Wenn das Einhorn juckt: Bei den Grünen in NRW wächst der Unmut über den Parteivorstand

 

Schulministerin Sylvia Löhrmann Foto: © MSW NRW/Christof Wolff

Sven Lehmann ist ein Mann der klaren Worte – wenn es ihm nutzt. Nach der krachende Wahlniederlage für die NRW-Grünen fand er schnell die Schuldigen: „Eindeutig hat uns die Schulpolitik geschadet“, zitiert der Kölner Stadtanzeiger den Parteichef der Grünen in NRW. Und Lehmann meint damit die bisherige Schulministerin Löhrmann. Auch der scheidende Umweltminister kriegt sein Fett weg. Und natürlich der Wähler. In einer Pressemitteilung der Grünen vom 15. Mai heißt es: „Wir haben es nicht geschafft, (die Wähler) für diese notwendigen Veränderungsprozesse zu gewinnen“. Der Wähler, das bockige Wesen?! Das Wesen, das sich in der Bildungspolitik nicht auf einen Veränderungsprozess einstellen wollte, sondern sich lieber über den massiven Unterrichtsausfall aufregte, über eine völlig misslungene Inklusion, über ein Chaos in der Bildungspolitik, das vielleicht nur noch mit Berlin vergleichbar ist – und deshalb die Grünen abwatschte?

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SPD wieder zurück in der Dauerkrise

Martin Schulz Foto: http://www.martin-schulz.eu/


Der Schulz-Hype hat sich als Luftnummer erwiesen. Die fundamentale Sinnkrise der Sozialdemokraten besteht fort. Von unserem Gastautor Johannes Richardt.

Wunden lecken ist angesagt für die Sozialdemokraten. In ihrer „Herzkammer“ Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus bemüht sich die SPD-Führung, das schlechteste Wahlergebnis der Landesgeschichte seit 1947 an wahlkampftaktischen Fehlern und schlechten Personalentscheidungen fest zu machen. Der entzauberte Kanzlerkandidat Martin Schulz soll aus der Schusslinie. Solche personellen Verkürzungen greifen aber viel zu kurz. Die SPD steckt nicht erst seit gestern in einer Krise, die vor allem eine ideelle ist: Der Partei ist ihre Mission abhandengekommen.

Vor einem Jahr stand die SPD in bundesweiten Meinungsumfragen noch bei unter 20 Prozent. Viele Kommentatoren deuteten dies zu Recht nicht als Momentaufnahme, sondern als vorläufigen Tiefpunkt eines lang anhaltenden Niedergangs – letztlich nicht nur der SPD, sondern der gesamten europäischen Sozialdemokratie, die in vielen Ländern mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat.

Dann kam der mediale und demoskopische Schulz-Hype im März dieses Jahres. Manche in der SPD-Führung meinten wohl, der bloße Glaube an die eigene PR-Inszenierung werde sie von

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Der Ruhrpilot

Armin Laschet Foto_ CDU Fraktion NRW


NRW: 
Armin Laschet muss auf Schwarz-Gelb setzen…KStA
NRW:
SPD wird keine große Koalition mit CDU eingehen…RP Online
NRW: Schwarz-Gelb derzeit die einzige realistische Option…Welt
NRW: Die Zeichen stehen auf Schwarz-Gelb…Süddeutsche
NRW: Partei ohne Kraft…Tagesspiegel
NRW: Lindner zum FDP-Fraktionschef im Landtag wiedergewählt…Merkur
Debatte: In der Mitte Merkel…FAZ
Debatte: Zurück in der Dauerkrise…Novo Argumente
Debatte: Warum Leitkultur eigentlich vollkommen absurd ist…Welt
Ruhrgebiet: Warum die AfD Spitzenergebnisse erzielt hat…WAZ
Ruhrgebiet: Wahl paradox – Die Ruhr-CDU verliert an Einfluss…WR
Bochum: Stadt zieht Vorlage zur U 35 zurück…WAZ
Duisburg: Nach SPD und CDU kommt hier die AfD…RP Online
Duisburg: Letzte Groß-Disco Deutschlands ist ein Lost Place…WAZ
Essen: Ortsbesuch am Tag nach der Wahl in der AfD-Hochburg Karnap…WAZ

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NRW-Wahl: Der Tag danach

Gebäude des NRW-Landtags in Düsseldorf
Bild: Sebastian Weiermann

Was für ein Wahlabend. Rot-Grün in NRW ist Geschichte, Armin Laschet wird Ministerpräsident, Triumph für die FDP,  Kraft und Löhrmann  sind seit gestern bedeutungslos, die Linke hat es nicht in Landtags geschafft und die AfD wird sich nun fünf Jahre zerlegen und blamieren können. Deren Ergebnis war der einzige Wermutstropfen an einem Abend, der mir, das wird kaum jemanden überraschen, ansonsten gefallen hat.

