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BVB gegen Eintracht Frankfurt: Der letzte Auftritt von Trainer Lucien Favre?

Das Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Am heutigen Freitagabend spielt der BVB im Westfalenstadion gegen Eintracht Frankfurt. Schon auf dem Papier keine leichte Aufgabe für die Dortmunder. Doch was ist schon leicht für ein Team, das seine vergangenen beiden Auftritte jeweils auf vieldiskutierte Art und Weise verloren hat?

Sowohl im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (2:3) als auch gegen Bayer 04 Leverkusen (3:4) unterlag die Borussia zuletzt in Spielen, die man eigentlich hätte gewinnen sollen. Am heutigen Abend wartet jetzt also der nächste Prüfstein. Und der dürfte nicht minder schwer zu bewältigen sein.

Die Hessen kommen, auch wenn sie in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr in Dortmund gewinnen konnten, mit viel frischen Selbstvertrauen ins Ruhrgebiet. In einem Spiel, in dem für den BVB ein Sieg Pflicht ist, können die Gäste nur positiv überraschen. Siegt der BVB, es wäre der Normalfall. Doch wehe, das Ansinnen der Schwarzgelben geht erneut schief. Dann…. Ja, was dann?

Gut möglich, dass das dann das letzte Spiel der Borussen war, bei dem Trainer Lucien Favre die Verantwortung trug. Seit Wochen schon bekommt es der Schweizer Übungsleiter nicht hin seine Mannschaft in eine konstante Form zu bekommen, die eines Meisterschaftsanwärters würdig wäre.

Sollte es gegen die Hessen einen weiteren Rückschlag geben, könnte es mit der Geduld der Verantwortlichen endgültig vorbei sein, weil die ausgerufenen Saisonziele dann wohl komplett aus den Augen zu geraten drohen würden.

Was wären denn aktuell die Alternativen für den Trainerposten? Bei der WAZ bringt man ausgerechnet vor dem Duell mit der Eintracht Frankfurts Coach Adi Hütter ins Spiel. Ein durchaus überzeugender Kandidat, hat es der Österreicher doch geschafft aus einem wild zusammengewürfelten Haufen von Neuzugängen eine funktionierende Einheit zu machen, die die in sie gesteckten Erwartungen erfüllt. Genau das gelang Favre seit Monaten nicht. Aber ob der BVB Hütter tatsächlich loseisen könnte, so lange es für ihn dort gut läuft? Das erscheint dann doch, zumindest aktuell, eher unwahrscheinlich.

Wer bliebe sonst noch? Natürlich die von den BVB-Fans favorisierte Lösung mit Sebastian Kehl und Mathias Sammer. Beide wären sofort verfügbar, da sie schon für den BVB tätig sind. Aber würden sie auch wollen? Eindeutige Aussagen dazu fand man zuletzt nicht. Sammer hatte einst ausgeschlossen noch einmal in das operative Geschäft zurückzukehren. Gilt das noch?

Dann kursiert in Dortmund ja auch immer noch der Name Niko Kovac, der im Herbst beim FC Bayern von seiner Aufgabe entbunden wurde. Kovac scheiterte in München damit aus dem Kader eine Einheit zu machen. Genau das müsste er aber auch beim BVB. Wäre er also ein wirklich geeigneter Kandidat? Eine Verpflichtung wäre für den BVB wohl zumindest sehr riskant.

Wie man es auch dreht und wendet, es ist kompliziert. Der BVB täte sicherlich gut daran mit Favre endlich dauerhaft in die Erfolgsspur zurückzukehren. Ein Heimsieg gegen Frankfurt wäre dafür aber die Grundvoraussetzung. Doch dieser vor dem heutigen Duell mit der Eintracht herrschende Druck ist alles, nur keine erfolgversprechende Ausgangssituation vor einem Bundesligaspiel. Schon gar nicht für den BVB in seiner zuletzt gezeigten Wankelmütigkeit. Es erscheint daher gut möglich, dass es wirklich Favres letztes Bundesligaspiel mit dem BVB werden könnte.

 

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16 Kommentare zu “BVB gegen Eintracht Frankfurt: Der letzte Auftritt von Trainer Lucien Favre?

  • #1
    Thomas Weigle

    Der letzte Auftritt des Lucien Fabre, soso. Wirst du denn dann heute Abend zum SGE-Fan, Robin, damit er endlich weg ist? Ich hoffe ein ganz klein wenig, dass die Eintracht dir deinen Wunsch erfüllt. Aber als Berufspessimist in Sachen SGE rechne ich mit dem ALLERSCHLIMMSTEN heut auf Nacht.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Darf ich dich einmal kurz an den November erinnern, Thomas?

    https://www.ruhrbarone.de/favreout-darf-ich-mir-als-bvb-fan-eine-niederlage-wuenschen/176060

    Heute Abend halte ich alles für möglich. Von einem 5:0 für den BVB bis zu einer 0:3 Heimniederlage. Der BVB ist aktuell eben ne echte Wundertüte. Jedenfalls wird man so kein Meister. Da muss sich endlich etwas ändern. So, oder so.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Sammer wurde als Laberkasper verpflichtet und soll das mal ruhig so weitermachen, denn das ist seine Welt;-) Bei Kovac hätte ich immer das miese Gefühl, dass er schließlich selbst mit den Bauern und selbst gegen uns mehrfach versagt hat (und die Bedeutung des Derbys nicht verinnerlicht:-)).

