Nazis in Dortmund: Was hat das NWDO Verbot gebracht?

nazis20130501do3
Drei Jahre  nach dem Verbot der Nazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund zeigt sich: Das Verbot hat die Nazi-Szene in Dortmund geschwächt.

Am 23. August 2012 wurde die Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund durch NRW-Innenminister Jäger verboten. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Stimmen laut, die Behaupteten, das Verbot des NWDO wäre verpufft, die Szene hätte einfach einen Kreisverband der Partei „Die Rechte“ gegründet und weiter gemacht.  Claudia Luzar, die vielen Medien als Rechtsextremismusexpertin gilt, behauptete sogar im Februar gegenüber dem WDR, das Verbot des NWDO hätte „gar nichts“ gebracht.

Wir wollten das genauer wissen und haben der Polizei Dortmund eine Anfrage gestellt. Wie oft gingen die Nazis in den vergangenen Jahren auf die Straße und wie viele Anhänger konnten sie mobilisieren? Hier das Ergebnis:

nazi_demos_schnitt

Die Zahlen zeigen: Die Zahl der Demonstrationen ist seit dem Verbot gewachsen, die Zahl der Teilnehmer jedoch gesunken. Immer weniger Nazi-Aktivisten gehen immer häufiger auf de Straße. Rechnet man die  Kundgebungen mit Teilnehmern aus ganz Deutschland und dem Ausland heraus (Teiln. Schnitt lokal), wie die  Antikriegstage 2010 und 2012 oder die 1. Mai Demonstration 2013 und 2014, geht die durchschnittliche Teilnehmerzahl noch deutlicher herunter. Die Zahlen aus dem Jahr 2014 sind dabei gesondert zu betrachten: Viele der „Kundgebungen“ waren Wahlkampfstände  mit zwei bis sechs Teilnehmern. In diesem Jahr fallen die weg und dadurch ist die durchschnittliche Teilnehmerzahl an den zahlreichen Kundgebungen wie gegen Flüchtlinge wieder auf knapp über 30 gestiegen.

Die Mobilisierungsfähigkeit der Nazis ist gesunken – sie bekommen nur noch die Hälfte ihrer einstigen Anhänger auf die Straße. Kaschiert wird dieser Verlust durch immer mehr Veranstaltungen und gezielte Provokationen, die eine Präsenz in den Medien sicherstellen sollen, aber auch den Druck auf die Sicherheitsbehörden verstärken, gegen die Rechtsradikalen vorzugehen. Beobachter der Szene gehen davon aus, dass vor allem das Fußvolk immer häufiger wegbleibt, die Kader allerdings zum größten Teil aktiv geblieben sind.

Ob der Trend anhält kann heute niemand sagen, aber wer sagt, das Verbot hätte nichts gebracht, kann diese schmissige Aussage nicht mit Zahlen belegen und hat dies wohl auch noch nie versucht: Die Zahlen wurden auf meine Anfrage hin von der Polizei Dortmund erstmals zusammengestellt.

Das NWDO-Verbot war zudem nicht einzigartig: Ab 2012 wurden zahlreiche Nazi-Organisationen verboten. Der Druck auf die Szene ist größer geworden und die Bereitschaft sich öffentlich zum Nationalsozialismus zu bekennen gesunken. Der harte Kern scheint sich jedoch zu radikalisieren und wird zunehmend straffällig. Hier ist nun ein entschlossenes Handeln von Polizei und Justiz gefragt.

Dortmunder für ‚Guten Zweck‘ beim Inselschwimmen auf Norderney

Foto: Team Alcatraz
Foto: Team Alcatraz

Das ‚Team Alcatraz‘, vertreten durch den Dortmunder Dominik Marzodko (34), startet am 30. August 2015 beim Inselschwimmen Norderney.
Ziel des Wettkampfes ist für das Team Alcatraz nicht nur die etwas mehr als acht Kilometer vom Start am Naturstrand in Hilgenriedersiel bis zum Surferhafen Norderney zu meistern, sondern vor allem für den guten Zweck zu spenden. Team Alcatraz ruft deswegen in diesem Jahr auf, für den Hamburger Verein Dunkelziffer zu spenden.