Ein paar Gedanken:

Ich glaube, Laschet wird einen guten Job machen, er passt zu NRW. NRW wird sich modernisieren, die alten Sozi-Mythen, die Legende vom ewigen Opfer des Strukturwandels,

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Der Ruhrpilot

Hannelore Kraft beim SPD-Landesparteitag im Februar 2010
Hannelore Kraft – schlechte Umfragen, gute Laune


NRW:
Krafts Absturz…Spiegel
NRW: „Es ist falsch, dass die Hannelore geht”…FAZ
NRW: Das Ende der Ära Kraft…RP Online
NRW: „Die SPD hat sich NRW immer nur schön geredet“…Tagesspiegel
NRW: Die CDU feiert Laschet wie einen Popstar…RP Online
NRW: CDU triumphiert in Düsseldorf…NZZ
NRW: Was sich in Nordrhein-Westfalen jetzt ändern wird…RP Online
NRW: Armin Laschet galt lange als zu weich…Tagesspiegel
NRW: Das Vertrauen der Bürger verloren…Express
NRW: CDU mobilisiert, SPD sackt bei älteren Wählern ab…Spiegel
NRW: Linke ist knapp an Fünf-Prozent-Hürde gescheitert…Welt
Debatte: Die Grünen setzen auf Links und verlieren (fast) alles…Welt
Debatte: Warum die Schulz-SPD ein Opfer ihrer eigenen Blindheit ist…Cicero
Debatte: Was von den Piraten übrig bleibt…RP Online
Debatte: Auch im Heimspiel eine Klatsche…Cicero
Debatte: Kanzlerin Merkels stiller Triumph…NZZ
Debatte: Die Ökopartei ist angezählt…Stuttgarter Zeitung
Debatte: Martin Schulz redet, als sei er König oder Kanzler…Welt
Debatte: Die Trümmer der SPD…FAZ
Debatte: Die FDP feiert ihre Wiedergeburt…Süddeutsche
Debatte: Was nun, Genossen?…Zeit
Ruhrgebiet: „Der Ruhrpott-Proll wird nie aussterben”…Bild
Ruhrgebiet: AfD räumt im Essener und Duisburger Norden ab…WAZ
Bochum: Großer Jubel bei der CDU im Rathaus über Landesergebnis…WAZ
Dortmund: Rechtdezerntin hat klare Meinung zum City-Alkoholverbot…WAZ
Duisburg: Bittere Niederlage für die SPD…WAZ
Essen: Wahlergebnis wirkt wie ein Hilferuf aus dem Norden…WAZ

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Wahlparty in Dortmund: Elend mit Ansage

Bei der Wahlparty im Dortmunder Rathaus konnten vor allem die Dortmunder Neonazis feiern. Und zwar, weil  die beiden größten Ratsfraktionen es so wollten. Mit unter den Feiernden: ein Typ im “HKN KRZ”-Shirt und der Gründer einer rechtsextremen Terrorzelle.

Es gibt kluge Städte und es gibt dumme. Dortmund ist anscheinend eine sehr dumme. 2014 sind Dortmunds Neonazis der Partei “Die Rechte” zum ersten Mal zu einer Wahl angetreten. Bei der Kommunalwahl konnten sie damals einen Sitz im Dortmunder Stadtrat gewinnen. Am Wahlabend wollten sie das dann auch bei der städtischen Wahlparty “feiern” – als besoffener Mob, der “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus” brüllend vor dem Rathaus auflief. Die Demokraten, die sich ihnen vor der Eingangstür in den Weg stellten, wurden von den Neonazis brutal angegriffen. Die Polizei waren nicht vor Ort, um die Wahlparty zu schützen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass die Nazis tatsächlich auftauchen. Erst nachdem die ersten Notrufe eingingen, trafen Polizisten am Rathaus ein, um die Nazis zurück zu drängen.

