Gestern stieg das Dortmunder Musikmagazin Visions wegen der Teilnahme der Band Frei.Wild aus der Präsentation des Festivals With Full Force aus. Jägermeister, Festivalguide.de und das TätowierMagazin zogen nach. Jetzt haben Frei.Wild ihren Auftritt von sich aus abgesagt. (s. Update II)
Visions machte wegen der völkischen Töne von Frei.Wild den Anfang, Jägermeister und Festivalguide.de TätowierMagazinfolgten heute. Jägermeister will mit dem Festival With Full Force nichts zu tun haben, solange Frei.Wild dort auftritt. Auf Facebook kursiert eine Meldung, die uns von Jägermeister bestätigt wurde:
Die Mast-Jägermeister SE hat in ihrem Leitbild Werte wie Weltoffenheit, Toleranz und Respekt fest verankert. Zu diesen Werten stehen wir. Diese Werte leben wir. Jägermeister wird heute in rund 90 Ländern weltweit konsumiert und ist damit nicht nur im niedersächsischen Wolfenbüttel, sondern auf der ganzen Welt in vielfältigen Kulturen zu Hause.
Das es Menschen von Dortmund nach Düsseldorf zieht soll ja vorkommen. Die freischaffende Künstlerin Barbara Meisner ging den umgekehrten Weg. Nach 20 Jahren in Düsseldorf zog sie im Juli 2012 mit ihrem Sohn nach Dortmund. Ganz bewusst auch in die Nordstadt. Die Stadt teilt mit, die Ausstellung sei unter anderem aus datenschutzrechtlichen Gründen. In die Entscheidung war das Büro von Oberbürgermeister Sierau eingebunden. Von unserem Gastautor Thorsten Stumm.
Barbara Meisner erorberte sich ihre neue Lebenswelt mit Neugier und Kreativität. Sie scheute keine Mühen. Barbara Meisner besuchte die Polizei und liess sich in einem Rundgang die problematischen Ecken zeigen. Sie sprach mit allen drei Quartiersmanager der Nordstadt. Führte Gespäche mit vielen Menschen im der Nordstadt.
Bei einem dieser Gespräche wurde im Oktober 2012 zusammen mit dem Quartiermangemant am Borsigplatz die Idee zu eine Ausstellung mit Skulpturen von Meisner geboren. Meisners Skulpturen nennt sie “ Müllhäuser“. Sie sind aus Fundstücken gebaute „Häuser “ mit Titeln wie “ Rathaus einer asymetrisch mutierenden Stadt oder das „Sozialromantikhaus“.
Während der Arbeit an ihren Sukulpturen schrieb sie über ihre Erlebnisse eine Serie von Briefen an Dortmunds OB Sierau. Diese Briefe sind Teil der Ausstellung.
Dies ist der Stadt Dortmund nun zu brisant. Denn die von Meisner befragten Bürger wissen nicht nur nettes zu berichten.
„Wenn international über Dortmund berichtet wird, dann über den BVB oder uns“, sagt H-Bahn-Geschäftsführer Rolf Schupp nicht ohne Stolz: „Unsere Bahn ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt“. Ruhrbarone.de hat mit ihm über die Dortmunder Schwebebahn und einen möglichen Weiterbau Richtung City gesprochen.
„Im Moment haben wir gar keine Zeit, um über einen Ausbau nachzudenken“, bremst Schupp gleich zum Einstieg zu hohe Erwartungen, um aber wenige Minuten später Pläne für neue Strecken aus dem Schreibtisch zu zaubern. Natürlich träumt er vom Weiterbau, muss aber vorsichtig sein, schließlich gehört seine H-Bahn zu den Verkehrsbetrieben der Dortmunder Stadtwerke, die neben der vergleichweise kleinen Hängebahn auch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse durch Dortmund schickt.
Dass es die H-Bahn überhaupt gibt, haben die Dortmunder dem Gründer des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik, Professor Reinhard Jünnemann, zu verdanken. Der schnappte der Stadt Erlangen das Projekt nämlich vor der Nase weg. Bereits in den 70er-Jahren hatte Siemans in
Dortmund gilt als Vorzeigebeispiel für gelungenen Strukturwandel. Die Stadt hat sich erfolgreich vom Stahl- und Kohlestandort zu einer Hightech-Metropole gewandelt. Mit einem kleinen Schönheitsfehler: Am Arbeitsmarkt ist diese Entwicklung spurlos vorbeigegangen. Das Schicksal von Heinz B. steht stellvertretend für 39.050 andere.
Die Stimmung von Heinz B. schwankt zwischen Angst und Verzweiflung: „Wie soll ich ab März über die Runden kommen?“, fragt er sich immer und immer wieder. Ohne bisher eine Antwort gefunden zu haben. Wahrscheinlich gibt es auch keine. Noch bezieht er Arbeitslosengeld, ab 1. März rutscht der 57jährige aber in Hartz IV.
