DFB-Elf: Mario Gomez sollte aufhören über die Pfiffe gegen ihn öffentlich zu jammern!

Mario Gomez. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Mario Gomez. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz:CC BY-SA 3.0

Seit dem Freundschaftsspiel der DFB-Elf gegen Argentinien (2:4) in Düsseldorf ist es wieder ein großes Thema in Fußballdeutschland: Mario Gomez wird häufig und gerne von den eigenen Fans ausgepfiffen.

Doch statt mit Toren darauf zu antworten, beklagt sich der Stürmer nun lautstark in den Medien. Nicht die klügste Entscheidung! Sein Verhalten wird so weitere Aufmerksamkeit und damit wohl auch noch mehr Pfiffe gegen ihn provozieren. Und dabei helfen ihm eigentlich ohnehin auf Dauer keine Worte, Gomez muss endlich Leistung im DFB-Team zeigen!

Wer sich zurückerinnert, der weiß, dass der Stürmer Gomez in der DFB-Elf immer schon polarisiert hat. Die Gründe sind vielfältig. Sein peinlicher Fehlschuss bei der EM 2008, als er aus einem Meter Entfernung den Ball nicht im Tor unterbringen konnte, hat sicherlich eine Rolle gespielt, dürfte einer der Auslöser für die kritische Sichtweise vieler Fans in Richtung seiner Person sein.

Aber auch ARD-Experte Mehmet Scholl trägt sicherlich einen Teil der ‚Schuld‘, hatte er doch vor Millionen Zuschauern kräftig über die beschränkten technischen Fähigkeiten des 29-jährigen gelästert. Aber Gomez gilt eben auch seit langem, und das dürfte der Hauptgrund für die Kritik vieler Fans sein, als ‚Chancentod‘. Seine lange Verletzungspause zuletzt kann hingegen nicht als Entschuldigung herhalten. Denn die Kritik an Gomez und seiner Spielweise gab es ja schon vor Jahren.

Gegenüber der Bild-Zeitung beklagte sich Gomez nun über die seiner Meinung nach ungerechte Behandlung durch viele Fans in Deutschland: „Dass das, was am Mittwoch passiert ist, nicht schön ist, darüber müssen wir nicht sprechen. Die Pfiffe hatten nichts mit dem Spiel zu tun, sie haben Historie. Sicherlich waren die vergebenen Chancen ein Auslöser dafür. Aber es ist immer wieder das gleiche. Es ist eher persönlich und klischeebehaftet. Die Frage für mich ist: Wieso? Ich kann nichts dafür, dass manche Leute sagen, ich sei schön. Ich kann nichts dafür, dass manche Leute sagen, ich sei groß.“

Und einmal in Schwung legt Gomez nach: „Das sind die Argumente, die ich nie bringen wollte. Aber jetzt nach dem Spiel am Mittwoch sage ich mir: Die Leute wissen gar nicht, was sie damit tun. Mir persönlich macht es nichts aus. Ich kriege das hin. Ich bin seit sechs Jahren damit konfrontiert. Mittlerweile sind die Pfiffe gegen mich ja schon fast Kult geworden. Die Leute stehen in der Kurve. Der erste pfeift, sie schauen sich an, lachen – ja, ja, der Chancentod wieder. Und pfeifen mit. Und wissen nicht, was sie damit bewirken. Zum Beispiel bei meinen Eltern.“

Dass auch einem Profisportler persönliche Kritik, generelle Ablehnung auf den Tribünen weh tut, darüber braucht man wahrlich nicht zu diskutieren. Aber dieses öffentliche Eingeständnis könnte Gomez noch teuer zu stehen kommen. Er zeigt damit, dass die Pfiffe wirken. Es arbeitet in und an ihm. Menschlich verständlich, aber diese Aussagen hätte er sich besser verkniffen. Sie werden höchstens noch stärkere Ablehnung provozieren. Der Fokus wird morgen in Dortmund, beim Länderspiel in Dortmund gegen die Schotten, nun noch stärker auf dem Wahlitaliener liegen.