Weiterlesen

Der Ruhrpilot

Sylvia Löhrmann Foto: Privat/PR
Sylvia Löhrmann Foto: Privat/PR

NRW: Hausaufgabenfreie Gymnasien sind nicht die Rettung…Welt
NRW: Kulturministerin will „Kodex zum Umgang mit Kunst“…NOZ
Debatte: Die Völkerwanderungen sind unumkehrbar…Welt
Debatte: Griechenland ist kein Fass ohne Boden…FAZ
Ruhrgebiet: Besucher entdecken neues Ruhrtriennale-Kunstdorf…Der Westen
Bochum: OB-Kandidaten werben mit Keksen, Rosen und Brötchen…Der Westen
Dortmund: Provokationen zwischen Rechten und BVB-Fans nach Spiel…Der Westen
Duisburg: Das muss der Rat 2015 noch entscheiden…Der Westen
Essen: Die Kunst, sich zugrunde zu richten…Post von Horn
Essen: Kritik an dürftiger Polizei-Präsenz in Frintrop…Der Westen

Werbung


Breitenreiter und Tuchel sind angekommen – S04 und BVB sorgen für Aufsehen zum Bundesligastart

Ein zufriedener Thomas Tuchel. Foto: Robin Patzwaldt
Ein zufriedener BVB-Trainer Thomas Tuchel. Foto: Robin Patzwaldt

Der erste Spieltag der noch neuen Saison in der Fußball-Bundesliga ist noch nicht einmal vollumfänglich gespielt, da liefert die Liga schon wieder unzählige Geschichten, welche sich zu berichten und zu diskutieren lohnen. An einem Samstagnachmittag der Premieren und des Wiedersehens, da waren es nämlich ausgerechnet die beiden großen Revierclubs, der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund, welche die Saisonpremieren auf zufriedenstellende Weise hinter sich gebracht hatten, die ersten Ligaspiele unter ihren neuen Trainern mir 3:0 (Schalke in Bremen) bzw. 4:0 (der BVB gegen Mönchengladbach) gewonnen hatten, somit, wenn man den sportlichen Wert dieser jeweils gewonnenen Begegnung auch nicht überbewerten sollte, nun mit frischen Selbstvertrauen in die nächsten Tagen bzw. Wochen gehen können.
Die neu verpflichteten Übungsleiter Thomas Tuchel und André Breitenreiter wirkten am Samstagabend daher auch beide entsprechend zufrieden. Der Auftakt ist für die Ruhrgebietsvertreter jedenfalls nahezu ideal verlaufen.

Weiterlesen

Der Ruhrpilot

landtag_gr
NRW:
 Warum die Städte ihre Schulden nicht loswerden…Kölner Stadtanzeiger
NRW: Digitalkompetenz ist Schlüsselqualifikation…RP Online
NRW: Bochums Polizeichefin Ewert wird Regierungspräsidentin…Der Westen
Debatte: Steinmeier will schnellere Rückführung von Migranten…FAZ
Debatte: Der große Irrglaube vom Aufstieg in die Elite…Welt
Debatte: Dürren überall – und trotzdem ist die Ernte groß…FAZ
Ruhrtriennale: Mit Schwimmwesten über den Styx…Der Westen
Bochum: Nordbahnhof – Widerstand formiert sich gegen Abrisspläne…Der Westen
Bochum: CDU-Ratsfraktion Hamms OB Hunsteger-Petermann…Pottblog
Dortmund: Schauspielpreis wird beim Theaterfest vergeben…Der Westen
Duisburg: Gesamtschul-Lehrer schreiben Protestbrief an Ministerin…Der Westen
Duisburg: Die Kanzlerin und die No-Go-Areas…Welt
Essen: Notunterkunft für 120 Menschen soll 2017 fertig sein…Der Westen
Essen: Gabriels fröhlicher Berater…Welt

Der Ruhrpilot

Ruhrgebiet_Symbol
NRW:
Städte verlieren im Bundesvergleich weiter an Boden…Welt
NRW: Christian Lindner wirft Rot-Grün Versagen vor…RP Online
Debatte: Professoren sind selten Intellektuelle…Zeit
Debatte: Salafisten drohen FDP-Politiker Huch mit dem Tod…Welt
Debatte: Griechenland – Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden…FAZ
Debatte: »Viele Soldaten waren von der Sinnlosigkeit des Kampfes überzeugt«…Jungle World
Ruhrgebiet: Ruhrtriennale-Eröffnung in der Industriekathedrale…Deutschlandradio
Bochum: Opel-Werk I – nur noch Weite und Leere und beinahe Stille…Der Westen
Dortmund: Neonazis spielen sich als „Stadtschützer“ auf…Welt
Duisburg: FOC – Vom „Aus“ will keiner sprechen…RP Online
Essen: Post vom OB-Kandidaten Thomas Kufen – auch für Paß junior…Der Westen

