
Heute haben Vertreter zahlreicher Kulturinstitutionen die „Erklärung der Vielen“ veröffentlicht. Sie wenden sich gegen den zunehmenden Einfluss rechter Gruppen. Das Gendersternchen wurde natürlich nicht vergessen, dafür kommen allerdings am 80. Jahrestag der Novemberprogrome weder die Begriffe „Jude“ noch „Antisemitismus“ in dem Text vor. Kein Wunder, dass Ruhrtriennale-Macherin Stefanie Carp die Erklärung mit glühender Begeisterung unterstützt:
Women´s March: Friedrich Ebert Stiftung sagt Preisverleihung nach Antisemitismusvorwürfen ab

Nachdem verschiedene Gruppen, darunter auch das Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V (JFDA) gegen die Verleihung des Menschenrechtspreises der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) an den Women´s March protestiert haben (Wir berichteten), hat die FES nun bekannt gegeben, die Preisverleihung abzusagen. In einem offenen Brief in einem offenen Brief aktueller und ehemaliger Stipendiaten an die FES, welchen die JFDA veröffentlichte, wurde der Umnut über die Preisverleihung öffentlich gemacht:
Der Women’s March USA ist seit Beginn seiner Existenz 2017 durch Antisemitismus der Vorstandsmitglieder und Vorsitzenden aufgefallen. Linda Sarsour, ein Vorstandsmitglied und frühere Präsidentin des Women’s March USA, ist insbesondere dadurch zum Vorschein getreten israelbezogenen Antisemitismus zu verbreiten. Dies geschah nicht nur durch die Aussage im März 2017, dass Feministinnen keine Zionistinnen sein können und Zionisten Nazis seien, sondern auch durch die Dämonisierung und Delegitimierung Israels sowie die Anwendung doppelter Standards. Sie bezeichnete sich als „sehr überzeugte Anhängerin der BDS Bewegung“.
München: Querfront gegen Israel

Am Mittwoch, den 7. November, findet im LMU-Hauptgebäude eine Veranstaltung unter dem Titel „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ statt. Das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München fordert die Studierenden der LMU-München dazu auf, zu dieser Veranstaltung Stellung zu beziehen.
Die zwei Tage vor der dem Jahresdatum der Reichspogromnacht 1938 anvisierte Veranstaltung des „Lehrbereichs Meyen“ in den Räumlichkeiten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat aller Voraussicht nach eine deutlich propagandistische Schlagseite[1]. Bereits in der Veranstaltungsankündigung wird fälschlicherweise behauptet, das Münchner Rathaus habe beschlossen, „Veranstaltungen, auf denen Israel kritisiert und die Kampagne zum Boykott israelischer Produkte (BDS) erwähnt wird“, keine städtischen Räume mehr zur Verfügung zu stellen. Der Stadtrat hat sich mit großer Mehrheit dafür entschieden, jenen Organisationen und Veranstaltungen keine Räume mehr zu überlassen, „welche sich mit den Inhalten, Themen und Zielen der BDS-Kampagne befassen, diese unterstützen, diese verfolgen oder für diese werben“[2]. Die unpräzise Formulierung lässt sich tatsächlich so interpretieren, dass auch Veranstaltungen, die sich kritisch mit BDS befassen untersagt werden können. Nichts in dem Beschluss verbietet jedoch eine Kritik an Israel jenseits von BDS. Zum anderen wird hier eine Verbindung zwischen BDS und „Kritik an Israel“ hergestellt, die suggeriert, der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Boykott-Kampagne gegen den jüdischen Staat ginge es darum, verfehlte politische Maßnahmen der israelischen Regierung zu kritisieren. Dass die BDS-Kampagne von Grund auf antisemitisch ist, ist nicht nur für uns oder den Münchner Stadtrat keine Frage, sondern das ist eine von Antisemitismusforschung, Politik und Betroffenen des Antisemitismus vielfach bestätigte und gut begründete Tatsache[3].
Die Grenzen des Antisemitismus
Als Hauptreferent der Veranstaltung wird Andreas Zumach, Beirat im „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ (BIB) angekündigt. Zumach hat nicht zuletzt bei seinem Vortrag 2018 mit dem Titel „Ist Kritik an der israelischen Regierungspolitik judenfeindlich?“[4] dazu aufgerufen, in den nächsten Wochen gegen „diese Lobby“, die „hier agitiert“ die „Stimme zu erheben“. Welche „Lobby“ Zumach meinte, führte der Jury-Vorsitzende des „Göttinger Friedenspreises“ in seinem Vortrag ebenfalls konkret aus:
Hörspiel: Wolfgang Wendland putscht

Als OB-Kandidat ist Wolfgang Wendland vor drei Jahren in Bochum knapp gescheitert. Aber in dem Hörspiel der Putsch zieht er als Wurstfabrikant Jens Markowitz noch einmal in den Wahlkampf. Bottrop soll erobert werden. Und natürlich gibt es in dem Hörspiel von Sebastian Büttner auch viel Musik von Die Kassierer.
Beide Teile jetzt in der Mediathek:
Ätna: Minimalistisch, aber maximal durchdacht

