Antisemiten können nicht überzeugt werden, dass Juden mit Corona nichts zu tun haben

The Rumour Bild: Thomas Derrick Lizenz: Gemeinfrei

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani 

Geehrte Leserinnen und Leser!

Zuallererst will ich Ihnen allen Chag Pessah sameah, frohe Ostern und allgemein frohe Feiertage wünschen!

Als nächstes muss ich, wieder einmal, über wachsenden Antisemitismus schreiben, denn wie verschiedene Medien berichtet haben, gibt es immer mehr antisemitische Straftaten weltweit. Ich weiss, ich bin das Thema auch leid und würde lieber Schlagzeilen lesen, wie «Antisemitismus ist weltweit auf dem Rückzug – Die neue sudanesische Präsidentin beglückwünscht Israel zum Unabhängigkeitstag». Aber die Realität ist nun mal, auch aufgrund der Covid-19-Krise, eine andere. Das Tragische ist, dass der Antisemitismus keine Krise, ausser einer Krise des Denkens, braucht, um zu wachsen.

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Die freie Szene im freien Fall 

Prinzregenttheater Foto: Prinzregenttheater Lizenz: CC BY-SA 4.0

„Applaus ist das Brot des Künstlers“ Dem Journalisten Johannes Gross wird dieses Zitat zugeschrieben. Zur Zeit der Bonner Republik war er u.a. Moderator der Bonner Runde im ZDF. Zudem Publizist und später noch Vorstandsmitglied des Gruner+Jahr Verlages. Mit diesem, durchaus missverständlichem, Satz wollte er zum Ausdruck bringen, dass er sich immer sehr erfreut an guten Kritiken seiner Werke, jedoch nie in der Lage sein wird, damit sein täglich Brot zu erwerben. Mehr als eine Anerkennung ist der Applaus also nicht. Von unserem Gastautor Alexander Sandman.

Natürlich wertvoll. Um nicht Gefahr zu laufen auch nur eine Künstlergattung zu vergessen, konzentriere ich mich auf die Kunstform Musik. Einfach weil ich hier auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann, die bestimmt auch bei anderen Gattungen vorkommen, ich jedoch nicht wirklich beurteilen kann. Dies sei mir hoffentlich verziehen.

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COVID-19: „Ich hatte es und wußte es lange nicht“

COVID-19 Corona-Virus Krankheit überlebt
Thomas Viell, 48, hatte COVID-19. (Foto: privat)

Thomas Viell hat es gehabt. Das Corona-Virus und die Krankheit. Und er hat es überstanden. Aber seine Geschichte ist unglaublich. Sie erzählt von Behörden-Wirrwarr, von föderalem Kompetenz-Labyrinth und von einer unglaublich langen Zeit, bis sein Testergebnis feststand. Das Protokoll einer COVID-19-Erkrankung mitten in Deutschland.

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Lässige Bakterien II: Bdellovibrio bacteriovorus


Das bakterienfressende, egelgleiche Stäbchenbakterium. Von unserem Gastautor Ludger Weß. Der Text stammt aus seinem neuen Buch „Winzig, zäh und zahlreich – Ein Bakterienatlas. 

Bdellovibrio bacteriovorus, das bakterienfressende, egelgleiche Stäbchenbakterium, ist der Raubfisch unter den Bakterien. Es jagt in Süß- und Salzwasser Bakterien wie E. coli, Salmonella oder Pseudomonas, in- dem es sie rammt, aufbohrt und sich sodann von ihnen ernährt. Anders als der Name suggeriert, saugt es seine Beute aber weder aus, noch zerfleischt es sie wie ein Hai. Es heftet sich mithilfe von Pili an seine Opfer und ätzt durch Enzyme ein Loch in die Zellwand. Innen angekommen, verschließt es die Lücke und sorgt dafür, dass sein Wirt die Zellwand von innen rundum verstärkt. Der verformt sich dabei zu einer Kugel. Diese hermetische Abriegelung dient vermutlich dazu, das Austreten von Nährstoffen zu verhindern, wenn B. bacteriovorus sein Zerstörungswerk beginnt.

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Lässige Bakterien: Eubostrichus-dianeae-Epibakterium


Das auf Dianes wohlgelocktem Fadenwurm lebende Bakterium. Von unserem Gastautor Ludger Weß. Der Text stammt aus seinem neuen Buch „Winzig, zäh und zahlreich – Ein Bakterienatlas

Widersprüchlich zu physikochemischen Prinzipien scheint auch die Existenz des Eubostrichus-dianeae-Epibakteriums. Dieses Bakterium hat mit seinem Vulgärnamen – das auf Dia- nes wohlgelocktem Fadenwurm lebende Bakterium – nicht nur einen der längsten Namen, sondern ist mit einer Länge von 120 Mikrometer auch das längste bekannte Bakterium. Es lebt auf der Oberfläche eines Wurms, und zwar in so großer Zahl, dass diese Mitbewohner dem Wurm das

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Serie: Die Reichsbahn und die jüdischen Bürger  (Teil 2)

Mit Wagen dieses Typs wurden während des Holocausts Menschen in die Vernichtungslager transportiert. Quelle: Wikipedia, Foto: Proesi, Lizenz: CC BY-SA 2.0 de

Von unserem Gastautor Thomas Weigle

Es gab Ende 1938 noch kein generelles Beförderungsverbot für Juden bei der Reichsbahn, was etwas überrascht, war jüdischen Bürgern mittlerweile doch das Führen von KFZ untersagt, ebenso das Halten von KFZ. Führerscheine und Zulassungspapiere wurden spätestens mit Ablauf des Jahres 1938 eingezogen bzw. mussten abgegeben werden.

