Kraftwerk „E.On Datteln 4‘: Offener Brief an den Stadtrat der Kanalstadt im Vest

Das Kraftwerk 'Datteln 4'. Foto: Dieter Wirdeier
Das Kraftwerk ‚Datteln 4‘. Foto: Dieter Wirdeier

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichten wir hier bei den Ruhrbaronen einen Brief eines besorgten Dattelner Bürgers an Hannelore Kraft, die Ministerpräsidentin des Landes NRW. Der Verfasser appellierte in seinem Schreiben damals an die Landesregierung dem eingeleiteten Zielabweichungsverfahren für das juristisch gestoppte Projekt nicht zuzustimmen.

Am gestrigen Sonntag erreichte uns nun ein weiteres Schreiben desselben Bürgers, diesmal ganz konkret als ‚Offener Brief‘ an die Mitglieder des Dattelner Stadtrates gerichtet.

Auch in diesem Schreiben fasst der uns namentlich bekannte Autor seine Sorgen in einem kompakten Text zusammen, fordert diesmal den Stadtrat der Kanalstadt direkt und öffentlich auf die Planungen in Sachen Kraftwerk ‚Datteln 4‘ aus unterschiedlichen Gründen umgehend einzustellen.

Aber lesen Sie doch einfach selber

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Sylvia Löhrmann Foto: Privat/PR
Sylvia Löhrmann Foto: Privat/PR

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Gegengewicht zu menschenverachtenden Einflüsterungen

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Das war ein aufregender 9. November 2013 in meinem sonst eher verschlafenen Stadtteil Neumühl. Von unsere Gastautor Helmut Junge.

Gleich vier Demonstrationen waren ursprünglich geplant, wobei die gerade erst gegründete Initiative.  „Neumühler Erklärung“ ihren Plan einen Schweigemarsch anlässlich des Gedenkens der Opfer der Reichspogromnacht zu Gunsten einer Beteiligung einer am gleichen Ort gemeldeten Gedenkveranstaltung der Initiative Bündnis für Toleranz und Zivilcourage, aufgab. Das war auch gut so, denn dadurch kam es zu der vielleicht größten politischen Veranstaltung im Neumühl seit Jahrzehnten. Die Veranstaltung begann am Stolperstein zum Gedenken an den Neumühler Kaufmann Fritz Mühlstein, dessen Kleidergeschäft in der Pogromnacht vor 75Jahren in Brand gesteckt, und den die Nazis 1938 ins KZ Dachau verschleppt, 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1945 in Auschwitz ermordet haben. Von dort aus gingen die Teilnehmer über die Holtenerstraße  zum zweiten Stolperstein auf der Fiskusstraße, wo Albert Cipek, ein Neumühler Bergmann lebte, und den die Nazis wegen seiner Mitgliedschaft bei der KPD auch verschleppt und ermordet haben. Von den 6 Rednern, einschließlich des Versammlungsleiters, möchte ich zwei besonders erwähnen. Das ist einmal Patrick Marx von der jüdischen Gemeinde Duisburgs, der von einer solchen unerwarteten Resonanz seitens der Neumühler Bevölkerung überrascht war,  und Susanne Lohaus von der Initiative „Neumühler Erklärung“, weil die  für den Teil der Neumühler Einwohner spricht, die sich zusammengeschlossen haben, um permanent im Ort ein moralisches Gegengewicht zu rechten, menschenverachtende Einflüsterungen zu bilden. Alle Redner waren darin eins, dass die mit rassistischen Parolen angereicherte  ProNRW- Demo, die nach langem Hin-und Her doch noch vom Verfassungsgericht erlaubt wurde, angesichts des 75-jährigen Gedenktages zur Reichspogromnacht, besonders deutlich zeigt, welchen Grad der Menschenverachtung diese Partei inzwischen erreicht hat.

