Gut für den BVB, aber schlecht für den Sport

Foto: BVB

Seit Tagen wurde darüber spekuliert, heute Vormittag hat der BVB es offiziell bestätigt: Der Fußball-Bundesligist aus Dortmund und das Sportunternehmen Puma haben eine Langzeit-Partnerschaft bis zum 30.06.2028 besiegelt.

Die Ausweitung der bestehenden Kooperation zwischen beiden Unternehmen ist für den BVB laut Klubangaben ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Positionierung unter den Spitzenclubs der Bundesliga und den Top15 in Europa.

Gemunkelt wird über eine finanzielle Entlohnung für den Verein ab dem kommenden Sommer in der Höhe von rund 250 Millionen Euro. Das entspricht etwa 30 Millionen pro Spielzeit, was eine Verdreifachung gegenüber den bisher gezahlten Geldern darstellen würde. Beeindruckend!

Das klingt nach einem großen Glück für den Verein. Und als solches wird es von diesem auch nach außen dargestellt

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Der andauernde Abwärtstrend rund um die DFB-Elf ist vieles, aber sicher kein Rätsel

Fußballdeutschland diskutiert in diesen Tagen über die stetig sinkende Beliebtheit der Nationalmannschaft. Die Heim-Spiele sind in Serie nicht mehr ausverkauft, die Stimmung bei Länderspielen ist verglichen mit einem ‚normalen‘ Bundesligaspiel beschissen (Entschuldigung, ist aber doch so 😉 ).

Eine Debatte über diese traurigen Entwicklungen ist eigentlich nicht notwendig. Die Gründe dafür liegen lange schon auf der Hand. So lange, dass selbst wir hier im Blog, alle wichtigen Gründe im Verlaufe der vergangenen Monate und sogar Jahre schon angesprochen haben. Teilweise gleich mehrfach. Und das eben nicht weil wir so schlau sind, sondern weil sie so offensichtlich und klar erkennbar sind.

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Ruhrbarone-Buchtipp: 90 Minuten Schalke

Was macht man als Fußballfan, wenn ein bundesligafreies Wochenende zu überbrücken ist? Richtig, man schnappt sich einmal wieder ein schönes, neues Buch. Genau das habe ich am vergangenen Samstagnachmittag auch getan.

Herausgekommen ist einmal mehr ein kleiner Ruhrbarone-Buchtipp, den ich euch an dieser Stelle heute einmal etwas näherbringen möchte: Es geht um die Neuerscheinung ‚90 Minuten Schalke‘, aus dem Verlag ‚Die Werkstatt‘, der Sportfans in diesem Lande in der Vergangenheit schon unzählige tolle Bücher präsentiert hat.

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Jetzt erweist sich die Taktik der ‚Datteln 4-Kritiker‘ von einst als Fehler

Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ im September 2014. Foto: Robin Patzwaldt

Es mehren sich die Anzeichen, dass das umstrittene Kohlekraftwerk ‚Datteln 4‘ am Ende doch noch ans Netz gehen wird. Trotz des längst angedachten Kohleausstiegs und dem jahrelangen Gezanke um seinen Standort, soll es im kommenden Sommer wohl ans Netz.

Der Energiekonzern Uniper treibt die Inbetriebnahme seines Kraftwerks am Rande des Ruhrgebiets entschlossen voran und hat dafür inzwischen auch gewichtige Unterstützer gefunden.

Die Unterstützung der Landesregierung ist den Kraftwerks-Freunden und -Erbauern offenkundig sicher. Der Meiler sei „eines der modernsten und effizientesten Kohlekraftwerke in Europa, das alten Anlagen gegenüber auch klimatechnisch deutlich überlegen ist“, hatte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck für die inzwischen rund 1,5 Milliarden Euro teure Anlage jüngst öffentlich geworben.

Wenn die Steuerzahler nicht über Gebühr belastet werden sollten, könne es „kaum eine Alternative dazu geben, Datteln 4 ans Netz zu nehmen“.

Bei Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Uniper mit dieser Argumentation offenbar längst Gehör gefunden. Wenn für ‚Datteln 4‘ ältere und weniger umweltfreundliche Kraftwerke abgeschaltet würden, werde er nicht davon abraten, hatte Laschet laut ‚Welt‘ gesagt.

Was bei diesen Aussagen immer komplett hinten runterfällt, das ist der Hauptgrund warum dieses Kraftwerk eigentlich niemals ans Netz gehen dürfte.

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#gedENKEminute: Andreas Biermann – Im Schatten von Robert Enke

Andreas Biermann. Quelle: Wikipedia, Foto: Northside, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Zu Robert Enkes Gedenken ist an diesem Wochenende in vielen Fußball-Stadien des Landes eine sogenannte „gedENKEminute“ abgehalten worden. Der an Depressionen erkrankte Torwart hatte sich am 10. November 2009 das Leben genommen.

Sicherlich grundsätzlich eine löbliche und äußerst sinnvolle Aktion, schließlich kann das Thema Depression nicht häufig genug in die Öffentlichkeit und damit in eine Debatte eingebracht, Hemmungen und Tabus rund um das Schicksal Betroffener somit zumindest ein Stück weit genommen werden.

Etwas fand ich in diesem Zusammenhang jedoch bedauerlich, was ich hier und heute einmal kurz ansprechen möchte, ohne dafür wirklich eine Patentlösung zu haben:

Enkes Witwe Theresa richtete emotionale Appelle an die Fans im Lande, warb in diesem Zusammenhang für die Robert-Enke-Stiftung. Und auch wenn die Aktion quer durch die Republik sicherlich nicht alleine auf das Schicksal von Robert Enke gemünzt war, stand sein trauriges Schicksal eben am Ende doch stellvertretend für viele Betroffene im Mittelpunkt.

