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Die Akte Purczeld – Teil 1: Doping

Statue von Ferenc Puskás in Dudapest. Quelle: Wikipedia, Foto: Fekist, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Statue von Ferenc Puskás in Budapest. Quelle: Wikipedia, Foto: Fekist, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Unser Gastautor Thomas Weigle beschäftigt sich im heute hier vorliegenden ersten Teil der seines Zweiteilers „Die Akte Purczeld“ mit dem Thema „Doping“:
Die aktuelle und erstaunlich unaufgeregte Diskussion über Doping in der Fußballbundesliga erinnert so überhaupt nicht an die erste Dopingdiskussion im deutschen Fußball Anfang 1957, in der kurzfristig kein Fußballauge trocken blieb und ein übellauniger DFB sehr ernst nahm, was ein gewisser Franz Purczeld Anfang 57 im renommierten France Football zu erzählen wusste.
Immer wieder wurde und wird bis heute darüber spekuliert, ob die Gelbsucht, die einige Mitglieder des 54er DFB-Aufgebotes lange aufs Krankenlager warf, Folge der Verabreichung von Doping gewesen sein könnte. Oder ob die Krankheit Folge von unsauberen Spritzen war, mit denen Vitamin C verabreicht wurde. Immerhin hielten sich acht Spieler im Jänner 55 zu einer „Geheimkur“ in Bad Mergentheim auf. Ob Doping oder nicht Doping, soll hier nicht Thema sein, weil jede Antwort 60 Jahre später letztlich Spekulation ist. Hinzu kommt, dass es seinerzeit keine Dopinglisten gab, aufbauende Mittel galten als nicht verbotene „Hilfsmittel“.

 

Nachdem Honved das Hinspiel in Bilbao im Oktober 56 2:3 verloren, kehrte die Mannschaft in das von Kämpfen erschütterte Ungarn zurück. Als am 29.10 die „Konterrevolution gesiegt“ hatte, erwirkte Puskas, der als Franz Purczeld das Licht der Welt erblickt hatte, persönlich beim neuen Regierungschef Nagy einen „Urlaubsschein“ bis zum 20.12 für den Meister, da das Rückspiel gegen Bilbao nach Brüssel verlegt worden war. Blickensdörfer schildert die Szene: „ Und dann schlägt Nagy Puskas fast kameradschaftlich auf die Schulter:> Mach`s wie ich, und gewinn die Partie< Beide können nicht ahnen, dass beide die Partie verlieren“, zieht Bllickensdörfer eine bittere Bilanz, denn Honved erreicht in Brüssel nur ein 3:3. Anschließend gastiert Honved, begeistert gefeiert und mit Sympathie überschüttet, in Antwerpen, Essen, Paris, Barcelona und Madrid. Das 5.5 in Madrid ist eine Demonstration offensiver Fußballkunst, bei der Puskas alle Register zieht und der Glanz seines Auftrittes sticht den maßgeblichen Madrider Herren derart ins Auge, so dass sie ihn noch im Laufe des Jahres 57 verpflichten werden. Honved verweigert zunächst die Heimkehrorder siegreichen Kommunisten und irrlichtert einige Zeit durch Südamerika, trägt dort gegen den Willen der FIFA, die Puskas auf Verlangen der Ungarn für 18 Monate sperrt, einige Spiele aus. Der größere Teil der Mannschaft kehrt anschließend, von Heimweh und Sorge um die Angehörigen geplagt, in das unter der Knute der Russen leidende Ungarn zurück. Das Ungarn später zum „Gulaschkommunismus“ kam und zur „lustigsten Baracke im Ostblock“ wurde, konnte damals keiner ahnen.

 

Puskas u.a. blieben im Westen. Der Major der ungarischen Armee, dessen Wort in Ungarn oft mehr als ein Ministerwort galt, war nun ein „Verräter“, saß in einem Hotelzimmer fest, Verhandlungen in Mailand hatten kein Ergebnis gebracht, außer dass er seine Frau und seine Töchter wieder sah. Er blickte einer trüben Zukunft entgegen. 30 Jahre alt, von den nun wieder mit Hilfe der Russen fest im ungarischen Sattel sitzenden Kommunisten für Monate gesperrt, in Sorge um seine Verwandten und Freunde in Ungarn, ohne sichere Perspektive, kam ihm das Interview mit dem renommierten France Football gerade recht, in dessen Verlauf wohl nicht nur Mineralwasser und Kaffee getrunken wurde.

