Der Trainer Thomas Reis ist für den VfL Bochum eine riskante Wahl

Es ist leider etwas untergegangen vor dem Hintergrund des Länderspiels der DFB-Elf gegen die Vertretung der Niederlande am späten Freitagabend, doch der VfL Bochum hat seit Gestern offiziell einen neuen Cheftrainer.

Gut eine Woche nach der ungewöhnlichen Selbstdemontage von Robin Dutt, verkündeten die Verantwortlichen an de Castroper Straße, dass zukünftig Thomas Reis die Geschicke des kriselnden Teams leiten soll. Ein durchaus riskanter Schachzug!

Robin Dutt war schließlich ein erfahrener Trainer im Profibereich. Das Team des VfL bekam er trotzdem nie richtig in den Griff. Nach einem schwachen Saisonstart stellte er sich dann plötzlich selbst in Frage, nachdem die Bochumer in ihrem Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden nach einer desaströsen Vorstellung zur Halbzeit mit 0:3 zurücklagen, am Ende so gerade noch einen Zähler gegen das Tabellenschlusslicht ergatterten.

Dem Vernehmen nach soll Dutt dabei die ‚Kabine verloren‚ haben, wie man so schön sagt. Teile der Mannschaft ‚entmachteten‚ offenbar den Übungsleiter, was ihn offenkundig hinterher so sehr ins Grübeln brachte, dass er selber an seinen Fähigkeiten diese Probleme zu lösen, in Anbetracht der dadurch bedingten Herausforderungen, zu zweifeln begann.

Wenn an diesen Berichten auch nur ein Fünkchen Wahrheit ist, woran kein ernsthafter Zweifel bestehen dürfte, dann ist die Wahl von Reis für den Zweitligisten ein Spiel mit dem Feuer.

Ein 45-jähriger Trainer, der bisher nur in der zweiten Reihe stand, der in Wolfsburg zuletzt lediglich Jugendmannschaften betreute, dürfte es vor diesem Hintergrund äußerst schwer haben von einem offensichtlich recht komplizierten Profikader den notwendigen Respekt zu erhalten.

Da hilft es ihm dann wohl auch nur eingeschränkt, dass Reis 176 Erst- und Zweitligaspiele für den VfL absolviert hat, er dreimal mit den Blau-Weißen aufgestiegen ist und zu jener Mannschaft gehörte, die 1997 in Bochum bis ins UEFA-Cup-Achtelfinale vorgedrungen ist, wie der VfL in seiner zugehörigen Pressemeldung stolz betonte.

Reis verfügt bisher über keine Trainererfahrung auf diesem Niveau, in dieser verantwortlichen Rolle. Ob ausgerechnet ein so unerfahrener Coach jetzt die richtige Wahl ist um die Bochumer dorthin zu führen, wo sie sich selber gerne sehen, nämlich zurück an die Spitze der Tabelle?

Es darf in diesen Stunden gehörig daran gezweifelt werden, was offenbar auch viele Anhänger des Vereins tun, wenn man derzeit einmal die Blicke durch das Internet schweifen lässt.

Der Auserwählte ist in den Augen vieler deutlich mehr Risiko als Chance. Es wird spannend werden in den nächsten Wochen zu beobachten, ob er die zahlreichen Skeptiker rund um das Ruhrstadion eines Besseren belehren kann.

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9 Kommentare

  1. #1 | Paul sagt am 7. September 2019 um 18:40 Uhr

    Schade ob der Kommentare. Andere Vereine haben den Mut es mit „Neulingen“ zu probieren , was TR ja nicht einmal ist. Der Blödsinnsglaube das nur unendliche Erfahrung Erfolg haben kann und Disziplin in eine Mannschaft bringt ist völliger Quatsch und zeugt von Unkenntnis. Beispiele: Dutt war in Freiburg am besten, Tuchel in Mainz, Dimi in Darmstadt, Klopp in Mainz, Baumgart in Paderborn, Walter in Kiel, Beierlorzer in Regensburg, u.s.w. Also: Abwarten, das wird. Unterstützung wäre besser als Kritik bevor er angefangen hat. Ganz abgesehen davon : Er ist ein Typ, war auf dem Platz ein Kämpfer und trägt den VfL im Herzen. Was als Voraussetzung kann besser passen? Denkt mal drüber nach!

  2. #2 | Macke sagt am 7. September 2019 um 23:36 Uhr

    Danke Paul für diesen Kommentar, sehe ich genau so.

  3. #3 | Michael Lück sagt am 8. September 2019 um 09:30 Uhr

    Trotzdem ist es ein großes Risiko einen derart unerfahrenen Trainer zu verpflichten, denn Tatsache ist, dass TR noch keine erwachsenen Profis trainiert hat. Lediglich als Co-Trainer hat Erfahrungen gesammelt.
    Wir müssen abwarten, eine andere Wahl haben wir sowieso nicht.
    Trotzdem hätte ich mir persönlich gewünscht, dass Sesi einen Trainer verpflichtet hätte, der schon etwas reifer ist und auch schon ein gewisses Standing bei den Profis hat.
    Alles kann, nichts muss passieren….nur bitte…bitte…bitte…NIEMALS 3.Liga, denn dann wird der einstige Fußball-Bundesligastandort BOCHUM, der zeitweise sogar zwei Mannschaften in der höchsten deutschen Spielklasse vorweisen konnte, völlig von der Landkarte verschwinden…

    Glückauf, mein VfL

  4. #4 | thomas weigle sagt am 8. September 2019 um 12:08 Uhr

    @ Paul Völlig richtig!!

  5. #5 | Himynameis sagt am 8. September 2019 um 17:35 Uhr

    @Paul: Schöne Auflistung der Trainer. Fehlt noch Herrlich in Bochum. 😉

  6. #6 | Macke sagt am 12. September 2019 um 00:59 Uhr

    Heiko Herrlich?

    Unser Heiko !
    Original Zitate aus dem Schwarz-Gelben Lager:
    Unser Heiko als Trainer für den VfL die beste Wahl.
    Heiko Herrlich hatte nie eine Identität mit meinem VfL.
    Ausgebildet in der Jugend in Freiburg, über Gladbach nach Dortmund.
    Erste Trainerstation U 19 B. Dortmund.
    Dann U17+U19 für DFB. Bochum als Trainer in die 2. Liga geführt.
    Ich sehe da keine Parallelen mit Heiko Herrlich, da Herrlich, Bochum, 5 Spieltage vor Saisonende übernommen hatte und abgestiegen ist.
    Nun haben wir den 6. Spieltag der neuen Saison!
    Besser jetzt ein Risiko eingehen, mit unserm Bochumer Jungen Tommi, als zu spät.

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    […] der VfL Bochum bereits kurz nach dem Hinrunden-Beginn Trainer Robin Dutt entließ und auf Nachfolger Thomas Reis setzte, da war dessen Auftrag klar: Den Klub möglichst rasch aus dem unerwarteten Tabellenkeller zurück […]

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