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Der BVB sollte die Länderspielpause für einen Trainerwechsel nutzen

Das Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Das war ja wieder einmal eine wahre Lehrstunde für den BVB gestern in München. Mit 0:4 unterlagen die Dortmunder am Samstagabend gegen die Bayern, kassierten damit die nächste hohe Pleite beim Rekordmeister von der Isar.

Trotz der im Vorfeld öffentlich beschworenen, für dieses Spiel als dringend notwendig erkannten richtigen Einstellung, war diese in der Praxis einmal mehr nicht vorhanden. Der BVB blieb gegen die Bayern in fast allen Belangen ein hoffnungslos unterlegener Sparringspartner für die zuvor ebenfalls häufig enttäuschenden Münchener, fungierte so als idealer Aufbaugegner für die Süddeutschen.

Wie kann das sein? Was braucht die Truppe denn noch, damit sie erkennt, dass es einen Spitzenplatz in der Fußball-Bundesliga nicht mit halber Kraft gibt?

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Millionen für Großprojekte, aber kein Geld für den Strom der Weihnachtsbeleuchtung? Ja, das geht!

Gelbe Stadtparkwege in Waltrop. Ein Fördertopf macht es möglich.

Ein neuer Stadthallenanbau, ein neu gestalteter Stadtpark, ein neues Jobcenter, ein neues Jugendzentrum. Und das Alles innerhalb weniger Jahre. Aber kein Geld für den Strom der vorhandenen Weihnachtsbeleuchtung? Ja, das geht tatsächlich zusammen!

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Auch 30 Jahre nach ihrem Wegfall ist die Mauer noch immer in den Köpfen vieler

1986 an der Mauer in West-Berlin. Foto(s): privat

Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer fiel, da war das für mich, wie für Millionen andere Zeitgenossen auch, ein Ereignis, das mir die Freuden-Tränen in die Augen trieb. Ich war damals 18 Jahre alt und kurz davor mein Abi zu machen. Als Schüler hatte ich gerade einmal drei Jahre zuvor, die damals bei uns übliche Klassenfahrt nach West-Berlin gemacht, im Zuge des Aufenthalts auch den Ostteil besucht. Als 15-Jähriger waren die Erlebnisse in der damals noch geteilten Stadt für mich total beeindruckend.

Schon die Reise über die Transitstrecke mit dem Bus war ein Abenteuer der dunkleren Sorte. Grimmig dreinblickende DDR-Grenzer stellten gefühlt unseren kompletten Bus auf den Kopf. Grelle Scheinwerfer tauchten die Grenzanlagen in ein bedrohliches Licht. Bilder, die mir noch heute, über dreißig Jahre später, gut in Erinnerung sind.

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RB Leipzig: Fans, Emotionen, Leidenschaft und Strahlkraft lassen sich nicht direkt kaufen!

Der ‚Henkelpott‘. Quelle: Wikipedia, Foto: David Flores, Lizenz: CC BY 2.0

Im Regelfall konzentriere ich mich hier im Blog in Sachen Fußball ja fast ausnahmslos auf die Bundesliga. Heute will ich aber einmal wieder mit der Regel brechen, da der gestrige Abend in der UEFA Champions League eine Beobachtung untermauert hat, die Fußballfreunde in diesem Lande schon lange beschäftigt.

Viele Fans beklagen, dass die mediale Berichterstattung sich zuletzt fast ausnahmslos auf den FC Bayern München und Borussia Dortmund konzentriert. Wer beispielsweise regelmäßig die nationalen Fußball-Talkshows im TV verfolgt, der wird das sicherlich bestätigen können. Kaum eine Sendung in der insbesondere der FC Bayern keine ausgeprägte Rolle einnimmt.

Ist man hingegen selber Fan eines ‚Kleinen‘, und ‚klein‘ fängt hier schon bei ziemlich groß an, dann wird das eigene Team nicht nur selten diskutiert, es finden sich auch kaum Vertreter dieser Teams als Talkgäste in den Sendungen.

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Beim Berliner Derby: Das Durcheinander rund um den VAR auf die Spitze getrieben

Foto: Michael Kamps

Die Unklarheiten und das Durcheinander rund um den Videoschiedsrichter (VAR) in der Fußball-Bundesliga sind ja nicht gerade neu. Und doch gab es am Samstagabend, ausgerechnet beim vielbeachteten Top-Spiel zwischen Union Berlin und Hertha BSC einen neuen Beleg dafür, wie groß die Verwirrung rund um das Thema inzwischen offenkundig ist.

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als der Videoassistent im Fußball eingeführt werden sollte? Damals betonte Sky-Experte Dr. Markus Merk, der ehemalige Schiedsrichter, dass eines dabei ganz klar sei: Der Videobeweis solle zukünftig überhaupt nur zu Rate gezogen werden, wenn es sich um eine ‚KLARE FEHLENTSCHEIDUNG‘ des Schiedsrichters auf dem Platz handeln würde.

Das war seinerzeit sozusagen die erste Regel in Sachen VAR. Auch damals schon wurde spekuliert, ob und wie das Konzept konkret greifen würde, welche Unklarheiten blieben, welche Fälle damit abgedeckt werden würden und welche nicht.

Nachdem wir den VAR in der Bundesliga gerade einmal gute zwei Jahre in Gebrauch haben, scheint von der ursprünglichen Ausgangslage nicht mehr viel übrig geblieben zu sein.

So auch gestern.

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