
Für AfD-Vize Alexander Gauland sind die Anhänger von PEGIDA „natürliche Verbündete“. Für Rechtsextremismusforscher Hajo Funke von der FU Berlin hat PEGIDA die Atmosphäre in Deutschland nachhaltig verändert: „Der rassistische Protest entwickelt sich zu einem Extremismus der Mitte. Das heißt: Neonazis und vermeintlich besorgte Bürger vereinen sich im Hass auf alles Fremde.“ Und Bernd Oehler, Pfarrer aus Meißen, sieht in dem durch PEGIDA verursachten Klimawandel eine Ermutigung für die Täter, die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte begehen – so wie in seiner Stadt. Unterdessen ist es für NPD-Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke ein „Erfolg“, wenn Flüchtlingsunterkünfte brennen, weil dann vorerst keine Flüchtlinge in die Stadt kommen können.
Sie alle kommen in der ARD-Dokumentation „Dunkles Deutschland“ zu Wort, einer Geschichte hinter den aktuellen Ereignissen.
Die Autoren Jo Goll, Torsten Mandalka und Olaf Sundermeyer skizzieren in ihrem Film die gezielte Eskalation der fremdenfeindlichen Stimmung in Teilen der Bevölkerung durch rechtspopulistische und rechtsextremistische Gruppierungen. Sie rekonstruieren das gesellschaftliche Klima an vier Orten in Deutschland (Ost/West), in denen Flüchtlingsunterkünfte gebrannt haben (Dortmund/Witten, Nauen in Brandenburg, Reichertshofen in Oberbayern und Meißen im Elbtal). Dabei steht Meißen im Mittelpunkt ihrer Nahaufnahme, mitten im Wahlkreis von Bundesinneniminister Thomas de Maiziere. Von hier kommen drei der Mitbegründer von PEGIDA, und hier marschiert die rassistische „Initiative Heimatschutz“ („Asylanten jagen“) im Schulterschluss mit AfD und NPD. Unterdessen duckt sich die Lokalpolitik ab, der CDU-Landrat sieht „keine rechten Umtriebe“. Rechtsextremismusforscher Funke diagnostiziert für Meißen deshalb eine „Herrschaft des Mobs“.




Ein Besuch bei Kultregisseur Peter Thorwarth („Bang Boom Bang“), ein Gespräch mit Punklegende John Lydon („Sex Pistols“, „PIL“), ein Turnierbericht vom Homeless World Cup in Amsterdam, ein Interview mit einem syrischen Fluchthelfer, „10 Jahre Hartz IV“ – ein sechsseitiges Spezial in Kooperation mit der Nationalen Armutskonferenz. .


