Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Antisemitisches Gatekeeping

Netta Foto: Raimond Spekking Lizenz: / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Führende Repräsentanzen der öffentlichen Kultur und Wissenschaft plädieren dafür, BDS zu akzeptieren, die antisemitische Boykottkampagne gegen Israel. Gleichzeitig warnen sie vor einer „Logik des Boykotts“. Ihre „Initiative Weltoffenheit“ fällt der privaten Kulturbranche in den Rücken und darum hinter gesellschaftliche Standards zurück. Unser Gastautor Thomas Wessel ist Pfarrer der Christuskirchen Bochum.

Das „Plädoyer“ für die Boykottbewegung BDS hat die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“   –  am ersten Tag von Chanukka veröffentlicht, dem jüdischen Lichterfest, eine sagenhafte Ignoranz  –  mitten in die Corona-Krise hinein getextet: die private Kulturbranche am Boden, das Weihnachtsgeschäft zerschlagen, eine ungewisse Saison vor Augen. In den kommenden

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Buchvorstellung: ‚Vor Einfahrt: Halt!‘

Einmal mehr hat der DGEG-Verlag tief in seine und die Bilderkisten seiner Autoren gegriffen und viele schöne Bilder zu einem Buch unter dem obigen Titel versammelt. Wir schauen in die Betriebshöfe der westdeutschen Straßenbahnbetriebshöfe-gestern und vorgestern.

Von unserem Gastautor Thomas Weigle.

Diese liegen nun eher selten im Blickpunkt der Öffentlichkeit, befinden sich oft an den Endpunkten von Linien. Nichtsdestotrotz herrscht dort geschäftiges Treiben-rund um die Uhr. Jeder am Tag in Betrieb gestandene Wagen wird untersucht, kleinere Reparaturen durchgeführt, Schmiermittel angebracht, Leitungen überprüft. Alle 14 Tage wird jeder Wagen aus dem Verkehr gezogen und intensivst begutachtet. Dies ist ein Grund mit, dass Straßenbahnen eher selten selbstverschuldet Unfälle generieren, also aus den Schienen bspw. springen.

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Buchtipp: Antisemitismus für Anfänger

Da bin ich doch dieser Tage in der lokalen Buchhandlung, um ein bestelltes Buch abzuholen, da fällt mir das Cover eines Buches auf. Partyszene, zwei Frauen unterhalten sich: „Ihr konvertiert zum Judentum? Warum?“ – „Wir wollen auch Teil dieser Weltverschwörung werden.“ Ich musste laut lachen und habe diese Anthologie von Mirim Halberstam sogleich legal in Besitz genommen.

Von unserem Gastautor Thomas Weigle.

Es ist ein vergnügliches Büchlein, in dem sich Karikaturen mit kurzen, aber amüsanten Texten abwechseln. Zwei Männer sitzen in der Sauna: „Ich sehe sie sind beschnitten. Was sagen sie als Experte zum Nahostkonflikt?“

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Die Bundesliga nach Corona

Gelsenkirchen Foto: Roland W. Waniek

Von unserem Gastautor Thomas Hafke

In letzter Zeit wird wieder öfters über die Zukunft des Profifußball diskutiert. Das liegt zum einen daran, dass kaum einer mehr die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft sehen will, weil ihr Spiel und die Mannschaft unattraktiv geworden ist und zum anderen im Verhalten der Bundesliga und ihrer Vereine, nicht nur wegen der Corona-Krise.

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Das zusätzliche Risiko im Fall einer Covid-19 Erkrankung ist für die meisten Menschen nicht vom Alter abhängig

Hochzeitsfeier Foto: Tom Pumford Lizenz: CC0 1.0


Sterben an Covid-19 nur die Alten? Könnten Jüngere ohne Rücksicht ihr gewohntes Leben führen? Sollten sie das gar tun, sobald Risikogruppen geimpft sind? Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Diese Fragen werden bisher hauptsächlich medizinstatistisch beantwortet. Bevor man dem folgt, sollte man wissen, dass es versicherungsmathematisch nicht so aus sehen würde! Während nämlich Mediziner nach absoluten Häufigkeiten suchen – was vollkommen richtig ist, denn da gibt es den größten medizinischen Bedarf – schauen Versicherungsmathematiker nach etwas anderem: Hier geht´s ums Geld. Denn Versicherungen handeln mit Risiken gegen Geld. Man übergibt ihnen also ein Risiko und bezahlt dafür mit Geld. Das Ziel der Versicherung ist es, mit dem Geld das Risiko abdecken zu können und zusätzlich einen Gewinn zu erzielen. Daher rechnen Versicherungsmathematiker – ich war einige Zeit in dem Bereich tätig – Risiken anders.