Und zu dem Verweis auf das Leiden seiner Eltern sei noch kurz angemerkt, dass Gomez als Fußballmillionär seit Jahren stets auf der Sonnenseite des Lebens lebt, sein finanzieller Erfolg sicherlich auch seit Jahren seine Eltern mit großem Stolz erfüllt haben dürfte. Pfiffe gehören zum Profi-Sport mit dazu, werden auch mit der hohen Gage mit abgegolten. Jetzt so heftig auf die Tränendrüse der Zuschauer zu drücken, das wird der Situation von Gomez und auch der seiner Eltern nicht im Ansatz gerecht.

Mario Gomez hätte lieber Tore und Leistung für sich sprechen lassen, wenn er die Pfiffe gegen seine Person in der Nationalmannschaft hätte dauerhaft verstummen lassen wollen… Morgen in Dortmund hat er schon wieder die Gelegenheit dazu, wenn man ihn denn lässt… Er sollte die Gelegenheit nutzen, wenn er seine persönliche Situation rasch verbessern möchte!

Dir gefällt vielleicht auch:

3 Kommentare

  1. #1 | WALTER Stach sagt am 6. September 2014 um 17:17 Uhr

    Robikn,
    das Problem ist nicht Gomez, sondern ein Bundestrainer, der Gomez wider jede sportliche Vernunft immer wieder nominiert, also vorsätzlich in Kauf nimmt, daß Gomez………

    Daß Gomze selbst sich stets für eine „Sturmspitze“ esrter internationale Klasse gehalten hat und weiter hält, mag man erklären und sogar verstehen können. Einsicht in die eigenen Unzulänglichkeiten fällt bekanntlich nicht nur im Sport schwer,

  2. #2 | WALTER Stach sagt am 6. September 2014 um 18:10 Uhr

    Löw plädiert, lese ich soeben, an die Fans, Mario Götze und Mario Gomez nicht auszubuhen. Sie sollen fair behandelt werden.
    Wo von träumt der Bundestrainer?
    Wenn die Fans -aus ihrer Sicht- wohlbegründet Gomez für eine Fehlbesetzung halten, dann muß Gomez damit rechnen, daß die Fans diese ihre Menung artikulieren, wann, wo und wie auch immer. So ist das nun einmal im nationaloen und internationlen Fußball; nicht nur bei uns.

    Und Götze?
    Er hat von den BVB-Fans trotz seines entscheidenden Tores bei der WM Pfiffer bekommen bei seinem letzten Auftritt mit dem BVB gegen die Bayern.

    Die Gründe für die betr.Fans , Götze auszupfeifen,haben sich für diese nicht geändert. Er wird jedenfalls durch viele der anwesenden BVB-Fans ausgepfiffen werden, daran ändert sein Status als Nationalspieler ncihts -warum auch-. „Heilige“ nebst „Heiligen-verehrung“ gibt es im Fußball nicht, auch ein Götze ist trotz seines WM-Tores weder ein Heiliger noch steht ihm eine dementsprechende Verehrung zu..

  3. #3 | Robin Patzwaldt sagt am 6. September 2014 um 18:15 Uhr

    Walter, Fans reagieren aber auch immer sofort auf Leistung. Nimm das Beispiel Manuel Neuer. Der wurde in München ausgepfiffen ohne Ende, musste sogar Regeln der Ultras akzeptieren wonach er sich gewissen Einschränkungen beim Jubeln usw. unterwerfen musste, wie kurz nach seinem Wechsel von Gelsenkirchen nach München überall zu lesen war. Und heute ist er ein gefeierter Mann, gehört zu den Lieblingen dort. Und warum? Weil er gut spielt. So einfach kann das sein. Er hat damals geschwiegen und nicht über die Situation seiner armen Eltern gejammert. Und so kam er durch die Situation durch. Heute glaubt man ja kaum noch das er damals in München von zahlreichen Bayern-Fans fast wieder aus der Stadt gejagt worden wäre….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.