 
Puskas gab dem Affen ordentlich Zucker und schilderte, dass er die Tür zur deutschen Kabine geöffnet habe. Dort selbst habe es nach Apotheke gerochen, die deutschen Spieler hätten sich in epileptischen Anfällen auf Grund verabreichter Spritzen gewälzt, wahre Veitstänze aufgeführt, erschöpft am Boden gelegen. Die Reaktion kam schnell und unversöhnlich: Puskas wurde der Fußballfeind Nr.1 des DFB, der ihm ein generelles Stadionverbot erteilte, welches erst 64 aufgehoben wurde.

 
Die Glaubwürdigkeit der Aussagen Puskas wurde nicht zuletzt durch ihn selbst erschüttert. Zum Zeitpunkt des Interviews druckte das SPORTMAGAZIN Puskas` Erinnerungen ab, in denen zwar von einigen wohl tatsächlich recht schrägen Pfiffen des englischen Referees Ling im Endspiel die Rede ist, davon, „dass Ungarn die Weltmeisterschaft geraubt wurde.“ Immerhin erzielte „der Majorr“ (Zimmermann) kurz vor Schluss ein wohl reguläres Tor, der Abseitspfiff des englischen Schiris zerstörte alle ungarischen Träume vom WM-Titel endgültig. Von Doping allerdings ist in Puskas`Fortsetzungsgeschichte nicht die Rede.

 
Natürlich wiesen alle bundesdeutschen Beteiligten die Dopingvorwürfe unisono zurück, denn der Gedanke, dass „Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Wankdorfstadion zu Bern“, wie ein Buchtitel das erstaunliche Geschehen im Schweizer „Fritz-Walter-Wetter“ nennt, mit Hilfe chemischer Unterstützung stattgefunden haben könnte, war gar zu unappetitlich. Schon die Tatsache, dass Puskas in die Kabine geschaut hätte, wird von Fritz Walter in Abrede gestellt, lediglich der ungarische Trainer Gustav Sebes sei von den Ungarn in der deutschen Kabine gewesen, um zu gratulieren. Dies wird auch vom italienischen Weltmeistertrainer Vittorio Pozzo bestätigt, der im Haller Kreisblatt wie folgt zitiert wird: „…wurde ich durch unsere guten Verbindungen in den Umkleideraum der deutschen Nationalmannschaft gelassen…Ich sprach dann mit Fritz Walter. Niemand lag auf dem Boden. Niemand sah erschöpft, krank oder todmüde aus.“ Auch pharmazeutische oder andere Gerüche nahm Pozzo laut Haller Kreisblatt vom 1.2.57 nicht wahr, auch traf er dort lediglich Sebes an, nicht aber Puskas.

 
Die Aussagen Puskas wurden ebenfalls umgehend vom ungarischen Fußballverband, der im Jänner 57 neu gegründet worden war und der vom ehemaligen Nürnberger Meisterspieler Peter Szabo dem DFB einen Brief überbringen ließ, zurückgewiesen. Kurze Zeit später bedankten sich die Ungarn bei Peco Bauwens für eine Spende des DFB über 20.000 DM für den „Wiederaufbau des ungarischen Fußballs.“ Puskas selbst ruderte schnell zurück und warf den französischen Journalisten vor, ihn falsch zitiert zu haben.

 
Ein Vorgang also, wie er heute alltäglich und wenig bestaunenswert ist, damals aber noch nicht jedermann geläufig war. Fritz Walter, der nach Bekanntwerden des Interviews Puskas der Lüge zieh, will dann auch von Anfang an gewusst haben, dass Ferenc Puskas dies alles so nicht gesagt haben könne, ähnlich äußerten sich Herberger und Eckel im „Sportmagazin“. Die direkt Beteiligten also taten einiges, um den Konflikt zu entschärfen.

