Corinna Pohlmann: „Für mich war Corona aber auch eine Art Geschenk!“

Corinna Pohlmann. Foto: Sandra Schuck

Wie für viele andere Kreative auch, war das Jahr 2020 für die Schauspielerin und Musikerin Corinna Pohlmann ein ganz besonderes. Viele Pläne wurden in den vergangenen Monaten massiv durcheinandergewürfelt und erschwert.

Für die Ruhrbarone hat sich unser Autor Robin Patzwaldt mit der 31-jährigen, gebürtigen Wuppertalerin, die inzwischen in Berlin lebt, kurz vor dem Jahresende einmal ausgetauscht und sich mit ihr über ihre aktuellen Pläne und die allgemeine Lage für die Künstler im Lande unterhalten.

Herausgekommen sind ein paar durchaus positive Ansätze, die in diesen vielfach trüben Tagen durchaus Mut und Hoffnung in Bezug auf das kommende Jahr machen können.

Weiterlesen

Kultur: Wenn der Staat für etwas kein Geld gibt, ist das keine Zensur

Die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes, die Grundrechte am Jakob-Kaiser-Haus in Berlin Foto: Michael Rose – own jusdirekt.com/rechtsanwalt-muenchen Lizenz: CC BY-SA 3.0


Es ist für Künstler die mit dem Staat in Symbiose leben eine unangenehme Vorstellung, aber der Staat hat das Recht zu entscheiden, wofür er sein Geld ausgibt – und wofür nicht. Mit Zensur hat das nichts zu tun.

Der Begriff der Zensur zieht sich, mal mehr, mal weniger deutlich, durch die beiden in den vergangenen Wochen veröffentlichten und von zahlreichen Künstlern und Wissenschaftlern unterschriebenen Plädoyers. Sie erweckten den Eindruck, als ob die Entscheidung des

Weiterlesen
Werbung


Cartoons ohne Bilder #116


Eine kahle Geröllhalde, darauf nur ein paar verrostete Stahlträger, die traurig in den Himmel ragen. Am Rand ein großes Baustellenschild: „Hier entsteht ein Park – mit Abenteuerspielplatz, Naherholungsgebiet, Badesee, Blumenschau“, eine Zeichnung des Parks inklusive.

Im Vordergrund eine Gruppe wütender, protestierender Menschen. Sie halten Schilder hoch: „Kein Park auf unserer Geröllhalde“, „Naherholung – Nein, Danke!“, „Bürgerinitiative gegen die Parkpläne“, „Unsere Geröllhalde – unsere Entscheidung!“

Warum ich nicht mit Gender* spreche

Läuft Ihnen auch ein kalter Schauer den Rücken runter, wenn Sie im Heute Journal oder im Deutschlandfunk mal wieder gesprochene Gendersternchen hören? Mir schon. Aber es gibt nicht nur emotionale, sondern auch ganz handfeste Gründe, warum Medien nicht mit * sprechen sollten.

Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Anfänge beim Radio. „Worüber sprechen die Menschen heute in Dortmund?“ Das war die typische Einstiegsfrage in der morgendlichen Konferenz, in der wir die Themen festlegten, über die wir an diesem Tag berichten wollten. „Wie wir sprechen“ – das war kein Thema. Das stand von Anfang an mit der Gründung des Privatfunks in Deutschland fest. So wie die Menschen auf der Straße. Keine gestelzte akademische Sprache, sondern eben ganz normal so wie wir mit Freunden plaudern.

Weiterlesen

Israelboykott, Kernkraft, Kulturfinanzierung: Mehr Weltoffenheit wagen!

Screenshot des Videos der Pressekonferenz der Initiative Initiative GG 5.3 Weltoffenheit


Die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit und ihr Gefolge setzen sich für einen internationaleren Blick auf die BDS-Kampagne und den Boykott Israels ein und auch die Süddeutsche Zeitung fordert die „Öffnung zur Welt.“ Bei Debatten in Deutschland die internationale Perspektive nicht zu verlieren, ist eine gute Idee. Und das nicht nur beim Thema Israel.

