31

Mit dumpfen Ressentiments gegen Rösler

Phillip Rösler. Foto: WIkipedia/Fdp nds
Phillip Rösler. Foto: WIkipedia/Fdp nds

Phillip Rösler. Foto: Wikipedia/Fdp nds

Phillip Rösler ist als FDP-Chef erledigt. Er war es von Anfang an. Die Kritik an dem in Vietnam geborenen Kriegswaisen „wegen Inkompetenz“ ist vorgeschoben. In Wahrheit offenbart sie dumpfe Ressentiments gegen den „Vietnamesen“ Rösler.

FDP-Bashing ist einfach. Die Partei bietet viel Angriffsfläche und schießt sich mit Personaldebatten immer wieder selbst ins Abseits. Westerwelle war noch warm, da gab sein frisch gekürter Nachfolger Phillip Rösler die Parole aus: „Ab heute werden wir liefern!“ Es sieht aber nach wie vor so aus, als sei die FDP geliefert.

Wer ist Schuld am Scheitern? Auf dem Dreikönigstreffen der FDP vom vergangenen Wochenende geizte Entwicklungsminister Dirk Niebel nicht mit Munition. Seine Schüsse galten Rösler, dem glücklosen Parteichef. Das Rösler seit seinem Antritt für das Siechtum der Liberalen verantwortlich gemacht wird, ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Unter die Angriffe mischten sich von Anfang an Ressentiments.

Es war und ist ein offenes Geheimnis: Phillip Rösler ist das Bauernopfer, das in der Übergangszeit von der Ära Westerwelle hin zu dem längst feststehenden künftigen Parteichef Christian Lindner den Kopf hinhalten muss. Einzig Wolfgang Kubicki, die dissidente Strandhaubitze aus dem Norden, sprach schon früh aus, was alle verschwiegen: „Ich sehe momentan in der Partei keinen anderen, der sozusagen geeigneter wäre, die Nachfolge von Philipp Rösler anzutreten, wann immer er sich dazu entscheiden sollte, nicht mehr zu kandidieren.“ Es ging von Anfang an also nie darum, dauerhaft auf Rösler zu setzen.

Fipsi der Volksverräter

Hinweise darauf, wie es wirklich um die zur Schau gestellte Loyalität der Liberalen Rösler gegenüber steht, zeigte sich eindrücklich auf ebenjenem Dreikönigstreffen der FDP am Wochenende. „Rösler, du bist ein Arschloch!“ wurde er während seiner Rede aus dem Publikum heraus angeschrien, und: „Er ist ein Volksverräter!“ Das trifft offenbar den Nerv vieler Menschen. Auf der Facebook-Seite von Pro NRW ist in den Kommentarspalten etwa dazu zu lesen: „Arschloch ja stimmt (…) Volksveräter kommt nicht so ganz hin ,weil er ist ja kein Deutscher und kann uns somit auch nicht veraten (…) der dürfte da oben erst gar nicht stehen der Affe, weil er kein Deutscher ist….!!!!!!!“ Der Kommentar des entsprechenden Users wurde bisher nicht von der Seite gelöscht. In diese bräunliche Richtung gehen auch Statements und Kommentare, die den burschikosen Deutsch-Asiaten als „Fipsi“ verunglimpfen. Die klangliche Nähe zu dem rassistischen Schmähwort „Fidschi“, mit dem zunächst vietnamesische Facharbeiter in der DDR diskriminiert wurden, ist offensichtlich.

