Die Ruhrgebietsstädte im Kultur-Ranking

Landschaftspark Duisburg-Nord (6820111674) – CC BY 2.0 – Archangel12 – Landschaftspark Duisburg-Nord

Es muss nicht verwundern, dass die Großstädte des Ruhrgebiets im Kultur-Ranking weit abgeschlagen sind. Das “Hamburger Weltwirtschaftsinstitut” hat ein solches Ranking erstellt und betont, dass die Kultur der Städte auch wirtschaftliche Entscheidungen beeiflussen kann. Das erstellte Paper (PDF) dient also letztlich als mögliches Marketinginstrument, doch kaum für das Ruhrgebiet. Im Gegenteil! Der Rat an die Wirtschaft könnte lauten: Meiden Sie das Ruhrgebiet!

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[Bochum Total – Susanne Blech]

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Bochum Total – die 3.!

Die ersten zwei Tage haben wir bereits erfolgreich gemeistert und das bei bestem Wetter.

Gestern war es zwar zwischenzeitlich gespenstisch ruhig in der Innenstadt  und die Bands, die zwischen 18 und 20 Uhr ihren Auftritt hatten, taten mir schon ein wenig leid…aber was erträgt man nicht alles für einen Fussballsieg! 😉

Ich werde euch in den nächsten Tagen immer mal wieder ein paar Musiker und Bands bildlich vorstellen, die dabei gewesen sind.

Heute Susanne Blech, die ihren Auftritt bereits am Donnerstag auf der großen 1 Live Bühne hatten.

Eine sechsköpfige Elektropop-Band aus dem Ruhrgebiet, bestehend aus dem Herner Produzenten Sebastian Johannes Maier, der auch musikalischer Leiter der Street-Art-Show Urbanatix ist und dem Texter und Sänger Timon Karl Kaleyta, der das musikalische Projekt 2004 mit Hilfe ihres einstigen Entdeckers Matthias Arfmann (Hamburg, Beginner) gründete. Weiterhin mit dabei: die Zwillingsbrüder Jens und Kay Schilling, sowie das MC- und Produzenten-Duo Sola Plexus, sprich Jerome und Jobin Vazhayil.

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[Bilderrätsel – Revival Nummer 9]

Ein „Samstagmorgen-Hallo“ aus der Bochumer Innenstadt 🙂

Auch wenn ihr sicherlich alle im Bochum Total – Fieber seid…oder vielleicht wird es heute auch mal die Ruhr in Love in Oberhausen sein…..dürfen wir natürlich unsere Rätselecke nicht vernachlässigen !

Das letzte schien etwas schwieriger gewesen zu sein, aber wie ich eben gesehen habe, war die richtige Auflösung doch dabei :

#9 | 68er sagt am 29. Juni 2014 um 07:31

Ich tippe auf schwarzer Stecker in Steckdose.

Damit auf ein Neues!

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Der Ruhrpilot

Ramin Laschet. Foto CDU NRW
Ramin Laschet. Foto CDU NRW

NRW: Im Westen startet die „Mission Migrant“ der CDU…Welt

NRW: Rot-Grün verteidigt das neue Energiegesetz…RP Online

Ruhrgebiet: Das Kulturranking spiegelt die Finanzlage wider…Der Westen

Bochum: Gegenseitige Vorwürfe…Der Westen

Bochum: Bochum: Was geschah gestern im Rat?…Pottblog

Dortmund: War SS-Siggis Abgang aus dem Dortmunder Rat ein abgekartetes Spiel?…Der Westen

Duisburg: Sparkassen-Aufsichtsrat fordert Verzicht auf Luxus-Rente…Der Westen

Duisburg: Sparkasse – Tomalak soll verzichten…RP Online

Duisburg: Sitze für Rechte in vielen Gremien…RP Online

Duisburg: Problemhaus-Anwohner verlassen Runden Tisch nach Eklat…Der Westen

Essen: „Bier und Besen“-Projekt startet im Oktober…Der Westen

Essen: Der Boss stürmt zurück auf den „Helmut-Rahn-Platz“…Der Westen

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Die europäische Dimension des Mindestlohns

EU-Kommissar Lazlo Andor, zuständig für Soziales und Beschäftigung | Foto: EU Kommission
EU-Kommissar Lazlo Andor, zuständig für Soziales und Beschäftigung | Foto: EU Kommission

Seit fast zehn Jahren wird in Deutschland leidenschaftlich um den Mindestlohn gestritten. Gestern nun hat der Bundestag mit großer Mehrheit (535 Ja-Stimmen, 5 Nein-Stimmen, 61 Enthaltungen) beschlossen, dass es ab dem 1. Januar 2015 auch in Deutschland einen Mindestlohn gibt. Damit haben dann 22 der 28 EU-Mitgliedsländer einen gesetzlichen Mindestlohn, der eine Bandbreite von 0,95 Euro (Bulgarien) bis 11,10 Euro pro Stunde (Luxemburg) umfasst (Stand: Oktober 2013).

DGB, Die Linke und auch der für Soziales und Beschäftigung zuständige EU-Kommissar Lazlo Andor kritisieren zwar die im Mindestlohn vorgesehenen Ausnahmen und teils auch die Komposition der Mindestlohnkommission.

Doch trotz dieser durchaus begründeten Kritik ist die Einführung des Mindestlohnes ein Meilenstein. Allerdings keineswegs nur aus sozial- und tarifpolitischer Sicht. Die EU-Kommission 

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Rot-Grüner Stärkungspakt sorgt aktuell für Sorgen im Kreis Recklinghausen

Lars Holtkamp, Kritiker des Stärkungspaktes von Rot-Grün. Foto: Robin Patzwaldt
Lars Holtkamp, Kritiker des Stärkungspaktes von Rot-Grün. Foto: Robin Patzwaldt

Ende 2012 führte ich für die Ruhrbarone ein kurzes Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dr. Lars Holtkamp (siehe Link unten) von der FernUni in Hagen.

Dieser prognostizierte in seinen damaligen Ausführungen das rasche Scheitern des damals frisch gestarteten Stärkungspaktes der Rot-Grünen-Landesregierung innerhalb von zwei Jahren. Holtkamp sprach im Dezember 2012 sogar vom drohenden ‚Hochgehen einer Bombe‘.

Nun wird an einigen Stellen im Lande bereits deutlich, die skeptische Einschätzung des Haushaltsexperten scheint tatsächlich nicht so aus der Luft gegriffen gewesen zu sein, wie es sich manche vielleicht gewünscht hätten. Wir haben inzwischen bekanntlich Sommer 2014, also gut 18 Monate später, und bereits einige Städte im Lande kämpfen mit der Umsetzung der strengen Sparvorgaben.

In Datteln, im Kreis Recklinghausen, beispielsweise, kämpfen die Lokalpolitiker aktuell mit den Spar-Auflagen um die vom Lande in Aussicht gestellte finanzielle Hilfe überhaupt bekommen zu können. Und gespart wird dort, wie auch in anderen Städten der Region aktuell gerne gemacht, in erster Linie durch Abgaben- und Gebührenerhöhungen für die Bürger, was zu entsprechenden Unmut bei den Betroffenen führt.

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[The Smigx im Mandragora – gestern bei Bochum Total!]

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Den ersten Tag hätten wir geschafft, bei bestem Wetter und gut besucht.

Da gleich schon Tag 2 beginnt, hier noch schnell meine Tipps für heute!

Vorab : Mateo hat sein Konzert abgesagt, das um 18:15 Uhr auf der Sparkassen-Bühne stattfinden sollte! Stattdessen … ich zitiere „wir haben eine tolle Vertretung gefunden! Julis Kühn von Red Moving Tree wird heute um 18:15 auf der Sparkassen-Bühne auftreten!“

Weiterhin ans Herz legen möchte ich euch:

– um 18:15 Uhr auf der Ringbühne …Marathonmann aus München

– um 19:30 Uhr Rockstah auf der 1 Live Bühne und im Anschluss direkt Mc Fitti ( wir kennen ihn ja noch vom letzten Jahr :O)

– um 20:45 Uhr noch mal auf der Ringbühne Eskimo Callboy aus Castrop-Rauxel

und zum Schluss Mambo Kurt, ab 22:15 Uhr auf der Sparkassen-Bühne.

Und hier die Fotos von der fünf Mann Kombo aus dem Ruhrgebiet, die gestern Offstage auftraten : The Smigx

 

 

Und wer noch Lust hat auf ein paar „Street Views“ von gestern, der ist hier genau richtig! 🙂

Habt Spaß!