    Bei Hütter muss man evt. bedenken, dass er die schmerzhaften Verkäufe der Frankfurter Leistungsträger sehr gelassen und ohne großen Widerstand hat über sich ergehen lassen – was gegen Watzke und Susi nicht passieren darf, will man z.B. nicht wieder so Zwangsruheständler wie Götze oder zukünftig Hummels mitschleppen. Aber sonst hätte ich gegen Adi nix einzuwenden;-)

  • #4
    Thomas Weigle

    Hatte ich nicht mehr auf dem Schirm, Robin. Ich kann nur für mich hoffen, dass die Eintracht niemals einen Trainer hat, dem ich eine Niederlage gegen Hertha wünsche, damit er aus dem Stadtwald gejagt wird. Das bitte nicht.

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass Hütter daran Interesse hätte, Klaus. Zumindest nicht in der laufenden Runde. Sein Job in Frankfurt ist noch nicht beendet. Und so wie ich ihn einschätze, wechselt er nicht im Galopp die Pferde. Fände ich auch nicht gut. Selbst wenn ich ihn auch sehr schätze. Hütter kann sich jedenfalls sehr gut verkaufen. Und das kann Favre eben nicht. Solange er mit seinem Team gewinnt nimmt man das in Kauf. Aber bei Niederlagen wird das schnell zum Fremdschämen und eines Top-Klubs unwürdig… Da kann der BVB in der Form auch nicht länger tatenlos bei zusehen.

  • #6
    Bastian Schwabe

    Ich glaube nicht, dass Favre in der Rückrunde fliegt. Sollte der BVB heute verlieren, ist die Meisterschaft als Saisonziel erledigt. Das Minimalziel wäre dann die CL-Qualifikation und die sollte man mit diese Kader auch unter Favre erreichen. Insbesondere da auch die Mitbewerber um die ersten vier Plätze nicht konstant Leistung bringen.

    Im Sommer wird dann ziemlich sicher ein neuer Trainer kommen. Dann ist das Angebot auf dem Markt auch größer. Je nachdem wie RB die Saison beendet, vielleicht Nagelsmann?

  • #7
    Klaus Lohmann

    Robin, ich denke auch nicht, dass Aki und Susi Favre während der Saison rauswerfen wollen, solange er kein Tafelsilber klaut oder Götze beleidigt;-) Es wird alles davon abhängen, welche Teilziele Favre mit den beiden unter 6 Augen vereinbart hatte und wieviel davon noch mit ihm umsetzbar sind – Meisterschaft wohl kaum noch, Pokaltitel adé, Championsleague-Platz als Minimalziel??

  • #8
    Klaus Lohmann

    80 Minuten und 4:0 – vielleicht ist Hütter ja doch nicht der Richtige…:-))

    Da ManCity grad für zwei Spielzeiten von der CL ausgeschlossen wurde (https://www.spiegel.de/sport/fussball/financial-fairplay-manchester-city-aus-der-champions-league-ausgeschlossen-a-38d5686f-a90a-4a33-a9de-aec45378f827), wäre demnächst ja wohl auch Pep wieder auf dem Markt;)

  • #9
  • #10
  • #11
  • #12
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Jetzt geht es gegen Paris und dann nach Bremen. Dann sehen wir, was der Erfolg von heute wert war. In einzelnen Spielen hat der BVB zuletzt schon häufig geglänzt. Gefehlt hat es bisher stets an der Konstanz.

  • #13
    Thomas Weigle

    Wie befürchtet war DO einmal mehr ein ganz schlimmer Rasen für die SGE, Sch…spiel.

  • #14
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Ich mag mir gar nicht ausmalen wo der BVB stehen könnte, würde er immer so spielen. Verschenkte Punkte in Freiburg, Frankfurt, Hoffenheim, Leverkusen, daheim gegen Leipzig…. Die Liste erscheint endlos. 🙁

  • #15
    Thomas Weigle

    Tja Robin, das gilt nicht nur für den BVB, hätte die SGE immer so gespielt wie gegen Bayern, RBL, Leverkusen….hätte hätte Fahrradkette.

  • #16
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Beim BVB waren das aber alles Spiele, wo man das eindeutig bessere Team auf dem Platz war und es trotzdem nicht bis zum Ende geschafft hat die Punkte zu sichern. Das ist schon extrem ärgerlich in diesem Jahr. Ganz das Gegenteil zur Hinrunde der Vorsaison. Damals, als Favre frisch da war, hat der BVB ganz häufig in der Endphase eines Spiels noch glücklich gewonnen. Auch dank Alcacer. Scheint ewig her zu sein 😉

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