Schützt Greta vor sich selbst!

Greta Thunberg Foto: Anders Hellberg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Unser Gastautor Thomas Hüser ist Vater und Kommunikationsexperte Im Ruhrgebiet.

„Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?“, las die 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden mit tränenerstickter Stimme und teilweise verzerrtem Gesicht auf dem Weltforum der Vereinten Nationen ab. Voller Emotion drohte sie den Diplomaten und Regierungsvertretern aus aller Welt: „Wir werden Euch das nicht durchgehen lassen. (…) Die Welt wacht auf und es wird Veränderungen geben, ob Ihr es wollt oder nicht.“

Die 16-jährige wird im Augenblick zum globalen Gesicht des Klimaschutzes und einer Bewegung, die in ihrer Dynamik viele Jugendliche, aber auch Erwachsene, in den

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Antisemitismus und Ignoranz

Purer Antisemitismus: DIE RECHTE am 20.4.2019 in Wuppertal; Foto: Twitter, @Infozentrale
Purer Antisemitismus: DIE RECHTE am 20.4.2019 in Wuppertal; Foto: Twitter, @Infozentrale


Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!
Es ist wieder so weit, ich muss wieder über dieses Thema schreiben. Was mich dazu inspiriert hat, ist Folgendes: Eine belgische Universität veröffentlichte ein Video über Gebärdensprache, bei der das Wort für «Jude» eine Hakennase ist. Belgien ist bekannt für einige Dinge, unter anderem für Schokolade und den Serienmörder Marc Dutroux. Belgien erlangte auch traurige Berühmtheit dafür, dass nunmehr aufgrund des Antisemitismus dort,

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Klimapolitik: Wir brauchen einen dritten Weg

Olaf in der Beek Foto: Privat

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Beim Umwelt- und Klimaschutz scheiden sich zunächst einmal die Geister. Während das Gros der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie auch die große Mehrheit der Politikerinnen und Politiker von einem menschengemachten Klimawandel ausgehen, gibt es auch einige, die das anders sehen. Wenn es aber um die Komplexität ihrer Antworten auf Fragen des Klimaschutzes geht, sind sich manche Klimaschützer und die so genannten „Klimaleugner“ doch viel ähnlicher, als ihnen lieb ist. Von unserem Gastautor Olaf in der Beek.

Sie beide eint, dass sie es vorziehen, auf die drängenden Fragen dieser Zeit möglichst einfache, vielleicht sogar unterkomplexe Antworten zu geben. Überspitzt gesagt: die einen wollen „alles“ verbieten und einschränken und den anderen ist schlicht alles egal, man müsse „nichts“ ändern; allenfalls wird dabei noch auf die wenig nachhaltige Batterieproduktion verwiesen.

Beide Argumentationen – die der Hysterie und die der Ignoranz – gehen eindeutig fehl. Zeit für einen dritten Weg.

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Gescheiterter Regionalplan: Der Regionalverband Ruhr steht in Frage

2014 vereinbarten SPD , CDU und Grüne eine ganz große Koalition im RVR.


Die Verwaltung des Regionalverbands Ruhr hat am Freitag erklärt, dass sie eine Beschlussvorlage für den Regionalplan Ruhr auch in dieser Kommunalwahlperiode — bis zum 31. Oktober 2020 — nicht wird vorlegen können. Von unserem Gastautor Dirk Schmidt.

Im Jahr 2007 hat der Landtag dem Regionalverband Ruhr die Regionalplanungskompetenz übertragen. Der Auftrag war klar. Nach 40 – inzwischen sind es 50 – Jahren sollte erstmals wieder ein einheitlicher Plan für das gesamte Ruhrgebiet entstehen. Ein Plan, der Gewerbe- und Industriegebieten, Siedlungsgebiete und Verkehrsinfrastruktur in der Metropolregion verorten soll.

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„Business Forum Iran“ der Mullah-Lobbyisten im Maritim Hotel – Berlin

Klaus Ernst (Linke) Foto: Unbekannt Quelle: Wikipedia via Archiv: Lizenz: Copyright

Der Inhaber der Maleki Group, der iranische Bankier Nader Maleki, hat in den letzten Jahren mit einer Veranstaltungsreihe in Frankfurt und Teheran namens „Banking and Business Forum Iran Europe“ für Geschäfte und Investitionen deutscher Unternehmer und Banker im Iran unter dem islamistischen Terror-Regime geworben. Von unserem  Gastautor Kazem Moussavi.

„Mit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen haben wir die Veranstaltung von Frankfurt nach Berlin verlegt. Wir möchten so näher an den Vertretern der Politik sein. […] In der achten Ausgabe wird der Schwerpunkt des Forums auf Sanktionen und nicht-sanktionierten Branchen, Finanzierung und Banken, und natürlich INSTEX liegen. […]Wir möchten mit dieser Konferenz die Bemühungen der Partner unterstützen, an dem Abkommen festzuhalten.“ Maleki am 23.08.2019

Das erklärte Ziel Malekis entspricht dem des iranischen Regimes. Dazu bietet ausgerechnet das

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Joe Beyrle – Ein Bayer kämpft an allen Fronten

Joe Beyrle: Seine Verachtung für die Nazis steht ihm auf seinem Gefangenen-Foto ins Gesicht geschrieben


Joseph „Jumpin Joe“ Beyrle war ein antifaschistischer Held des Zweiten Weltkriegs und der einzige Soldat, der je in der US-Army UND der Roten Armee gedient hat. Seine Geschichte klingt unglaublich, ist aber wahr. Von unseren Gastautoren, der 
Königlich Bayerische Antifa. 