 

Grüne Zweifel, Runde Tische und gescheiterte Bildungsexperimente

P1010423Die Sommerferien in NRW haben begonnen und vor allem die Schüler und Lehrer an den Gymnasien sind besonders reif für die Erholung. Das verkürzte Abitur mit acht Jahren sorgt immer noch für hohe Belastungen bis in die Familien hinein. Seit der Einführung von G8 vor neun Jahren ist die Kritik nicht verstummt. Viele Eltern und Schüler waren von Anfang an gegen diese Reform des Abiturs und der Unmut im Lande hat inzwischen auch die rot-grüne Landesregierung inklusive Bildungsministerin Sylvia Löhrmann erreicht. Selbst bei der grünen Basis ist das angekommen und auf dem letzten Landesparteitag in Siegburg gab es viele kritische Stimmen.

In anderen Bundesländern ist die Rücknahme von G8 bereits beschlossene Sache. In Niedersachsen wird es im nächsten Schuljahr eine Rückkehr geben, in Hessen und Baden-Württemberg haben die Schüler die Wahl zwischen beiden Varianten. In Bayern ist ein Volksbegehren geplant und Rheinland Pfalz hat bei dem Experiment gar nicht erst mitgemacht. In NRW findet derzeit eine Abstimmung mit den Füßen statt. Die verbliebenen 13 Gymnasien im Lande mit neun Jahren Schulzeit haben steigenden Zulauf und können die Schülerzahlen kaum bewältigen.

In Deutschland wird viel über die Verbesserung der Schulbildung diskutiert, aber meist steht dann die Zurichtung der Schüler für Wirtschaft und Arbeitsmarkt ganz oben auf der Tagesordnung. Das jüngste Beispiel für ein Bildungsexperiment im Interesse der Gewinnmaximierung ist das verkürzte Abitur mit acht Jahren. Die Unternehmen wollten früher und schneller an die benötigten Fachkräfte kommen. Umgesetzt wurde die Verkürzung durch die politisch Verantwortlichen ohne entsprechende Vorbereitung.
In Nordrhein Westfalen wollten Anfang 2000 alle Fraktionen im Landtag die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit. Doch die Curricula wurden nicht verändert und auch die Inhalte wurden nicht angepasst. „Es gab zu dem Zeitpunkt auch keine Schulbücher auf dem Markt und auch die Lehrer waren nicht auf die Verkürzung vorbereitet. Eine solche radikale Maßnahme hätte vorbereitet werden müssen“, sagt Peter Müller, Lehrer an einem Gymnasium in Gelsenkirchen. „Erst wenn die Lehr- und Stundenpläne angepasst sind, das Unterrichtsmaterial vorliegt und die Lehrer vorbereitet sind, kann eine Verkürzung durchgeführt werden. So war es nur ein schlecht vorbereitetes Projekt“.

Wenn die politische Führung nicht mehr weiter weiß, wird das Problem gerne in Arbeitsgruppen verschoben und Diskussionsrunden ins Leben gerufen. So entzieht sich das Thema der öffentlichen Aufmerksamkeit und es entsteht der Anschein von Dynamik – es tut sich also etwas. Beliebter als die Arbeitsgruppe ist inzwischen der „Runde Tisch“, der ja schon per Definition Schranken abbaut und die gleichberechtigte Beteiligung der Bürger verspricht. Noch weitreichender ist die Kombination von „Rundem Tisch“ und Arbeitsgruppe – mehr an politischer Beteiligung geht nicht. Dabei wird gerne vergessen, dass entscheidend ist, wer an diesem Möbel platznimmt und wer die Stühle verteilt. Das kann man gut sehen am „Runden Tisch Schulzeitverkürzung“, der Anfang Mai auf Einladung der grünen Bildungsministerin Sylvia Löhrmann in der Staatskanzlei NRW stattfand. Das Ergebnis des Runden Tisches war vorher klar, denn von den 23 eingeladenen Parteien, Organisationen, Verbänden und Wissenschaftlern waren nur drei mit einer eindeutig ablehnenden Haltung geladen – die beiden Elterninitiativen gegen das verkürzte Abitur und die Landesschülervertretung. So konnte die WAZ einen Tag später verkünden: „Eltern kommen mit ihrer Forderung nicht durch“.

