E-Zigarette: Dem süßen Dampf eine Chance geben

E-Zigarette Foto: Lindsay Fox Lizenz: CC BY 2.0


E-Zigaretten und „Heat-not-burn“-Produkte erlauben weniger schädliche Wege Nikotin zu konsumieren, geraten allerdings zunehmend unter politischen Druck. Von unserem Gastautor Bill Wirtz.

Sie sehen aus wie USB-Sticks oder Feuerzeugasbehälter, riechen oft süß und stoßen manchmal große weiße Wolken aus. Viele Ex-Raucher machten den Sprung weg vom Glimmstängel zu E-Zigaretten. Dieses dampfende Produkt profitiert von motivierten Befürwortern und leidet unter uninformierten Politikern. Die Frage im Vordergrund bleibt, ob diese Alternative besser für Raucher ist.

Continue Reading

Igitt, Mama, der Mann da drüben hat Vorsatz

Silvesterfeier Foto: State Library and Archives of Florida Lizenz: Gemeinfrei

Gute Vorsätze fürs neue Jahr. Die müssen schon sein. Die gehören unbedingt in jeden halbwegs gut sortierten Haushalt. Vorgesätzt wurde schon immer. Wirklich immer. Von unserem Gastautor Guido Rohm.

Alle haben sie vorgesätzt, etwa Arno Schmidt, der sich jedes Jahr vornahm, weniger Doppel:punkte zu benutzen. Und? Hat er nicht gepackt, der alte Fernglasträger mit dem Charme

Continue Reading

Der Tod von Soleimani und die Medien

Soleimani erhält von Chamenei den Zolfaghar-Orden Foto: Khamenei.ir Lizenz: CC-BY 4.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Geehrte Leser und Leserinnen,

Anlassbezogen fühle ich mich dazu gezwungen wieder über den Tod von Soleimani zu schreiben, dem Mann der auszog, um als Shahid zu sterben und als Kubideh in den Iran zurückkehrt. Es scheint, als wäre die MENA-Region ein ständiger Quell für Inspiration für meinen Blog, denn sie liefert ständig neue Themen.

Continue Reading
Werbung


Die schlimme Bananenpistole

Von unserem Gastautor Guido Rohm

Vegetarier in aller Welt sprechen bis zum heutigen Tag nicht gerne darüber, dass die meisten Überfälle auf vermögende Fleischer im 18. Jahrhundert mit der gefürchteten einschüssigen Bananenpistole begangen wurden, bis Alain Feroc 1902 aus Zorn über einen misslungenen Raubzug seine Waffe aufaß und so erst das Verspeisen von Bananenpistolen populär machte. Denn auch darüber muss endlich einmal offen geredet werden: Vegetarismus ist vor allem eine Geschichte der Gewalt. Hier sei nur kurz auf den Missbrauch von Paprikagranaten und Tötungsdelikten mit dem Karottenmesser hingewiesen. (Hinweis: Das hier abgebildete Foto eines Überfalls mit einer Bananenpistole wurde (nach eingehender Beratung durch Historiker der Alfred-Hembel-Universität) mit einem Laienschauspieler täuschend echt nachgestellt.)

Volker Lösch inszeniert Beethovens „Fidelio“ in Bonn als Befreiungsoper für Gefangene in türkischen Gefängnissen

Fidelio in Bonn: © Thilo Beu

Die Inszenierung der einzigen Oper Beethovens von Volker Lösch in Bonn stellt sich bewusst dem Anspruch, die Wirklichkeit abzubilden und mit Mitteln des Theaters in Kombination mit Video- Technik das Publikum aufzurütteln und zum Handeln zu motivieren. Von unsere Gastautorin Ursula Hartlapp-Lindemeyer.

Dirk Kaftan und das Beethoven-Orchester , der Chor und die Solisten bringen die gesamte Musik der Oper zum Erklingen, aber die Dialoge sind durch Interviews mit echten Zeitzeugen ersetzt, die von eigenen Erlebnissen als politische Gefangene in türkischen Gefängnissen berichten und sich für die Freilassung von in der Türkei inhaftierten Angehörigen einsetzen.
Diese Inszenierung polarisiert. Einige Besucher wollen sich auf die Problematik der politischen Gefangenen nicht einlassen und protestieren. Die anderen aber sind begeistert und feiern nicht nur die hervorragenden Sängerinnen und Sänger, den Chor und das Beethoven-Orchester, sondern auch die Zeitzeugen, die ihr Anliegen vortragen.