Wie erwähnt wurde jüdischen Bürgern Anfang 1939 die Benutzung von Speise-und Schlafwagen verboten, die vom Vorzeigearier Goebbels nach dem Pogrom geforderten Abteile für Juden wurden immerhin nicht eingeführt. Auch galten die Bestimmungen hinsichtlich der Speise-und Schlafwagen nicht für Juden anderer Staatsangehörigkeit. Allerdings galt das Verbot nicht für Ehepartner in Mischehen. Diese durften weiterhin diese Wagen benutzen, allerdings nur in Begleitung des „deutschblütigen Ehepartners.“

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Ein paar Gedanken über Adidas, Deichmann und H&M

Adidas-Originals-Ladengeschäft Foto: Jan Hagelskamp1 Lizenz: CC BY 4.0

Derzeit lese ich sehr viele Aussagen zu dem Verhalten von Adidas, Deichmann, H&M und Co. Die Unternehmen würden sich weigern ihre Mieten zu zahlen und damit private Vermieter schädigen, wohingegen kleine Unternehmen ihre Mieten zahlen und dafür pleite gehen. Von unserem Gastautor Trevor Rhûnparth.

So sinngemäß heißt es derzeit, wenn es so wahr wäre, so wäre es auch ein eindeutiger Skandal, schaut man sich aber im Detail an, was genau passiert ist:

Zum einen wurden die Vermieter im Vorfeld kontaktiert und gebeten die Mieten zu stunden. Genau das geschah auf Grundlage eines Gesetzes, dass auch von der SPD gefordert und umgesetzt wurde. Auf Grundlage dieses Gesetzes können auch Einzelhändler und kleine Unternehmen um die Stundung ihrer Mieten aufgrund der Coronaepidemie bitten

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Der Attentäter von Halle und offene Türen

Stephan Balliet Quelle: Twitter

Geehrte Leserinnen und Leser,

Wie man in der «Frankfurter Allgemeinen» lesen konnte, hat Stephan B., der Attentäter von Halle, ein umfassendes Geständnis abgelegt, in dem er unteranderem, sagte, dass er wünschte, mehr Menschen ermordet zu haben und es tatsächlich auf Juden abgesehen hatte. Welche Überraschung, dass ein Mann, der bewaffnet an Yom Kippur in eine Synagoge einzudringen versucht, Juden meucheln will! Stephan B. scheiterte allerdings an der Synagogen-Türe!

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Neue Serie: Die Reichsbahn und die jüdischen Bürger (Teil 1)

Gedenktafel zu den Deportationstransporten jüdischer Menschen aus Frankfurt zwischen 1941 und 1945. Quelle: Wikipedia; Foto: Dontworry, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Von unserem Gastautor Thomas Weigle

In dem atmosphärisch dichten und wirklich sehenswerten US-TV Kammerspiel „Conspiracy“ entlässt Kenneth Brannagh als Heydrich die Teilnehmer der Wannseekonferenz u.a. mit den Worten: „Schreiben Sie ihre Fahrpläne.“ Nun, dieser Satz machte allerdings keinen Sinn, den keiner der Teilnehmer konnte oder hatte Fahrpläne (zu) schreiben, denn das Verkehrsministerium und die Reichsbahn waren bei dieser Konferenz am Wannsee, während der die ENDLÖSUNG und ihre Durchführung beschlossen wurde, überhaupt nicht vertreten. Das war auch gar nicht nötig, denn die Fahrpläne waren bereits in Kraft bzw. das dafür nötige und erfahrene Personal stand bereits zur Verfügung. Deportationszüge rollten eh bereits seit Oktober 39 von Wien aus in den besetzten Osten.                   

Es soll in dieser kleinen Serie darum gehen, wie die Reichsbahn zunächst als Deutsche Reichsbahngesellschaft (es wird aber immer von der Reichsbahn(RB) die Rede sein) und ab 1937 als Staatsbetrieb die Vorgaben der neuen Machthaber in Bezug auf die noch jüdischen Staatsbürger umsetzte, wie sie im besetzten Osten von der Zwangsarbeit jüdischer Häftlinge profitierte. Natürlich geht es auch um die freiwillige und große Mithilfe der Reichsbahn bei der Umsetzung des Holocausts. Eine Literaturliste gibt es am Ende der Serie.

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Systemrelevant sind wir alle

Systemrelevanz (Symbolbild)
Systemrelevant: Das sind alle Berufstätigen in einer arbeitsteiligen und auf freiwilligen Kaufentscheidungen basierenden Volkswirtschaft. (Symbolbild)
Photo by Alina Grubnyak on Unsplash

Systemrelevant: Das sind alle Berufstätigen in einer arbeitsteiligen und auf freiwilligen Kaufentscheidungen basierenden Volkswirtschaft. Warum aber sind die Löhne im Gesundheitssektor so niedrig? Ein Gastbeitrag von Kalle Kappner.

Derzeit ist viel von „systemrelevanten Berufen“ die Rede, von LKW-FahrerInnen, KrankenpflegerInnen und SupermarktkassiererInnen, die in Krisenzeiten „den Laden am Laufen halten“. Mancherorts erhalten sie abends Applaus vom Balkon, in der Bild setzt man ihnen täglich ein Denkmal, und auf Facebook kursieren ihnen gewidmete Dankesbildchen. Ein systemrelevanter Pfleger merkte dazu kürzlich an: „Hört auf zu klatschen, bezahlt uns lieber besser!

Nicht ohne Grund: In den „systemrelevanten Berufen“ (von Ärzten einmal abgesehen) ist das Lohnniveau weit unterdurchschnittlich.

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