lit.RUHR 2025 bringt 68 hochkarätige Veranstaltungen und prominente Gäste ins Ruhrgebiet

Michael Horeni, Aki Watzke und Jürgen Klopp (von links) auf der lit.RUHR in Dortmund. ARCHIV-Foto: Robin Patzwaldt

Vom 7. bis 12. Oktober feiert die lit.RUHR zum neunten Mal das Lesen und verwandelt das Ruhrgebiet in eine Bühne für große Geschichten, aktuelle Debatten und inspirierende Themenabende.

In Essen, Bochum, Gelsenkirchen und Oberhausen erwarten die Besucher:innen 68 Veranstaltungen mit gefragten Gästen aus Literatur, Politik und Gesellschaft. Die integrierte lit.kid.RUHR richtet sich dabei mit mehr als 30 Veranstaltungen und spannenden Formaten an die jungen Leser:innen.

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„Judensonntag“ jeden Tag

Berlin-Tiergarten, 10. November 1938 | Copyfraud Jean-Pierre Dalbéra cc 2.0

Und nirgends Welcome Places. Über die Angst im deutschen Alltag und ihre Zuschauer. Und die Kirche, die EKD

„Ich gehe nicht mehr ins Fitnessstudio“, sagt Felix Lipski (86), Bochumer. Als Kind ist er an der Hand seiner Mutter dem Morden im Ghetto von Minsk entkommen, hat zusammen mit Partisanen in belarussischen Wäldern gelebt, hat überlebt. Wurde Chirurg, der Menschenleben gerettet hat, vor mehr als einem Viertel Jahrhundert ist Felix nach Bochum gekommen. Sein Querenburger Fitnessstudio hat er, der Mediziner, regelmäßig aufgesucht. Jetzt nicht mehr. „Aus Angst.“ Vor Angriffen auf ihn? „Angst davor, dass mir niemand helfen würde.“

Amit Peled ist Cellist, international renommiert. Am 23. Juli saß er vor seinem Konzert für die International Summer Academy in Wien zusammen mit der Pianistin Julia Gurvitch und dem Violinisten Hagai Shaham im Restaurant „Ramazotti“, es liegt nur wenige Schritte von dem Konzertsaal entfernt. Die drei Israeli bestellen, der mehrsprachige Peled fragt auf Hebräisch, „was wollt ihr essen, Pizza oder Pasta“, daraufhin werden sie vernehmbar aufgefordert, das Restaurant zu verlassen. „Was uns am allermeisten schockierte“, sagt Peled

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Vielleicht eines der wichtigsten Bücher der vergangenen Jahre: Oststolz von Alexander Prinz

Oststolz von Alexander Prinz
Oststolz von Alexander Prinz. Screenshot

Es gibt zwei Arten von Büchern, die ich gern lese: die, die mich intellektuell überzeugen und die, die mich am Herzen packen. Oststolz von Alexander Prinz gehört für mich eindeutig zu Letzteren. Ich halte es für eines der wichtigsten Werke der deutschen Gegenwart, weil es nicht nur analysiert, sondern auch spürbar macht, wie es ist, im Osten nach der Wende großgeworden zu sein. Dabei geht seine Botschaft noch so viel tiefer und weiter. Ganz ohne Schwachstellen kommt aber auch Prinz nicht aus.

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Im Hallraum der Geschichte

Último Halecho Foto: Heinrich Brinkmöller-Becker/Ruhrtriennale Lizenz: Copyright


“124 Years of Reverb” und „Último Halecho” bei der Ruhrtriennale

Jonny Greenwood war für den Intendanten Ivo van Hove wohl gerade prominent genug, um ihn innerhalb der aktuellen Ruhrtriennale als ein weiteres Aushängeschild einzusetzen. Im ursprünglichen Vorhaben half der Radiohead-Musiker, in seiner italienischen Wahlheimat, erdbebenzerstörte Kapellen zu sanieren, und verfiel dabei der Schönheit alter Orgeln. Die historischen Instrumente inspirierten ihn zu seiner Komposition „X Days of Reverb“: Greenwood lauschte

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Jäger zwischen den Welten – der Löwe Gottes

Es beginnt mit einem roten Lippenstift. Ein Farbtupfer für ihr trauriges Gesicht soll er sein, wird aber dann doch nicht gekauft. Statt dessen begegnet sie Ariel in der Parfumabteilung eines Kaufhauses. Dieses Aufeinandertreffen wird zum Beginn einer Reise in die Vergangenheit. Von Christiane Jochum.

Maren Friedlaender lässt den Leser tief in eine Zeit eintauchen, deren dunkle Seiten immer wieder durch leuchtende Lebensereignisse erhellt werden. Er, Ariel, hat sie, deren Namen wir nicht erfahren, ausgewählt, um ihr seine Geschichte zu erzählen, die zugleich Zeugnis einer großbürgerlichen und ungewöhnlichen Welt ist.

Ariel, Sohn eines deutschen Juden und einer Äthiopierin aus dem Hochadel, die aus Liebe zum Judentum konvertiert, wächst in behüteten Verhältnissen auf. Sein Großvater baute ein weltweit operierendes Handelsunternehmen auf und sorgte für eine exzellente Ausbildung seines einzigen Sohnes. Als Weltbürger, lange bevor das Wort „Globalisierung“ geprägt wurde, zieht die Familie durch Europa und die USA, bevor

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Farewell, Tarek Ehlail

Tarek Ehlail war Filmemacher, Boxer, Piercer, Autor und Unternehmer | Foto: privat

Tarek Ehlail war der Sohn eines Palästinensers und einer Deutschen und wurde am 31. August 1981 in Homburg geboren. Nur zwei Tage vor seinem 44. Geburtstag ist der Filmemacher, Boxer, Piercer, Autor und Unternehmer vergangenen Freitag bei einem tragischen Verkehrsunfall in Köln verstorben. Ein Nachruf.

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