Werbung


Dortmunder Nazis gehen auf Schwulenjagd

Nazi_schwulenhatz
Angeführt vom Dortmunder Ratsherr der Nazi-Partei Die Rechte, Michael Brück (Auf dem Bild links, der Kleine  rechts ist Christoph Drewer) gingen in den vergangenen Tagen vier Mitglieder des rechtsradikalen Stadtschutzes auf Schwulenjagd. Ziel war ein Parkplatz an der A 45. Mit der gewohnten Wichtigtuerei, dokumentiert auf  einem im Internet veröffentlichten Video,  zogen Jurastudent Brück und seine Burschen durchs Gebüsch und sprachen jeden den sie trafen an um ihm zu sagen, das Geschlechtsverkehr in der Öffentlichkeit nicht erlaubt sei und sie für Recht und Ordnung sorgen würden, weil sie ja vom Stadtschutz wären.  Etwas merkwürdig ist das alles schon, da die Dortmunder Nazi-Partei in der Tradition des 1991 an Aids verstorbenen offen homosexuell lebenden  Nazis Michael Kühnen steht. Kühnen war bis zu seinem Tod ein enger Freund von Rechten-Chef Christian Worch und wäre mit dem Engagement der Nachwuchs-Kameraden wahrscheinlich nicht glücklich gewesen.

Rathaus-Sturm: Angriff auf Piratin verurteilt

Lukas Bals am Wahlabend. (links mit Flasche)
Lukas Bals am Wahlabend (links mit Flasche).

Am heutigen Freitag stand der zweite Prozess wegen des Rathaus-Überfalls
in der Wahlnacht 2014 an. Beim letzten Mal wurde der Neonazi Patrick
B. zu einer Geldstrafe von 800 € verurteilt (unser Bericht). Mit Lukas Bals stand heute ein Aktivposten der Dortmunder Naziszene vor Gericht. Bals begann seine politische Karriere in linken Zusammenhängen in Wuppertal,
fiel dort jedoch, wie ehemalige Weggefährten schildern, vor allem durch
seine Gewaltaffinität und dumme Sprüche auf. Entsprechend hielt er es nicht lange in der linken Szene aus und wechselte ins rechte Lager.

Hauptanklagepunkt beim heutigen Prozess war ein Körperverletzungsdelikt im Rahmen des Rathaus-Überfalls. Lukas Bals wurde vorgeworfen, der Piratenpolitikerin Nadja Reigl mit der Faust gegen den Kopf geschlagen zu haben. Weiterhin wurde über eine Nötigung verhandelt, die aber schnell eingestellt wurde, so dass das Gericht Bals nur wegen des Vorfalls am Wahlabend verurteilte: 90 Tagessätzen zu je 30 Euro, sowie Zahlung eines Schmerzensgeldes von 350 Euro an Nadja Reigl. Macht zusammen 3.050 Euro und einen weiteren Eintrag im langen Strafregister des Lukas Bals.

Weiterlesen

Der Ruhrpilot

frankfurt
Debatte: 
Frankfurt wächst stärker als Berlin – Ruhrgebiet schrumpft…FAZ
Debatte: Ohne Zuwanderung veröden Deutschlands Städte…Welt
NRW: Bürger fragen, OB-Kandidaten antworten…Welt
Debatte: Anthroposophen – Ein kosmisches Komplott…Jungle World
Debatte: SPD – Machtkampf um den Politikwechsel…Post von Horn
Debatte: Lehren aus dem Green-Card-Desaster…Cicero
Ruhrgebiet: „Mit diesen Industriehallen muss man kämpfen“…Welt
Ruhrgebiet: Wagners Musik bei Malochern…NWZ
Bochum: Etatentwurf für Haushalt wird Ende August vorgelegt…Der Westen
Bochum: Wahlkampf mit Klaus Franz und Franzbrötchen…Pottblog
Dortmund: „Stadtschmutz“-Plakat verspottet Rechtsextreme…Der Westen
Duisburg: Der letzte Langner-Haushaltsentwurf…RP Online
Duisburg: Uni Duisburg-Essen will Gründerzentrum in Wedau…Der Westen
Essen: Jüdische Geschichte und Geschichten für die Ewigkeit…Der Westen