Sein sozialer Abstieg begann mit einem Herzinfarkt vor zwei Jahren. Heinz B. verlor seinen Job. Als Elektriker im Außendienst hatte er bis dahin ordentlich verdient. Für einen Heizungsbaubetrieb wartete er in ganz Dortmund Anlagen. Doch mit dem Alter kamen die Krankheiten und die Arbeitslosigkeit. Der Herzinfarkt und chronisches Asthma.
Gerne würde er wieder arbeiten: „Aber ich darf nicht, sagen die Ärzte, höchstens was Leichtes, den alten Beruf kann ich nicht mehr ausüben.“ Verzweifelt hat er monatelang eine einfache Tätigkeit gesucht. Um wenigstens etwas Geld zu verdienen und um eine Aufgabe zu haben: „Erst hat man mich im Amt hin und hergeschickt, um dann doch nichts zu finden“, klagt B. und stellt resigniert fest: „Ich bin unvermittelbar“.
Auch seine Frau wird in den nächsten Tagen den Job verlieren. Sohn und Tochter wohnen noch zuhause. Die Tochter – auch arbeitslos, der Sohn in der Ausbildung. Das Geld ist schon jetzt knapp. Der Sohn gibt etwas von seinem Lohn ab, damit die Familie überhaupt noch überleben kann. Für Luxus, eine Shoppingtour durch die City oder den Besuch einer Veranstaltung oder des Kinos fehlt das Geld jetzt schon.
Nach dem Aus für die Redaktionen der Westfälischen Rundschau (WR) und der Entwicklung der Westfälischen Rundschau (WR) zur „Zombie-Zeitung“ (deren Lokalteile von an sich konkurrierenden Verlagen stammen) befürchtete u.a. der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) schlimme Auswirkungen für die Meinungsfreiheit.
Die Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen – bestimmte Themen werden in der Berichterstattung der nunmehr lokalen Monopolzeitungen anscheinend nicht mehr angesprochen. So wurde z.B. der schwarze Tag für Dortmund mit der Trauerdemonstration anlässlich der Redaktionsschließungen der WR in den Print-Ausgaben der Ruhr Nachrichten nicht thematisiert. Online gab es zwar kurze Berichte danach, aber beispielsweise auch keine Terminhinweise auf die Veranstaltungen. Was jetzt irgendwie nicht verwundert, dennoch aber zu bedauern ist.
Man mag natürlich einwerfen, dass die RN-Redaktion in Dortmund, die grundsätzlich einen guten Job macht (es ist ja nicht so, dass nunmehr die bisherigen WAZ- und WR-Leser in Dortmund einen schlechten Lokalteil bekommen – eher im Gegenteil!) darüber nicht berichten wollte, weil es nicht nur an sich um die eigene Sache ging, sondern teilweise auf den Demonstrationen und im Umfeld die RN stark kritisiert wurden (obwohl man dort natürlich nicht die Entscheidung der Redaktionsschließungen bei der WR getroffen hat).
Wie sensibel jedoch das Thema bei den RN aufgefasst wird, wird unter anderem an einigen Twitter-Dialogen zwischen dem Account @RN_Dortmund und Lesern verdeutlicht:
Wegen der Teilnahme der Band Freiwild wird das Dortmunder Musik-Magazin Visions das Festival With Full Force in diesem Jahr nicht unterstützen.
Das Linup von With Full Force 2013 kann sich sehen lassen: Motörhead, Slayer und Agnostic Front gehören in diesem Jahr zu den Headlinern des Festivials, das im Juni in Roitzschjora in der Nähe von Leipzig stattfinden wird. Mit dabei auch weiter bekannte Bands wie die Kassierer, Mambo Kurt oder Napalm Death. Präentiert wurde das Festival auch von dem Dortmunder Visions-Magazin. Bis gerade – denn Visions hat seine Unterstützung zurückgezogen – wegen der Teilnahme der Band Freiwild:
Nach der Bestätigung der Band Freiwild auf dem With Full Force 2013 zieht VISIONS die Präsentation des Festivals zurück.
Genauer Gründe wird das Magazin um 13.00 Uhr veröffentlichen, aber man kann davon ausgehen, das der Rückzug von Visions damit zu tun hat, das Freiwild als rechtsradikale Band gilt -allen Distanzierungsversuchen zum Trotz.
Update: Hier die Begründung von Visions
Völkisches Gedankengut auf einem Festival für alle: Mit Frei.Wild hat das With Full Force eine Band bestätigt, die sich mit nationalistischen Tendenzen in der Mitte der Gesellschaft positioniert. VISIONS will das nicht unterstützen und zieht sich deshalb aus der Präsentation des Festivals zurück…
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.