Die Schüler waren zum ersten Mal dabei und stuften die Veranstaltung als Imagekampagne der Landesregierung ein. „Uns freut, dass die Meinung von Schülern endlich gehört wird, da die LandesschülerInnenvertretung NRW zu den vergangenen zwei Sitzungen des Runden Tisches nicht eingeladen wurde.“, sagte Vorstandsmitglied Johannes Trulsen. Es erstaunt, dass die Betroffenen dieser Reform bisher kaum zu Wort gekommen sind. Immer gehört wurden dagegen die beiden christlichen Kirchen im Lande, obwohl sie es zusammen auf gerade mal 31 Gymnasien in eigener Trägerschaft bringen und das ist bei 513 Gymnasien in NRW nicht viel. Beide lehnen eine Rückkehr ab, aber auch sie glauben nicht an eine erfolgreiche Reform: „So wenig überzeugend 2003 der abrupte Sinneswandel der verantwortlichen Politiker von der Ablehnung des achtjährigen Abiturs zu dessen zügiger Umsetzung war, so wenig überzeugend wäre jetzt eine überstürzte Umkehr“, heißt es in einer Erklärung des evangelischen Büros in Düsseldorf. Bei den Bewahrern der aktuellen Situation hat man nicht die besseren Argumente. Es dominieren der Sachzwang und die Angst vor dem Eingestehen gemachter Fehler. In der aktuellen Diskussion stehen weniger die Wünsche der Schüler im Vordergrund, sondern es geht um die Durchsetzung bildungspolitischer Vorstellungen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat 47 000 Mitglieder in NRW und davon unterrichten 7000 an einem Gymnasium. Die Führung der Organisation ist gegen eine Rückkehr zum alten Abitur und man favorisiert die Gesamtschule. Bei der Durchsetzung stört ein für Eltern und Schüler attraktives Gymnasium. Hier sind sich die Vertreter eines kleinen Teils der Lehrerschaft mit der Landesregierung einig. Dabei sind die rot-grünen Landespolitiker gar nicht grundsätzlich gegen das Abitur mit neun Schuljahren, denn das wird es auch in Zukunft geben und zwar an den Gesamtschulen. Diese Schulform ist erwünscht und wird weiter ausgebaut – trotz sinkender Schülerzahlen wird es im nächsten Schuljahr 23 neue Gesamtschulen in NRW geben.

Die Landeselternschaft der Gymnasien ist ebenfalls gegen eine Rückkehr zu G9 und das verwundert auf den ersten Blick, denn hier spricht der organisierte Wille der gymnasialen Eltern. Der Interessenverband setzt aber weiter auf das differenzierte Schulwesen und will das Gymnasium als elitäre Bildungsanstalt erhalten. Dazu muss der besondere Stellenwert betont werden und sei es auch für den Preis enormer Belastungen bei den Schülern. Die Eltern sehen ihr Gymnasium durch sinkende Schülerzahlen und den politischen Willen der Landesregierung zur Gesamtschule bedroht.
Das Schalker Gymnasium in Gelsenkirchen gehört zu den 13 Schulen in NRW, die nach einem kurzen Zwischenspiel mit verkürzter Schulzeit wieder zu G9 zurückgekehrt sind. Die Erfahrungen mit G8 waren eindeutig. „Die Schüler hetzen durch den Stoff und kommen nicht zum eigenständigen Arbeiten“, sagt Schulleiterin Angelika Philipp. „Es ist nicht möglich, die Aufgaben differenziert auf den jeweiligen Schüler zuzuschneiden. Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bleibt auf der Strecke. Der Stoff wird nicht reflektiert, sondern einfach abgearbeitet“. Das Petrinum-Gymnasium in Dorsten hat die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 angeboten. Wegen mangelnder Nachfrage wird aber inzwischen nur der längere Weg zum Abitur angeboten. „Das G8 fördert die Nachhilfeindustrie und bei einigen Klassen des sechsten Jahrgangs bekommt mehr als die Hälfte der Schüler bereits professionelle Unterstützung“, kritisiert der Gymnasiallehrer Alfons Schindler. „Das ist zum Beispiel in Mathematik und in Latein der Fall“.

Der „Runde Tisch Schulzeitverkürzung“ hat neben der mehrheitlichen Ablehnung des Abiturs mit neun Jahren drei Arbeitsgruppen hervorgebracht. Die Entscheidung ist also vertagt und im Herbst wird es weitergehen. Die Bildungspolitik ist schon lange zum Spielball verschiedener Interessen und politischer Wechselspiele geworden. Es wird gerne vergessen, dass es um eine bessere Ausbildung der Schüler geht und nicht um schnelle Abschlüsse im Sinne der Wirtschaft. Dabei haben wohl nur sehr wenige Schüler etwas gegen weniger Schule. Wie man dazu kommt, wissen die Experten sehr genau und das sind Eltern, Lehrer und Schüler. Die können viel zu einer modernen Schule beitragen und das kann auch an einem „Runden Tisch“ der Landesregierung in Düsseldorf geschehen. Selbst Schule kann in einem reichen Land wie Deutschland schön sein – aber dazu läuft derzeit viel zu viel falsch.

