Teil 3: Corona-Tagebuch aus einem israelischen Altenheim

Oliver Vrankovic im israelischen Altenheim Foto: Oliver Vrankovic

In den ersten beiden Teilen seines Tagebuchs hat unser Gastautor Oliver Vrankovic den Beginn von Corona in Israel nachgezeichnet und die Anstrengungen des Heims ein Eindringen und ein Verbreiten innerhalb des Heims zu verhindern, sowie den folgenden Rückgang der Infektionen.

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Ruhrtriennale: 3 Jahre Carp, 3 Jahre BDS, 3 Ergebnisse

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp Foto: Edi Szekely/Ruhrtriennale 2018

Wenig Kunst, viel Carp. Das ist ein Ergebnis, das Stefanie Carp, scheidende Intendantin der Ruhrtriennale, am Ende ihrer drei Spielzeiten verbucht, es festzustellen ist nicht neu. Das andere ist, was die Debatten über BDS und hippen Hass auf Israel denn nun erbracht haben, auch da gibt es Ergebnisse, ein gutes und ein schlechtes. Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

Dem DLF Kultur hat Stefanie Carp jetzt zum Abschied ein viertelstündiges Interview gegeben, längere Passagen daraus sind unten auf der Seite dokumentiert. Darin bilanziert sie die von ihr ahnungslos ausgelöste („ich wusste damals überhaupt nicht, was BDS überhaupt ist“), dann

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Corona: Die steigenden Zahlen wieder einfangen


Die Sterberate pro bestätigter Fälle (CFR) ist ein recht guter Indikator zur Beurteilung der Testsituation und auch des aktuellen Infektionsgeschehens. Dass der Wert im Ländervergleich so starke Unterschiede aufweist, liegt im Wesentlichen an der Dunkelziffer. Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Leider gelingt es vielen Ländern offensichtlich bis heute nicht, eine gute Testbasis aufzubauen. Da die tatsächliche Sterberate (IFR) inzwischen recht gut erforscht ist und sich je nach Situation des Gesundheitssystems sowie der Soziodemografie der Gesellschaften in einer Bandbreite von 0,5% bis maximal 1,5% bewegt, sieht man, dass Südkorea wohl mit der Testung am nächsten an die Wirklichkeit herankommt. Hier dürfte die Dunkelziffer im Korridor von Faktor 2 bis 4 liegen, in Deutschland 5 bis 7, in Italien eher bis zu 20.

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Assmann, Mbembe & Co: „Eine Art Philosophie des Terrors“

Achille Mbembe Foto: Heike Huslage-Koch Lizenz: CC BY-SA 4.0


Setzt es Friedenspreise, setzt Aleida Assmann den Frieden um: Morgens den Rechtsstaat beschimpfen, mittags den Terror beschweigen und abends Achille Mbembe loben, den Troubadix des Terrors. Blick in eine Widersprücheklopferei, frühes 21. Jahrhundert, Teil (II). Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

In jeder besseren Preisrede hieß es früher, der Antisemitismus käme aus der Mitte der Gesellschaft, heute drängt alles in eben diese Mitte. Soll man darauf hoffen, dass der Hass auf Juden gerade jetzt, wo er Zulauf kriegt von allen Seiten, in Randzonen flüchtet? Vor zwei Jahren hatte Aleida Assmann den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen und bei dieser Gelegenheit die „Unabhängigkeit des Rechts“ herausgestellt, sie zähle zu den „unstrittigen Überzeugungen“, die eine Gesellschaft tragen. Und ist zugleich das, was Assmann, kommt es ihr zupass, kurzerhand bestreitet:

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Assmann, Mbembe & Co: „Blinde Lässigkeit“

Jan und Aleida Assmann anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2018 Foto: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 3.0

Früher setzten Widersprüche Einsichten frei, heute setzt es Friedenspreise. Seit sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in Händen hält, hat Aleida Assmann etwas gegen Bücher. Nicht gegen ihre eigenen, gegen die von anderen, sie sammelt Paradoxien: Morgens die Meinungsfreiheit verengen und abends über die „Verengung von Meinungsfreiheit“ klagen, solche Sachen. Blick in eine Widersprücheklopferei, frühes 21. Jahrhundert, Teil (I). Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

Vor zwei Jahren hatten Aleida und Jan Assmann gemeinsam den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegengenommen und Aleida Assmann die Gelegenheit wahr, ein Lob auf Bücher anzustimmen, wörtlich:

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Corona und Wirtschaftskrise – Ein gesellschaftlich heißer Herbst


Von unserem Gastautor Dirk Specht

Die Pandemie-Kurven im zentraleuropäischen Bereich reagieren nahezu im Gleichschritt und das wohl kaum zufällig mit dem Experiment des Massentourismus. Vom Timing her besonders schlecht, da nun in vielen Bundesländern Schul- und Arbeitsleben wieder beginnen werden. In Spanien steigt nun auch die testpositive Quote (An der Färbung der Kurve zu erkennen), auch das ist kein gutes Signal.