 
Lediglich der DFB hielt sein angesichts der Umstände doch eher kleinliches Stadionverbot bis immerhin 1964 aufrecht. 1959, als Puskas bei Real nach Ablauf der Sperre im Wortsinne wieder Fuß gefasst hatte, ließ ihn Real beim Stuttgarter EC-Endspiel gegen Stade Reims „angeschlagen“ nicht auflaufen. Man befürchtete wohl Kundgebungen des deutschen Publikums gegen den Realstar, schreibt der kenntnisreiche Herbert Blickensdörfer in „Ein Ball fliegt um die Welt“.
Auch ohne seinen ungarischen Ballvirtuosen siegten die Königlichen in der Stuttgarter Hitze sicher und eher langweilig mit 2:0 gegen die Champagne(r)franzosen, deren einstiger Stürmerstar Kopa bei Real auf dem rechten Flügel nicht an seinen glanzvollen Auftritt im ersten Endspiel 56 erinnern konnte, als er im Trikot der „Remois“ die Spanier bei deren 4:3 in Angst und Schrecken versetzt hatte und die „Königlichen“ am Rande einer Niederlage tanzen ließ.

 
Ein Jahr später allerdings zeigte Puskas Eintracht Frankfurt und darüber hinaus der gesamten deutschen Fußballöffentlichkeit was eine Harke ist: vier Tore am Stück von der 45. bis zur 71. Minute. Der ehemalige Chef der „goldenen Elf“ war auf dem europäischen Fußballgipfel angekommen und drückte auf der Pressekonferenz vielsprachig seine Zufriedenheit aus, war mit sich und der Welt im Reinen. Zu Recht. Blickensdörfer zitiert einen alten Schotten: „Oh Boy, wir hatten vergessen, dass Fußball so wunderbar sein kann.“

 
Zwei Jahre später allerdings ließ Benfica Lissabon in der Amsterdamer Abendkühle Puskas zum tragischen Helden werden, als es dem Hattrick des fintenreichen Realstars fünf Tore entgegensetzte. Jenes Benfica, welches ein Jahr zuvor schon Czibor und Kocsis) im nur halbgefüllten Berner Wankdorfstadion ein eher unschönes Dejà vu bescherte hatte, denn Barca verlor trotz der beiden ungarischen Torschützen 2:3 (Kocsis 1:0, Czibor 2:3) gegen den zeitweiligen, sehr hell strahlenden Stern am europäischen Fußballhimmel, der den zwei EC-Siegen noch drei verlorene Endspiele, 63 1:2 vs AC Mailand,65 0:1 vs. Inter Mailand und 68 1:4n.V. gegen die Busby Babes von ManU folgen ließ.

 
Puskas aber musste den Jahren Tribut zollen, seine Glanzzeit war unwiderruflich vorbei, auch im spanischen Nationaltrikot vermochte er bei der chilenischen WM keine Highlights mehr zu setzen und durfte nach der Vorrunde nach Hause fahren, in Gedanken oft in der ungarischen Heimat, wie Blickensdörfer mitteilt, der in Santiago ein Gespräch mit ihm führte: „Jetzt graut in Budapest der Morgen!“ zitiert er Puskas und fährt fort. „In Budapest, sagte er, nicht in Madrid.“ Erst 1981 konnte er erstmals wieder nach Ungarn zurückkehren, in Budapest starb er im November 2006, geplagt von Alzheimer und anderen altersbedingten Krankheiten.
Alles in allem eine eher amüsante Doping-Geschichte, bis auf die Rolle des DFB, aber nun ja, der DFB ist halt nicht fürs Amüsante zuständig.

 
Teil zwei der Akte Purczeld ist weniger amüsant: 16 „irre Faschisten“, „die das Lernen nicht wert“ waren und ihre Familien hatten nichts zu lachen und auch fast 60 Jahre danach wird der für dieses Jahr angekündigte Spielfilm kaum für Amüsement oder gar Lacher sorgen.

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6 Kommentare zu “Die Akte Purczeld – Teil 1: Doping

  • #1
    WALTER Stach

    Thomas Weigle,
    m.E. sprechen alle (!!)Indizien dafür, daß die deutsche WM-Elf im Endspiel von Bern gedopt war.
    Aber, das ist Schnee von gestern.