Joe Beyrle wuchs in Michigan (USA) auf, seine Großeltern waren aus Bayern emigriert, zuhause wurde Englisch und Bairisch gesprochen. Er war gerade 18, als die Vereinigten Staaten Hitlerdeutschland den Krieg erklärten. Beyrle pfiff auf sein Basketball-Stipendium und meldete sich freiwillig zur Airborne-Special-Force, wo er sich schnell den Spitznamen „Jumpin Joe“ für seine waghalsigen Fallschirmsprünge verdiente.

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9/11: Wenn ein Orientalist im Deutschlandfunk die Welt erklärt

Einschlag von Flug UA 175 im Südturm des World Trade Centers Foto: TheMachineStops (Robert J. Fisch) Lizenz: CC BY-SA 2.0


Zum achtzehnten Mal jährt sich der Anschlag auf 9/11. Neben Anteilnahme gibt es aber auch immer wieder Äußerungen in Form von Verschwörungstheorien oder versuchen besonders kritisch zu sein. Den Vogel hat dieses Jahr der Deutschlandfunk abgeschossen mit einem Artikel von Stefan Weidner, nein nicht der von den Onkelz, sondern der Orientalist. Wobei es im Artikel aufgrund der stumpfen Haudraufrhetorik nicht nur beim Namen Ähnlichkeiten gibt. Von unserem Gastautor Trevor Rhûnparth.

Man erlebt das übliche Narrativ: Der Westen in an der Misere der Welt Schuld. Die Reaktionen auf 9/11 sollen überheblich gewesen. Als ob man die Opfer in den Twin Towers einfach ungesühnt hätte lassen können. Gleichzeitig behauptet er diese Reaktion hätte dazu geführt,

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Offener Brief an die SPD

Jan Böhmermann klopft gerade lautstark an den Türen der SPD. Und wie immer polarisiert er damit: die einen finden das überflüssig, andere extrem gut. Unsere Berliner Gastautorin Franziska Zintl ist begeistert – und hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht.

Liebe Genossen, liebe SPD,

Ich stehe heute nicht vor Ihnen aber mit Ihnen. Dank einem Mann und einem Mann mit Team: Jan Böhmermann. Wir schreiben das Wunderjahr 2019, heute am 09.09. gedenke ich zu allem Ja zu sagen. Heiratsantrag, Haustürklingel – sogar zur SPD. Make Sozialdemokraten sozial again. Unser geschichtsträchtiger Verein hat lange auf ein neues würdiges Schlachtschiff warten müssen. Die Herren Brandt und Schmidt ließen unsere SPD lange weiter im Glanz alter Zeiten bestehen, hin und wieder gab es respektable Arbeit, aber es gab eben auch Andrea Nahles.

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Filmkritik: ES geht – mal besser und mal schlechter – zu Ende

Mit „ES Kapitel 2“ führt Andrés Muschietti sein Remake des absoluten Horrorclown-Klassikers zu Ende. Unser Gastautor Dominic Röltgen hatte im Kino gemischte Gefühle.

Sagenhafte 700 Millionen Dollar konnte „ES“ seit seinem Erscheinen vor zwei Jahren weltweit einspielen. Damit avancierte Andrés Muschiettis Adaption des gleichnamigen, 1986 erschienenen 1500-Seiten-Wälzers aus der Feder von Stephen King nicht nur zum Überraschungshit an den Kinokassen, sondern sogar zu dem kommerziell erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten. Selbst wenn es der Urstoff nicht schon von alleine hergegeben hätte: Eine Fortsetzung wäre nur eine Frage der Zeit gewesen. Kenner der Geschichte wussten allerdings gleich, dass der argentinische Regisseur („Mama“) bislang lediglich einen Erzählstrang der Vorlage erzählt hat. Mit „ES Kapitel 2“, der in dieser Woche in Deutschland angelaufen ist, erzählt er nun die Geschichte zu Ende.

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Regierender Bürgermeister von Berlin trifft sich mit ehemaligem Revolutionsgardisten

Michael Müller Foto: Sandro Halank Lizenz: Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0


Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin empfängt am 6. September im Roten Rathaus ein einst offizielles Mitglied der iranischen Revolutionsgarde, Pirouz Hanachi, der seit 2018 als Bürgermeister Teherans fungiert. Von unserem Gastautor Kazem Moussavi.

Hanachis ehemaliger Vorgesetzer, der früherere General der Revolutionsgarde, Nosratallah Kashani, erklärte gegenüber der ISNA-Studentenpresse: “Hanachi war eine offizielle Kraft der Revolutionsgarde und studierte parallel Ingenieurwissenschaften. Er hat an diversen Operationen teilgenommen. Hanachi war an der Regime-Operation “Mersad” beteiligt. Bei dieser Operation am 26 Juli 1988, die auch “Frough-e-Javidan” genannt wird, wurden hunderte iranische Oppositionellen im kurdischen Gebiet “Islamabad-e-Garb”, ermordet.

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