Ätna sind Inéz und Demian, sind Stimme + Tasten + Drums. Dazu kommt der Verzicht auf jedes postmoderne Beiwerk. Das Gegenteil also von Straßenpop, jede Reduktion von Musik verlangt umso mehr, sie kunstvoll zu inszenieren. Und dann steht man in dieser Musik wie in einem Atelier, es wird hymnisch, sie können auch brachial, sie können sphärisch, sie bauen Dynamiken auf, bei denen man sich fragt, woher das alles kommt.
Die beiden jedenfalls kommen aus Dresden, sie studieren da, und die Leute von Urban Urtype haben sie kennen gelernt, als sie in Dresden im letzten Jahr einen „Applaus“ bekam, den bundesweiten Preis für das beste Programm einer Spielstätte. Der eigentliche Preis bestand dann aber für die Bochumer in keiner Urkunde, sondern in: Ätna hören. Und von der Bühne weg buchen. Weil den urban urtyp-geschulten Ohren klar war: Das muss in die Kirche, diese Kombination aus hartem Pop und eindringlichem Gesang, aus schneidendscharf und butterweich, aus theatralischer Pose und Ganz-bei-sich.
https://www.youtube.com/watch?v=0IiAAABIJCk
Sonntag 28. Okt. 19 Uhr, Christuskirche Bochum
Wie immer in der Reihe urban urtyp: 10 €
Ruhrtriennale: Stefanie Carp wird Aufpasser an die Seite gestellt

Der Aufsichtsrat der Ruhrtriennale hat auf einer ausserordentlichen Sitzung heute Schlüsse aus Diskussion um BDS gezogen. Der künstlerischer Betriebsdirektor Jürgen Reitzler wird Intendantin Stefanie Carp als Stellvertreter zur Seite gestellt.
Die Aufsichtsratsvorsitzende, Frau Ministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, teilt zu den dort gefassten Beschlüssen Folgendes mit:
„Nach der Kritik an der Einladung einer der BDS-Bewegung nahestehenden Band durch die Intendantin der Ruhrtriennale Dr. Stefanie Carp hat der Aufsichtsrat der Kultur Ruhr GmbH in einer außerordentlichen Sitzung verabredungsgemäß die erste von drei Spielzeiten der Ruhrtriennale bewertet und intensiv über die Zukunft der Ruhrtriennale diskutiert.
Köln: Angriff auf pro-israelische Demonstrantin

Auf einer Demonstration gegen eine auf dem Chlodwigplatz gezeigte antisemitische Ausstellung kam es heute in Köln zu einem Angriff. Malca Goldstein-Wolf wurde eine Israelfahne entrissen. Schlimmeres konnte nur verhindert werden, weil sich Freunde zwischen Goldstein-Wolf und die
Podiumsdiskussion in Bochum: Gleiche Höhe ist kein Abseits! – Frauen im Fußball
Was zieht Frauen in eine so männerdominierte Szene wie die des Fußballs? Oder ist diese Szene überhaupt noch so männerdominiert wie angenommen? Welche Möglichkeiten gibt es für Frauen im Fußball sichtbar zu sein?
Im Anschluss an die Ausstellung Fan.Tastic Females möchten die Veranstalter mit dem Podium diese und viele weitere Fragen diskutieren.
Bodo ‑ Das Straßenmagazin im Oktober
Ein Bochumer Theatermacher, eine Dortmunder Flüchtlingsbotschafterin, zwei syrische Köche, eine Landfrau und Gutsherrin, das Leben mit einem Kriegstrauma und eine Reportage zu einer übersehenen Krise: Dortmunds Wohnungslosenzahlen haben sich verdreifacht.
„Es ist das schönste Theater Deutschlands“: Johan Simons will als neuer Intendant des Schauspielhauses Bochum wirklich etwas verändern. Das fängt bei der Wahl seines Arbeitsortes an und hört bei seinem auffallend bunten Ensemble lange nicht auf.
Die übersehene Krise: Weil es „ein technisches Problem mit der Datenbank“ gab, meldete Dortmund für die aktuelle Landesstatistik „Null“ durch die Stadt untergebrachte Wohnungslose. Bisher fragte niemand, wie viele es denn wirklich sind. Die tatsächlichen Zahlen sind erschreckend.
Dortmund: 20 Nazis hetzen gegen Israel und das Grundgesetz

20 Dortmunder Nazis, darunter der bald im Gefängnis sitzende Sigfried Borchardt demonstrierten gestern in Dortmund vor der Redaktion der Ruhr Nachrichten gegen Pressefreiheit. Dabei zeigten sie antisemitische Plakate und verhöhnten das Grundgesetz.
Den Nazis stellten sich hunderte Gegendemonstranten gegenüber – der gesamte Dortmunder Rat beteiligte sich an den Protesten. Auf Twitter wird ein Foto geteilt, das die Größenverhältnisse gut abbildet.
Zum Glück stehen 20 gegen 300.#nonazisdo @nonazisdo @Nordstadtblog @ruhrbarone @Korallenherz pic.twitter.com/U7lN0UDgfJ
— Sophie Emilie Beha (@sophiemiliebeha) 28. September 2018