    Unbestritten zeigt die „Causa Puskas u.a.“ wie die Sportler -hier die Fußballer- damals eingebunden und eingefangen waren in den sog. „kalten Krieg“ und wie bedeutsam es für die damalige Partei- und Staatsfürhurng in Ungarn war, daß ihre Mannschaft als Weltmeister von Bern zurückkommen würde.
    „Die Bestrafung der Spieler“ war also in der Tat nicht primär der fußballerischen Enttäuschung geschuldet, sondern „dem Versagern gegen einen Klassenfeind“.

    Für mich gehört Puskas zu den Besten unter den großen des Fußballes weltweit -bis heute!.

    Die fußballerische Enttäuschung beinahe aller Ungarn, völlig losgelöst von den Interessen und Zielen des Regimes, über die Niederlage im Endspiel in Bern war gewaltig und sie war naheliegend. Die Ungarn waren zu dieser Zeit fußballerisch weltweit die Besten -unabhängig von ihrer Niederlage in Bern. Wenn iich mich richtig erinner, haben sie u.a. vor der WM als erste Nationalmansnchaft in England gewonnen.

    Aktuell wird ja , mehr oder weniger offen, von ehemaligen Bundesliga-Stars zugegben, daß viele von ihnen in der seit den Doping-Affären im Radsport berühmt-berüchtigten Klinik in Freiburg waren und sich haben „spritzen lassen“. Dass darunter auch Löw war, hat diesser zugegeben, natürlich mit dem Bemerken, er habe nicht gewußt, was gespritzt worden sei und er habe sich als damals 19 Jähriger nicht getraut, den Arzt nach dem Inhalt der „Spritze“ zu fragen. Dass dieser „Stuss“ weitgehend kommentarlos durch die mediale Öffentlichkeit in Deutschland hingenommen wurde, stimmt mich nachdenklich.

    Die Bedeutung des Sportes für das „nationale Selbstbewußtsein“ war ja 1953 nicht etwa neu und hat seit damals nicht ab-, sondern mE. noch zugenommen mit unterschiedlichen und verschiedenartigen Folgen für die Sportler, für den Sport.
    Gibt es zum Thema „Dikaturen und Sport “ eine welt- und alle Sportarten umfassende wissenschaftliche Arbeit? Da wären dann ja auch, Thomas Weigle, Betrachtungen über Akte „Purceld“ mit einzubeziehen!

    Dass vor allem, aber nicht nur (!!), den Diktaturen auf dieser Welt der Sport besonders geeignet erscheint, sich selbst, das Land, die herrschende Ideologie als „das Beste im internationalen Vergleich“ zu präsentieren, ist jedermann bekannt. Hitler hat das 1936 mit seiner Olympiade so nachdrücklich demonstriert, daß seine Inzenierung in der Folgezeit anderen Nationen als „vorbildlich“ galt.

    Resümee für mich aus alldem?
    Weltweit -lediglich mit graduellen Unterschieden- gibt es eine problematische Verquickung von Sport und Politik, weil beide Seite meinen, so am besten ihren Interessen dienen zu können.

    Wenn das in Diktaturen geschieht, sind die von beiden Seiten eingesetzten Mitteln und Methoden regelmäßg weniger subtieller als in anderen Ländern und vor allem -sh.u.a.seinerzeit Ungarn- funktioniert dort die „Bestrafung sportlicher Versager“, definiert als „nationale Schmach“ rücksichtsloser, brutaler, maßloser, unmenschlicher -bis heute!

