Dieser FIFA ist nicht mehr zu helfen!

Foto: Robin Patzwaldt

Es war eine Nachricht, welche die Sportinteressierten unter unseren Lesern nicht überrascht haben dürfte. FIFA-Präsident Gianni Infantino ist am Donnerstagvormittag auch ohne die Unterstützung aus Deutschland in seinem Amt bestätigt worden.

Der 52 Jahre alte Schweizer wurde beim Kongress des Fußball-Weltverbands in Kigali erneut an dessen Spitze gewählt. Die Abstimmung erfolgte in der ruandischen Hauptstadt per Akklamation. Die Delegierten zeigten mit Applaus ihre Zustimmung. Infantino war der einzige Kandidat. „Alle, die mich lieben, alle die mich hassen, ich weiß, es gibt da ein paar – ich liebe euch alle“, sagte Infantino nach seiner Wahl und sorgte damit einmal mehr für viel Aufsehen und Diskussionen.

Wer sich hier noch an die Hoffnungen erinnert, mit denen Infantino einst zum Nachfolger seines vielkritisierten Landsmannes Sepp Blatter gewählt wurde, der kann über sein Wirken in den vergangenen Jahren eigentlich nur bitter enttäuscht sein.

Statt des erhofften Neubeginns, gab es eigentlich in seinen Jahren an der Spitze der FIFA nur Enttäuschungen. Zumindest aus hiesiger Sicht. In anderen Ländern sieht man das offensichtlich anders, sonst wäre Infantino nach den Ereignissen der letzten Jahre ja nicht gerade erst frisch wiedergewählt worden.

Und um die unverändert negative Entwicklung der FIFA unter Infantino zu beschreiben, braucht es nicht einmal den Blick auf die hierzulande so unbeliebte und vielkritisierte WM 2022 in Katar. Gerade erst wurde für das Turnier in 2026 eine Ausweitung des Teilnehmerfeldes beschlossen, so dass der sportliche Wert weiter sinken dürfte, der Kommerz jedoch neuen Höhen entgegenstrebt. Genau das, was viele Fans hierzulande seit Jahren ablehnen und zurückfahren wollten.

Dass der DFB offensichtlich nicht für Infantino gestimmt hat, war im Rückblick lediglich eine Randnotiz. Dem Schweizer dürfte das im Endeffekt wohl herzlich egal gewesen sein. Seine Macht konnte er auch ohne die Zustimmung einzelner Verbände souverän erhalten. Und das sogar ohne einen Gegenkandidaten. Opposition geht irgendwie anders…

Dass die FIFA von echten Reformen im Sinne vieler Fußballfreunde hierzulande, trotz der einstigen Entmachtung des ‚Systems‘-Blatter, weiter entfernt zu sein scheint als jemals zuvor, das kann einen als erklärtem ‚Fußballromantiker‘ schnell resignieren lassen.

Die Absetzbewegung viele Sportfreunde hierzulande ist für die Gesamtentwicklung des ‚Produkts‘ Fußball weltweit scheinbar gut verkraftbar. Das müssen wir hier in Deutschland wohl oder übel so akzeptieren. Dieser FIFA ist schlicht nicht (mehr) zu helfen, wie die Wiederwahl Infantinos heute (noch einmal) ganz aktuell gezeigt hat.

Was also tun? Eine Ideallösung gibt es für den Fan, der auch an hochklassigem Sport interessiert ist, schlicht nicht. Eine Konzentration auf den Amateurfußball, wie viele sie hierzulande angekündigt haben, taugt für den Anhänger echter Top-Leistungen dieser Sportart nicht als Antwort. Zumal auch unterklassig die Spirale der fortschreitenden Kommerzialisierung längst eingesetzt hat sich zu drehen.

Ich persönlich werde weiterhin in erster Linie auf die Schiene Bundesliga setzen, wie ich es schon seit vielen Jahren mache. Zugegeben, auch hier ist der Kommerz seit Jahrzehnten scheinbar unaufhaltsam auf dem Vormarsch, doch ganz so weit haben sich die Klubs und die DFL hierzulande ja zum Glück noch nicht in himmlische Sphären entfernt, wie das bei UEFA und insbesondere auch FIFA immer stärker der Fall zu sein scheint.

Auf internationaler Ebene stehen uns im Fußball, auch ‚dank‘ der Wiederwahl Infantinos, in den nächsten Jahren wohl weitere Jahre der Entfremdung ins Haus.

Ohne mich! Zumindest weitestgehend! 😉

 

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