
Ruhrbarone-Gastautor Oliver Vrankovic (Corona-Tagebuch aus Israel Teil 1, Teil 2, Teil 3) arbeitet in Israel als Altenpfleger und wurde bereits geimpft. Hier berichtet er über die Impfkampagne in Israel.

Heute, nach der Aufklärung, dem Sieg über den Nationalsozialismus und der Zeit des wissenschaftlich-technischen Fortschritts, der die Menschen zu einem Großteil aus Not und Elend befreit und in großen Teilen der Welt für massenhaften Wohlstand gesorgt hat, kommt auf einmal wieder der Aberglauben aus seinem Loch gekrochen, in dem er – so hatte ich gedacht – auf ewig und immer verbannt war. Natürlich war er nie wirklich verschwunden, musste ich irgendwann feststellen, aber eben doch so eingedämmt, dass er nur noch wenig Schaden anrichten könne, dachte ich. Von unserem Gastautor Thomas Hafke.
Doch da habe ich mich wohl auch geirrt. Zu viele Menschen glauben nach wie vor an die irrsten Erzählungen, heutzutage Fake News genannt. Nicht unähnlich dem, was wir aus dem Mittelalter und noch aus der Neuzeit kennen. Einer Zeit in der man an Verschwörungen von Hexen und Zauberern und die Armee der Finsternis glaubte. Als Beispiel seien hier die verrückten Tänze genannt, die die Coronaleugner heutzutage auf ihren wahnhaften Demonstrationen aufführen, die an die Veitstänze während der Pestzeit erinnern.

Nur drei Monate nach dem Oktoberfestattentat, dass ja wie wir alle wissen, von einem Einzeltäter verübt wurde, fielen am 19.12.1980 der jüdische Verleger Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke einem Doppelmord in ihrem Hause zum Opfer. Täter war der Rechtsextremist Uwe Behrendt.
Von unserem Gastautor Thomas Weigle.
Nicht nur. Dass erneut jüdische Bürger zum Ziel eines Mordes geworden sind, ist empörend. Nein, betrachtet man die Ermittlungsansätze der Polizei, muss man konstatieren, dass die bayerische Polizei nicht von einem antisemitischen Hintergrund ausgeht, man bringt Ansätze ins Spiel, die zum Himmel schreien.
Da ist von einer „Tat im Milieu“ die Rede, die Presse überschlägt sich: „Ex-Adjutant Mosche Dajans hingerichtet.“ Für die Jüngeren unter den Lesern, Dajan war einer der Hauptverantwortlichen für den Sieg der israelischen Armee 1967 und Verteidigungsminister Israels. Aber, wenn wundert´s, auch der geheimnisvolle Mossad wird erwähnt, traut man diesem doch Alles und noch viel mehr zu.
Dass der jüdische Humor so seine Art hat, weiß ich seit Jugendtagen, denn im wohnzimmerlichen Bücherschrank stand immer der jeweils neueste Kishon. Gerne und immer wieder gelesen, ganz besonders die Kurzgeschichte Blaumilchkanal, die ja sogar verfilmt wurde.
Von unserem Gastautor Thomas Weigle
Ein schönes Beispiel für diesen Humor sind die Comics von Ben Gershon, die regelmäßig in der Jüdischen Allgemeinen erscheinen. Manchmal muss ich schon ein wenig nachdenken, denn die vielfältigen Facetten jüdischen Lebens sind mir ziemlich unbekannt, insbesondere wenn es um religiöse Rituale geht.

