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Der Star ist die Mannschaft

Wer hätte das gedacht? Nach bisher 11 WM-Spielen mit dem ersten Antritt von 22 Mannschaften hat die deutsche mit Abstand am meisten überzeugt. Bei ihr war augenfällig, was auch in den anderen Spielen entscheidend war: sie hatte einen Teamspirit.

Spieler, die eine Scheiss-Saison hinter sich hatten, blühten wieder auf (Podolski, Klose), und Spieler, die eine Supersaison hinter sich haben, bestätigten ihre Form (Müller, Khedira, Cacau). Die müssen einen guten Trainer haben. Offen bleibt, ob sie vielleicht mit Australien einen sehr leichten Gegner hatten. Darüber wissen wir bald mehr, spätestens Freitagnachmittag. Gehen wir kurz mal die anderen Spiele durch:
Südafrika-Mexiko 1:1 – vor allem für die Südafrikaner wird es d a s Spiel ihres Lebens gewesen sein. Mexiko war spielerisch besser – insgesamt für die Zuschauer ein enttäuschendes Spiel wie fast alle Eröffnungsspiele, aber der Teamspirit stimmte auf beiden Seiten – das 1:1 also logisch.
Uruguay-Frankreich 0:0 – Frankreich eine derangierte Ansammlung von Einzelstars, Uruguay spielerisch stark limitiert, aber als Mannschaft auf dem Platz.
Südkorea-Griechenland 2:0 – bei Südkorea rannten alle füreinander.
Argentinien-Nigeria 1:0 – Maradona, man glaubt es kaum, hat eine Mannschaft geformt, sogar Messi hat ein gutes Länderspiel gemacht; Nigerias Spieler wirkten dagegen nicht als Team, sie sind zuhause verehrte reiche Männer, aber das ist auf dem Fußballplatz eher leistungshemmend.
England-USA 1:1 – England wirkte ratlos, Aussenseiter USA kämpfte als Mannschaft.
Algerien-Slowenien 0:1 – Algerien glaubt nach dem Qualifikationskrimi gegen Ägypten den Fußballgipfel schon erklommen zu haben, so ehrgeizarm spielten sie auch.
Serbien-Ghana 0:1 – Ghana hat als einziges Afrika-Team bisher überzeugt, allerdings nur in der 2. Halbzeit, und wie üblich unter Auslassung vieler Torchancen; eine Mannschaft mit Potenzial, aber mit großer Prognoseunsicherheit.
Niederlande-Dänemark 2:0 – die Niederlande wurden nicht wirklich gefordert, die Einwechslung des Hamburgers Elia in den letzten 15 Minuten steigerte sofort die spielerische Agressivität. Von denen haben wir noch nicht alles gesehen, vor allem Robben nicht (noch verletzt).
Japan-Kamerun 1:0 – Kamerun hat sich offensichtlich selbst überschätzt und sich entsprechend blamiert, Japan hat gefightet.
Italien-Paraguay 1:1 – Paraguay hat bis zum letzten Atemzug gekämpft und den Weltmeister fast blamiert; Italien blieb spielerisch alles schuldig, hat sich aber immerhin mit Müh und Not wieder ins Spiel hineingebissen, wie so oft bei Turnieren. Auch von ihnen haben wir noch nicht alles gesehen, Schönheit werden wir jedenfalls nicht geboten bekommen.
Am Dienstag wird spannend, wie Elfenbeinküste-Portugal (16 h) läuft. Wird Drogba spielen und ist das gut oder schlecht für das Team? Welche Rolle spielt die Diva Cristiano Ronaldo, der Schöne mit der rasierten Brust, für Portugal?
Dass Ballack fehlt, die These wage ich, war für das deutsche Team ein Doping-Clou. Flache Hierarchie, Verantwortung für alle, Leistung von allen. Da ist viel drin. Sogar die Rettung von Merkel.

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5 Kommentare zu “Der Star ist die Mannschaft

  • #1
    Werner Jurga

    Ja genau: warum nicht auch einmal über Fußball reden. Hat ja irgendwie auch mit Politik zu tun, was man schon allein daran erkennen kann, dass das letzte Wort in diesem Beitrag “Merkel” heißt.
    Wie bitte? – Die Ruhrbarone sind nicht auf Politik verengt, sondern interessieren sich für alles, was an der Ruhr passiert? – Ja, dann ist ja gut.

  • #2
    Uli

    Deutschland hat für mich persönlich einen weltmeisterlichen Auftritt gezeigt:

    Kluge Spielzüge, schöne Tore und ein stimmiges Gesamtkonzept.

    Naürlich wird aus dem zuerst als verteidigungsstark gepriesenen Gegner jetzt ein “es war ja nur” Australien, aber es war bei England nur die USA, bei Italien nur Paraguay und bei Argentinien nur Nigeria, trotzdem ist die deutsche Mannschaft als einzige überzeugend aufgetreten.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn es zu einem deutschen Weltmeister reichen würde.

  • #3
    Werner Jurga

    @ Uli (# 2):
    Der in Ihrem Kommentar vorgenommenen Einschätzung des deutschen Fußballspiels kann ich in der Sache nur zustimmen. Dann kommt – für mich etwas unvermittelt: “Ich würde mich sehr freuen, wenn es zu einem deutschen Weltmeister reichen würde.” Könnten Sie so lieb sein und kurz einen Grund dafür angeben, warum Sie sich in diesem Fall sehr freuen würden?! Es ist Ihnen freilich unbenommen, den Grund für sich zu behalten bzw. sich ohne jeden Grund einfach so sehr zu freuen.

  • #4
    Martin Böttger

    @ Werner Jurga (# 3):
    Ich wage mal eine Antwort ohne gefragt worden zu sein 😉
    Ich wünsche mir bei WMs immer, dass die gewinnen, die den schönsten Fußball spielen. Nur selten tritt das ein. Nach meiner Erinnerung war das nur 1958, 1970 (jeweils Brasilien) und 1998 (Frankreich) so. Die Hoffnung aller ÄsthetInnnen ist dieses Mal Spanien – aber die waren schon sehr oft favorisiert, dass man nicht mehr dran glauben mag. Das EM-Finale 2008, in dem Spanien die Deutschen spielerisch regelrecht rasierte, war für mich ein Genuss. Aber wenn die Spanier so spielen sollten, wie bisher fast alle andern ausser den Deutschen, dann sollen die Deutschen ruhig den Titel holen. Die Merkel schaffen wir später auch noch, muss ja nicht jetzt sein 😉

  • #5
    Bert

    BORRRRRRRRRRRRR !!!

    Heute waren die ersten beiden Spiele wieder Schrott hoch 10.

    Deutschland wird ganz klar VERDIENT Weltmeister !

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