung.

Ich finde den Text grossartig. Ist er eine „Extended Version“ eines Haiku?

Erfahrungsbericht: Die Hautklinik in Dortmund – Digital ist besser

Es sollte eigentlich nur ein kurzer Besuch beim Hautarzt werden, aus einem erhofften Rezept wurde eine Überweisung in die Hautklinik der städtischen Kliniken Dortmund. Die Krankheit soll an der Stelle nicht weiter interessieren. Der folgende Text, dürfte sich sehr nah an den Geschehnissen der letzten Woche befinden…. Der Name Autoren ist den Betreibern des Blogs bekannt

Kurz nachdem check-in bekommt hier jeder Patient ein Laserband[1]! Festival Feeling kommt nicht wirklich auf, aber irgendwie… Welcher von den Festivalbändchenträgern hat schon ein echtes Laserband?! Argumentiert wurde

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