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Dortmund: SS-Siggi legt Ratsmandat nieder

Siegfried "SS-Siggi" vor dem  Dortmunder Rathaus Foto: Jürgen Steinfelder
Siegfried „SS-Siggi“ vor dem Dortmunder Rathaus Foto: Jürgen Steinfelder

Die ganze große Überraschung ist es nicht, aber viele hätten damit eher nach den Sommerferien gerechnet. Dass Siegfried Borchardt von Dennis Giemsch, der neben Christian Worch im Bundesvorstand von „Die Rechte“ sitzt und NRW-Vorsitzender der Partei ist, abgelöst wird, wundert tatsächlich nicht. Da SS-Siggi in der Vergangenheit eher durch Gewaltätigkeiten, denn durch intelligente Wortbeiträge aufgefallen ist, war es von ihm konsequent, dem eigentlichen Chef der Rechten den Vortritt im Rat zu lassen.

Dazu kommt: Die umfangreichen Unterlagen und komplexen Sachverhalte, mit denen sich Ratsmitglieder befassen müssen, hätten den ehemaligen Borussen-Hooligan vermutlich überfordert. Giemsch hingegen würde man zutrauen den Zugang – auch zu den nichtöffentlichen Unterlagen – für die Rechtsextremisten geschickt zu nutzen. Da die Partei „Die Rechte“ eine mit der NPD eine Gruppe gebildet hat, ist der Einfluss in den demokratischen Gremium zudem deutlich größer geworden.

Die Stadt Dortmund meldete heute: „Ratsmitglied Siegfried Borchardt („Die Rechte“) hat nach der gestrigen Ratssitzung schriftlich mitgeteilt, dass er sein Ratsmandat zum 31. Juli 2014 niederlegt. Zur Begründung führt er die zeitliche und gesundheitliche Belastung, die sich durch seine Doppeltätigkeit in Rat und Bezirksvertretung ergeben habe, an. Borchardt erklärte weiter, dass ab dem 1. August 2014 der Listenzweite der Partei „Die Rechte“, Dennis Giemsch, nachrücken werde. Sein Mandat in der BV Innenstadt-Nord werde er behalten.“

Dennis Giemsch ist NRW-Vorsitzender der Nazi-Partei Die Rechte und war einer der Anführer der 2012 verbotenen Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund.

Nazi-Angriff: Anzeige gegen Ruhrbarone-Journalist, weil der bei den Dortmunder Rathausverteidigern stand

Nazis vor dem Dortmunder Rathaus Foto: Jürgen Steinfelder
Nazis vor dem Dortmunder Rathaus Foto: Jürgen Steinfelder

Bastian Pütter ist Journalist, leitet die Redaktion des Straßenmagazins bodo und ist Ruhrbarone-Autor. Am 25. Mai besuchte er die Wahlparty im Dortmunder Rathaus, um über die Reaktionen auf den Einzug der rechten Parteien in den Rat zu berichten. Er war während des Angriffs der Nazis der Partei „Die Rechte“ auf Gegendemonstranten vor Ort, führte im Anschluss Interviews mit Augenzeugen und veröffentlichte Texte online und im Print. Nun erhielt er eine Vorladung des Staatsschutzes an seine Redaktionsadresse. Gegen ihn wird wegen Nötigung ermittelt. Nach Aussage des Staatsschutz-Beamten ihm gegenüber aufgrund „eigener Ermittlungsergebnisse“: Er habe sich nach Videoaufnahmen „zeitweise“ auf der Rathaustreppe aufgehalten.

Von Bastian Pütter

Am Wahlabend fuhr ich nach Schließung der Wahllokale ins Dortmunder Rathaus und sprach mit Mitgliedern mehrerer Fraktionen und Gästen der Wahlparty u.a. über die Prognosen zum Einzug von AfD, NPD und auch konkret über ein mögliches Erscheinen der Neonazi-Kader der Partei „Die Rechte“ im Falle eines Einzugs von Siegfried Borchardt in den Rat. Im Rathaus hing eine Fahne der Antifa, eher unüblich für eine Kommunalwahlparty.

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