Über deren Veranstaltung, die räumlich einige Hundert Meter entfernt stattfand, sagte mir ein Polizeieinsatzleiter, dass dort etwa 100 Leute teilnehmen würden. Das wären dann immerhin bereits weniger, als am  für Neumühl traurig-berüchtigtem 5.Oktober. Von der Demo der jungen schwarzgekleideten Leute, die den direkten Kontakt zu ProNRW gesucht hatten, um dort ihren Protest gegen sie zu verkünden, habe ich etwas mehr gesehen, aber die gingen  sehr schnell und die armen, teils auch schon  älteren, Einsatzkräfte mussten schon schnaufen, um da hinterherzukommen. Als ich den erwähnten Einsatzleiter darauf ansprach, dass dieser große Polizeiaufwand wohl kaum sinnvoll war, bejahte dieser das. Es war eben alles friedlich.

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BVB: Was bewirken die Maßnahmen des Clubs bei den Ultras?

BVBAm gestrigen Freitag hat der BVB bekanntgegeben, dass er drei großen Fangruppen (Desperados, The Unity und Jubos) die Auswärtsdauerkarten in nächster Zeit entziehen will. Zudem sind Stadionverbote für bis zu ca. 30 Personen geplant, die nach den Derbykrawallen eindeutig zu identifizieren waren.

Die ersten Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich, gingen von ‚völlig gerechtfertigt‘, über ‚zu undifferenziert‘, von ‚wirkungslos‘ und ‚ungerecht‘ bis hin zu ‚konsequent‘ und ‚hart‘.

Dies war sowohl in der Medienlandschaft als auch bei den Fans so der Fall.

Ich sehe mich anhand der nun ausgesprochenen Strafe in meiner Meinung bestätigt, dass dem Verein im Kampf gegen Fanausschreitungen eigentlich die Hände weitestgehend gebunden sind. Die Strafe wirkt auf den ersten Blick in der Tat hart und konsequent. Wer jedoch gestern Nachmittag durch die diversen Foren geschaut hat, der konnte bereits lesen, wie Fans sich darüber unterhielten, wie die Strafe zu umgehen sei

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‚Football Styler‘ – Fußball ist immer auch eine Frage des Stils

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Im Laufe der letzten Monate haben wir uns hier bei den Ruhrbaronen wiederholt mit den ernsten Seiten des Fußballs beschäftigt. Da freut man sich dann doch immer, wenn man wieder daran erinnert wird, dass Fußball in erster Linie eben Spaß und Unterhaltung sein soll.

Eine schöne Gelegenheit sich das einmal wieder vor Augen zu halten bietet das Buch ‚Football Styler‘ von Herausgeber Thomas Lötz.

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Ruhrgebiet: Its not a Jupp, its a Zonie

Aus der Zwischenablage

„Willst Du das Ruhrgebiet an der Spitze sehen, musst Du die Tabelle drehen“ singen sie in München und wenn es um die Tabelle der Regionen mit den schlechtesten Zukunftsaussichten geht, spielt der größte Teil des Ruhrgebiets ganz hinten mit: Dortmund, Herne, Gelsenkirchen, Duisburg, Oberhausen und die Kreise Unna und Recklinghausen  haben Ossiland-Niveau erreicht. Ob Dunkeldeutschland oder Dortmund – Das Zukunft Wort Zukunft kommt nur noch in den Broschüren der Wirtschaftsförderer vor, nicht mehr in der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen. Nachlesen kann man das alles in der neuesten Prognos-Studie.

Staatswirtschaft, Filz und der unbedingte Wille ein Opfer zu sein, dem andere etwas schulden, haben sowohl in der ehemaligen DDR als auch im Ruhrgebiet gezeigt was sie bewirken können: Regionen voller Armut und Selbstaufgabe,  in denen die meisten noch nicht einmal mehr davon träumen, wie ein besseres Leben aussehen könnte.

Für Parteien ist das gut: Menschen die wenig erwarten stellen auch geringe Ansprüche an andere – zum Beispiel an Politiker. Im Ruhrgebiet erscheint es vielen ja mittlerweile als vollkommen abwegig, andere nach ihrer Leistung zu beurteilen: Was hat diese oder jene Wirtschaftsförderung an Jobs gebracht, wie viele Ansiedlungen gab es, hat ein Dezernent es geschafft, Wohngebiet attraktive zu machen – wenn ja, kann er bleiben,  wenn nein, fliegt er: So denkt hier kaum mehr jemand. Und solange das so ist, wird sich hier auch nichts ändern.