Ich sehe in diesen ersten Trends der Pandemie keine Wiederholung der Entwicklung aus März/April. Wir haben heute eine geringere Dunkelziffer und sind insgesamt gesellschaftlich sowie organisatorisch weiter. Nicht da, wo wir sein könnten und auch sollten, aber es ist nicht März. Weder sind die Zahlen so hoch, noch sind wir so unvorbereitet.

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Corona: Wir haben es in der Hand


Von unserem Gastautor Dirk Specht

Die beigefügte Kurve zeigt die zweiwöchentliche Veränderung bestätigter Covid-19 Infektionen in den europäischen Kernländern der Erkrankung: Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Dieser Vergleich der Zahlen mit zwei Wochen Abstand ist der zeitlich längst mögliche Referenzwert zwischen Test- und tatsächlichem Infektionszeitpunkt, da die Infektion in milden Fällen dann meist bereits abgelaufen ist und in schweren Fällen überwiegend im Krankenhaus mündet, wo spätestens bei der Einlieferung ein Test erfolgt ist. Man kann diese

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Ein paar Gedanken zum US-Truppenabzug

Washington Foto: Sven Volmering Lizenz: Copyright

Unser Gastautor Sven Volmering war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordneter der CDU. Er  trat im Bundestagswahlkreis Bottrop – Recklinghausen III (Bottrop, Gladbeck, Dorsten) an.

2016 gelang mir im September in Washington am frühen Morgen dieses Foto. Es war eher Zufall, dass sich das Paar küsste. So gut wie die beiden verstehen sich die USA und Deutschland im Moment nicht. Der geplante Truppenabzug ist ein schwerer Schlag, der sicherlich zum großen Teil auf amerikanischer Seite durch den Präsidenten innenpolitisch motiviert ist.

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„Sie lügen! Sie lügen!“

Jan und Aleida Assmann anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2018 Foto: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Tag gestern, Storyboard für einen Horrorfilm: Eine Terror-Armee, nennen wir sie Hisbollah, feuert Raketen auf Israel, Schnitt. In Teheran sinnieren Mullahs über Israels Vernichtung, Schnitt. In Magdeburg doziert Stephan Balliet darüber, warum er „so viele Juden wie möglich“ ermorden möchte. Schwenk auf die Richterin, sie verliest das, was  –  so berichtet es Welt.de  –  Claudia Balliet schrieb, die Mutter des Killers: „Sie lügen! Sie lügen! Die Juden. Die Juden.“ Schwenk, Poststelle des Bundeskanzleramtes: 60 Intellektuelle reklamieren das Recht auf „Israelkritik“ für sich. Von unserem Gastautor Thomas Wessel.

Alles an einem Tag, schwer, die Fassung zu bewahren. Unter den 60 Intellektuellen, die sich gegen die „Unterdrückung legitimer Kritik“ ins Feuer werfen, weil das „menschenverachtende Ausmaß“ dieser Unterdrückung bereits zur Publikation eines Buches geführt hat, sind hoch respektable Schriftsteller wie Christoph Hein und Ursula Krechel, Sten Nadolny und Ingo

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Die Reichsbahn und die jüdischen Bürger – „Nach Sobibor und zurück“

Mit Wagen dieses Typs wurden während des Holocausts Menschen in die Vernichtungslager transportiert. Quelle: Wikipedia, Foto: Proesi, Lizenz: CC BY-SA 2.0 de

Von unserem Gastautor Thomas Weigle.

Der entsetzliche Alltag der Häftlinge, die Härte der Arbeit,die Brutalität und Korruption der Wachen lässt Kalmen Wewryk in Buchform (nähere Angaben siehe unten) vor unseren geistigen Auge, in unserem Kopfkino, ablaufen. Die genaue Planung des Aufstandes wird beschrieben, die Durchführung und das Ergebnis dieses für die Nazis unglaublichen Ereignisses.

Den Aufstand nutzten etwa 400-500 Häftlinge zur Flucht, aber schon die kurze Distanz bis zum erstmal rettenden Wald schafften nur um die 200 Häftlinge, die anschließend von deutschen und ukrainischen Uniformierten gnadenlos gejagt wurden,  letztlich haben 47 Häftlinge, darunter 8 Frauen das Kriegsende erlebt.

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