  • #2
    Thomas Weigle

    @ Walter Stach ob Doping oder nicht, war nicht mein Thema, sondern der Umgang mit dem „Fall Puskas“ in der BRD. Ich glaube nicht, dass man auf diesen Seiten dieses Thema auch nur annähernd aufarbeiten kann. Bestenfalls Einzelaspekte. Viel interessanter für mich, ist der Fußballer Puskas, in dessen Beurteilung zwischen uns beide kein Blatt Papier passt. Die Engländer bekamen in der Tat die Genialität der „goldenen Mannschaft“, deren uneingeschränkter Chef Puskas war, vor der WM 54 zu spüren, mit 6:3 wurde ihr Heimnimbus versenkt und in Budapest folgte der „Bestrafung“ zweiter Teil: 7:2
    Die Berner Niederlage war, neben den Pfiffen des Herrn Ling und des möglichen Doping, wohl auch der ungarischen Leichtfertigkeit bei der Auswahl des Schweizer WM-Quartiers mitten in Solothurn geschuldet. Im Hotel am Marktplatz ging es zu wie in einem Taubenschlag und besonders erschwerend kam hinzu, dass in der Nacht vor dem Endspiel dort ein Kapellenwettstreit bis tief in die Nacht stattfand, so dass von geruhsamen und ausreichendem Schlaf der Endspielelf nicht die Rede sein konnte.Albert Sing, der mit der Auswahl des deutschen WM-Quartiers beauftragt war, hatte dieses Hotel wg dessen Lage und des angekündigten Wettbewerbs schnell von der Liste möglicher Quartiere gestrichen.
    Ein „Journalist“ erklärte mir 75 in Ostberlin die Bedeutung des Kürzels SOS: Sieg oder Sibirien!! Der Umgang mit den Berner Verlierern wäre hier vielleicht auch noch mal ein Thema, bei dem auch Limousinen der Firma eine Rolle gespielt haben sollen. Jedenfalls sorgte in Ungarn das Gerücht, die Spieler hätten für ihre Niederlage PKWs der Stuttgarter Nobelmarke erhalten, für ziemlich böses Blut.

  • #3
    WALTER Stach

    Thomas Weigle,
    ja, es geht hier primär nicht um Doping, sondern um den Fall „Puskas“.
    Dazu nur noch eine Bemerkung:
    In Deutschland haben wir die Causa Puskas -und das Leiden weiterer seiner Mitspieler nach der Niederlage von Bern unter dem komm.Regime in Ungarn- in der Tat kaum und wenn, dann gleichgültig registriert. Nur war das -leider- die gängige Haltung der Mehrheitsgesellschaft in der „BRD“, wenn es um unmenschliches Tun ider Machthaber in den damaligen Ostblockstaaten ging; das galt auch gegenüber den „deutschen Mitbürger in der DDR“.
    Der Doping-Bezug in Sachen Weltmeisterelf von Bern war für mich nur eine willkommene Gelegenheit , zur „Unmutsbekundigung“, weil ich die augenblickliche mediale (Un-) Aufmerksamkeit für das Thema „Doping und Fußball in Deutschland“ quantitativ udn qualitativ für ganz und gar unangemessen gering halte.

  • #4
    Thomas Weigle

    @ Walter Stach Der Ausgangspunkt für meinen Artikel war ja nun die von mir ebenfalls missbilligend vermerkte Behandlung des Themas Doping in der BL. Was 56 angeht, ist meine Erinnerung eine etwas andere. der aufstand war für mich als damals 6jähriger, dass erste große Fernseherlebnis bei Verwandten in Hannover und blieb es auch, da im Elternhaus das Fernsehzeitalter erst viel später anbrach. In meinem direkten Wohnumfeld in der Nähe Offenbachs war eine Flüchtlingsfamilie aus Ungarn dauerhaft wohnhaft. Meine Erinnerung ist schon, dass es für sie ein allgemeines Mitgefühl gab.
    Für mein Thema habe ich ausführlich zwei Tageszeitungen und viele Ausgaben des SPORTMAGAZINS bis Ostern 57ausgewertet. Ungarn beherrschte die Schlagzeilen auch noch mehrere Wochen und Monate dem Sieg der sowjetischen Panzer, auch wg der Prozesse gegen das „Konterrevolutionspersonal“.

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  • #6
    thomas weigle

    Der Großmeister der leichten Sprüche zum Thema Doping im 68er Jahr im Kicker: "Eines glaube ich, wird es im Fußball nicht geben: Die Dopingkontrolle. Denn die Dauerleistung ist so entscheidend, dass da Doping gar nichts hilft." Dass im Jahr 67 nicht irgendwer, sondern der Straßenweltmeister des Jahres 65, der Brite Tom Simpson, der die "radelnde Apotheke" aus Mannheim auf den 2.Platz verwiesen hatte, am Mont Ventoux im Beisein zahlreicher Journalisten elend am Straßenrand mit Schaum vor Mund gestorben ist, scheint am "Kaiser" vorbei gegangen zu sein. Aber womöglich sind Radrennen kein Ausdauersport- im Vergleich zum Fußball natürlich nur.

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