Bei der Landtagswahl sollte jetzt alles anders werden. Die Polizei sollte mit einem großen Aufgebot präsent sein, die Stadt hatte einen Sicherheitsdienst engagiert, der Taschen kontrollierte. Das Problem: Die Neonazis wurden fast förmlich eingeladen, an der Wahlparty teilzunehmen. Und diese Einladung haben sie dankend angenommen.

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Glückwunsch, Armin Laschet – Kraft und Rot-Grün sind Geschichte

Wahlsieger Armin Laschet Foto: CDU Fraktion NRW

Nach sieben Jahren endete heute Abend Rot-Grün in NRW. Mit 34,5 Prozent liegt die Union deutlich vor der SPD; die kommt nur noch auf 30,5 Prozent. Armin Laschet wird NRW künftig als Ministerpräsident regieren. Die FDP erzielte mit 12 Prozent ein hervorragendes Ergebnis. Die Grünen konnten sich mit 6 Prozent in den Landtag retten, der Einzug der AfD konnte leider nicht verhindert werden: 7,5 Prozent. Die Linke steht mit 5 Prozent auf der Kippe.  Hannelore Kraft ist mit ihrem Konzept, sich unter Aufgabe nahezu aller sozialdemokratischen Inhalte als Landesmutter zu präsentieren, gescheitert. Keine greifbare Wirtschaftspolitik, ein Desaster im Bereich der Sicherheit – das konnte nicht gut gehen. Die Grünen wurden vor allem für ihre Bildungspolitik und ihren Paternalismus abgestraft. Am Ende mochten nicht einmal mehr die Lehrer die grünen Oberlehrer. Der neue Ministerpräsident heißt Armin Laschet. Mit wem er regieren wird, wird sich noch zeigen.

 

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NRW-Wahl: Rot-Grün hat seine Chance nicht genutzt

Sylvia Löhrmann und Hannelore Kraft Foto/Lizenz: Bild
Copyright: Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

2005 war die SPD nach 39 und die Grünen nach zehn Jahren an der Regierung abgewählt worden. Vor sieben Jahren erhielten beide eine zweite Chance.  Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) nutzte sie, um seine Agenda auf Kosten des Standortes NRW umzusetzen, Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) irrlichterte zwischen ökoautoritärem Paternalismus und esoterischem Unfug und Bildungsministerin Sylvia Löhrmann brachte mit einer ideologischen und handwerklich schlechten Schulpolitik die Eltern und Lehrer gegen sich auf. Aber immerhin: Alle drei Grünen hatte Gestaltungswillen. Dass sie ihn ausleben konnten, hatten sie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu verdanken, die ihnen um des lieben

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Das große Ruhrbarone Wahlorakel

Die Delphische Sibylle in der Sixtinischen Kapelle Bild:Michelangelo Foto: The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei Lizenz: Gemeinfrei

Wir sind nach Delphi geflogen, haben ein Vermögen für Glückskekse ausgegeben und wühlten in Schafseingeweiden. Das Ergebnis könnt ihr hier lesen.

Simon Ilger: Nordrhein-Westfalen wählt und wenn ein Nordrhein-Westfale wählt, wählt er die SPD. Das ist Gesetz, machte man zumindest bis dato glauben. Eine leicht masochistische Einstellung zu seinem Bundesland vorausgesetzt lässt den gemeinen Nordrhein-Westfalen auch morgen wieder die SPD wählen. Das heißt aber nicht zwingend, dass Frau Kraft Ministerpräsidentin bleibt. Aber da ein Nordrhein-Westfale ohnehin die Regierung bekommt, die er verdient, bleiben zwei Möglichkeiten: Beide großen Parteien bekommen etwas über 30%, die SPD behält aber einen marginalen Vorsprung, also: große Koalition mit Kraft oder – und dann hängt es maßgeblich vom Wiederauferstehen der FDP (>12%) ab – schwarz-gelb. Dass die SPD als stärkste Partei die Regierungsverantwortung verliert, hätte einen gewissen Charme.
Die Grünen und die Linke werden sich irgendwo knapp oberhalb der 5%-Hürde treffen und könnten – selbst wenn Frau Kraft es nicht ausgeschlossen hätte – die Dame nicht zu

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