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Johan Simons, Wutbürger  

Johan Simons, Foto: Ulrike Märkel

Von unserem Gastautor Henning Schlüter

Von 83 Millionen Bundesbürgern gehen 2,89 Millionen etwa einmal im Monat ins Theater. Wenn diese 3,5 % jetzt vier Wochen lang nicht ins Theater gehen, dann, orakelte die FAZ, breche der „geistige Notstand“ aus. Wie er immer ausbricht, wenn die Theater im Sommer Betriebsferien machen und die Geistesgrößen am Strand, nein, an Gestaden liegen. Für die  –  wieviel sind nochmal 100 weniger 3,5?  –  die sich im geistigen Dauernotstand befinden, hält Johan Simons eine „Botschaft“ bereit: „Wir“sagt der Intendant des Schauspielhauses Bochum, und weiter: „Wir brauchen die Theater“, die jeden Sommer keiner braucht, in diesem November „mehr denn je“. Wofür? Dazu hat Simons sein Statement an die Presse verteilt, erste Antwort: für die „Daseinsvorsorge“.

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Corona: „Wir sind momentan in einer ungebremsten Wachstumsphase“

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei

Da „Zahlen“ und „Berechnungen“ in der laufenden Covid-19 Diskussion eine große Rolle spielen, versuche ich eine allgemeinverständliche Erklärung zur Unterstützung für jeden, der überhaupt noch jenseits der bereits gefassten Meinung erreichbar ist. Von unserem Gastautor Dirk Specht

Es handelt sich bei Epidemien zwar um einen biologischen Prozess, für den Erkenntnisse zu Immunitäten, Inkubationszeit, Dauer von Infektiösität, Infektionswegen etc. eine zentrale Rolle spielen. Da Sars-Cov-2 grundsätzlich auf zumindest keine relevante Immunität trifft, ohne eigene Symptome bereits ab dem zweiten Tag der eigenen Infektion übertragbar ist und leider auch über die schwer kontrollierbaren Aerosole läuft, ist diese Epidemie so unglaublich schnell. Man kann solche Eckdaten zwar in Berechnungen und Modelle integrieren, der alles überragende Faktor für die tatsächliche Ausbreitung sind aber Kontakte zwischen Menschen – und das ist eben kein rein biologischer/naturwissenschaftlicher Prozess mehr. Daher gilt: Maßgeblich ist das Verhalten einer Gesellschaft inklusive der politischen Führung und das lässt sich natürlich nicht „berechnen“, über Monate schon gar nicht.

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Macron streitet einsam für unsere bürgerlichen Freiheiten

Emmanuel Macron Foto: Gouvernement français Lizenz: CC BY-SA 3.0 fr

In Sachen Freiheitsbegehren waren wir hierzulande schon mal weiter. Vor 50 Jahren haben die 68er das muffige Deutschland durchgelüftet. Oswalt Kolle klärte die Republik auf, die Pille wurde erfunden, der freche Minirock passte trefflich zur Popmusik der Beatles und Stones, Alice Schwarzer stritt mit „Emma“ für die Frauenemanzipation. Von unserem Gastautor Von Wilhelm Klümper.

Es herrschte ein Klima der geistigen Freiheit, der offenen Debatte, der Provokation. Dabei wurde selbstverständlich auch die Religion nicht verschont. Der Papst wurde als „Pillen Paul“ von Schülerzeitungen verhöhnt. Die Satire-Zeitschriften „Titanic“ und „Pardon“ überschütteten in Wort und Karikatur Papst und Bischöfe mit atemberaubender Häme.

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Chancen und Risiken der Gotteslästerung

Atheisten und Katholiken, Juden und Sunniten, Protestanten und Agnostiker, Aleviten und Jesiden, Schiiten und orthodoxe Christen, die alle mal Lehrer sind und mal Cafébesucher, die Fußballfans sind und Journalisten, LKW-Fahrer und Rockfan, Küster und Biker, Priester und Passant, Clubgänger und die Oma nebenan: Islamisten morden extrem wahllos. Wer nicht ist, wie sie selber sind, ist haramdie ganze Gesellschaft häretisch, der Westen eine einzige Blasphemie. Dass offenbar jedermensch zum Abschlachten freigegeben sei, ist allerdings eine Erfahrung, die verbindet. Sie tut dies auf paradoxe Weise, fast so, als hätten die Terroristen recht: Wir sind tatsächlich alle häretisch. Von unserem Gastautor Thomas Wessel 

Beispiel: „Er will alle Welt zwingen, seiner Lehre zu glauben, und lehrt doch nichts als eitel Abgötterei.“ Martin Luther über den Papst, der seinerseits Luther zum Ketzer und also für

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Lockdown: „Warum erst ab Montag?“

Thomas Viell, 48, hatte COVID-19. (Foto: privat)

Nachdem erst auf unsere Regierung eingedroschen wurde, weil nichts oder zu wenig oder das Falsche unternommen wurde, haben viele jetzt einen neuen Ansatz zum Kritisieren der Maßnahmen gefunden: „Wenn es doch angeblich so schlimm ist, warum dann erst ab Montag die neuen Regeln?“ Mal angenommen, es wäre per sofort entschieden worden, was wäre dann passiert?

Von unserem Gastautor Thomas Viell. Er war in der ersten Corona-Welle an Covid-19 erkrankt. Sein Krankheitsverlauf war zwar sehr unangenehm für ihn, aber doch vergleichsweise milde. Er musste nicht ins Krankenhaus. Thomas Viell, 48, ist Geschäftsführer eines mittelständischen, süddeutschen Maschinenbau-Unternehmens in der Kanalinspektionsbranche und dort in erster Linie für den internationalen Vertrieb verantwortlich.

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