Wer diese Nähe nicht heraushören will, oder dabei nur an eine harmlose Verballhornung des Namens „Phillip“ denkt, wird auch an Rainer Brüderles Ausfällen über Phillip Rösler nichts Schlimmes finden: „Der Bambus wiegt sich im Wind und biegt sich im Sturm. Aber er bricht nicht“, sagte Rösler 2011 auf einer Parteitagsrede. Bei einem Landesparteitag 2012 konterte Rainer Brüderle: „Glaubwürdigkeit gewinnt man, indem man nicht wie Bambusrohre hin und her schwingt, sondern steht wie eine Eiche. Deswegen ist die Eiche hier heimisch und nicht das Bambusrohr.“

Von Anfang an kokettierten Röslers Gegner, innerparteilich und von außerhalb, mit der Ethno-Karte. Rösler war nie als dauerhafte Lösung vorgesehen. Er hätte auf dem Dreikönigstreffen die Chance ergreifen sollen, um mit seinen Kritikern abzurechnen. Die Niedersachsenwahl am 20. Januar wird ihn nicht retten, unabhängig davon, wie sie ausgeht. Entweder wird er sehr bald fallen gelassen, oder springt selber – dann aber wenigstens erhobenen Hauptes.

RuhrBarone-Logo

31 Kommentare zu “Mit dumpfen Ressentiments gegen Rösler

  • #1
    Nansy

    So einfach ist das? Erfolglosigkeit von Rösler ist gleich Ressentiment gegen den „Vietnamesen“? In der öffentlichen Wahrnehmung sieht das allerdings ganz anders aus. Rösler ist farblos, ohne Charisma und gibt beim besten Willen als Führungsfigur nichts her (trifft natürlich auch auf andere zu..).
    Das hat aber wohl kaum etwas damit zu tun, dass er vietnamesischer Abstammung ist…

  • #2
    TuxDerPinguin

    „Die klangliche Nähe zu dem rassistischen Schmähwort „Fidschi“, mit dem zunächst vietnamesische Facharbeiter in der DDR diskriminiert wurden, ist offensichtlich.“
    Das ist das erste Mal, dass ich von dieser Verbindung lese oder daran denke… wäre in der Tat nicht so abwegig, diese Verbindung zu sehen… aber ich denke mal, dass nur die wenigstens Menschen diese Verbindung sahen, weil ich sie auch nicht so.

    Rösler oder Lindner sagt man nach, dass sie keine Westerwelles sind (in Bezug auf die thematische Festlegung auf Steuersenkungen…)
    Von daher ist es normal, dass alteingesessene Dinosaurier wie Brüderle für Gegenwind sorgen. Rösler fehlt es dabei an Kompetenzen mit den Umgang mit Medien. Er schafft es nicht sich zu wehren und bietet seinen innerparteilichen Gegnern so eine gute Angriffsfläche (man erinnere sich nur, wie er sich gefreut hat als Gauck Bundespräsident wurde gegen Merkels Wunsch… jegliches diplomatisches Gespür ließ er fehlen und hat es mit Sicherheit alles nicht leichter gemacht)

    Röslers Rhetorik in seiner Position hat sich mit der Zeit auch immer mehr geändert – thematisch immer stärker zurück zur Westerwelle-FDP. Das zeigt den Erfolg seiner Gegner. Lindner wäre durchsetzungsfähiger… aber er hat den gegenwind wohl richtig erkannt, und wollte in der Landespolitik erstmal abwarten…

    die FDP ist im Sinkflug dank Leuten wie Brüderle, nicht wegen Rösler. Auch wenn Rösler im Amt des Parteivorsitzenden alles andere als glänzt…

    ich würde Rösler den Rücktritt nahelegen. Sollen die Dinosaurier es alleine probieren und versemmeln. Dann kann später Lindner die Partei später übernehmen mit geschwächter innerparteilicher Opposition.

  • #3
    Achim

    O.K. Die FDP hatte mal ein „Westerwelleproblem“, ganz einfach
    weil der schrille Politikstil des Parteivorsitzenden Westerwelle nicht
    kompatibel mit der notwendigen Würde des Aussenministers
    Westerwelle war.
    Jetzt sind die beiden Ämter getrennt und es ist Ruhe im Karton.
    Nicht jeder Parteivorsitzende hat ja das politische Format wie Genscher oder Fischer.

    Aber die FDP hat kein Röslerproblem und sie wird auch kein
    Brüderleproblem bekommen.

    Sie hat ein Mövenpickproblem.

    Vor der Bundestagswahl tönte sie mit einer Mehrwertsteuersenkung
    für den Gastronomiebereich herum und alle Wirte erzählten
    es ihren Gästen.

    Nach der Wahl kam es zu einer selektiven Senkung
    der Mehrwertsteuer auf Übernachtungen.

    Gleichzeitig wurde die Großspende der auch
    im Hotelbereich aktiven Mövenpickgruppe öffentlich.

    Seit diesem Zeitpunkt steht die Partei im Ruf der
    Käuflichkeit.

    Daran konnte auch ein Parteivorsitzender Rösler
    nichts ändern und wird ein Parteivorsitzender
    Brüderle nichts ändern.

    Erst einmal muss eine ausreichende Anzahl von
    Lobbyisten das sinkende Schiff verlassen.

    Aber was ist von der Partei noch übrig?

    In den letzten Monaten sind die Piraten von
    einem Skandal zum anderen gestolpert.

    Und warum?

    Für ihre Landeslisten standen ihnen keine erfahrenen
    Kommunalpolitiker zur Verfügung.
    Bei den Piraten war dies die Folge einer plötzlichen
    Erfolgswelle.

    Bei der FDP führen die häufigen Misserfolge bei
    Landtagswahlen und Kommunalwahlen zu einer
    personellen Ausdünnung.

    Irgendwann stürzt die FDP bei den Bundestagswahlen
    und den Europawahlen gleichzeitig unter 5% ab.
    Danach fliegt sie dann aus allen Landtagen.

    Übrig bleiben wird dann wohl so etwas wie eine
    Zentrumspartei – die ja sogar älter als die SPD ist –
    aber von der niemand mehr spricht.

    Ein paar Flegeleien von Stefan Raab ändern
    an dieser Sachlage nichts.

    BTW: Stefan Raab hat doch auch mal zotige
    Witze über die minderjährige L. L. gemacht.
    Davon ist die Welt nicht untergegangen.

    BTW: Phillip Rösler ist für mich kein „Fidschi“ sondern
    ein „Komisskopp“. (Erst Bundeswehrfamilie und
    dann Bundeswehr!!!)

    Achim

  • Pingback: Links anne Ruhr (09.01.2013) » Pottblog

  • #5
    Achim

    @Nansy

    „Rösler ist farblos, ohne Charisma und gibt beim besten Willen als Führungsfigur nichts her (trifft natürlich auch auf andere zu..).“

    Warum sollte ein Politiker nicht farblos sein?

    Westerwelle hat doch nach der Bundestagswahl einen
    „Gaddafiauftritt“ hintereinander hingelegt.

    „Wir müssen die Steuern senken“ war nicht herade die richtige
    Botschaft nach dem Ausbruch der Krise.

    Die Bürger haben einfach die Schnauze voll von dem ständigen Privatisierungsgerede der FDP.

    Achim

  • #6
    der, der auszog

    Zum Inhalt:

    über die Pappnasen von Pro-NRW brauchen wir uns wahrscheinlich nicht weiter zu unterhalten. Aus Röslers vietnamesischer Herkunft irgendetwas abzuleiten, was womöglich noch als Volks- oder Staatsgefährdend interpretiert wird, ist über alle Maße unverschämt. Phillip Rösler ist Deutscher. Punkt.

    Zu den Äußerungen Rainer Brüderles hinsichtlich der heimischen Eiche und dem Bambus kann man geteilter Meinung sein. Rösler hat den Bambus als ein Bild ausgewählt, mit dem er seine Rolle als FDP Chef zu beschreiben versuchte. Rösler ist nicht nur Deutscher, sondern sich darüber hinaus auch seiner Herkunft bewusst und wählt zum Vergleich den asiatischen Bambus, der aufgrund seiner Elastizität trotz heftiger Stürme nicht zerbricht. Rösler will damit ausdrücken, dass auch er nicht am Amt des FDP Chefs zerbrechen wird, wohl wissend welchen Gegenwind er auf der politischen Bühne zu erwarten hat.

    Brüderle greift ein Jahr später Röslers Bambusvergleich auf, interpretiert ihn allerdings völlig anders, indem er nicht die Unzerbrechlichkeit des Bambusstammes in den Mittelpunkt stellt, sondern seine Flexibilität, was Rössler als eine Art Opportunisten erscheinen lässt, der sich – wie der Bambus eben auch – so dreht, wie es der Wind gerade vorsieht. Im Deutschen haben wir dafür den Vergleich des Wetterfähnchens.

    Brüderle, der als Interimskandidat und Nachfolger Röslers für den Parteichefposten gehandelt wird, setzt dem Bambus die Eiche entgegen, mit der sich der Rheinlandpfälzer wiederum identifiziert, speziell mit deren Standhaftigkeit, aus der er Glaubwürdigkeit ableitet. Bis hierher gibt es erst einmal nichts an Brüderle und seiner bildhaften Sprache auszusetzen. Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dann im folgenden Satz: „Deswegen ist die Eiche hier heimisch und nicht das Bambusrohr“. Die Frage ist, was meint Brüderle mit „hier“? Meint er mit „hier“ Deutschland und will er damit zum Ausdruck bringen, dass sowohl das Bambusrohr und damit auch Rösler in Deutschland nicht heimisch sind, quasi „hier“ nichts zu suchen haben? Oder meint „hier“ lediglich die FDP, also die Partei, in der Opportunismus nichts verloren hat und in der Glaubwürdigkeit nur zurückgewonnen werden kann, wenn man sich nicht länger verbiegt, sondern zu festen Grundsätzen bekennt, so wie es in der FDP eigentlich von Hause aus (=heimisch) üblich ist? Zwischenrufe wie „Volksverräter“ sollten auf jeden Fall zu denken geben und so lange ist Jürgen Möllemann auch noch nicht Geschichte…

    „Wer ist Schuld am Scheitern?“
    Es ist nicht nur Rösler, sondern die ganze FDP Clique, die einst von Westerwelle dirigiert und kontrolliert wurde. Da gehört ein Dirk Nibel, der die Rolle des Königsmörders übernommen hat genauso zu, wie ein Rainer Brüderle, der zwar Stand- und Geradlinigkeit einfordert, sich bislang aber genauso opportun wie alle anderen dem System Westerwelle untergeordnet hat. Wenn man beim Berliner Chaos überhaupt von System reden kann…

    und jetzt zu Dir Martin:
    Hast du was gegen Schwule? Du schreibst davon, dass Westerwelle noch „warm“ war, als Rösler seine Nachfolge antrat. Mich würde interessieren, was Dich animiert haben könnte, den Ausdruck „warm „in einem von dir verfassten Artikel zu benutzen, der sich mit Ressentiments befasst. Auch wenn die Etymologie des Wortes schwul nicht hinreichend geklärt ist, wird sie doch relativ häufig im Zusammenhang mit warm gedeutet. Beispiel: „warmer Bruder“

    Anders gefragt: was hat die sexuelle Ausrichtung Westerwelles mit dem Führungswechsel bei der FDP zu tun?

    Ich mag deine Texte hier bei den Ruhrbaronen, auch wenn ich vermutlich politisch in einer ganz anderen Ecke einzuordnen bin als du. Besonders schätze ich deine Denkanstöße in Sachen Antisemitismus. Aber ist es möglich, dass auch du nicht vor Vorurteilen gefeit bist, vielleicht nicht bei Juden und Ausländern, aber eventuell bei sexuell anders tickenden Menschen?

  • #7
    Martin Niewendick Beitragsautor

    @der der auszog: „Hast du was gegen Schwule? Du schreibst davon, dass Westerwelle noch “warm” war, als Rösler seine Nachfolge antrat.“

    Oo…. Jetzt bin ich baff. Das war nun wirklich nicht meine Intention. Ich wollte damit sagen, dass Westerwelle noch nicht lange „tot“ war, also noch nicht kalt, ergo warm. Ich kann mich jetzt allerdings schlecht darüber beschweren, dass dies weit hergeholt sei – die Assoziation drängt sich tatsächlich auf. War aber auf keinen Fall so gemeint. Ich entschuldige mich für dafür. (Außer vielleicht, dass dies, wenn es so gemeint wäre, inhaltlich überhaupt keinen Sinn machen würde, denn Westerwelle lebt sicherlich immernoch in einer homosexuellen Beziehung.)

  • #8
    Helmut Junge

    Bambus ist längst heimisch in deutschen Gärten, wo er durch sich Wurzelausläufer ins Freiland, sowie in Nachbargärten ausbreitet. Das wiederum beschäftigt bereits etliche Gerichte. Bambus ist allen Arten ausgesprochen winterfest.
    Bei mir wächst er schon seit 15 Jahren. Noch nie hat ein Sturm an meinem Bambus auch nur einen Halm beschädigt. Ob Rösler eine solche Eigenschaft aufweisen kann, wird sich zeigen.

  • #9
    Erfahrener

    Die FDP ist nur noch eine als Partei getarnte Lobbyorganisation und deshalb schädlich und politisch so überflüssig wie ein Kropf, egal, welche Figur dort an die Spitze gestellt wird. Neoliberale Netzwerker haben wir mehr als genug in der Politik, die Politik als bloßen Dienst an der Wirtschaft betrachten.
    Die Zeiten sind längst vorbei, als es eine bedeutende liberale Partei mit Persönlichkeiten wie Hildegard Hamm-Brücher, Hermann Flach, Burkhard Hirsch u. a. gab. Der heutigen FDP, die von 90 bis 95% der Wahlbevölkerung nicht gewählt und gewollt wird, braucht niemand eine Träne nachweinen. Sie hat in Kolaitionen stets unangemessenen Einfluss mit ihrer Ideologie auf landes- und Bundespolitik gehabt.

  • #10
    Achim

    @der, der auszog

    Den Ausdruck „warm“ hsbe ich natürlich auch gelesen, jedoch dabei
    eher an die noch warme (politische) Leiche gedacht.
    Allerdings wäre die Mehrzahl aller Politiker froh, wenn sie „nur“
    Aussenminister wären.

    Aber die „Strandhaubitze“ ist mir eher unangenehm
    aufgefallen. Das Teilwort „Strand“ verstehe ich als
    Hinweis auf
    die norddeutsche Verankerung von Kubicki. Aber bei
    Haubitze denke ich da an besondere nicht sexuelle
    Gewohnheiten.
    Ich sag mal „Der Klare aus dem Norden“ oder gleich
    Bommerlunder.

    Südlich von Dortmund ist „Eversbusch“ auch so ein
    Codewort, dass auf den desolaten Zustand der SPD hinweist…

    Die deutsche Sprache ist eben sehr mehrdeutig und
    wandelt sich.

    Bis vor ein paar Jahrzehnten dachte man bei
    „einen Türken bauen“ oder „getürkt“ an einen
    historischen mechanischen „Schachcomputer“ in
    dem sich ein besonders kleinwüchsiger türkischer
    Schachspieler verbarg, der einen damals technisch
    noch nicht möglichen mechanischen Schachcomputer
    emulierte.
    Das äussere Bedienelement war übrigens eine
    türkische Figur mit Turban und Pluderhose.

    Aber heute gilt dies als rassistisch…

    Dafür gibt es inzwischen andere krass rassistische
    aber völlig legale Sprüche.

    „Ich möchte ein Taxi mit einer Taxifahrerin haben“

    oder gar.

    „Ich habe einen Hund dabei“

    Das ist soziale Wirklichkeit in Deutschland…

    Achim

  • Pingback: Aufgelesen … Nr. 8 – 2013 | Post von Horn

  • #12
    Thomas Schweres

    Ich glaube, dass die allgemeine Wahrnehmung von Phillip Rösler mit seinem Aussehen zu tun hat. Wir leben nun mal in einer Mediendemokratie. Mit seiner knabenhaften Figur, seiner jugendlichen Erscheinung hat er auf viele die Anmutung eines kleinen Jungen, der erstaunt in die Welt der großen Politik blickt. Ob er das aus runden oder geschlitzten Augen tut, und ob dieser optische Eindruck gerechtfertigt ist, ist den meisten dabei egal, glaube ich. Wenn er allerdings bei einem Staatsbesuch in Frankreich wie ein Tourist selbst Fotos knipst, bekräftigt Rösler diesen Eindruck noch.

  • #13
    Katharina

    Der windige Teppichhändler Herr Niebel sollte mal den Ball flachhalten.
    Sein Verhalten schadet der FDP.

    Sein Verhalten erinnert mich sehr an Möllemann. Hat sich auch nicht an Gesetz und Ordnung gehalten, aber den Mund groß aufgemacht, große Töne gespuckt.
    Hat IHM persönlich sehr geschadet.

    Rössler wurde nur ausgenutzt, benutzt. Kein anderer wollte diesen Job machen.

    Frau Hamm-Brücher hat rechtens getan, als sie die FDP verließ.
    Die FDP hatte diese Frau nicht verdient.

  • #14
    Mao aus Duisburg

    Auweia…! Sind die Ruhrbarone schon so weit gesunken, dass eine solche These jetzt allen ernstes hier verbreitet werden darf?

    Alle Wähler, die die FDP nicht wählen, sind also ausländerfeindlich. Junge, Junge! Was für ein Blattschuss.

  • #15
    Nansy

    @Achim #5

    „Warum sollte ein Politiker nicht farblos sein?“

    Keine Ahnung, vielleicht weil man als Chef einer Partei ein Profil haben sollte? Weil eine Persönlichkeit an der Spitze der Partei nötig ist?

    Durch deinen Vergleich Röslers mit Westerwelle und seinen „lautstarken“ Auftritten gewinnt Rösler nun auch nicht an Profil. Der Vergleich einer schwachen „Figur“ mit einem Hasadeur führt nicht weiter.

    Die Politik der FDP ist eine Sache – „dumpfe Ressentiments gegen den „Vietnamesen“ Rösler“ kann ich in der öffentlichen Wahrnehmung trotzdem nicht erkennen.

  • #16
    Helmut Junge

    Ehrlich gesagt, ich kapiere den Artikel nicht. Als Rösler in den Job gewählt wurde, gab es keine Ressentiments? Jetzt, wo die Umfrageergebnisse die FDP nicht aus den Keller herausführen, ist Unzufriedenheit mit dem Vorsitzenden plötzlich eine Form von Rassismus? So eine Reaktion hatte ich schon für den Fall, dass Obama nicht wiedergewählt worden wäre, erwartet. Das wäre dann DER Beweis für den amerikanischen Rassismus geworden. Kein Wort jetzt, wo das Gegenteil eingetreten ist. Mal ist es Rassismus, mal kommt nur Schweigen, wenn es absolut nicht in diese Schublade paßt.
    Aber da streikt mein Geist.
    Das ist doch einige, sogar viele Nummern zu hoch gesteckt. Martin, wohin wanderst Du auf Deiner politischen Reise?

  • #17
    Thomas Wessel

    „Das Offenkundige“ nennt die FAZ das, was Brüderle gesagt hat [bin dem Link gefolgt, den von Martin Niewendick oben gelegt hat], eine „verbale Ausbürgerung“. Die FAZ-Passage:

    >> Vor drei Tagen hat Rösler sich anhören müssen, welche Verachtung gegen ihn in Rainer Brüderle, dem Fraktionsvorsitzenden, schlummert. Brüderle […]sagte folgende Worte: „Glaubwürdigkeit gewinnt man, indem man nicht wie Bambusrohre hin und her schwingt, sondern steht wie eine Eiche.“ Eiche und Bambus, Brüderle und Rösler. Brüderle könnte natürlich bei seiner Rede in Niedernhausen nicht daran gedacht haben, dass Rösler, der in Vietnam geboren wurde, sich selbst bei seiner Parteitagsrede vor einem Jahr mit dem Bambus verglichen und gesagt hatte: „Der Bambus wiegt sich im Wind und biegt sich im Sturm, aber er bricht nicht.“ Möglich, dass Brüderle das vergessen hatte. Möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Ähnlich hatte Brüderle auch vorher schon mal gesprochen, wohl kalkulierend, dass beim Wort „Bambus“ die Zuhörer eventuell an Rösler denken. Dann fügte Brüderle noch einen Satz hinzu, der geeignet war, den amtierenden FDP-Vorsitzenden geradezu verbal auszubürgern. Brüderle sagte: „Deswegen ist die Eiche hier heimisch und nicht das Bambusrohr.“ <> Brüderles Umfeld versuchte das Offenkundige am Montag durch Beschwichtigungen zu vernebeln. Brüderle habe doch auch vom Zusammenhalt der Parteiführung gesprochen, von der Führungsfrage, die sich ihm eben gerade nicht stelle, und Brüderle wolle überhaupt nicht Parteivorsitzender werden. Sogar Brüderles Gartenbambus wurde bemüht, der leider, leider kürzlich eingegangen sei und an den er möglicherweise gedacht habe. <<

    Ein Rassist? Einige seiner besten Freunde haben Bambus im Garten.

  • #18
    el-flojo

    Martin möchte nicht, dass Rösler einen völlig normalen Spitznamen bekommt, weil er asiatische Wurzeln hat. Ist Martin etwa Rassist? Schockschwerenot!

    Klingt völlig konstruiert und falsch? Ach!

  • #19
    Arnold Voss

    Diese Partei kämpft ums Überleben und ums Überleben wird nun mal nicht mit Samthandschuhen gekämpft.

  • #20
  • #21
  • #22
    Arnold Voss

    @ Thomas Wessel

    Wer ums Überleben kämpft muss nicht automatisch zum Rassisten werden. Weder als Einzelner noch als Kollektiv. Aber es kann in einer multikulturellen Gesellschaft sehr wohl passieren und es ist leicht darüber die Nase zur rümpfen wenn man selbst nicht drin steckt.

    Was Rössler an Rassismus in der FDP einstecken muss ist sehr harmlos zu dem was auf deutschen Straßen passiert. Das soll die Sache nicht beschönigen, sondern nur auf etwas realistischere Füße stellen. Unter Druck zeigt der Mensch nun mal in der Regel nicht seine besten Eigenschaften.

    Natürlich kann und soll man an Politiker höhere Ansprüche stellen als an den Mann und die Frau auf der Straße. Aber es ist mir zu einfach immer gleich den Rassismushammer zu schwingen ohne die Bedingungen zur reflektieren unter denen Rassismus geschieht. Wir alle sind voller Vorurteile, auch rassistischer.

    Ich bin schon froh, dass wir uns deswegen nicht (mehr) einfach gegenseitig erschlagen sondern immer mehr zum Reden finden. Auch zum öffentlichen. Aber dadurch wird der Rassimus nicht einfach abgeschafft. Das wird sich noch ziemliche lange hinziehen, bis das endlich so weit ist.

