Morrissey, Mittwoch, 18. Juni, 20.00 Uhr, Palladium, Köln

Als vor Jahren das Dortmunder Konzerthaus ausgerechnet auf der von Niedergang geprägten Brückstraße errichtet werden sollte, waren viele Dortmunder entsetzt. Ausgerechnet in diese Schmuddelecke sollte das neue Aushängeschild der Stadt kommen? Vielen leuchtete das nicht ein.
Die Begründung der Planer war jedoch nachvollziehbar: Man wollte dem dort seit Jahren anhaltenden Niedergang Einhalt gebieten, dafür sorgen, dass auch besser situierte Besucher dort anzutreffen waren – und nicht nur Drogensüchtige, Obdachlose etc., um es einmal überspitzt auszudrücken.
Wirklich aufhalten konnte das neue Aushängeschild der Reviermetropole den Abwärtstrend im Viertel jedoch nicht.

Krieg, Flucht und Neuanfang in Deutschland – das sind die Zutaten des Films „Distilled“ über Asmir Hadzibeganovic, der in den 1990er Jahren vor dem Bosnienkrieg nach Deutschland floh. Jahrelang mit der Hoffnung auf Heimkehr baut er sich in Berlin eine Schnapsbrennerei auf und mixt zusätzlich elektronische Balkan- und Swingmusik. Der Regisseur Christopher Larson hat den einstigen Kriegsflüchtling beim Besuch seiner Heimatstadt Bijeljina im heutigen Bosnien und Herzegowina mit der Kamera begleitet. Daraus ist ein 25-minütiger Dokumentarfilm über menschliche Schicksale durch Krieg und Migration, aber auch eine besondere Freundschaft entstanden.
Eagles Of Death Metal, Montag, 16. Juni, 19.00 Uhr, Essigfabrik, Köln

Mal ehrlich: Wann warst du das letzte Mal freiwillig auf einem Friedhof – und nicht, weil du musstest? Ist bestimmt lange her, oder? Ich bin früher sehr gerne über Friedhöfe gegangen. Ganz ohne konkreten Anlass. Einfach, weil ich mich dort etwas entspannen konnte, oder einfach mal die Ruhe in gepflegter Umgebung genießen wollte. Das mache ich in letzter Zeit kaum noch. Denn Friedhöfe im Ruhrgebiet wirken inzwischen oft wie ungepflegte Schmuddelkinder der Stadtgesellschaft. Nichts mehr mit einer schönen Parklandschaft. Inzwischen herrsch häufig eine wahrhaft bedrückende Atmosphäre vor.
Zwischen bröckelnden Mauern, verdorrtem oder wucherndem Rasen und leeren Grabfeldern stellt sich nicht unbedingt eine Atmosphäre der Würde oder des Erinnerns ein. Stattdessen hat man vielerorts das Gefühl, man sei in einer Mischung aus stillgelegtem Parkhaus und Geisterwald gelandet.
The Streets, Sonntag, 15. Juni, 20.00 Uhr, E-Werk, Köln
3 Inches Of Blood, Samstag, 14. April, 20.00 Uhr, Gebäude 9, Köln

„Unglücklicherweise stand der Krieg bevor. Das einzige Land, in das wir gehen können, ist Israel“, sagt Jakob Finci, Präsident der Jüdischen Gemeinde Bosnien-Herzegowina.
Scannt man den Algorithmus attraktiver Schnäppchenflüge in NRW, findet man sich schnell in der Leserwahl von National Geographic Travel zum weltweit besten Reiseziel für 2025 wieder: Sarajevo. Was steht auf einer Vedutenpostkarte, die junge Menschen 30 Jahre nach Kriegsende versenden?
Die Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas liegt idyllisch inmitten eines grünen Bergkettenrings
King Diamond, Freitag, 13. Juni, 19.15 Uhr, Turbinenhalle, Oberhausen