Wieder ein Projektchen mehr – warum ich gegen die Olympia-Bewerbung gestimmt habe

In Köln wurde am Sonntag gefeiert Foto: Land NRW / Marcel Kusch Lizenz: Copyright

Die Menschen in NRW haben der Landesregierung und letztlich allen Parteien in einer Forsa-Umfrage ein miserables Zeugnis ausgestellt. Immer mehr Bürger haben das Land aufgegeben und erwarten keine Problemlösungen mehr, auch nicht von Parteien wie der AfD, die in der Umfrage dennoch stark wächst. Das ist ein verheerendes Bild. Viele haben es schlichtweg satt, dass ihr banales Alltagsleben komplizierter, nervtötender, teurer wird, während sich die Politik gerne mit hochgestochenen Kinkerlitzchen und allerlei Projektchen beschäftigt und sich beglückwünscht, wenn sie von saturierten, oft lauten Minderheiten und von Journalisten dafür Beifall erhält.

Eines dieser Projektchen, die den meisten Menschen im günstigsten Fall wurscht sind, ist die Olympiabewerbung. Dank eines niedrigen Quorums – in Großstädten gilt zehn Prozent aller Abstimmungsberechtigten als Zustimmung – ging die Bürgerbefragung überwiegend so aus wie gewünscht. Der öffentliche Dienst, Politiker und ihre Entourage, Sportfunktionäre samt Klientel,

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Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Adis Ahmetovic. Foto: Thomasz Lipinski, CC BY-SA 4.0


Während die Bundesregierung am Assoziierungsabkommen der Europäischen Union mit Israel festhalten will, drängen Sozialdemokraten wie der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Adis Ahmetović darauf, dass sich Deutschland der Forderung von EU-Staaten wie Spanien anschließt, die fordern, es auszusetzen. In ihrer Not orientiert sich die SPD an falschen Vorbildern.

5,5 Prozent bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, in aktuellen Umfragen bundesweit zwischen 12 und 14 Prozent und bei den in diesem Jahr anstehenden Wahlen im Osten droht die SPD in Sachsen-Anhalt sogar, aus dem Landtag herauszufliegen. Die Arbeiter und kleinen Angestellten haben die Sozialdemokraten ebenso verloren wie die Jungwähler. Bei den über 60-Jährigen schnitt die

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Wie Kosaken Nord Stream sprengten

Das Gasleck bei Nord Stream 2, aufgenommen von der F-16-Abfangstation der dänischen Streitkräfte auf Bornholm. Foto: Dänische Streitkräfte


In seinem Buch „Die Nord-Stream-Sprengung. Die wahre Geschichte der Sabotage, die Europa erschütterte“ beschreibt der Journalist Bojan Pancevski die Geschichte der Sabotage der vergangenen Jahrzehnte und die Ermittlungen der deutschen Polizei.

Manchmal beginnt eine große Geschichte mit einem Zittern. Am 26. September 2022 schlugen in ganz Europa die Seismografen aus. Irgendwo in der Ostsee war es zu einer gewaltigen Detonation gekommen. Schnell wurde klar, dass die Röhren der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 gesprengt worden waren, die Europa mit der russischen Gasindustrie verbanden. Die Röhren waren voller Gas, obwohl sie keines mehr

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Eine Frage der politischen Deutungsangeboten im öffentlichen Raum

Alena Jabarine am 25. Mai 2024, bei den 55. Römerberggesprächen Foto: Dontworry Lizenz: CC BY-SA 4.0

Am 23. April soll im Gebäude des Clara-Schumann-Gymnasiums in Bonn eine Lesung mit Alena Jabarine stattfinden. Veranstaltet wird der Abend vom Partnerschaftsverein Bonn–Ramallah e.V., die Räume stellt, formal neutral, die Stadt zur Verfügung. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Hier geht es nicht um eine harmlose Lesung, sondern um die Frage, welche politischen Narrative im öffentlichen Raum unwidersprochen verbreitet werden. Von unserem Gastautor Thomas Müller.

Der veranstaltende Verein inszeniert sich als Brückenbauer für Verständigung und Menschenrechte. Ein Blick auf seine öffentliche Kommunikation legt jedoch nahe, dass diese Brücke vor allem in eine Richtung führt. Das Leid der palästinensischen Bevölkerung wird ausführlich thematisiert, politische Forderungen werden formuliert, doch

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