Continue Reading

Ein Text über Verzicht und Verbot

Dacia Duster Foto: Warszawska róŋ Szerokiej w Tomaszowie Mazowieckim, w województwie łódzkim, PL,EU,CC0 Lizenz: CC0

Die ganze Politik soll sich zum Teufel scheren, wenn sie nicht dazu da ist, den Menschen das Leben etwas leichter zu machen.“  – Willy Brandt

Als Stefan mich bat, einen Artikel darüber zu schreiben, warum ich aus der SPD austrete, war mir relativ schnell klar, was die Intention dahinter war. Stefan wollte einen tollen Artikel auf ruhrbarone wie ein ehemaliges SPD Mitglied schön über seine Partei herzieht. Ich will ehrlich sein, diesen Gefallen will ich ihm nicht tun, aus mehreren Gründen. Zum Einen bin ich der Meinung, dass die SPD in vielen Fragen noch immer die richtigen Antworten liefert und zum Anderen habe ich in der SPD noch immer viele Freunde von denen ich fest überzeugt bin, dass sie jeden Tag aufstehen und das Richtige tun wollen. Daher bin ich der Meinung diesen Leuten für einen Artikel in den Rücken zu Fallen wäre einfach der falsche Weg. Von unserem Gastautor Marius Zima.,

Stattdessen würde ich lieber über ein Thema schreiben, was mich generell an der aktuellen Politik stört und ja auch ein Grund war warum ich die SPD verlassen habe: Der ständige “Ruf nach Verboten”. Verbote sind in der modernen Politik Links von CDU und FDP das Allheilmittel für alle Probleme geworden und beim Thema Klimawandel gehen sie einher mit einer ähnlich falschen Mentalität Dem “Ruf nach Verzicht“.

Continue Reading

„Was sich gestern vor dem WDR abspielte, hatte es seit Jahren in Köln nicht mehr gegeben“


Rund 100 Neonazis, Hooligans und extrem rechte „BürgerInnen“ demonstrierten vor dem WDR gegen das satirische Kinderlied. Angekündigt hatte die Kundgebung die Aktivistin „Myriam – die Stimme von Kandel“ „Omas und Opas“ die bei „Schnitzel und Eierlikör“ vor dem WDR auflaufen wollte. Von unserem Gastautor Karl Rosa.

Es kamen knapp 100 Teilnehmende zusammen, die vorgeblich den Ruf von „Oma und Opa“ verteidigen und das Liedgut bewahren wollten. Darunter reisten gewaltbereite und militante Hooligans von der „Bruderschaft Deutschland“ an, die Passant_innen und den Gegenprotest bedrohten und versuchten anzugreifen. Bis die Polizei vor Ort war, versuchten die Hooligans eine regelrechte Jagd durch die Innenstadt auf die anfangs recht kleine Gruppe des Gegenprotests. Teilweise per Livestream dokumentiert sind Rufe der Neonazis wie „Jagd sie!‘

Continue Reading
Werbung


Mein Senf zu Weihnachten

 

Transport eines Weihnachtsbaums (1972) Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F038543-0006A / Mehmet, Sonal Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!

Auch auf die Gefahr hin, wieder mit dem Grinch oder den Taliban verglichen zu werden, so muss ich doch etwas loswerden: Ich feiere kein Weihnachten, ich feiere kein Weihnachten weil ich Jüdin bin. Klar gibt es auch Juden,  die Weihnachten feiern und gefeiert haben. Aber ich feiere kein Weihnachten, habe ich noch nie getan. Als ich in Tbilisi bei meiner Grossmutter gelebt habe, haben wir, wie damals im post-sowjetischen Raum üblich, «Novi God» (dt: Neujahr) mit Mandarinen, Kulebyaka und Salat Olivier gefeiert und später, als ich bei meinem

Continue Reading

Streit um J.K. Rowling: „Buntglitzernde Bullies schaffen ein Klima der Angst“

Von unserer Gastautorin Naida Pintul.

Twitteristan steht also Kopf, weil Rowling findet, dass eine Frau für ihre Haltung zu Gender ihren Job nicht verlieren sollte. At this point ist nicht einmal primär (!) relevant, ob man die Haltung dieser Frau teilt, also ob man denkt, dass das biologische Geschlecht änderbar ist oder nicht. Es wird von buntglitzernden Bullies ein Klima der Angst geschaffen, die eigene Existenzgrundlage entzogen zu kriegen, wenn man ihre Dogmen nicht wiederholt. Nun hat Rowling allerdings geschätzt schon eine Millarde Flocken mit ihren Büchern verdient, so dass diese Leute sie weder canceln noch ihr den Job abspenstig machen können, womit als letzte Maßnahme nur noch bleibt, sie misogyn zu beschimpfen, emotional zu erpressen und in

Continue Reading

  Kollegah und der schnöde Mammon

Kollegah Foto: Pistenwolf Lizenz: CC BY-SA 3.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!

Für Sie ist es sicher kein Geheimnis, das Kollegah und ich nie Freunde werden, unteranderem weil ich finde, dass jemand wie Kollegah, der so oft austeilt, auch einmal lernen sollte einzustecken. Heute berichte ich Ihnen über einen Fall, bei dem Herr Felix Blume, so heisst Kollegah nämlich bürgerlich, etwas einstecken musste: Er hat einen Prozess gegen den

Continue Reading