Die Bundesliga braucht die Emotionen eines Jürgen Klopp

Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt
Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt

Am Samstag war es mal wieder soweit: BVB-Coach Jürgen Klopp wurde für die letzten Sekunden des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach auf die Tribüne geschickt, weil ein emotionaler Ausbruch von ihm den Schiedsrichter bzw. den ‚vierten Mann‘ offenbar so sehr störten, dass man den Trainer mit theatralischer Geste aus dem Innenraum des Stadions verwies. Ganz ehrlich: Das war in diesem Fall nur schwer verständlich.

Und wenn Jürgen Klopp wirklich nur das gesagt hat, was er in der Pressekonferenz angab (‚Und da pfeifst du nicht?‘), dann droht hier ein Trainer aufgrund eines gewissen Images erneut in die Vorurteils-Kiste des ständig ausfallenden, unkontrollierten schlechten Verlierers gesteckt zu werden.

Das wäre schade, denn nicht nur das der Fall am Samstag offenbar ein eher Unbedeutender gewesen sein dürfte, wenn ein emotionaler, mitlebender Trainer, so wie ihn sich fast alle Fans wünschen, in Zukunft nicht mehr gewünscht bzw. akzeptiert ist, dann droht die Liga einen weiteren Teil ihrer Attraktivität einzubüßen.

Nicht falsch verstehen, es muss natürlich alles im Rahmen bleiben, aber was ist verwerflich daran, wenn ein Bundesligatrainer in der Schlussminute eines wichtigen Fußballspiels, immerhin handelte es sich um ein traditionsreiches West-Derby zweier Top-Bundesligaclubs, bei einer umstrittenen Entscheidung und bei einem Rückstand der eigenen Mannschaft zum Schiedsrichter bzw. seinem Assistenten auf emotionale Art diese Frage stellt?

Das passiert doch auch auf fast jedem Kreisligaplatz in ähnlicher, häufig sogar viel eklatanterer Weise.

Und ich finde das auch gut so. Zumindest solange man nicht arg beleidigend oder gar körperlich aggressiv wird. Alles darunter gehört zum Fußball doch mit dazu, macht für Fans doch auch einen Teil des Fußball-Vergnügens aus. Wer keine Emotionen sehen will, der soll halt Hallenhalma spielen gehen.

Und nein, meine Rechtfertigung in Richtung des Verhaltens von Jürgen Klopp am Samstag hat in diesem Falle nichts mit meiner Sympathie zum BVB zu tun.

Ich fand Klopps emotionale Art schon in Mainz immer sehr gut, und ich bin auch heutzutage ein Fan von anderen emotionalen Trainern a la Thomas Tuchel.

Ein gehemmt wirkender, eher introvertierter Trainer wie Jens Keller ist doch, bei aller fachlichen Kompetenz, in der Regel nicht das was die Masse der Fans sehen will, wofür man ein Spiel anschaut, oder ins Stadion geht.

Man will, solange alles im Rahmen bleibt, die Emotionen erleben und auch mit ausleben. Das ist Fußball, dafür lieben die Fans auch einen Jürgen Klopp.

Es wäre fatal, wenn man dieses Verhalten, was offenkundig so tief in ihm verankert ist, seitens des DFB durch Sperren bestrafen würde. Es wäre sogar ein ziemlich kontraproduktives Signal in die Liga hinein, denn angepasst und stromlinienförmig sind im modernen Fußball doch schon viel zu viele der Protagonisten… Und eben weil er es (noch) nicht ist, ist Jürgen Klopp so beliebt bei den Leuten. Das darf man bei der Diskussion nicht vergessen!

Dir gefällt vielleicht auch:

2 Kommentare

  1. #1 | b sagt am 17. März 2014 um 13:26 Uhr

    Tja, würde der mal Ruhrbarone lesen. So wie hier in den Kommentaren schon jeder Dritte auf ein „Sie“ besteht, so kann das anscheinend auch ein Schiri 🙂

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 17. März 2014 um 16:06 Uhr

    Der Kontroll-Ausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Jürgen Klopp soeben wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro belegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung