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Dortmund: Bei BVB-Kicker Matthias Ginter müssten sich jetzt ganz viele Leute entschuldigen

Matthias Ginter. Foto: BVB

Matthias Ginter. Foto: BVB

So schnell kann es im Fußball manchmal gehen: Vor genau einem Jahr hatte der BVB in der Bundesliga nach 12 Spieltagen genau 11 Punkte angesammelt, belegte den enttäuschenden 16. Rang in der Tabelle. Lediglich drei Saisonsiege hatte die damals noch von Jürgen Klopp trainierte Truppe bis zu diesem Saisonzeitpunkt angesammelt. Ein Desaster!

Nun, ein Jahr später, hat die Borussia zum gleichen Zeitpunkt schon beachtliche 29 Punkte, bereits 9 Bundesligasiege errungen, die letzten sieben Pflichtspiele wettbewerbsübergreifend erfolgreich beendet, neun der zwölf bisherigen Ligaspiele mit einem Dreier beendet. So bekanntlich auch gestern, als das große Revierderby gegen den ungeliebten Nachbarn aus Gelsenkirchen nach spannenden, hochklassigen 90 Minuten mit 3:2 Toren am Ende an die Dortmunder ging.

Daran maßgeblich beteiligt war auch ein Spieler, den die große Mehrheit der BVB-Fans zuletzt grundsätzlich gar nicht als Verstärkung des Teams betrachtet hatte, der nach einer schwachen ersten Runde bei den Schwarzgelben im Sommer schon fast wieder transferiert worden wäre, wenn der BVB sich in letzter Minute dann nicht doch dagegen entschieden hätte: Matthias Ginter!

Was musste der Mann sich noch vor wenigen Wochen alles anhören und über sich selber lesen. Kritik, an der Grenze zur Beleidigung, war wahrlich keine Seltenheit. Bei den Fans und auch in der Presse.

Für rund 10 Mio. Euro Ablöse im Sommer 2014 als frischgebackener Weltmeister aus Freiburg nach Dortmund gekommen, zu dem Verein in dessen Bettwäsche der kleine Matthias nach eigenem Bekunden schon als kleiner Junge schlief, gelang ihm in seinem ersten Dortmunder Jahr nicht viel. Häufig saß der Blondschopf nur auf der Bank. Und wenn er mal wieder aktiv ins Spielgeschehen eingriff, dann agierte er häufig übereifrig und extrem fehlerhaft.

Die Geduld vieler Medienvertreter und Fans langte so nicht allzu weit in Bezug auf den so unsicher wirkenden, jungen Ginter. Gerade auch die in den sozialen Netzwerken abgelassenen Kommentare waren ‚knüppelhart‘.

Dass Ginter trotz eines konkreten Angebots aus Mönchengladbach im Sommer 2015 in Dortmund blieb, sich hier durchbeißen wollte, gerade auch nach dem Trainerwechsel beim BVB, das zahlt sich nun aus. Nach inzwischen wiederholt vielversprechenden, starken Leistungen des 189cm großen, häufig so harmlos aussehenden, Defensivspezialisten, hat er sich aktuell einen Stammplatz in der Dortmunder Defensive erobert, konnte beim gestrigen Erfolg über den FC Schalke 04 nicht nur einen Treffer selber erzielen, sondern auch eine weitere Torbeteiligung beisteuern.

Insgesamt stehen für den 21-jährigen aktuell, nach rund einem Drittel der Saison, schon neun Torbeteiligungen zu Buche. Im Vorjahr war es insgesamt nur Eine. Kein Wunder also, dass Matthias Ginter nach Spielschluss im Sky-Interview bei Michael Leopold einen völlig veränderten Eindruck machte. Da scherzte der zuletzt so verunsicherte Abwehrrecke ungewohnt locker, erklärte seinen in Richtung seiner Kumpels gerichteten ungewöhnlichen Torjubel nach seinem Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 2:1.

Da sieht man mal wieder, wie nah Erfolg und Misserfolg im Fußball manchmal doch beieinanderliegen.

Nicht nur beim personell wenig veränderten BVB im Vergleich zur Vorsaison, sondern eben auch speziell in der Person von Matthias Ginter, der inzwischen vom Buhmann regelrecht zum Fanliebling geworden ist.

Streng genommen müssten sich bei dem 21-jährigen Weltmeister inzwischen aber so einige aus dem BVB-Umfeld ganz herzlich entschuldigen!

Doch damit müsste man nun auch noch ein paar Tage warten, denn der gebürtige Freiburger verbringt die nächsten Tage mal wieder im Kreise der Nationalmannschaft. Aber in Dortmund freuen sich bestimmt jetzt schon viele darauf, dass er danach wieder zum BVB zurückkehren wird…. So schnell kann das eben manchmal gehen!

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