  • #23
    Thomas Wessel

    @ Arnold Voss | „Bis es soweit ist“. Umso mehr die Frage, was wie weit geht und was nicht mehr. Von dem, was im Artikel genannt wurde, geht die Brüderle-Nummer eindeutig nicht. Und zwar deshalb nicht, weil diese Art von Witz – zumindest in der Rezeption, und auf sie spekuliert ein Berufspolitiker – ohne Anflug von Selbstironie ist. – Ansonsten d’accord.

  • #24
    heike

    mal ehrlich, der Artikel ist doch absolut Sinn befreit, gebt dem Autor doch mal Freizeit in seinem Rentnerdasein..“ 😉

  • #25
    Herget Hintraten

    Der Röseler und inkompetent? Niemals.
    Geht ja auch gar nicht, das ist doch ein ganz Lieber.
    Der war ja auch schon mal Kindergartenpräsident, der Blödeler.
    Das qualifiziert den auch total für diesen Job als Wirtschaftsminister.
    Vielleicht wäre der Löseler auch der Richtige für die Position des Klimapräsidenten, den die BRD sicherlich bald haben wird.
    Da freuen wir uns schon alle total drauf.
    Kompetenz setzt sich eben immer durch, ein Naturgesetz.
    Also, Kindergartenpräsident, eh, Nöseler, das wird.
    Glück auf, und wenn die Wand groß und großer wird, einfach weiter den Fuß auf dem Gas halten. Und, ganz wichig, Verstand immer auf Stellung „off“ lassen.

  • #26
    Gast

    Wieso „dumpfe“ Ressentiments? Ich kann diesem Milchbubi, Schwätzer und Witzetöter als Parteivorsitzendem nichts abgewinnen. Er lässt jegliches politische Format vermissen.

    Das ist ein sehr klares und offenes Ressentiment. Wer das mit Rassismus verwechselt, projiziert eher selbst sein persönliches Rassismus-Problem auf andere.

  • #27
    burgfried

    naja, die rassismuskeule kann man natürlich genauso schnell ziehen, wie broder die des antisemitismus.
    man kann auch heute noch worte wie neger oder fidschi verwenden. es kommt lediglich darauf an, welche geisteshaltung man dazu hat. die diskriminierungsvorwürfe von ddr-bürgern gegenüber vietnamesischen gastarbeitern kann ich aus eigener erfahrung nicht bestätigen. es war eher das gegenteil der fall.
    deshalb würde ich obige vorwürfe gegenüber rösler oder der klientelpartei fdp als minderheitenhumor abtun, der durchaus seine berechtigung hat.
    wegen mir können sie den rösler gerne weiterwurschteln lassen. dann haben wir nach der bundestagswahl ein ärgernis weniger.
    im übrigen wurde röslers herkunft und seine führungsqualitäten im letzten sommer auf den nachdenkseiten thematisiert. ich kann es nur gerade nicht finden.

  • #28
  • #29
    Katharina

    Die FDP hat völlig ihre Inhalte verloren.
    Sie eiern nur herum.
    Sie sollten froh sein, wenn sie nicht in die Regierung kommen.
    Sie gehören ganz und gar in Klausur.
    Dieses Getobe gegen einen jungen und unerfahrenen Rössler,
    der redlich versucht, seinen Job zu machen.
    Er ist mir lieber als die die Großmäuligen, die zu feige waren, den Job zu übernehmen. Sie konnten doch beweisen, daß sie besser können, die Großkotzigen, die Rössler schamlos benutzen und beschimpfen.

  • #30
    Philipp Röslers asiatisches Aussehen

    „Nach Äußerung über Röslers Aussehen

    Hahn fühlt sich falsch verstanden

    Hinterhältige Attacke? FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn weist diese Kritik an seiner Äußerungen über Philipp Röslers asiatisches Aussehen zurück. Er habe einen „weit verbreiteten Rassismus“ angesprochen (…)“

    weiter: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_47478805

  • Pingback: Integrationsminister Hahn wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.