Wirtschaft im Koma und die Infrastruktur verrottet – Grüße aus dem Kreis Recklinghausen!

Für viele im Kreis Recklinghausen sind kaputte Straßen längst trauriger Alltag. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Der Kreis Recklinghausen war mal das Rückgrat des Ruhrgebiets. Kohle, Stahl, Malocher-Mentalität – hier wurde richtig geschuftet. Doch seit die letzte Zeche dichtgemacht hat, ist vom einstigen Industrieglanz wenig übrig.

Und was ist an seine Stelle getreten? Ernüchterung. Seit Jahren dümpelt die Region wirtschaftlich ganz tief im Tabellenkeller herum. Der Niedergang ist inzwischen nicht mehr zu übersehen. Während anderswo Zukunft gestaltet wird, verwaltet man im Kreis Recklinghausen vor allem den eigenen Abstieg. Der Strukturwandel? Kam viel zu spät – und war eher kosmetischer Natur.

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Freiheit, Bomber, Gedichte: „Liberté, j’écris ton nom“

Vickers Wellington RAF Bomber Command April 1940 by Imperial War Museum, Non Commercial Licence

Ein Gedicht, das vom Himmel fällt. Abgeworfen von britischen Bombern, aufgelesen in einem Land, in dem Nazi-Terror wütet. Geflüstert wie eine stille Post, gebetet wie eine Litanei, zum Hymnus vertont. Ihn heute zu singen  –  Chorwerk Ruhr am 22. Juni in der Christuskirche Bochum  –  ist große Kunst. Und ist ein politisches Kassiber, weil diese Kunst bei sich selber bleibt.

Paris, Sommer 1941, Paul Éluard schreibt Une seule pensée, Ein einziger Gedanke, der liest sich wie ein Liebesgedicht: Ich schreibt deinen Namen auf alles, was ist in dieser Welt, schreibt ihn in die Bäume, den Schnee, die Straßen. Auf das Weißbrot der Tage und die Wunder der Nächte, den dichten faden Regen und meine Fetzen Himmelblau, sur tous mes chiffons d’azur. Schreibt ihn auf das, was fern ist wie meine Schulhefte und nah wie erwartende Lippen. Dann der Name, ich bin geboren, dich zu nennen, dich, Liberté.

Die Freiheit. 21 Vierzeiler, unschuldig wie Kinderreime, vom Leben gemalt wie meine zerfallenden Leuchttürme. Éluard war Surrealist, kein frommer Träumer, war phasenweise Kommunist, also schon doch ein frommer Träumer, nur gab es Sommer ´41 nichts mehr zu träumen. Nazi-Deutschland hatte

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Staatlich geförderte NGOs als Lobbyisten der Regierungen?

Gert Wöllman Foto: Lichtliebe Volksdorf Lizenz: Copyright


Gemeinnützige Vereine sind in Deutschland wesentlicher Bestandteil des ehrenamtlichen Engagements der Bürgerinnen und Bürger. Sie übernehmen wertvolle Aufgaben für die Gesellschaft in unzähligen Bereichen. Die steuerlich begünstigte Gemeinnützigkeit setzt die Verfolgung gemeinnütziger Zwecke im Sinne des Gemeinwohls, wie zum Beispiel Bildung, Sport, Kultur oder Umwelt voraus. Bei Anerkennung der Gemeinnützigkeit (keine Gewinnerzielungsabsicht) durch das örtlich zuständige Finanzamt genießen sie steuerliche Vorteile (Befreiung von der Körperschaft- und Gewerbesteuer) und dürfen Spendenbescheinigungen für die steuerliche Absetzbarkeit der Zuwendungen ausstellen. Von unserem Gastautor Gert Wöllmann.

Neben den als gemeinnützig anerkannten Nichtregierungsorganisationen („Non-Governmental Organizations”; „NGOs“) gibt es auch noch solche, die nicht als gemeinnützig im Sinne des Steuerrechts anerkannt sind, sich aber nach ihrem Selbstverständnis öffentlich als gemeinnützig sehen und geben.

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Die Städte des Ruhrgebiets setzen auf Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz begeistert auch die Städte im Ruhrgebiet. Bild: OpenAI / DALL·E


Der KI-Boom hat auch die Städte des Ruhrgebiets erfasst. Mit zahlreichen Projekten wollen sie die Chancen nutzen, die ihnen diese Technologie bietet. 

Normalerweise läuft es in Deutschland so ab: Wenn eine neue Technologie auch nur am Horizont zu erahnen ist, melden sich die Bedenkenträger, mit Steuergeldern gepäppelte NGOs verbreiten Horrorszenarien und fahren routiniert ihre Proteste hoch. Die Folge: Die Menschen sind verunsichert und Politik und Verwaltungen verfallen in Schockstarre. Bei der Künstlichen Intelligenz ist es anders. Die Menschen nehmen die neue Technologie begeistert an, erschließen ihre Möglichkeiten spielerisch, probieren sie aus, setzen sie zunehmend in ihrem Alltag ein und bauen eine Beziehung zu den großen Sprachmodellen auf, die mehr digitale Gesprächspartner als schlichtes Softwaretool sind.

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