Führende Repräsentanzen der öffentlichen Kultur und Wissenschaft plädieren dafür, BDS zu akzeptieren, die antisemitische Boykottkampagne gegen Israel. Gleichzeitig warnen sie vor einer „Logik des Boykotts“. Ihre „Initiative Weltoffenheit“ fällt der privaten Kulturbranche in den Rücken und darum hinter gesellschaftliche Standards zurück. Unser Gastautor Thomas Wessel ist Pfarrer der Christuskirchen Bochum.
Das „Plädoyer“ für die Boykottbewegung BDS hat die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ – am ersten Tag von Chanukka veröffentlicht, dem jüdischen Lichterfest, eine sagenhafte Ignoranz – mitten in die Corona-Krise hinein getextet: die private Kulturbranche am Boden, das Weihnachtsgeschäft zerschlagen, eine ungewisse Saison vor Augen. In den kommenden
Einmal mehr hat der DGEG-Verlag tief in seine und die Bilderkisten seiner Autoren gegriffen und viele schöne Bilder zu einem Buch unter dem obigen Titel versammelt. Wir schauen in die Betriebshöfe der westdeutschen Straßenbahnbetriebshöfe-gestern und vorgestern.
Von unserem Gastautor Thomas Weigle.
Diese liegen nun eher selten im Blickpunkt der Öffentlichkeit, befinden sich oft an den Endpunkten von Linien. Nichtsdestotrotz herrscht dort geschäftiges Treiben-rund um die Uhr. Jeder am Tag in Betrieb gestandene Wagen wird untersucht, kleinere Reparaturen durchgeführt, Schmiermittel angebracht, Leitungen überprüft. Alle 14 Tage wird jeder Wagen aus dem Verkehr gezogen und intensivst begutachtet. Dies ist ein Grund mit, dass Straßenbahnen eher selten selbstverschuldet Unfälle generieren, also aus den Schienen bspw. springen.
Da bin ich doch dieser Tage in der lokalen Buchhandlung, um ein bestelltes Buch abzuholen, da fällt mir das Cover eines Buches auf. Partyszene, zwei Frauen unterhalten sich: „Ihr konvertiert zum Judentum? Warum?“ – „Wir wollen auch Teil dieser Weltverschwörung werden.“ Ich musste laut lachen und habe diese Anthologie von Mirim Halberstam sogleich legal in Besitz genommen.
Von unserem Gastautor Thomas Weigle.
Es ist ein vergnügliches Büchlein, in dem sich Karikaturen mit kurzen, aber amüsanten Texten abwechseln. Zwei Männer sitzen in der Sauna: „Ich sehe sie sind beschnitten. Was sagen sie als Experte zum Nahostkonflikt?“

Von unserem Gastautor Thomas Hafke
In letzter Zeit wird wieder öfters über die Zukunft des Profifußball diskutiert. Das liegt zum einen daran, dass kaum einer mehr die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft sehen will, weil ihr Spiel und die Mannschaft unattraktiv geworden ist und zum anderen im Verhalten der Bundesliga und ihrer Vereine, nicht nur wegen der Corona-Krise.

Sterben an Covid-19 nur die Alten? Könnten Jüngere ohne Rücksicht ihr gewohntes Leben führen? Sollten sie das gar tun, sobald Risikogruppen geimpft sind? Von unserem Gastautor Dirk Specht.
Diese Fragen werden bisher hauptsächlich medizinstatistisch beantwortet. Bevor man dem folgt, sollte man wissen, dass es versicherungsmathematisch nicht so aus sehen würde! Während nämlich Mediziner nach absoluten Häufigkeiten suchen – was vollkommen richtig ist, denn da gibt es den größten medizinischen Bedarf – schauen Versicherungsmathematiker nach etwas anderem: Hier geht´s ums Geld. Denn Versicherungen handeln mit Risiken gegen Geld. Man übergibt ihnen also ein Risiko und bezahlt dafür mit Geld. Das Ziel der Versicherung ist es, mit dem Geld das Risiko abdecken zu können und zusätzlich einen Gewinn zu erzielen. Daher rechnen Versicherungsmathematiker – ich war einige Zeit in dem Bereich tätig – Risiken anders.

Von unserem Gastautor Henning Schlüter
Von 83 Millionen Bundesbürgern gehen 2,89 Millionen etwa einmal im Monat ins Theater. Wenn diese 3,5 % jetzt vier Wochen lang nicht ins Theater gehen, dann, orakelte die FAZ, breche der „geistige Notstand“ aus. Wie er immer ausbricht, wenn die Theater im Sommer Betriebsferien machen und die Geistesgrößen am Strand, nein, an Gestaden liegen. Für die – wieviel sind nochmal 100 weniger 3,5? – die sich im geistigen Dauernotstand befinden, hält Johan Simons eine „Botschaft“ bereit: „Wir“, sagt der Intendant des Schauspielhauses Bochum, und weiter: „Wir brauchen die Theater“, die jeden Sommer keiner braucht, in diesem November „mehr denn je“. Wofür? Dazu hat Simons sein Statement an die Presse verteilt, erste Antwort: für die „Daseinsvorsorge“.