Im Plädoyer der Initiative GG 5.3 Weltoffenheit für eine mit Steuergeldern bezahlte Zusammenarbeit mit Anhängern BDS-Kampagne findet sich ein kluger Satz: „Es ist unproduktiv und für eine demokratische Öffentlichkeit abträglich, wenn wichtige lokale und internationale Stimmen aus dem kritischen Dialog ausgegrenzt werden…

Weiterlesen

Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet: Lieber Zukunft als Welterbe

Zeche Pluto in Herne Wanne-Eickel (Foto: Roland W. Waniek)


Die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ soll UNESCO-Welterbe werden. Der Blick des Ruhrgebiets richtet sich erneut auf seine Vergangenheit.

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur will gemeinsam dem Land NRW, dem Regionalverband Ruhr ( RVR), den Landschaftsverbänden und der Emschergenossenschaft dafür sorgen, dass die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ UNESCO-Welterbe wird. Keine Frage, das Ruhrgebiet gehört zu den Regionen auf der Welt, die stark durch die Industrialisierung geprägt sind. Das betrifft nicht nur die ehemaligen Industriebauten, die einem hier überall begegnen. Der Boden hat sich durch den Bergbau gesenkt, Flüsse und Bäche haben ihren Lauf verändert und Halden wurden aufgeschüttet. Die Industrie prägt die Landschaft des Reviers.

Weiterlesen
Werbung


Der morbide Charme in der Alltäglichkeit

Fotografien von Klaus Homann vereinen Morbidität und Endzeitstimmung / mit freundlicher Genehmigung von K. Homann

Das Wechselbad zwischen Nähe, Ferne und Verfall ist der rote Faden in der Bildsprache von Fotograf Klaus Homann. Der Mann mit den Ruhrgebietswurzeln (geboren in Lünen, lebt in Essen) flaniert durch den öffentlichen Raum – und hat als Chronist mit der Kamera immer wieder ein Händchen für verletzliche Momentaufnahmen mit einem schwebenden Ewigkeitsanspruch.

Klaus Homann findet das Ästhetische im Kaputten und porträtiert Hochhäuser, Tiefgaragen, Einzelhandelsgeschäfte, Schrottplätze, Imbissbuden, Spielhallen, Tankstellen und Restaurants, die ein Schattendasein im modernen Leben fristen. Seine Gebäude strahlen eine existentielle Einsamkeit aus und wirken spooky – manchmal sogar wie Schauplätze aus einem noch nicht bekannten Thriller. Vor fast 30 Jahren ist er über einen Urlaub in Amerika zum Fotografieren gekommen.

Weiterlesen

Die Europäer: Künstler, Kosmopoliten und Unternehmer

Iwan Turgenew, 1838 porträtiert von Kirill Gorbunow Lizenz: CC0


In seinem Buch „Die Europäer“ zeichnet Orlando Figes das Bild eines im 19. Jahrhundert moderner werdenden Kontinents, dessen Entwicklung erst der deutsche Nationalismus stoppt. Die Zeichnung der Lebenswege des russischen Schriftstellers Iwan Sergejewitsch Turgenew und dem Ehepaar Pauline und Louis Viardot, mit denen er ein Dreiecksverhältnis pflegte, beschreibt auch den Ausbau der Kunst zu einem Geschäft. Für die meisten Künstler war das eine Befreiung.

Es war nur eine kleine Schicht von reichen Adeligen, erfolgreichen Künstlern und zunehmend wohlhabender werdenden Freiberuflern und Industriellen, die im 19. Jahrhundert in einem Europa lebten, dass uns bekannt vorkommt: Die Menschen sprachen mehrere Sprachen, überwanden wie auch die Waren und Dienstleistungen immer häufiger die Grenzen der Staaten und fühlten sich immer weniger als Deutsche, Franzosen oder Russen, sondern vor allem als

Weiterlesen

Buchvorstellung: Schalömchen!

Dass der jüdische Humor so seine Art hat, weiß ich seit Jugendtagen, denn im wohnzimmerlichen Bücherschrank stand immer der jeweils neueste Kishon. Gerne und immer wieder gelesen, ganz besonders die Kurzgeschichte Blaumilchkanal, die ja sogar verfilmt wurde.

Von unserem Gastautor Thomas Weigle

Ein schönes Beispiel für diesen Humor sind die Comics von Ben Gershon, die regelmäßig in der Jüdischen Allgemeinen erscheinen. Manchmal muss ich schon ein wenig nachdenken, denn die vielfältigen Facetten jüdischen Lebens sind mir ziemlich unbekannt, insbesondere wenn es um religiöse Rituale geht.

Weiterlesen